Hegen?!?

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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thomas t.

Hegen?!?

Ungelesener Beitrag von thomas t. »

Meine Herren,

nachdem in einigen Themen immer wieder der Aufruf zur Hege laut wurde, bitte ich einfach mal um Vorschläge von sinnvollen Hegemaßnahmen.
Dieses erfolgt nicht mit dem Gedanken an einen Schlagabtausch unterhalb des guten Geschmacks wie schon mal vorgekommen, sondern mit dem Hintergedanken konstruktive Vorschläge zu erhalten und diese u.U. umzusetzen.

Gruß Thomas
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Dirk Janßen
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Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

Ist doch gaaaanz einfach;):

Der Besatz
- sollte ausgewogen sein in Artenvielfalt und innerhalb der Arten in Größe.
- sollte/ muss zum Gewässertypus passen.
- sollte/ muss einheimisch sein (keine Faunenverfälschung).

Diese Grundaussagen werden in jedem Gewässerwartelehrgang vermittelt.

Das bedeutet u.a., dass in den entsprechenden Gewässertypen auch z.B. Brassen und Döbel ihre Daseinsberechtigung haben und der Fischereiberechtigte als guter Heger in der Pflicht! ist, auch hier den Bestand zu regulieren gfls auch durch Besatz. In unserer Kulturlandschaft tut Hege leider not und sollte so naturnah wie möglich erfolgen.

Gruß
Dirk

PS Die Regenbogenforelle hat aus rein hegerischen Gesichtspunkten demnach wenig in Deutschland verloren.
Fliegenfischen ist der Weg und das Ziel.
thomas t.

Ungelesener Beitrag von thomas t. »

Hallo Dirk,

meine Begriffsdefinition für Hege hat im Ansatz wenig mit Erweiterung/Vergrößerung der Bestände durch Besatz zu tun. Kann natürlich auch sein, daß ich jetzt falsch gewickelt bin.

Gruß Thomas
Graylinglover

Ungelesener Beitrag von Graylinglover »

@ Dirk

Danke! :daumen:

Gruß

Robert

P.S.: Der Besatz, wenn er nötig ist! Und natürlich kommen solche Maßnahmen wie Renaturierung, Kormoranzählung (-reduzierung), Bestandsuntersuchung, Wasserqualitätsuntersuchung hinzu.

Nicht zuletzt: Eine sorgfältig geführte Fangstatistik! So mit das am schwierigsten zu Bewerkstelligende :aua:
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Dirk Janßen
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Ungelesener Beitrag von Dirk Janßen »

@äschenliebhaber
keine Ursache ;), Dein Lob(?) stecke ich doch gerne weg
Bez. der Fangstatistik hast Du auch Recht :traurig:

@thomas
Unter Hege verstehe ich alles, was mit dem Fischbestand und dem Umfeld zu tun hat. Fische vermehren sich, Fische werden gefangen, der Besatz* ist also immer zu beobachten und gfls zu regulieren. Mein Verein macht z.B. jährlich mehrere Bestandsregulierungsfischen auf Brassen und Güstern.

*unter Besatz verstehe ich nicht den LKW voll Fisch, sondern den Bestand an Fischen im Gewässer.

Gruß
Dirk
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Rattensack
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Besatz - Bestand

Ungelesener Beitrag von Rattensack »

@Dirk,

gut dass du das ansprichst!

Ich würde alle bitten, das Wort Besatz nurfür das Einsetzen von Fischen in ein Gewässersystem zu verwenden.

Mich stört es immer fürchterlich, wenn Fischbestand gemeint ist und dazu Besatz gesagt wird. Das suggeriert, dass der gesamte Fischbestand auf Besatzmassnahmen zurück ginge. Oft ist gerade das Gegenteil der Fall (es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen dazu), der Besatz ändert oft mittelfristig überhaupt nichts am Bestand. Beim fischen mit der Angel bekommt man hier oft einen völlig falschen Eindruck, weil man vorwiegend die Besatzfische fängt.

Clemens
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Nochmal an Dirk,

mich würd interessieren, wie schaut das aus mit den Bestandsregulierungen der Brachsen und Güstern? Um welches Gewässer handelt es sich, wie setzt sich der Fischbestand zusammen?

Danke,
Clemens
Royal Coachman
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Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Thomas !

Da ich in anderen Threads mich immer wieder für das Hegen eingesetzt habe, möchte ich hier auch darstellen, was ich darunter verstehe.

Vorausschicken darf ich, daß e.v. verschiedene Vorschriften in einigen Ländern meiner Meinung entgegenstehen. Ich lehne es jedoch ab ein Argument zu akzeptieren, das lautet, " das ist verboten ".

Zuerst die Ausgangssituation für Fließgewässer :
die Entnahme darf niemals den Bestand angreifen, als Vergleich, wenn man von einem Kapital immer mehr als die Zinsen entnimmt, wird irgendwann nichts mehr da sein ( die Bestände brechen zusammen !). Besatz sollte in erster Linie dazu da sein, die natürlichen Bestände zu stützen, also langfristige Programme wie WV-Boxen, Erbrütung des Laichs in der Fischzucht usw. mit gleichzeitiger Schaffung von geschützten Laichzonen
( Wat- oder sogar Fischverbot ).

Schaffung von absoluten Ruhezeiten ( Winter !) !

Sollten fangfähige Forellen ( BF oder RB ) eingebracht werden, sind diese zu markieren ( gekappte Fettflosse , siehe Oregon = Steehead, nur solche Fische dürfen entnommen werden ) .
Dies würde dem Fischer die Entscheidung erleichtern, denn eine wildgewachsene, starke Forelle zurückzusetzen bringt Zinsen ( siehe oben ). Hilfreich ist hier sicher ein Zwischenschonmaß, wobei zu beachten ist, daß nicht alle Fische das Schonmaß durchwachsen, was ebenfalls zu einer Überalterung führen kann. Die Eigenverantwortung des Fischers muß gestärkt werden und dies geht nur über seine frei mögliche Entscheidung : Zurücksetzen oder Entnehmen.

Der Schutz und die Renaturierung von Gewässern sind für mich wichtige Dinge, funktionieren aber nur in Verbindung mit den anderen genannten Maßnahmen.

Dies sind nur grundsätzliche Gedanken, die aber für das jeweilige Gewässer entsprechend umgesetzt werden sollten.

Den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt dieser Beitrag nicht !

Euer immer auf Seiten der Fische stehender

Royal Coachman

PS : wilde Bachforellen beißen nicht bei jedem Wetter !
Zuletzt geändert von Royal Coachman am 12.02.2005, 22:12, insgesamt 1-mal geändert.
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo,

Renaturierung ist für mich auch ein wichtiger Punkt. Aber was von vielen Gewässerwarten übersehen wird, ist eine natürliche Artenvielfalt wie z.B. das Vorkommen von Elritzen, Mühlkoppen und Edelkrebsen in Forellenbächen. Es wird oft auf "Teufel-komm-raus" mit fangfähigen Forellen besetzt und man wundert sich später warum die Fische abwandern. Wenn der Fischbestand durch Besatz unterstützt werden soll, dann nur mit angeäugten Eiern und einsömmerigen Forellen und nicht mit fangfähigen Bachforellen sowie Regenbogenforellen oder Saiblingen.
Soweit ich weiß, ist eigentlich in Hessen auch der Besatz von fangfähigen Bachforellen in Bächen verboten.
Super wäre, dass Abstreifen und Ausprüten des eigenen Forellenstammes, ist jedoch von den meisten Vereinen aus Kostengründen nicht realisierbar, so auch von unserem.

TL Matthias
thomas t.

Ungelesener Beitrag von thomas t. »

Hallo Ihr Besätzer!

Was mich an dieser Diskussion immer ein wenig stört ist folgendes:
1. Wenn ein Gewässer mit fangreifen Fischen besetzt wird, wird das von vielen immer als Naturfrevel beschimpft, da der Angelsport scheinbar auf Kosten der Natur kommerzialisiert wird.
2. Ich kenne einige Gewässerwarte die auf Artenrückgang mit Besatz reagieren, dies sicherlich nach den von Dirk angesprochenen "Richtlinien" die in den Seminaren vermittelt werden. Und dies auch nach einer sorgfältigen Bestandsanalyse, aber eine wirkliche Ursachenforschung für den Rückgang findet nicht statt. Ich glaube selbst eine ordentliche und lückenlos geführte Fangstatistik ist einer der kleinsten Parameter zumal hier die selben Motive zählen wie bei Punkt 1 nur das der Besatz nicht fangreif ist.

gruß Thomas
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo Thomas,

ich bin der Meinung, dass fangfähige Fische in der Regel nur dafür besetzt werden, um die Woche darauf gefangen zu werden. Doch man sollte den wahren Ursachen auf den Grund gehen warum diese überhaupt besetzt werden müssen. In der Regel oder oft liegt hier ein Ungleichgewicht zwischen Entnahme und natürlicher Reproduktion vor.

Es liegt einfach ein zu hoher fischereilicher Druck auf unseren Gewässern. Pächter welzen ihre hohen Kosten auf eine große Menge von Gast und Jahreskartennehmern ab. Im Umschluss müssen oder wollen sie ihren Kartennehmern etwas bieten und so sind sie gezwungen den Bestand durch Besatz von maßigen Fischen zu unterstützen.

Aus fischereilicher Sicht finde ich es in Ordnung, wenn gewisse Mengen von fangfähigen Fischen besetzt werden, doch ich kenne Fälle von Gewässern in meiner näheren Umgebung wo nur maßige Fische besetzt werden und sonstige hegerische Maßnahmen komplett vernachlässigt und unterlassen werden. Dies ist in meinem Augen einfach eine Schweinerei, die langfristig niemanden hilft, nicht den Fischern und schon gar nicht dem Gewässer.

Gruß Matthias
thomas t.

Ungelesener Beitrag von thomas t. »

Wenn ich den Besatz als Präventivmaßnahme gegen den Entnahmedruck betrachte macht er doch eigentlich Sinn oder? Zumindest mehr als erst zerstören und dann wieder aufbauen. Sicherlich wird heute kein Wild mehr zur Jagd freigelassen um den jagenden Grafen zu erfreuen aber ich könnte darin schon einen Sinn entdecken.

Gruß Thomas
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Matthias M.
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Ungelesener Beitrag von Matthias M. »

Hallo Thomas,

du hast schon Recht, da sowieso eher die Besatzfische an den Haken gehen als die Wildfische. Doch wie gesagt, sollte man langfristig andere Lösungen finden und darauf apelieren das in Gewässern wo die natürliche Reproduktion nicht so groß ist nicht jeden maßigen Fisch zu entnehmen.

Gruß Matthias
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Original geschrieben von thomas t.

2. Ich kenne einige Gewässerwarte die auf Artenrückgang mit Besatz reagieren, dies sicherlich nach den von Dirk angesprochenen "Richtlinien" die in den Seminaren vermittelt werden.
gruß Thomas
Wieso Artenrückgang? Du meinst wohl Bestandsrückgang / Biomasserückgang? Einen Rückgang an Arten wird man wohl durch Besatz mit Forellen nicht ausgleichen können

Clemens
thomas t.

Ungelesener Beitrag von thomas t. »

genau das hab ich gemeint!

thomas
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