Neues zur Verschlammung der Wiesent

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roland k
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Neues zur Verschlammung der Wiesent

Ungelesener Beitrag von roland k »

Das steht heute in der regionalen Tageszeitung "Fränkischer Tag"

Ist dabei nur zu hoffen, dass wirklich die Ursachen angegangen werden und kein blinder aktionismus betrieben wird....

Roland


Gefahr für Fische: Der Schlamm muss raus
Fast 100 000 Kubikmeter belasten Leben und Artenvielfalt im Hauptfluss der Fränkischen Schweiz



FRÄNKISCHE SCHWEIZ. 236 Seiten stark und 100 000 € teuer ist eine Studie des Bezirks Oberfranken zur Versandung und Verschlammung oberfränkischer Fließgewässer, die die Bayreuther Büros für Gewässerschutz, Fischereifragen und ökologische Studien erstellt haben.



von Thomas Weichert

Bezirkstagspräsident Dr. Günter Denzler stellte sie im Bezirkskrankenhaus Vertretern von Behörden, Vereinen und Verbänden und den Bürgermeistern der Wiesentgemeinden vor. Dringender Handlungsbedarf besteht dabei vorrangig bei der Wiesent, einem der bekanntesten europäischen Fliegenfischergewässern.
Insbesondere der Hauptfluss der Fränkischen Schweiz ist wegen Sedimenteinträgen in den letzten 50 Jahren fast flächendeckend mit 100 000 Kubikmetern Schlamm belastet, der das Leben und die Artenvielfalt im Fluss gefährdet. Nur noch ganze fünf Prozent der Gewässersohle, dort wo auch Fische laichen können, ist intakt. Bekannt wurde der Inhalt des Gutachtens zur Wiesent von Dr. Philipp Strohmeier bereits im Sommer diesen Jahres, nachdem es im Bereich von Waischenfeld zu vermehrtem Fischsterben und Schaumbildung auf dem Wasser gekommen war (der FT berichtete ausführlich). Was getan werden muss, ist klar, nur noch nicht, wer das bezahlt. Wie Strohmeier erläuterte, sei für die Wiesent dringend eine Schlammbeseitigung an ausgewählten Abschnitten, das Einbringen von Strukturbildnern zur Entschlammung in der freien Fließstrecke, das Anlegen von Laichbetten, die Auflassung von Sohlschwellen im Mittellauf sowie die Beseitigung alter Wehren und als Vorbeugungsmaßnahme – was besonders wichtig ist – dann auch die Reduktion der Erosion auf landwirtschaftlichen Flächen an der Wiesent und seinen Nebengewässern, anzugehen.


Kein Lebensraum mehr

Werden diese Maßnahmen nicht in naher Zukunft umgesetzt, wird es auch keinen Lebensraum für Fische in der Wiesent mehr geben. Wie Denzler erklärte, habe man in den vergangenen Jahren erkannt, dass die Gewässerstruktur großen Einfluss auf die Artenzusammensetzung im und am Fluss habe. In diesem Zusammenhang sei aber der Eintrag von Feinsedimenten auf seine Auswirkungen auf die Lebensbereiche der Fische und Insekten nicht gebührend berücksichtigt worden, so Denzler, der nun für die Wiesent die Gründung eines Arbeitskreises mit allen Interessenvertretern im Frühjahr 2006 ankündigte.
Vordringlichste Aufgabe des Bezirks sei nämlich der Erhalt und die Wiederherstellung der Artenvielfalt. Lösung dieses Problems könne nur eine nachhaltige Vorgehensweise sein. Dies bedeute nicht nur die Räumung der Verschlammung, sondern auch das Abstellen ihrer Ursachen. Dazu soll nun eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Wasserwirtschaftsverwaltung ein Konzept erstellen, so Denzler.

Nahezu ideal für ein erstes Pilotprojekt an der Wiesent wäre der Oberlauf zwischen Hollfeld und der Einmündung der Truppach unterhalb von Plankenfels, so Denzler. Wegweisende Untersuchungen des Arbeitskreises müssten aber in einem zeitlich vertretbarem Rahmen umgesetzt werden. Albert Schütze, Präsident des Bezirksfischereiverbandes, sagte, dass die schwere Verschlammung das Ergebnis von Umweltsünden der letzten 50 Jahre sei die alle begangen hätten.

Abhilfe sei nun dringend von Nöten, damit die in den Flüssen lebenden Organismen auch in Zukunft genügend Luft zum Atmen haben, so Schütze. Regierungsvizepräsident Wilhelm Wenning sicherte zu, bei der Lösung des Schlammproblems einen gemeinsamen Weg zu gehen. „Ich bin überzeugt, dass wir das Problem gemeinsam in den Griff bekommen, auch wenn da viel manpower und leider auch viel Geld erforderlich ist“, sagte Wenning.
man muss einfach reden, und kompliziert denken - nicht umgekehrt
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