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Ob das jemand erkennt !
Verfasst: 12.05.2006, 20:59
von Royal Coachman
Hallo Freunde !
Wer fischt hier und um welchen See handelt es sich ?
http://www.hebben.de/fotos/raetsel.jpg
freundlichst
Royal Coachman

Verfasst: 12.05.2006, 22:04
von watti
Fang ich mal an: Winnetou im Silbersee...

Dirk
P.S.: Sehe auch kein Bild, ob das an meiner analogen Leitung liegt?
Verfasst: 12.05.2006, 23:39
von Olaf Kurth
Moin Dirk,
sehe auch kein Bild, aber ich tippe mal auf den nordischen Initiator der Umwelt-Rettungs-Aktion "Schüttet endlich die Boize zu" !!!!!!!!!!!!!! :suprise:
Gruß, Olaf
Verfasst: 13.05.2006, 07:20
von RolandT
Hallo Gebhard,
Also, dazu habe ich folgendes gefunden:
Das Bild zeigt die Jagd und Fischerei am Achensee.
Kaiser Maximilians I. Jagd= und Fischereibücher.
Jagd und Fischerei in den Alpenländern im 16. Jahrhundert!
Ich finde die Darstellung von Jagd und Fischerei in einem, sehr gelungen.
Zu deiner Frage wer da fischt, gehe ich davon aus, das es sich um den Landesfürsten von Tirol handelt!
Zu dem gezeigten Bild folgende Beschreibung:
Ahensee (Achensee)
Derselb see liegt im Ahental. Der ist einer meil wegs lang und an etlichen enden einer halben meil prait. Der hat sonder guet wolgesmach visch innen fur kunig und fürsten/ als nemblich selbling/ aschen/ rencken/ hechten/ präxen/ rutten/ persing/ hasselen und phrillen. Und ein landsfurst mag von solhem see lüst und nütz haben/ wie hernach volgt. Vonerst mag der landsfurst die berürth selbling und aschen von ostern bis auf sand Johanns tag zu sonnenwenden vischen und die von den ostern bis auf phingsten eines jeden tags lebentig gen Ynsprugg oder an ander ende daselbsumb füern lassen/ und nach phingsten bis auf sand Bartlmes tag kan man die der hitz halben lebentig nindert fuern bis zu angeender kelten.
Idem die rencken/ so in demselben Ahensee geen/ mag der landsfurst herbstzeiten auch lebentig gen Ynsprugg zu des hofs notdurft bringen lassen und sonst die das gantz jar frisch und grüen haben/ ausgenomen/ so die im laich seien/ der sich anhebt umb sand Niclastag und wert ungeverlichen acht tag nach weichnechten/ so steen die in die hail und mag die in viertzehen tagen nit fahen.
Idem dieselben hechten und präxen/ die sein sonder guet und wolgesmach/ und soll die in dem mayen fahen und man mag derselben hechten und prexen dem landsfursten zu solher zeit alle wochen ain wagenfart zu notdurft des hofs gen Ynsprugg lebentig bringen.
Lieber Gebhard, ich hoffe hiermit richtig zu liegen. :rolleyes:
Herzlichst Roland
Verfasst: 13.05.2006, 12:40
von Royal Coachman
Hallo Roland !
Klar, dass für so einen Experten ein so markantes Bild kein Problem darstellt.
Doch hier einiges zur Erklärung.
Kaiser Maximilians I hat mehr Bücher verfasst bzw. in Auftrag gegeben als alle anderen gekrönten Häupter zusammen. Das 1504 erschienene Fischereibuch wurde geschrieben von Wolgang Hohenleitner und illustriert von Jörg Kölderer. In diesem Bild ist der Herrscher dreimal abgebildet. Einmal sitzt er hoch zu Ross und hält Audienz, hiebei konnten
auch einfache Bürger, wie ganz links ersichtlich, zum König gelangen, um Ihre Anliegen vorzubringen. Maximilian werden gerade die Steigeisen umgeschnallt, das Buch, in dem
er anscheinend gerade gelesen hat, liegt daneben am Boden.
Das dritte Mal kommt er in dem Fischerboote vor, mit einem großen Fisch in Händen.
Interessant auch, dass hier schon der „Feuerstock“ als Jagdwaffe gezeigt wird, Maximilian lehnte ihn jedoch ab, ansonsten versuchten seine Jäger die Gämsen mit langen Stangen aus der Felswand zu werfen.
Das Fischereibuch wurde 1809 anläßlich der Tiroler Freiheitskriege von den Franzosen mit anderen mitgenommen und1816 wieder zurückgegeben, das Original befindet sich im Schloß Ambras bei Innsbruck.
Anno 1901 hat Dr. Michael Mayr eine Ausgabe mit Lithografien herausgebracht und 1966 die Österreichische Nationalbibliothek eine auf 600 Stück limitierte Faksimile.
Freundlichst
Gebhard
Verfasst: 13.05.2006, 15:11
von RolandT
Lieber Gebhard,
herzlichen Dank für deine ergänzenden Worte. Auch ich habe durch dein Bildrätsel wieder etwas dazu gelernt! Besten Dank dafür.
Herzlichst Roland
P.S. In einem Nachdruck ist das Buch auch heute noch zum kleinen Preis zu bekommen. Herausgegeben vom Pinguin Verlag Innsbruck/Tirol im Jahre 1980. Erhältlich zur Zeit 31 mal, über das Internetantiquariat: ZVAB.com
Titel:
"Kaiser Maximilians I. Jagd- und Fischereibücher"
Nur so als Hinweis für den interessierten Leser.

Verfasst: 13.05.2006, 16:14
von Royal Coachman
Hallo Roland, hallo interessierte Freunde !
Als Beweis, wie wichtig die Fischerei damals war!
Kaiser Maximilian I ließ sich eigene Handschuhe zum Fischen anfertigen!
Aus dem Original:
"Deine klaidung zwm fischen solstu haben zwen
handschuch von merhuntten, underzogen mitt
ain weissen scharlach pis an Ellebogen
wan man die visch aus den netzen
nimb vnd die schaffel thuett, damitt
dw dich nit netzest"
Ganz interessant meint
Euer
Royal Coachman
Verfasst: 15.05.2006, 10:54
von Maggov
Hallo R.C.,
besten Dank für dieses wirklich schöne Bild! Leider war ich die Tage nicht im Lande und hätte eh' falsch geraten

...
Viele Grüsse und (hoffentlich) bis bald
Markus
P.S.: von der Form her hätte der Königssee auch ganz gut gepasst...