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Schusskopf vs WF-Schnur
Verfasst: 27.08.2006, 11:26
von Makenshi
Hallo,
nachdem ich nun gestern das erste Mal mit einem Schusskopf (an einer #9) geworfen habe, frage ich mich, ob am Schussköpfe nicht grundsätzlich einer WF-Schnur vorziehn sollte.
Der Vorteil wäre, dass man durch Wechseln des Schusskopfes einfach von einer Schwimm- auf eine Sinkschnur wechseln könnte ohne gleich alles neu einzufädeln und mehrere Spulen/Rollen mitschleppen zu müssen.
Der Nachteil könnte vielleicht in der Kraftübertragung liegen, aber da kenne ich mich absolut nicht aus (wie gesagt, gestern das erste mal geworfen).
Ich freu mich auf Meinungen.
Gruß,
Tristan
Verfasst: 29.08.2006, 12:43
von Mayfly
Hi Tristan!
Schusskopf ist nicht immer angebracht. Wenn es um Presentation geht, ist ein Schusskopf viel zu grob und plump. Eine WF ist da viel feiner.
Wenn es darum geht die Grundmechanik des Fliegenwerfens zu erlernen und Du das Ziel hast in verschiedenen Gewässern (fliessend, still, gross, klein) zu fischen (lalso Flexibilität zu besitzen)... ist es schon ratsam eine WF (oder auch DT) zu besitzen und auch damit umgehen zu können.
Wobei zum Doppelzug üben ist der Schusskopf nicht schlecht, er ist sogar sehr hilfreich weil Du das 'laden' der Rute und den Zeitpunkt des 'shooten' genaustens spüren kannst.
Aber ich nehme an Du denkst jetzt an Deine aktuelle Situation und da ist ein Schusskopf ok.
Übrigens trifft sich der CFFC nächste Woche Dienstag in Ishoj (check die website). Watercasts sind angesagt. Wenn Du hast, bring Schusskopf und WF Schnur mit.
bis dann
sil

Verfasst: 29.08.2006, 16:05
von Makenshi
Hi Sil,
dass was Präsentation und Wasserwürfe angeht ein Schusskopf gegen eine DT verliert ist mir schon klar. Vielleicht gibt es zwischen Schusskopf und WF noch einen entscheidenden Unterschied, der mir im Moment nicht ganz klar ist. Ich sehe den Schusskopf irgendwie als WF mir auswechselbarer Keule.
Wegen nächster Woche: ist es möglich, dass mich jemand abholt? Ich komm euch auch gern ein Stück entgegen (etwa bis Valby), aber bis Ishøj ist es mir per Fahrrad zu weit.
Gruß,
Tristan
Verfasst: 29.08.2006, 16:50
von Dirk Janßen
Original geschrieben von Makenshi
Ich sehe den Schusskopf irgendwie als WF mir auswechselbarer Keule.
Ist auch so im Prinzip, aber in der Regel wird der Schußkopf mit einer relativ dünnen Runningline geworfen, damit er seinem Namen Ehre macht und schießt

Mit einer dickeren Runningline dürfte er annähernd das gleiche Wurfverhalten aufweisen wie eine WF-Schnur.
TL
Dirk
Verfasst: 29.08.2006, 17:59
von pehers
Servus!
Meines Wissens ist das Taper einer WF meist doch nicht so extrem, wie das eines Schusskopfes. So gibt es eben Longbelly Schnüre, die zwar schon recht gut schiessen, aber immer noch extrem feine Präsentationen zulassen. Oder ein Beispiel, das mir bekannt ist, ist die Sage Quiet Taper - extrem kurze Keule, schiesst atemberaubend nach, aber erlaubt eine zuckersüsse Präsentation. Das gibt es meines Wissens bei Schussköpfen (noch) nicht, weil es einfach keinen Sinn macht, so was zu verwenden.
Ein weiterer Punkt ist die Praxistauglichkeit eine shooting line - die ist doch recht dünn und daher ist das Handling z.B. mit der linken Hand noch schwieriger, als es das bei einer WF schon ist. Nich umsonst verwenden die meisten Fliegenfischer einen Shooting Basket, wenn sie Schussköpfe fischen.
Aber im Prinzip hast Du natürlich recht! (Wenn es eben keine LB schnur ist)
Beste Grüße,
Hans
Verfasst: 30.08.2006, 11:16
von Fly-Ing
Hallo Tristan und Andere,
Deine Aussage: "Ich sehe den Schusskopf irgendwie als WF mit auswechselbarer Keule." trifft den Nagel auf den Kopf und wird richtigerweise von Dirk auch bekräftigt.
Andere Aussagen: "Wenn es um Präsentation geht, ist ein Schusskopf viel zu grob und plump." sind wohl subjektive Eindrücke von für speziellen Gebrauch angefertigte Schussköpfe und unbrauchbare Allgemeinplätze.
Die Aussage von Hans zu Schussköpfen stellt sich selbst in Frage, wenn er WF-Schnüre betreffend, einmal einer langen und gleichzeitig einer extrem kurzen Keule eine extrem feine oder zuckersüße Präsentation bescheinigt, und zudem bestätigt, dass beide Köpfe auch noch recht gut oder atemberaubend schießen.
Seine Erfahrung, was das Wurfverhalten und die mögliche feine Präsentation angeht, teile ich jedoch.
Das schließt sich grundsätzlich auch nicht aus, es ist alles nur eine Frage des Tapers, d.h. der Ausformung des Kopfes, der Spitzenverjüngung und des angeschlauften Vorfachs.
Das Handling der Shooting Line ist stark von der verwendeten Leine abhängig, wie Dirk schon erwähnt hat, gibt es dünnere und dickere und noch viel mehr andere Schussleinen, auch hier sind pauschale Aussagen ohne Nutzen.
Damit es besser in die Köpfe rein geht, sollte Hans lieber mal einen einfachen, aber aussagefähigen und grundlegenden Versuch machen.
Das Experiment ist ganz einfach: Hans schneidet die Köpfe seiner Long Belly und seiner Quiet Taper ab und versieht diese sowie die verbleibenden Runningleinen mit kleinen, feinen Core in Core Schlaufen.
Dann setzt er diese "Schusskopfsysteme" wieder wie vorher oder auch überkreuz zusammen, führt die entsprechenden Wurfvergleiche durch und berichtet uns seine neu gewonnenen Erkenntnisse.
Er wird die vorher gewonnene Einschätzung seiner Leinen nicht revidieren müssen, sondern danach, "den Schusskopf irgendwie als WF mit auswechselbarer Keule ansehen."
An Hand seiner gemachten Erfahrungen könnte man dann vielleicht letzte Schusskopf-Zweifler überzeugen, es zu tun oder auch, es zu lassen.
So einfach ist das!
Gruß Fly-Ing
Verfasst: 30.08.2006, 11:42
von pehers
Servus Fly-Ing!
Wieder mal Dein Lieblingsthema Schussköpfe, zu dem Du offesichtlich viel weisst!
Aber auch wenn man sich in einer Sache sehr gut und offensichtlich besser als ich auskennt, sollte man die Postings lesen, auf die man sich bezieht. Das scheint im Übrigen ein generelles Problem von Dir zu sein!
1. Ich habe nie behauptet, die Wahrheit über Schussköpfe zu besitzen (im Gegensatz zu anderen), sondern mit dem Statement "meines Wissens" begonnen!
2. Ich habe nie bestritten, dass die Aussage, dass ein Schusskopf eine Keule einer WF ist, richtig ist, sondern, dass es eben - meines Wissens - noch keine Longbelly oder Fein - Präsentations Schussköpfe gibt!
Beste Grüße,
Hans
Verfasst: 30.08.2006, 11:46
von Dirk Janßen
Original geschrieben von Fly-Ing
Das Experiment ist ganz einfach: Hans schneidet die Köpfe seiner Long Belly und seiner Quiet Taper ab und versieht diese sowie die verbleibenden Runningleinen mit kleinen, feinen Core in Core Schlaufen.
Dann setzt er diese "Schusskopfsysteme" wieder wie vorher oder auch überkreuz zusammen, führt die entsprechenden Wurfvergleiche durch und berichtet uns seine neu gewonnenen Erkenntnisse.
Das "Experiment" ist kein solches, sondern sollte Praxis sein. Wenn eine meiner WF-Schnüre "auf" ist, d.h. nach der Keule wg. häufiger Doppelzugbelastung rau oder rissig wird, wird die Schnur nach der Keule gekappt und der Runniglineteil umgekehrt wieder angespleisst. Schwupp, ist die Schnur wieder wie neu.
Gruß
Dirk
PS @Fly-Ing Deine fundierten Kommentare würden sich besser lesen, wenn man sich hinter dem Pseudonym jemanden vorstellen könnte.
Verfasst: 30.08.2006, 14:38
von Fly-Ing
Hallo Dirk, hallo Hans,
meine Kommentare schreibe ich aus verschiedensten Gründen unter diesem Pseudonym.
Mir ist klar, dass Stellung zu beziehen unter eigenem Namen vielleicht sogar einfacher wäre.
So muß ich ständig bemüht sein, möglichst neutral und sachlich zu formulieren, um niemandem auf die Füße zu treten, weil mögliche Kritik an meinem Geschreibsel ja nicht persönlich trifft, sondern am Pseudonym verpufft.
Deshalb, Hans, habe ich auch auf vermeintliche "Angriffe" noch nie richtig reagiert.
1. Weil ich mit meinen Beiträgen nicht beabsichtige, jemanden der Unwissenheit zu bezichtigen.
Deshalb formuliere ich "Beiträge" immer sehr allgemein, um niemand persönlich zu einer Replik zu zwingen.
2.Ich nehme solche Kritik aber zur Kenntnis und bemühe um entsprechende Korrekturen in meinen zukünftigen Beiträgen.
Im übrigen kann auch ich falsche Schlußfolgerungen ziehen und akzeptiere deshalb diese Kritik ohne Groll.
Mit freundlichem Gruß
Fly-Ing
PS Ich versuche, mich nur dann einzumischen, wenn ich denke, dass mein Beitrag zur allgemeinen Erhellung eines Themas nützlich sein kann.
Verfasst: 30.08.2006, 15:10
von pehers
Servus Fly-Ing!
Ist schon gut, bin auch nicht immer zimperlich! Aber allgemein bist Du, wie Du schreibst, nicht geblieben!
Beste Grüße und nix für ungut,
Hans
Verfasst: 30.08.2006, 23:33
von stuart
Hi Makenshi - es gibt noch ein 3 Gründe mit SH's zu arbeiten:
1. Flexibilität
2. Kosten
3. Spassfaktor - d.h Du kannst bis ins unendliche Basteln und experimentieren

Verfasst: 31.08.2006, 01:07
von Makenshi
Hi Stuard,
bei Punkt 1 hast du vollkommen recht, aber zumindest bei Punkt 2 muss ich dir widersprechen. Ein Schusskopf kostet meines Wissens nach fast genausoviel wie eine normale Schnur und wenn du sagst, dass du gerne bastelst (Punkt 3), wird es richtig teuer (zum Beispiel wenn du einen Schusskopf für 60 Euro verschneidest).
Gruß,
Tristan
Verfasst: 31.08.2006, 07:26
von Thomas
Guten Morgen,
zu 2. stimmt so eigentlich nicht, wenn es geht, würde ich immer Schußköpfe aus preiswerten DT Schnüren schneiden. meine Wenigkeit kauft, wenn dann eine „SHAKESPEARE GLIDER FLY LINE“ bei Müllers Angelmarkt in Berlin (an der B1) für 19 EURO, gibt zwei Köpfe a 9.50. Da bleibt Raum zu experimentieren ... sprich man kann sich einen Kopf auf so einen 10 m Standard, den anderen mal ultra kurz 6 m oder auch sehr lang mit 14 m schneiden .... die grüne intermediate DT der genannten Marke ist jetzt wohl blau und genießt ja bei deutschen und dänischen Meerforellenanglern mittlerweile Kultstatus (wobei sie nicht das Potential der alten türkisfarbenden Loop Slow intermediate Schußköpfe aufweist, die natürlich ihren Preis hatten), günstig zu beziehen z.B. bei Martin Rau, da gibt es die halbe DT für 20 Euro. Dieses DT Taper, also eine sich zur Spitze hin verjüngende parallel Schnur, ist sowieso werferisch sehr angenehm zu handeln ....
noch ein Zusatz >> 4. ein Schußkopf wirft sich, meiner wie immer subjektiven Meinung nach, wenn man den Dreh raus hat um einiges leichter als eine WF, wenn es nun nicht unbedingt auf super Akkuratesse ankommen tut (z.B. beim Meerforellenangeln). Dabei sind meiner Meinung nach zwei Dinge zu beachten, ich erlaube mir jetzt ein wenig Klug zu ******en, 1. müssen die Schlaufen (neu deutsch Loops) zum Vorfach und Schußschnur sehr, sehr sorgfältig gearbeitet sein, so das sie beinahe reibungslos durch die Ringe gehen und 2. neigen viele dazu ihre Schußköpfe zu schwer zu machen ... es gibt natürlich Ruten wie z.B. die 5er Echo2 Competition, die gut mit einem 7er Schußkopf (Gewicht tja so ca. 15g so in dem Dreh) zu bestücken ist.
Mit freundlichen Grüßen Thomas
PS: Kombinieren tue ich das immer mit einem weichen und preiswerten Monofil wie Amnesia oder Stren als Schußschnur, so 25...30 lbs., was einer 35er...40er Schnur entspricht. Dünner bereitet bei klammen Fingerkuppen durchaus Probleme
Verfasst: 31.08.2006, 07:33
von stuart
Moin allerseits - Tristan ich dachte nicht an fertige Köpfe sondern selbst gebastelte aus Mill-Ends oder wie Thomas schreibt der Shakespear Glider ...
... Mill Ends kosten um 5€ und der Glider wie Thomas sagt so um die 20€.
Verfasst: 31.08.2006, 12:48
von Makenshi
Hi,
wenn man das so macht ,abt ihr natürlich recht. Aber taugen diese günstigen Schnüre dann auch was? ich denke da vor allem an die Verarbeitung, Schwimmfähigkeit u.s.w. Hab nämlich selbst schon schlechte Erfahrungen mit Billigschnüren gemacht. Oder ist das egal, weil ich eh nur die ersten paar Meter benutze?
Gruß,
Tristan