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Wurftechnik
Verfasst: 07.07.2006, 11:11
von UweG.
Hallo zusammen,
ich bin eigentlich ein ziemlicher Frischling in Sachen Fliegenfischen.
Ich habe ein Problem bei weiten Würfen, und zwar verfängt sich des öfteren meine Fliege in meiner Schnur.
Wenn ich im Nahbereich fische habe ich damit keinerlei Probleme.
Kann mir irgendjemand sagen was ich falsch mache???
Ziehe ich beim Rückschwung zuweit zurück oder....
Liebe Grüße Uwe
Verfasst: 07.07.2006, 11:26
von Matthias M.
Hallo Uwe,
dies hört sich ganz nach "Tailing Loop" an, d.h. beim Vorschwung kolidiert der obere Teil deiner Schlaufe mit dem Unteren. Wenn dies so sei stimmt der Bewegungsablauf bei deinem Vorschwung nicht ganz. Nach dem Stop den deine Rute vollzieht bewegst du diese aus dieser Position nicht weg.
Schau mal
hier und
hier.
Gruß Matthias
Verfasst: 07.07.2006, 15:21
von pehers
Servus!
Eines meiner Lieblingsprobleme, dazu vier Dinge:
1. Halte das Handgelenk steif, zwinge Dich dazu!!! Erst wenn so geht, kannst Du das nachdrücken am Ende Vor- bzw. Rückschwunges einbauen!!!
2. Beherrsche Dich bei weiten Würfen und lege den Hauptdruck in das letzte Drittel der Schwünge, nicht in das erste!
3. Achte auf die Ebenen! die Rutenspitze sollte auf einer Geraden von vorne nach hinten gezogen werden und genauso nach vorne geschoben.
4. Kontrolliere Dein timing - nur wenn die Schur sowohl nach vorne als auch nach hinten wirklich voll gestreckt ist, folgt sie auch genau der Rutenspitze!
Viel Erfolg und Spaß beim Üben,
Hans
Verfasst: 07.07.2006, 16:46
von Harald aus LEV
Hallo Uwe,
wie meine Vorposter schon geschrieben haben,
versuche die Rutenspitze auf einer Ebene zu führen und achte auf den richtigen Winkel (hinten ca. 1 Uhr, vorn ca. 11 Uhr) - Handgelenk!!.
Vor allem koordiniere Deine Beschleunigungs- und Stoppphasen.
Stetige, dynamische Beschleunigung, gefolgt von starkem Stopp, damit sich die Rute auf- und entladen und die Energie an die Schnur abgeben kann.
Gruß
Harald
Verfasst: 07.07.2006, 23:01
von bebo
Hallo schon mal probiert beim abheben die Rute etwas von Körper abwinkeln,Vorschwung Rute senkrechter. Bernd
Verfasst: 12.07.2006, 10:51
von Mayfly
@ Matthias
Nach dem Stop den deine Rute vollzieht bewegst du diese aus dieser Position nicht weg.
Kannst Du mir dieses etwas näher erklären?
Danke
sil:)
Verfasst: 12.07.2006, 21:43
von Matthias M.
Hallo Sil,
mit diesem Satz wollte ich aussagen, dass ein Tailing Loop meist dadurch entsteht, dass nach dem Stop, wenn sich die Rute entladen hat, man die Position der Rute nicht verändert, d.h. das die Rute nicht gesenkt wurde, sodass der obere Bereich der Schlaufe mit dem Unteren kolidiert (sich kreuzen und es zur Verhäderung oder Kraftabbruch kommt).
Gruß Matthias
Tailing Loop
Verfasst: 13.07.2006, 12:35
von gmischol
Hallo Sil
ich versuche auch noch eine Erklärung abzugeben, da ich mit dem gleichen Problem gekämpft habe (und auch immer wieder kämpfen muss, wenn ich nicht aufpasse) .
Am meisten zum Begreifen des Problems hat mir die DVD von Mel Krieger, Flycasting Fauts and Fixes geholfen.
Tailing Loops entstehen, wenn die Spitze deiner Rute beim Vorschwung (von der Seite gesehen) nicht auf einer geraden Bahn läuft sondern sich nach unten senkt (Bahn ist konkav, wannenförmig) um dann gegen Ende des Vorschwungs wieder noch oben anzusteigen. Das geschieht in der Regel, wenn du am Anfang zuviel Druck gibst auf die Rute, so dass sie sich bedingt durch die Schnur als Gegengewicht zu starkt durchbiegt.
Wenn du zudem eine weiche Rute verwendest, geschieht das noch viel schneller als bei einer steiferen Rute.
Um die Tailing Loops zu verhindern, muss einerseits das Timing stimmen und andererseits auch dein Krafteinsatz . Wie schon in einem vorhergehenden Post geschrieben, sollte deine Kraft erst am Ende des Vorschwungs (gilt auch für den Rückschwung) zum Einsatz kommen. Man hat eh meistens das Gefühl, dass man beim Fliegenwerfen Kraft braucht, was zumindest bei leichteren Rutenklassen falsch ist. (Es heisst ja auch "Fliegen"werfen und nicht Kugelstossen). Ein Lehrer hat mir gesagt, dass ich zuerst ohne Kraft die korrekte Schlaufe bilden soll und erst dann den Krafteinsatz bringen soll. Tönt kompliziert und fordert am Anfang viel Konzentration, wenn der Bewegungsablauf dann sitzt, geht es wie von selbst.
Mir hat am meisten geholfen, einerseits wirklich mit möglichst wenig Krafteinsatz zu werfen und andererseits das Tempo zu drosseln. Versuche einmal so langsam zu werfen, bis Du die Schnur nicht mehr in der Luft halten kannst. Du wirst erstaunt sein, wie stark Du den Krafteinsatz und die Geschwindigkeit reduzieren kannst, bis das ganze zusammenfällt. Wenn Du wirklich guten Fliegenwerfern zuschaust, wirst Du feststellen mit welcher Leichtigkeit und Eleganz, manchmal auch Langsamkeit, das geht.
Viel Glück und genügend Geduld beim Korrigieren
Gruss
Gaudenz
Verfasst: 13.07.2006, 15:23
von Mayfly
Hi Matthias!
Dann hab ich Dich doch richtig verstanden....
Aber:
OK, Tailing Loops zeigen sich beim entladen der Ruten ie nach dem 'Stop'.
Sie sind allerdings das Ergebnis eines Wurffehlers der während die Rute geladen wird stattfindet d.h. während des Wurfes!! Und nicht, wenn ich Dich richtig verstanden habe, nach dem Stop ie beim entladen der Rute.
[/QUOTE] Tailing loops (the line crosses over itself) are created when the tip of the rod dips under the straight-line path[QUOTE]
Schau Dir nochmal die links an die Du gepostet hast und schaue auf den 'casting stroke', da ist ganz klar eine Senkung der Schnur während des Wurfes zu sehen. Das ist die Ursache von Tailing Loops nicht der 'Stop'.
Gruss und
ciao ich bin raus
sil:winkie:
Verfasst: 13.07.2006, 16:57
von pehers
Servus Sil!
Das ist nicht völlig richtig, weil Du vergisst, dass die Rute schon stoppt, wenn sich ein Teil der Schnur noch ausrollt. Daher beeinflusst Du auch noch in dieser Phase die Schnur.
Liebe Grüße,
Hans
Verfasst: 14.07.2006, 09:16
von Nico (Berlin)
Hallo!
Wie Gaudenz schon richtig sagte: der Tailing Loop ensteht, wenn die Rutenspitze keine Gerade beschreibt, sonderne einen konkaven Weg nimmt. Daher ist es sehr wichtig, das die Rutenspitze sich auf dieser Geraden befindet. Das bedeutet, der Arbeitswinkel der Rute muss der Schnurmenge, die sich in der Luft befindet, angepasst sein. Diese 11 Uhr- 1 Uhr Geschichte hilft da nicht weiter. Außerdem muss der Krafteinsatz der Schnurmenge angepasst sein und sollte progressiv verlaufen. Tailing-Loops entstehen oft durch zu frühen Krafteinsatz. Ein Abklappen des Handgelenkes hat eher eine konvexen Rutenspitzenweg zur Folge und produziert eher große Schlaufen. Im übrigen kann ich das Mel Krieger Video "Faults And Fixes" auch sehr empfehlen. Mel ist übrigens morgen für eine Demo in Berlin und gibt Montag einen Wurfkurs!
Besten Gruß
Nico
http://www.flyfishers-delight.de
Verfasst: 14.07.2006, 12:15
von Mayfly
Hi Hans!
Das ist nicht völlig richtig, weil Du vergisst, dass die Rute schon stoppt, wenn sich ein Teil der Schnur noch ausrollt. Daher beeinflusst Du auch noch in dieser Phase die Schnur.
Mmh...die Schnur rollt sich erst aus wenn die Rute RSP (rod straight point) erreicht hat. Nicht schon vorher!
RSP erreiche ich indem ich meinen Wurf mit einem 'crisp' Stop beende. Sobald die Rute RSP erreicht hat beginnt die Schnur die Rute zu überholen und eine 'loop' beginnt sich zu bilden.
Mit dem Stop beendet man jeglichen Krafteinsatz, ie der Wurf ist beendet und daher beeinflusse ich diese Phase des Wurfes nicht!
Alles was unsere Wurfhand während des Wurfes bis RSP tut (im positiven und negativen Sinne), bestimmt Form und Aussehen einer Loop.
Grüsse in den Süden
sil
:winkie:
Verfasst: 14.07.2006, 12:38
von pehers
Servus Sil!
Deine Spezialausdrücke sagen mir nur sehr bedingt etwas, vielleicht habe ich Dich da falsch verstanden, aber eins stimmt sicher nicht, dass ich nach beendetem Schwung, also im Stopp, die Schnur nicht mehr beeinflusse - die hängt immer noch an der Rutenspitze.
Für mich schaut das so aus: Rute hinten - stopp - Schnur streckt sich nach hinten - Vorschwung - stopp - Schnur streckt sich nach vorne.
Alles was ich zwischen Stopp und gänzlichem Strecken mit der Rute mache, überträgt sich auf die Schnur und deren Flugbahn.
Beste Grüße,
Hans
Sehr geholfen
Verfasst: 14.07.2006, 18:01
von UweG.
Hallo nochmal.
Hätte nicht gedacht, das gleich eine Lawine an Antworten eingeht.
Habe mich sehr über die vielen Hilfestellungen gefreut.
Werde probieren einiges am Wasser davon umzusetzen.
Wünsche euch allen weiterhin Tough Lines und Spaß beim Fischen
Uwe