BEISPIEL 1
Vor wenigen Wochen:
Elektrobefischung in einem größeren Fließgewässer im Land Salzburg
(Boot, gesamte Flussbreite methodisch gut abdeckbar, weil Tiefe im Mittel ca. 1 m, kaum über 2 m)
Fang: 317 Individuen, Bestand 150 kg/ha, vorwiegend Naturaufkommen!
Bachforelle: 71%
Regenbogenforelle: 15%
Äsche: 10%
Rest Koppe
Gehe den Tag drauf mit der Fliegenrute fischen.
Mein Fang (alles Nymphe):
8 Regenbogenforellen (80%)
1 Äsche (10%)
1 Bachforelle (10%) !!
Und das, obwohl ich mich auf typische Bachforellenstellen konzentriere, die ich vom Vortag kenne.
Fang fast nur RF, Bestand überwiegend BF.
Der Bewirtschafter könnte aus einer Ausfangstatistik den Schluss ziehen: die Bachforelle ist extrem selten, man sollte mehr besetzten. Da ist es schon gescheit, gute Daten zu haben!
BEISPIEL 2
Voriges Jahr Bestandserhebung in einem Fließgewässer in Niederösterreich (naturtrüb). Nach einem Fischsterben. Der Bewirtschafter sagt: Brauchts gar nicht fischen, eh nix drin.
Die Fischer haben auch vor dem Fischsterben schon gejammert.
Wir starten das Aggregat, fahren mit dem Boot in die Mitte - Bumm, es geht ganz weiss auf.
Bestand extrem!!! gut, rechne ca. 1200 kg/ha (!!!) aus, 60% Bachforelle.
Ein absoluter Spitzenwert, der nur in ganz wenigen, extrem produktiven Gewässern erreicht wird. Das ist vermutlich auch der Grund, warum die Fischer wenig fangen: Extrem gutes Insektenaufkommen, die Fisch sind selektiv bzw. satt und stehen in den Strukturen.
Wieder: Der Bewirtschafter hätte aus einer Ausfangstatistik den Schluss ziehen können: Der Bachforellenbestand ist gering, man sollte mehr besetzten. Da ist es wieder gescheit, gute Daten zu haben!
Fazit: Aussagen zum Fischbestand, die auf Ausfangdaten basieren, müssen immer kritisch hinterfragt und durch Erfahrene interpretiert werden!
(Elektrofangergebnisse natürlich auch)
Dass RF i.d.R. besser an die Fliege gehen als BF und Ä, ist sowieso bekannt.
Schönes Wochenend, fröhliche Diskussion (leider ohne mich)
Clemens






