Hallo Markus,
ja, jetzt ist es passiert........... wie so oft hat auch diesen Thread die Drift erfasst und jetzt sprechen wir wieder über was ganz anneres.
Du weißt wahrscheinlich, dass ich schon die perfekten Kohlefaserruten und entsprechende Rollen fische. Sie sind in ihrer Klasse jeweils High-End und werden mich noch lange begleiten. Ob ich sowas aus natürlichen Materialien bekommen kann (speziell die Ruten), weiß ich nicht. Darum geht es mir auch gar nicht. Es geht mir noch nicht mal darum, möglichst große oder möglichst viele Fische zu fangen. Es geht um was wichtigeres:
Ich versuche meine Zeit am Wasser bewusster zu erleben, vielleicht noch mehr zu schauen, zu beobachten, Kleinigkeiten zu registrieren und mich daran zu erfreuen. Vielleicht gehört auch dazu, dass ich mir schon am Vorabend überlege, was ich in den Frühstückskoffer lege, welches Brot, welche Wurst, etc. Vielleicht kaufe ich auf dem Weg zum Wasser beim Bauern am Dorfrand Eier und Milch. Vielleicht packe ich einen kräftigen Bärwurtz für meinen Kumpel und mich ein. Vielleicht, vielleicht, vielleicht ..........
Wenn du jetzt denkst "der wird aber komisch" (hat mir letztens einer gesagt), können wir nicht zusammen kommen. Ich erwische mich immer öfter dabei, dass mich auch uralte Fliegenmuster interessieren. Einfache, durchdachte Sachen haben einen besonderen Reiz und genau dazu zähle ich auch die Gespließten. Ich bin mir sicher, dass sie sich an verschiedenen Tagen unterschiedlich fischen lassen. Es waren ja mal lebendige Fasern, die sich jetzt bewegen sollen und diese Fasern werden bestimmt durch äußere Einflüsse wie Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchte, etc. beeinflusst.
Unsere Stöcke aus Kunstfasermatten bewegen sich nach unseren Vorgaben bei fast jedem Klima und sie zicken nicht rum. Vielleicht ist es aber genau diese divenhafte Launigkeit einiger gespließten Ruten, die sie zu einem besonderen Werkzeug machen. Das will ich selber bei meiner Gespließten mitkriegen und deshalb freue ich mich auf dieses Werkzeug (ich sehe mich schon Zigarre schmauchend mit Tweedjacke, kariertem Käppi und in Knickerbockern am Gewässer entlangmarschieren - ich werde doch seltsam.....).
Warum sollte der uns bekannte Mann sich als "offizieller Rutenbauer" bezeichnen? Er übt sein Hobby mit Herz und Verstand aus, aber er muss nicht davon leben. "Klar, komm vorbei, dann können wir das zusammen machen, ich zeig dir das", du kennst ihn und so hat er reagiert, als ich sagte, ich wolle meine erste gespließte Rute am liebsten selbst machen. Auf das selbermachen muss ich aber verzichten, denn ich will mit der Rute fischen gehen und meine erste, selbstgemachte hätte mit Sicherheit jede Menge Macken gehabt. Natürlich ist es klüger dem Fachmann zu vertrauen und nachher eine gute Rute und keine Anfängerrute zu bekommen.
Ja, du hast Recht, vielleicht habe ich bei Simon überreagiert. Ich las auf seiner HP, dass er sich erst seit 1999 mit der Fischerei beschäftigt und dass er 2003 einen Rutenbaukurs absolvierte (die Info ist verschwunden) und jetzt bietet er auch solche Kurse an. Da bekam ich so ein komisches Gefühl.
Dieses komische Gefühl habe ich jedesmal, wenn ich sehe, dass da jemand wieder einen neuene Markt als Wurflehrer, Fliegenbinder, Rutenbauer, Guide, oder sonstwas entdeckt hat und sich auch entsprechend päsentiert. Markus, verstehe mich bitte richtig, ich habe schon Leute erlebt, die sich als Wurflehrer oder INSTRUKTORRRRRR sehen, aber denen die basalsten Kentnisse fehlen. Ich möchte das Thema nicht vertiefen, denn ich kenne auch die anderen Fälle.
Das sind diejenigen, die dir gerne einen Bindeschritt, eine Wurfvariante oder was anderes verraten, die das aber völlig uneigennützig tun. Das ist ein lebendiger Austausch, bei dem es nicht wichtig ist, ob ich oder der andere einen Vorteil daraus bekommt, denn man sieht sich immer mehrmals im Leben.................
Herrschaftszeiten, jetzt sind wir aber völlig abgedriftet in dem Fred. Darum möchte ich schnell zum Thema zurück und Simon eine wichtige Nummer für seine Fragen geben: 08662/7079 oder
rudi-heger@t-online.de
Gruß, Olaf
PS: Mein Opa drückte mir übrigens vor 43 Jahren die erste Rute mit einer kleinen zappelnden Elritze in die Hand. Das prägt................
