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Qualität der Laichfische

Verfasst: 23.08.2005, 13:02
von roland k
es kommt bei Diskussionen um Entnahme oder nicht bei Salmonieden ab ca. 45 cm das Argument, so ein großer Fisch ist gut für das Gewässer, da er viel Laich produziert und Genetisch "gut" ist. Ich den Fachbüchern hingegen liest man, dass eine Äsche ab guten 45 nicht so produktiv im Laichgeschäft mitwirkt und der Laich und die Schlupfrate nicht an die Qualität der 30er Fische heranreicht, wenngleich die Menge an der Eierproduktion höher ist.

Die Fischzüchter geben auch die Großfische ab, wären die so gute Laichlieferanten würden sie es in meinen Augen nicht tun.
Wo liegt nun die Wahrheit begraben? Gibt es aus euren Reihen Erfahrungsberichte?

Roland

Große Laichfische

Verfasst: 23.08.2005, 13:32
von Hâgar Otter
@Roland K
Alle Fische haben eine arten- und gewässerspezifische durchschnittliche Lebenserewartung. Die "Wiesentäschen" z. B. werden nach einer gesicherten wissenschaftlichen Untersuchung so um 8 Jahre alt. Der Höhpunkt der Reproduktionsleistung aller Fische liegt im mittleren Lebensalter: bei Erstlaichern sind die Eier noch kleiner (und weil in % der Körpermasse angelegt) relativ wenig. Mit zunehmendem Laichfischalter werden die Eier größer, die Stückzahl je kg Körpergewicht des Rogners nimmt allerdings ab; später auch die Befruchtungsfähigkeit und mit zunehmendem Alter auch die Vitalität der Brut.
Es ist daher (aus Fischzüchtersicht) wirtschaftlich sinnvoll
a) nur die besten Erstlaicher einer Remonte (Nachwuchslaicherbestand) zu behalten, die anderen als 'Nachwuchskapitale' zu verkaufen.
b) seine Laichfische nur 1 bis 2 Jahre über den Höhepunkt ihrer Fruchtbarkeit hinaus zu behalten; danach wachsen sie langsamer und werden durch die nachlassende Reproduktivität 'unwirtschaftlich', sind aber für "gutes Geld" an die Angler als Trophyfische und 'Laichfischbesatz' vermarktbar!
Ist doch ökonomisch logisch, wenn auch nicht ökologisch - logisch? ;)

Diese Problematik könnte man durch die Einführung und konsequente Anwendung des Zwischenschonmaßes relativ gut und nachhaltig wirksam umgehen!:p
Petri Heilelujaah

Verfasst: 23.08.2005, 14:52
von sepp
Servus Roland
Für das Artenhilfsprogramm Äsche werden in jedem Jahr der Loisach und Ramsach Laichäschen entnommen, abgestreift und wieder in ihre Herkunft zurückgesetzt. Dabei hat es sich gezeigt, das die Äschenrogner ab 45cm produktiver sind als kleinere. Z.B. hat vor einigen Jahren ein Rogner aus der Loisach, 56cm lang, 20000! Sömmerlinge in einem Jahr erbracht. Ich bin ausserdem der festen Meinung das nur große Forellenweibchen die Kraft haben, die oftmals versiegelten Bachböden aufzubrechen und umzugraben für die Eiablage. Aulsserdem gibts durch die Entnahme nur der Größeren eine negative Zuchtauswahl. Laßt also die Großen schwimmen.
Gruß Sepp

Verfasst: 23.08.2005, 15:10
von Hâgar Otter
Für die Entnahme "nur der Größeren" wurde hier nicht plädiert!
Die Anwendung des Zwischenschonmasses ist diesbezüglich etwas anspruchsvoller!
Biologische Gesetzmässigkeiten wird man anerkennen müssen, (Heesters, Chaplin und Picasso mögen das eher zu den Ausnahmen gehört haben).
Ansonsten:
Jede in irgend einer Weise selektive Entnahme (und/oder Besatz) ist ein Eingriff in die Evolution! Ob wir das so wollen, haben wir selbst zu entscheiden und verantworten.

Verfasst: 23.08.2005, 18:16
von roland k
wie sollte so ein Zwischenschonmaß in der Wiesent aussehen und lässt dieses parallelen zu den nahrungsärmeren Voralpenflüssen zu? Sollte dieses nur bei den Äschen oder auch bei Forellen eingehalten werden?

Roland

Verfasst: 23.08.2005, 20:03
von anonymus
So wie ich die (weitgehend unbeeinflussbare) Besatzpraxis an der Wiesent kenne wäre das z. Zt. nur für die Äschen noch sinnvoll. Zu beschreiben wie das konkret gehandhabt werden müsste erscheint mir für hier (nicht zu anspruchsvoll, nur) zu umfangreich. Der m. E. beste Beitrag zu diesem Thema ist schon vor oder so um 1980 in der # 5 (glaube ich mich zu erinnern) von 'der Fliegenfischer' erschienen und hat auch heute noch so Gültigkeit. Natürlich müsste man das Prinzip auf das jeweilige Gewässer und den zu hegenden Bestand "feinjustieren".
M.f.G.