Seite 1 von 3
Schleppfischen mit der Fliegenrute
Verfasst: 01.10.2006, 20:42
von Steelhead-Hunter
Hallo Freunde des schwingenden Taktstockes,
Ich fische nun bereits seit 18 Jahren mit der Fliege und habe letztes Jahr auf Empfehlung meines Guides zum ersten Mal mit der Fliegenrute Schleppfischen betrieben. Nach anfänglichen Bedenken „Was hat das mit Fliegenfischen zu tun“ war ich recht Begeistert. Wir haben vor Tofino auf Vancouver Island mit der 10er Salzwasserrute sehr gut Lachse gefangen. Da ich für vieles offen bin überlege ich nun dieses auch hier bei uns auf Hecht auszuprobieren. Hat jemand von euch Erfahrung auf diesem Gebiet und was hält der ein oder andere von dieser Art?
Viele Grüße
Uwe
Verfasst: 02.10.2006, 09:31
von Frank.
Lieber Uwe,
das ist wohl eine Geschmacksfrage! Ich persönlich würde das nicht machen, habe aber auch keine grundsätzlichen Einwände dagegen.
Mir selbst ist einfach der "traditionelle" Umgang mit der Fliegenrute mindestens genau so wichtig wie der Fang der Fische. Ich denke fast, das werden viele andere hier im Forum auch so sehen.
Viel Erfolg wünscht
Dein Frank
Verfasst: 02.10.2006, 09:37
von roland k
Hallo Uwe,
ich mürde wenn ich Schleppfischen möchte eine Rute nehmen die dafür vorgesehen ist und nicht eine Vergewaltigung des Fliegenstocks vornehmen. Einen Streamer kannst mit einem schweren Schleppblei gut auf Tiefe bekommen.
Roland
Verfasst: 02.10.2006, 09:51
von sedge111
Hallo Uwe,
mir erschließt sich nicht warum man für diese Methode eine Fliegenrute benutzt?
Es gibt doch keinen Vorteil, der den Einsatz einer Fliegenrute rechtfertigen würde.
Grüße!
Tom
Verfasst: 02.10.2006, 10:25
von el-forello
Hallo Uwe,
das Schleppen mit der Fliegenrute hehört sicher,wie schon bei anderer Gelegenheit von einem Forumskollegen trefflich beschrieben, zum Fischen mit einer Fliegenrute. Aber Fiegenfischen - was hat es mit Verlaub damit zu tun ???? Hier beschränkt man sich doch letztendlich auf den Drill am Fliegengerät.
Ohne die Fänge und das Erlebniss schmälern zu wollen, aber es ist schon "etwas" entfremdet.
Gruß
Peter
Verfasst: 02.10.2006, 11:03
von tobago
Hi Leute,
ich hatte ein ähnliches Erlebnis in Kanada (Rockies). Situation: ein normaler See, vereinzelt stiegen Regenbogenforellen. Ein ältere Dame ließ ihr Ruderboot zu Wasser, warf ungefähr 10 Meter Schnur aus und legte ihre Rute über den Rand des Hecks. Dann begann sie große "Achten" zu rudern und nach nicht allzulanger Zeit fing sie eine Forelle. Die Dame war vom örtlichen Bootsverleih und wußte anscheinend wie der Hase läuft. Ich versuchte auf die konvetionelle Weise an den Fisch zu kommen, hatte allerdings keinen Erfolg. War aber auch nur eine knappe Stunde vor Ort. Ich vermute, dass sie auch einen Streamer benutze.
Nur so nebenbei!
tight lines
Jan
Schleppfischen mit der Fliegenrute
Verfasst: 02.10.2006, 11:27
von Steelhead-Hunter
Hallo,
Zunächst einmal vielen Danke für eure rege Beteiligung. Prinzipiell sehe ich das ähnlich wie ihr. Auch ich stehe lieber an der Enz, Nagold, der Ypps, Wiesent oder Traun und werfe eine steigenden Äsche oder Forelle an. Natürlich ist für mich das Fischen auf Lachs und Steelhead im herkömmlichen Sinne immer noch das höchste der Gefühle und dennoch denke ich dass sich neben dem Material wie Rollen, Ruten, Schnüre und Vorfächer auch unsere Fischerei weiterentwickelt. Ist es nicht so das bei der extremen Bachfischerei die Fliege kaum noch geworfen sondern mit der Strömung abtreiben wird lassen, hat nicht der von mir überaus geschätzte Hans Steinfort vor Jahren bereits mit der Zweihändigen Lachsrute und super schweren Sinkleinen auf Pollack und Leng in der Fjorden von Norwegen gefischt.
Das ist sie wieder, die Frage wo fängt Fliegenfischen an und wo hört es auf. Ich denke dieses kann nur jeder einzelnen für sich selbst entscheiden.
Viele Grüße
Uwe
Verfasst: 02.10.2006, 11:45
von sedge111
Hallo Uwe,
dass sich die Fliegenfischerei weiterentwickelt ist unbestritten.
Hier im Forum wurde auch schon trefflich darüber gestritten, wo die Fliegenfischerei endet und die konventionelle Fischerei beginnt.
Ich stimme Dir zu, dass jeder seine eigenen Grenzen selbst bestimmen muss.
Meine persönliche Grenze ist ganz einfach definiert. Fliegenfischen hört dann für mich auf, bzw. macht dann keinen Sinn mehr, wenn es geeignetere Angeltechniken bzw. Angelgerät gibt.
Ein Beispiel:
Ich finde, dass das Fliegenfischen auf Hecht mit Streamer durchaus als Fliegenfischen zu bezeichenen ist, nicht zuletzt weil man halt unbeschwerte oder leicht beschwerte Streamer halt am besten mit einer Fliegenrute werfen kann.
Fischt man aber mit wobblerähnlichen Ködern oder massiv beschwerten Streamern auf Hecht und vergewaltigt dabei seine Fliegenrute auf das Äusserste, sehe ich die Grenze ganz klar überschritten. Hier ist schlicht und einfach eine Spinnrute angebracht.
In deinem Fall sehe ich das, bitte nicht falschverstehen ähnlich. Schleppfischerei hat für mich einfach nichts mit Fliegenfischen zu tun, nur weil anstatt der angebrachten Schlepprute eine für diese Angeltechnik sicher nicht optimale Fliegenrute verwendet wird.
Grüße!
Tom
Verfasst: 02.10.2006, 12:19
von Steelhead-Hunter
Hallo sedge111,
Deine Definition und die der übrigen Kollegen verstehe ich und akzeptiere sie. Dennoch sehe ich keine Vergewaltigung der Fliegenrute gegeben, selbst bei der Meeresfischerei auf Marlin und Co. wird mit 12er, 13er und sogar 14er Ruten gefischt. Von einer Leichtigkeit kann auch bei den Rollen mit bis zu 700 y. Backing nicht mehr gesprochen werden und dennoch wird diese Art als Flyfishing Trip angesehen. Selbst wenn zuvor der Fisch mit teasern zum Boot gelockt und mit lebendiger Futterfischeingabe beim Boot gehalten wird. Ich bin der Auffassung das sich Ableger auftun die sich lediglich auf das Fliegenfischen stützen aber eine eigene Art darstellen. Was meint ihr?
Gruß
Uwe
Verfasst: 02.10.2006, 14:36
von Dirk Janßen
Ich habe bisher einmal in einem Kanal mit der Fliegenrute geschleppt und ich finde, es hat seine Berechtigung.
Kanu, 2 Mann, 2 Ruten, Schwimmschnüre und langsam absinkende Großstreamer. Ist ne gemütliche Sache, ohne dass man Tempo machen muss. Man kann sehr nah am Schilfgürtel fischen und macht richtig Strecke. Der Erfolg bleibt dann natürlich nicht aus.
TL
Dirk
Verfasst: 02.10.2006, 19:59
von hares ear
Hallo Zusammen,
die ganzen klassischen Neuengland Streamer, also gray Ghost, black Ghost, die von Carrie Stevens erbunden wurden waren ursprünglich zum Schleppen hinter dem Kanu u.a. auf land locked Salmon.
TL
Florian
Verfasst: 03.10.2006, 13:05
von Gerry
Hallo zusammen,
ich fische in Schweden an einem großen See (Ivösjö) auf Hecht. Dabei lasse ich mich mit dem Wind über die aussichtsreichen Strecken treiben. Da ich in der Regel die gleiche Trift mehrfach mache kommt es ab und an vor, dass ich auf dem Rückweg den Hechtstreamer schleppe. Auf diese Art und Weise sind schon häufiger Hechte hängen geblieben, der schwerste hatte 13 Pfund. Das mache ich aber auch nur dann wenn auf die herkömmliche Weise nichts beißt.
TL Gerry
Verfasst: 03.10.2006, 13:31
von Steelhead-Hunter
Schön zu sehen bzw. zu lesen das noch andere meine Ansicht teilen, ob nun ganz oder nur Teilweise. Die Seen die ich mit meinen Kanadier befische verfügen über eine Mehrzahl an Seerosenfelder, Schilfgürtel und umgestürtzte Bäume im Wasser. Ich bin bisher nur dorthin gerudert und habe mit der 8er gezielt auf Hecht gefischt und schön gefangen. Da die Seen zum Teil recht groß sind möchte ich auf der Fahrt zu den oben genannten Stellen eben eine 9er oder 10 Rute zum Schleppen auslegen. Bin mal gespannt was sich ergibt.
Viele Grüße
Uwe
Verfasst: 03.10.2006, 14:20
von fischers-fritz
ja hallo ich war auch gerade heut beim fischen mit meinem vatter und habe mitbekommen das das schleppfischen mit der fliegenrute auf hecht ein guter erfolg ist habe zwar nur einen kleinen aber meinen ersten hecht gefangen
Verfasst: 03.10.2006, 16:34
von Steelhead-Hunter
Gratuliere dir, schönes Gefühle wenn der Konten mal geplatzt ist oder. Glaube mir an den ersten Hecht wirst du dich an so manchen Tag gerne erinnern.
Viele Grüße
Uwe