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Wie mache ich die rute strammer!
Verfasst: 14.06.2005, 11:54
von stephan
hallo!
habe ein steelfin trinity blank in 9,6 fuß länge und schnurklasse 5-6!
wie bekomme ich rutenbautechnisch eine strammere rute daraus (obere 6er)!
ringanzahl senken ( anstatt von 12 inklusive spitzenring wie von steelfin selbst verbaut nur 11 stück )?
spitze um ein paar zentimeter einkürzen?
gruß
stephan
Verfasst: 14.06.2005, 13:19
von Matthias M.
Hallo Stephan,
meiner Meinung nach, würde die Rute durch das "Mehranbringen" von Ringen sich versteifen. Verwende Zweisteg anstatt Eisteg-Ringe.
Ich würde niemals eine Spitze einkürzen.
Gruß Matthias
Verfasst: 14.06.2005, 13:34
von fluefiske
Hallo !
Ich sehe es genau umgekehrt.Weniger Ringe und Einsteg.Loop z.B. baut die 9' 7" mit 10 Ringen.Das Gewicht wirkt sich negativer aus als die Versteifung durch 2-Stegringe.
Andere Möglichkeit : Reibe den Blank mit VIAGRA ein und du hast eine stramme Weitwurfrute !
Gruß Erich
Verfasst: 14.06.2005, 13:41
von Friedemann
Hi Stefan,
um die Rute merklich steifer zu bekommen würde ich sie in der Spitze
zentimeterweise einkürzen und immer wieder probwerfen.
Aber wirklich nur 1 - 1 1/2 com abschneiden.
Gruß aus Hessen
Friedemann
Verfasst: 14.06.2005, 14:22
von Karl
Ringe (Anzahl,Art) hat nix mit der Aktion zu tun. Einkürzen macht sie schneller da hat der Friedemann recht. Wenn schon aufgebaut laß den Spitzenring aus und schau mal wie sie sich wirft, wenn du den letzten schlangenring als Spitzenring benützt (bzw. den vorletzten) und dann mit tesa darüber/darunter noch einen Schlangenring plazierst. Das Ganze ist natürlich nix halbes und nix ganzes das taper ist ja auf die Länge/Klasse ausgelegt, kürzt du den blank wird sie zwar schneller die Spitze aber auch extrem steif, d.h. Vorfachbruch ist vorprogrammiert. Mehr als 6-7cm würde ich insgesamt nicht einkürzen. gruß Karl
Verfasst: 14.06.2005, 14:32
von stephan
danke erstmal für eure schnellen antworten!
Also so ganz sicher bin ich mir auch noch nicht ob es mir nicht das herz brechen würde wenn ich an dem blank herumsäge!
und da mir auch nicht einstimmig dazu geraten wird werde ich diese möglichkeit wohl rausfallen lassen.
wenn ich weniger ringe und vor allem einstegringe verwende habe ich doch weniger gewicht an der rute welches die aktion beeinflußen kann!
so denke ich mir das!
aber steife schlangenringe sollten die rute doch auch steifer machen!
ach das verwirrt mich alles!
habe nun erstmal begonnen mit weniger ringen zu wickeln!
gruß
stephan
Verfasst: 14.06.2005, 14:58
von Matthias M.
Hallo,
an das Mehrgewicht habe ich nicht gedacht.
Ich dachte, wenn mehr Ringe angebracht werden, verliert der Blank automatisch an flexibilität und wird dadurch Steifer. Zweisteg-Ringe oder Schlangenringe weisen eine längere Verbindungsfläche als Einstegringe auf und müssten eigendlich in diesem Bereich, wo sie befestigt werden dem Blank seine flexibilität nehmen.
klärt mich mal bitte darüber auf?
Gruß Matthias
Verfasst: 14.06.2005, 17:09
von Kurt Zumbrunn
Wenn die Katze den Hund beisst - oder umgekehrt!
Ich bin der Meinung, dass beide Argumente richtig sind. Ringwindungen versteifen einerseits den Blank, führen aber andererseits dazu, dass mehr Gewicht am Blank hängt. Für mich wäre interessant zu wissen, welche Aktion die Rute im gegenwärtigen Zustand hat. Ist es eine Spitzenbetonte Aktion, eine Semiparabolische oder eine Parabolische. Erst wenn man das weiss, könnte man m.E. über weitere Schritte diskutieren.
Was meint Ihr?
Gruss
Kurt
Blank kürzen - 1 Steg-2-steg
Verfasst: 15.06.2005, 07:58
von stefan grau
Einstegschlangenringe fördern die Aktion der Rute, heisst die gleichmässige Biegung des Blanks, da nur ein Fuss eingegebunden unbd lackiert wird und die Versteiffung über eine kürzere Länge auf der Höhe des Rings erfolgt - steiffer wird die Gerte so also sicher nicht, eher aktiver in der Biegung - ob "langsamer" ist subjektiv.
Nach meiner Erfahrung kann die Anzahl RInge die Aktion schon beeinflussen, aber eher wieder zum langsameren, hier durch das höhere Gewicht der Ringe und Bindungen. Die Spitze allein wird aber dadurch nicht langsamer, sondern eher steiffer. Wenn das Handteil das höhere Gewicht aber nicht auffängt, erscheint die ganze Gerte dann i.d.R langsamer als vorher.
Zudem spielt die Wahl des Spitzenrings ebenso eine Rolle, es ist der äusserste Punkt der Gerte der durchaus auch Einfluss auf das Schwungverhalten hat, ein schwerer SpiRing kan durchaus eine Aktion positiv oder halt auch negativ beeinflussen. Alles in allem spielt die Ausgewogenheit des Gesamten eine Rolle.
Wenn die Gerte noch Garantie hat, so würde ich nicht daran rumfummeln ausser ich verzichte auf die Garantie - kein Hersteller unterstützt seine Garantie weiter, wenn von anderen als ihm selbst an seinem Werk rumgefummelt wird.
Die Spitze einkürzen hilft wie hier bereits beschrieben die Gerte schneller, resp. steiffer zu machen, die Spitze wird so weniger mit/nachschwingen. Allerdings muss das Handteil diese Belastung auffangen resp. mitmachen, insbesondere weil Du dein Wurfverhalten der neuen Aktion angepasst mitändern wirst. Grundsätzlich wäre ich vorsichtig mit technischen Aenderungen un mir über die möglichen Konsequenzen bewusst (wie bereits erwähnt Vorfachbruch, oder im Extremfall auch Rutenbruch, zudem wenn Du die Gerte mal weiterveräussern willst setzt das den Wert - sofern sie welchen hat, massiv herunter)
Gruss
Stefan
Verfasst: 15.06.2005, 08:40
von stephan
ich würde sagen, dass die rute eine recht weiche spitze hat!
danach wird sie schon recht stramm, aber das bringt mich beim streamern nicht so recht weiter! ein kollege der die rute schon für sich aufgebaut hat spricht sogar von einer schwammigen aktion, was meiner meinung nach aber nicht auf meinen blank zutrifft!
gibt es da von blank zu blank ( gleicher typ vom gleichen hersteller ) so starke schwankungen, dass ich doch auf eine stramme rute hoffen kann?
habe auf dem blank auch schon ne rute für nen anderen freund aufgebaut welche wie gesagt nur in der spitze recht weich ist!
stephan
Verfasst: 15.06.2005, 11:12
von stefan grau
...und hier kommst du in das ewig subjektive - dem einen ist die rute zu hart, dem anderen dieselbe zu weich
Verfasst: 15.06.2005, 16:24
von todde
Moin!
Eine vor Jahren unfreiwillig

um etwa sieben cm eingekürzte Spitze einer Spinnrute von 3,00 m Länge auf 2,93 m mit neu aufgesetztem Spitzenring ergab zwar eine sehr harte und vermeintlich wurfstarke Rute. Aber - dabei wurde die gesamte vom Hersteller berechnete Biegeaktion dermaßen überlastet, dass sie ihr zulässiges Wurfgewicht verlor und unweigerlich beim gewohnten Gebrauch zerbrach. Seitdem lasse ich die Finger von solchen Bastelaktionen und füge mich bei selbstverschuldeter Beschädigung in einen Neukauf. Dass man auch dabei einen Reinfall erleben kann, hatte ich bereits in einem anderen Tread geschildert.
Nutze den Blank doch mit den Eigenschaften, die er bietet und kauf dir lieber einen neuen, der deiner eigentlichen Intention entspricht. Dann hast du schon zwei selbstaufgebaute Ruten
Irgendwann packt mich auch einmal die Lust, eine Rute nach meinen Vorstellungen selbst zu bauen.
gruß
todde
Verfasst: 21.07.2005, 14:22
von Fly-Ing
Hallo an Stephan und die anderen Beitragsbeteiligten,
in dem vorliegenden Thread finde ich einige meiner unmaßgeblichen Meinung nach (IMHO) gute und richtige Ansätze über das Aufbauen von Ruten und die Beeinflussung der Aktion durch die anzubringenden Bauteile.
Die beste Methode um Denkmodelle zu stützen ist ausprobieren!
Helfen kann dabei das probeweise Anbringen von Ringen z.B. mit Tesafilm oder zusätzliches Anwickeln von etwas Draht an den Blank um schwerere Ringmodelle oder eine größere Anzahl von Ringen zu simulieren.
Das Ringgewicht beeinflusst die Aktion immens je näher zur Spitze hin die Ringe angebracht sind. Alle fest am Blank befindliche Masse muss genauso wie die gewollt zu beschleunigende Masse (Fliegenschnur +Vorfach + Fliege) in Bewegung gesetzt werden. Einen überschweren Spitzenring zu beschleunigen heißt weniger Schnellkraft für die Schnurbeschleunigung übrig zu haben.
Durch die Eigenmasse schwingt jede Rute wie ein Pendel nach, steife und leichte Rutensysteme schneller und weiche schwerere Systeme langsamer.
Ein- oder Zweistegringe sind hinsichtlich Schnurführung und Versteifung (IMHO) nicht wesentliche Entscheidungsmerkmale, viel wichtiger sind geringes Ringgewicht und Anzahl (Abstand) der Ringe.
Eine einfache Formel ist: So wenig (und leichte) Ringe wie möglich, aber so viele wie notwendig, um zu verhindern, dass die durch die Ringe rutschende Leine den Blank mehr als den halben Blankumfang umschlingt.
Der durch eine größere Umschlingung am Blank auftretende Reibungsverlust würde die durch geringeres Ringgewicht gewonnene Beschleunigung wieder aufheben.
In diesem Zusammenhang wäre es vielleicht noch mal interessant sich über in manche Rutenmodelle eingebaute Vorspannungsenergie oder Dämpfungseigenschaften (bis diese Ruten von allein oder gar nicht mehr werfen) zu verbreiten, aber das würde vielleicht auch nur die Gläubigen durcheinander bringen.
Gut Schuss
Fly-Ing