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Außholzen von Gewässerstrecke, zur besseren befischbarkeit!

Verfasst: 11.02.2006, 10:23
von RolandT
Hallo zusammen,

da im Kormoranbereich die Themen und Meinungen wieder einmal abtrifften, möchte ich an dieser Stelle einen neuen Bereich öffnen.

Helmut Herrmann schreibt in einem seiner postings folgendes:


"des weiteren:
mein Argument des leichteren Werfens resultiert aus der Tatsache, daß
die Ilm in unserem Bereich mehr als 40 Jahre lang so extrem zugewachsen
ist, daß es, vor allem für ältere Kollegen, ein Fischen fast unmöglich macht,
Ich kenne nur sehr wenige Gewässer, die dermaßen schwer zugänglich
sind. Wenn dann, aufgrund einer eventuellen Auslichtung, das Fliegen-
fischen auch vom Ufer aus wieder möglich sein kann, was sollte dann da-
gegen sprechen? Ich selbst wate zur Äschenlaichzeit nicht im Fluß herum,
bleibe in dieser Zeit am Ufer. Doch selbst ein Rollwurf ist dann schwerlich
möglich, da überhängendes Astwerk in Kopfhöhe kein Rückwärtsführen der
Rute erlaubt. "


Hallo Helmut,


hierzu möchte ich folgendes äußern:

Ja, die Ilm ist teilweise nicht ganz leicht zu befischen. Es gibt Gewässerstrecken, die eine wirkliche Herausforderung an den Fliegenfischer stellen. Was man mit einer Praxis, wie Du sie aufgeführt hast, erreichst, kann ich Dir sagen:

In meinem früheren Verein, hat man eine Gewässerstrecke der Ilm auf diese Art für die "Nichtskönner" im Fliegenfischen, hergerichtet. Der Gute Forellenbestand war innerhalb von 2 Tagen dahin. Was zurückgeblieben ist, war ein Stück des Flusses, was zum kotzen ausgeschaut hat.

Ich finde solch eine Argumentation nicht gerade zeitgemäß. Wer mit der Fliege fischt, findet für sich immer eine Gewässerstrecke, die er vernünftig befischen und begehen kann.

Und dort, wo man nicht so leicht herankommt, sollte man denen den Vortritt lassen, die es verstehen, auch mit schwierigen fliegenfischereilichen Situationen zurecht zu kommen. Wenn auch diese Fliegenfischer nicht klar kommen, dann sollte man solche Gewässerbereiche einfach als natürliche Schongebiete ansehen, wo die Fische in Ruhe zu einer vernünftige Größe heranwachsen können. Wo ist das Problem?

Haben die meisten von uns Fliegenfischern es schon verlernt, mit schwierigen Situationen am Wasser zurecht zu kommen? Muß denn alles immer besonders einfach sein, das heißt, man kommt an's Wasser, sieht einen Fisch, Fliege rein, Fisch dran, raus damit, Fertig! Wer so Denkt, hat meiner Meinung nach das verkehrte Hobby.

Herzlichst RolandT

Verfasst: 11.02.2006, 11:28
von Royal Coachman
Hallo Roland !

Du sprichst mir aus der Seele!

Die drei Entwicklungsstufen des Fliegenfischers nach George Wentzel haben noch immer ihre Gültigkeit.

1. Stufe: möglichst alle Fische fangen

2. Stufe: möglichst große Fische fangen

3. Stufe: nur die schwierig zu fangenden sind interessant


freundlichst
Royal Coachman

PS: wenn ich so die einschlägigen Printmedien durchblättere, dann sind besonders die Gurus noch fast alle auf Stufe 2 :(

Verfasst: 11.02.2006, 11:40
von RolandT
Hallo Royal Coachman,


ich hätte da noch eine 4. Stufe anzubieten:

draußen an Fluß, Bach oder See zu sein, und es kommt nicht mehr darauf an, das man überhaupt einen Fisch fangen muß!

Allzeit ein kräftiges Petri Heil und Gut Wasserwaid.

Herzlichst Roland

Verfasst: 11.02.2006, 17:19
von helmut herrmann
hallo,

mein Gedanke war es, verwachsene Ufer auszulichten, um auch die Mög-
lichkeit des Werfens vom Ufer aus zu haben. Wohlgemerkt, ich rede vom
a u s l i c h t e n, nicht vom Kahlschlag!

Die Eifeler Kyll in Kyllburg/Malberg ist ein Fluß mit teilweise "Dschungelcha-
rakter", aber auch mit baumgesäumten, lichteren Stellen. In den Jahren
1984 und 1985 gab es dort ein befristetes Watverbot, über das ich als
Fischereiaufseher zu wachen hatte. Ich konnte feststellen, daß in dieser
Zeit im Durchschnitt weniger gefangen wurde als in der übrigen Zeit. War
mir auch irgendwie einleuchtend: als Watfischer bleibt mir bei der geringen
Wassertiefe kaum ein Platz verwehrt, als Uferwerfer schon. Mittige Fluß-
strömungen und Wasserkehren wollen berechnet werden; weite Würfe,
um das gegenüberliegende Ufer zu erreichen und die Trockene trotzdem
nicht dreggen zu lassen, setzen Können und Erfahrung voraus. Selbst
die Brennnesseln halten mit tausend Händen die eingestrippte Schnur
fest. Garnichtredend von den Rückwürfen, die immer irgendwo hängen
bleiben, wenn wir die Schnur dort hinten nicht hoch genug führen; diese
Probleme gibt es beim Watfischen nicht.

Damit es nicht wieder zu Fehlinterpretationen kommt: Vegetationslücken
an Gewässerufern erleichtern zwar das Werfen, ermöglichen aber noch lange keine Fanggarantie. Dazu gehört schon ein bißchen mehr.

Es steht jedem frei, dieses auszuprobieren.

Gruß
Helmut Herrmann

Verfasst: 11.02.2006, 20:15
von horstie honk
hallo helmut,

deine argumente sind einleuchtend.

die fraktion derer die uns am liebsten auf der kulturstufe der jäger und sammler sehen würden, ist sehr mächtig, gerade auch was das schwingen der moralkeule anbelangt. oft mit fragwürdigen, unsinnigen beweisen und wortführungen.

die befischbarkeit des gewässers ist ein faktor der berücksichtigt werden darf und, selbstverständlich, auch ernst genommen werden sollte. dies muss ja nicht in einem missverhältnis zur natürlichkeit des gewässers und seinem umfeld stehen. wie und im welchen umfang was geschehen sollte, um das gewässer attraktiv zu gestalten, ist doch wohl jedem verein oder jeder organisation selbst zu überlassen. sie wissen selbst was gut für sie ist, auch insichtlich der oben genannten faktoren und der erhaltung der artenvielfalt.

anhand der antworten ist die, leider, erfolgreiche umerziehungsarbeit der fussel-industrie sichtbar. die schreckliche aufgeregtheit wegen ein paar ästen und sträucher ist sehr amüsant.

c&df
horstie honk

Verfasst: 11.02.2006, 21:30
von allgaeufly
hi,

@horstie: auch wenn ich mittlerweile vermute, daß du ein provokateur bist!? ;-)


"die befischbarkeit des gewässers ist ein faktor der berücksichtigt werden darf und, selbstverständlich, auch ernst genommen werden sollte. dies muss ja nicht in einem missverhältnis zur natürlichkeit des gewässers und seinem umfeld stehen. wie und im welchen umfang was geschehen sollte, um das gewässer attraktiv zu gestalten, ist doch wohl jedem verein oder jeder organisation selbst zu überlassen. sie wissen selbst was gut für sie ist, auch insichtlich der oben genannten faktoren und der erhaltung der artenvielfalt."

(HORSTIE)


wäre das so, hätten wir nicht die vielen mißstände, sei es durch falschen besatz(!), falsche gewässerpflege, falsche entnahme etc..

es ist allein schon vom rechtlichen nicht jedem verein, wie du behauptest, selbst überlassen, wie er ein gewässer bewirtschaftet! da gibt es ja doch ein paar vorgaben!

du kannst evtl. an deinem gartenteich machen was du willst! da stört man am wenigsten! auf goldfische mit der "futterflocken-fliege" fischen, mit springbrünnlein in der mitte und drumrum schön englischer rasen und ein doitscher gartenzwerg der zuschaut! ;-)

im ernst, es ist "so übrig wie ein kropf", diesen vorschlag ernsthaft weiter zu diskutieren (habe mich in der kormoran-diskussion schon genug darüber ausgelassen!)


p.s.: was ist bitte "fussel"??? klär mich auf, damit ich dich vielleicht endlich verstehe! :-)

lg

Verfasst: 11.02.2006, 21:58
von helmut herrmann
hallo allgaeufly,

wenn hier in dieser Runde ein Provokateur sein Unwesen treibt und nichts anderes im Sinn hat, Leute ständig zu kritisieren, dann bist Du es.

Von Meinungsfreiheit und Toleranz anderen gegenüber scheinst
Du nicht viel zu halten, würgst jede Diskussion von vornherein ab.
Und wenn Du der Meinung bist, daß die Diskussion über dieses Thema so "überflüssig wie ein Kropf" ist, so mag das Deine Meinung sein, nicht un-
bedingt die Ansicht anderer Forumsteilnehmer.
Allein schon der Schlußsatz an Horstie (.....klär mich auf, damit ich dich
vielleicht endlich verstehe) ist frech und ungezogen.

Helmut Herrmann

Verfasst: 11.02.2006, 22:14
von allgaeufly
hi,

"wäre das so, hätten wir nicht die vielen mißstände, sei es durch falschen besatz(!), falsche gewässerpflege, falsche entnahme etc.. " (von allgaeufly)

....hallo helmut, diskutiere doch mit mir. ich weiß nicht was die vorwürfe sollen! an manche forums-mitglieder muß man halt mit a bisserl "witz" rantreten! das hat mit "frech und ungezogen" nix zu tun!

ich verstehe das nicht: du lehnst dich mit deinen vorschlägen, weit aus dem "ökologischen fenster" und wunderst dich dann, daß eine entsprechende reaktion kommt! ich denke, es ist halt einfach überholt, dieser zeitgeist (hoffe ich zumindest). klar es gibt immer vielfältige meinungen! aber wir leben nun mal in einer (schein-)demokratie und wie du siehst, melden sich viele zu wort, die den vorschlag nicht so korrekt finden! oder verstehe ich was falsch!? mehrheiten(?), meinungsfreiheit!?

und übrigens finde ich sachliche kritik, kann hilfreich für beide seiten sein!
es gibt allerdings auch leute hier, die ich (das ist meine ganz persönliche meinung) einfach nicht ernst nehmen kann! man stellt sich ja über seine beiträge auch dar! daß es umgekehrt auch so sein kann, ist folgerichtig und macht mir nichts aus!

lieber unbequem und kritisch, als angepaßt. mit dieser rolle hab ich kein problem!

und der schlußsatz war ernst gemeint!

Verfasst: 11.02.2006, 22:25
von helmut herrmann
hallo allgaeufly,

schon die Aussage ...(es gibt allerdings auch Leute hier, die ich einfach
nicht ernst nehmen kann), ist eine Anmaßung. Wie hoch setzt Du Deine Maß
stäbe an? Du kennst die Leute doch gar nicht. Von dem, was sie schreiben,
kannst Du nicht ausgehen. Viele können das, was sie wirklich denken, nicht
entsprechend ausdrücken. Und dann sind sie für Dich leichte Beute.

So nicht.

Helmut H.

Verfasst: 11.02.2006, 22:33
von allgaeufly
hallo helmut,

das meine ich gar nicht, wie sich jemand ausdrückt. ich schau nur nach dem inhalt. und wenn das so gut wie nie , ernstgemeinte beiträge sind.......!

aber sieh es wie du möchtest! du gehst ja doch nicht auf das ein, was ich schreibe! ich denk wir lassen das hier! das ist ja nicht das eigentliche thema!


wäre schön, wenn du mal stellung beziehen würdest zu dem was bisher an "kritik" kam! ;-)


lg

Verfasst: 11.02.2006, 22:43
von helmut herrmann
hallo algaeufly,

ich bin Dir in keiner Weise verpflichtet, Stellung zu beziehen, was Kritiken
an mich betreffen.

H. Herrmann

Verfasst: 11.02.2006, 22:52
von allgaeufly
@helmut:

ich dachte du wolltest mit uns(!) hier über deine überlegung wg. abholzung zwecks kormoranproblem diskutieren!???

wenn nicht, macht nix! gute nacht!

gruß

Verfasst: 11.02.2006, 22:53
von RolandT
Hallo Helmut,

ich komme leider jetzt erst dazu, mich wieder in die Diskussion einzuklinken.

Du schreibst:

"mein Gedanke war es, verwachsene Ufer auszulichten, um auch die Mög-
lichkeit des Werfens vom Ufer aus zu haben. Wohlgemerkt, ich rede vom
a u s l i c h t e n, nicht vom Kahlschlag!"

Das was Du auslichten nennst, betreiben vielleicht deine Vereinsfreunde in einem Maß, das Dir letztendlich der Hintern blutet.

Leider weiß ich aus der Erfahrung heraus, das solche Gedanken zumeist für das Gewässer, in einer mittleren Katastrophe endet.

"wenn hier in dieser Runde ein Provokateur sein Unwesen treibt und nichts anderes im Sinn hat, Leute ständig zu kritisieren, dann bist Du es."

Diese, deine Meinung kann und will ich nicht Akzeptieren. Hier macht sich lediglich jemand im Forum ernsthafte Gedanken. Keine Oberflächlichen. Bitte verstehe das!

Leider vermisse ich von Dir, das Du auf mein Eingangsposting etwas zu sagen hattest. Ich kann mich keineswegs solchen Gedankengängen, wie Du sie geäußert hast, anschließen. Wir sollten etwas mehr zur Gewässerschonung tun und da gehört für mich persönlich dazu, das es natürliche Schonstrecken gibt. Diese mit der Axt und Säge zu öffnen, halte ich Schlichtweg für Schwachsinn.

P.S. Auch ich nehme hier in diesem Forum nicht alles für ernst, was manch einer schreibt. Und Disqualifizieren tun sich hier manche von ganz allein!!

Herzlichst RolandT

Verfasst: 11.02.2006, 22:54
von helmut herrmann
@ allgaeufly: gute Nacht!

H.Herrmann

Verfasst: 12.02.2006, 09:07
von Noellgen, H
Hallo Leute,
das Thema "abholzen" hatten wir vor Jahren schon einmal,
damals durfte ich die Prügel einstecken.
Also nochmal. Das Thema war bis vor etwa 40 Jahren überhaupt
nicht aktuell, bis damals haben die Bauern das Holz am Bach
geschlagen und verbrannt. Auch diese haben heute Ölheizung,
das Holz wächst immer weiter.
Übermässiger Bewuchs hat durchaus auch Nachteile, nicht nur für
die Bequemlichkeit des Anglers, auch für die Gewässerökologie.
Vernünftig betriebener Rückschnitt der Ufervegetation ist sinnvoll,
auch wenn einige Schreibtischökologen Heulkrämpfe bekommen.

Tight Lines
Heiner