Neophyten und die Fische

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

mknuemann
Beiträge: 161
Registriert: 28.09.2006, 13:05
Wohnort: Eitorf

Neophyten und die Fische

Ungelesener Beitrag von mknuemann »

Hallo!

Hier sind ja die Experten versammelt. :-)
Wenn ich derzeit so die Uferstücke betrachte, dann türmen sich
in vielen Bereichen so Wände aus Springkraut, Staudenknöterich und Konsorten auf.

Mir ist mal aufgefallen, dass ich vor den Wänden im Wasser eigentlich
nie irgendwelche Fische sehe oder fange.

Diese Neophyten werden ja unter anderem deswegen so gross, weil
sich wenig Insekten davon ernähren.
Kann das dazu führen, dass die Fische, welche Landinsekten essen,
solche Stücke meiden, weil da kaum Insekten runterpurzeln?

Gibt es dazu irgendwelche Studien?

Michael
Graylinglover

Ungelesener Beitrag von Graylinglover »

Hallo Michael,

ich kann Deine Beobachtung so nicht bestätigen. Ich habe an neophytengesäumten Gewässern schon sehr gut gefangen. Der größte Teil der Fischnahrung ist ja im Wasser und nur zeitweilig spielt der Anflug echter Landinsekten eine überragende Rolle (Ameisen, Erlenblattkäfer, Bibios etc.). Dunkle Erlentunnel und andere Strecken mit einheimischer Vegetation können auch relativ fischarm sein - aufgrund der geringen pflanzlichen Produktion im Wasser.
Nichtsdestotrotz verhindern insbesondere die Knöteriche jegliches Aufkommen von standortgerechter Ufervegetation und damit Nahrung für eine Vielzahl von Insekten und anderen Tieren. Inwiefern die "Neos" auch von den Adulten der Eintags- Köcher- und Steinfliegen als Lande-und Paarungsplatz etc. gemieden werden weiß ich nicht. Wäre aber sehr interessant dies herauszufinden. Das Springkraut z.B. ist als Bienen- und Hummelweide extrem beliebt und nach meinen Beobachtungen häufig verlaust. Ob nun die Fische davon profitieren sei dahingestellt.
Interessant ist die Anfrage eines Abgeordneten an das BMU und dessen sehr ausführliche Antwort:
http://www.bmu.de/naturschutz/biologisc ... t/2336.php
Bisher geht man davon aus, dass ausschliesslich Landinsekten betroffen sind, aber dass die erhöhte Erosion durch im Winter absterbende Bestände ein Problem darstellt. Allerdings ist das ja auch bei Brennesselbeständen so ....
Die einzige langfristig funktionierende Lösung ist wohl ein dichtes Blätterdach aus Erlen. Aber das ist weder standorttypisch noch wünschenswert. Frei mäandrierende Bäche und Flüsse schaffen sich sowieso neue Freiräume. Ich denke da sollte der Schwerpunkt der Vereins- und Verbandsarbeit liegen. und nur dort, wo Menschen durch den Riesenbärenklau direkt gefährdet werden sollten man gezielt eingreifen.

Beste Grüße

Robert
Hâgar Otter

Ungelesener Beitrag von Hâgar Otter »

Manche beklagen sich über Neophyten, weil sie beim Fang von Neozooen (Rainies, Brookies) hinderlich sein könnten. Ich versteh die Welt nicht mehr, sind das Hirnies?
mknuemann
Beiträge: 161
Registriert: 28.09.2006, 13:05
Wohnort: Eitorf

Ungelesener Beitrag von mknuemann »

Vielleicht wirken sich die Neophyten auch positiv auf die Bestände aus,
weil man an besagten Stellen als Angler nicht mehr ans Wasser gehen mag.
:-)
Antworten