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Wirft eine lange Rute weiter als eine kurze???
Verfasst: 11.01.2005, 20:41
von Olli D
Hallo,
wirft eine 10 Fuß Rute weiter als eine 8 Fuß, wie ist das mit längerem Hebel und man wirft ja auch höher über dem Boden usw., gibt es physikalische Erlärungen.
Olli
Re: Wirft eine lange Rute weiter als eine kurze???
Verfasst: 11.01.2005, 22:05
von Dirk Janßen
Original geschrieben von Olli D
Hallo,
wirft eine 10 Fuß Rute weiter als eine 8 Fuß, wie ist das mit längerem Hebel und man wirft ja auch höher über dem Boden usw., gibt es physikalische Erlärungen.
Olli
Du hast Dir die physikalische Antwort schon selbst gegeben mit längerem Hebel und so
Gruß
Dirk
Verfasst: 12.01.2005, 21:39
von Olli D
Hallo,
wir sind jetzt aber doch alle solche Weitenjäger, alle wollen immer 30 m werfen und der Backingknoten wird beim Thema werfen öfter erwähnt als beim Thema drillen.
Warum fischen wir dann alle eher 8-9 Fuß Ruten ?
Olli
Verfasst: 12.01.2005, 21:59
von troutteaser
Hallo Olli,
grundsätzlich kann man - vergleichbare Aktion und Schnurklasse unterstellt - mit einer längeren Rute weiter werfen als mit einer kürzeren...Besserer Hebel...
Aber:
z.B. kurze 7,5 Fuss Rute - super schnelle Aktion - z.B. HRH Small Loop "5/6- eine 6-er Longbelly drauf - top Werfer - dann kann man auch damit 30 Meter Distanz und mehr (Profis) erreichen.
Eine vergleichbare Rute in derselben Schnurklasse würde in 9 Fuss einen kleinen Weitenvorteil haben, aber mehr als 9 bis 10 Fuss bringt keinen Vorteil mehr, die Rute wird ja auch etwas schwerer und u.U. (je nach Fabrikat) auch "langsamer" durch die größere Länge. Wichtiger scheint mir die optimale Abstimmung von Rute und Schnur, je nach Länge, Aktion und Schnurklasse zu sein...
Viele Grüße,
Emil
Verfasst: 13.01.2005, 05:14
von Royal Coachman
Hallo Olli !
Die verschiedenen Wurfstile haben sich in verschiedenen Ländern an den entsprechenden Gewässern entwickelt; Gebetsroither mit seinen extrem kurzen Ruten an der Traun z.B. oder Andersen mit seiner Handschlußtechnik
im hohen Norden . Dazu gehören auch die verschiedenen Rutenlängen, deswegen ist es nicht so einfach zu sagen lange Rute = weiter Wurf .
Die Frage nach der Wurfweite stellt sich aber doch eher im Castingbereich .
Mit tight lines aus der Winterruhe
Royal Coachman
Verkürzung
Verfasst: 13.01.2005, 07:42
von ratschan
Es ist auch zu beachten, dass sich eine lange Rute beim Zug mehr verkürzt als eine kurze - weniger rasanter Druckaufbau ist möglich, sonst gibt's tailing loops.
Ich würde meinen: Je größer der Werfer (bzw. länger der Wurfarm) und je schneller und steifer das Material, umso längere Ruten sind (aus werferischer Sicht) sinnvoll.
Clemens
Verfasst: 13.01.2005, 08:24
von Olaf Kurth
Hallo Olli,
bei der Diskussion kommen wir doch schnell in Bereiche, die physikalisches Wissen mit sportlichen Bewegungsabläufen verbinden muss. Vielleicht haben wir ja Sportlehrer in unseren Reihen. Die könnten das erklären.
Persönlich glaube ich nicht, dass es alleine von der Rutenlänge abhängt. Wenn Du mich (klein und dick) und Duke Thomas (groß und lang) auf der Wiese werfen sehen würdest, könntest Du den Unterschied schnell sehen.

:rolleyes:
Dass, was Thomas dann beispielsweise mit langem Wurfarm und 10 ' Rute hinlegt, müsste ich mit einer kürzeren Rute durch Schnurgeschwindigkeit und enge Schlaufen wettmachen.
@ Royal Coachmann: Bei der Entwicklung des Gebetsroither Wurfstils muss ich Dir widersprechen, denn den hat der selige "Neger" Hans zunächst nicht am Gewässer ausgearbeitet. Ich dachte, Du kennst die Geschichte. :suprise:
Gruß, Olaf
Verfasst: 13.01.2005, 09:34
von Rolf Renell
Physikalische Erklärungen bis zum Abwinken finden Sich auf den Sexyloops Seiten,wer sich dort mal durchgearbeitet hat oder die postings mal verfolgt hat kann sich ein Bild machen,Frage nur von was.Mir ist etwas zu technisch und zu müssig ,klar gibt es entscheidende Faktoren ,grundsätzlich kommt man dort zum Schluss ähnl. wie auf britischen Casterseiten das die längere Rute für diese Zwecke von Vorteil ist ,geworfen werden hier Stöcke zwischen 9-10 ft,meist 9,3 oder 9,6 ft.nicht zu vergessen ,geworfen wird aber meist nicht in unserem Europäischen Stil oder von Olaf und mir favorisiertem Gebethsr.,muss ja auch nicht ,allerdings find ich " das Auge wirft ja mit".Da gibt es schon ein paar Unterschiede in der Esthetik,um auf alles in der Welt auf 30m zu kommen ist nicht Meins.
8,5 ft. und evtl. kürzer - #5 DT - 25 m - da hängt der Hammer ,wer weit werfen möchte ,der sollte sich mit seinem Körper unterhalten und nicht alles aufs Material schieben oder dort suchen,
beste Grüsse ,Rolf
Verfasst: 13.01.2005, 11:55
von Royal Coachman
Hallo Olaf !
Selbstverständlich hast Du Recht, ich habe dies aber eher allgemein gesehen und wollte mich nicht allzu verbreitern .
mit tight lines
Gebhard
Verfasst: 13.01.2005, 13:42
von TorstenHtr
Hi,
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten;
(a) Ein längerer Hebel bedeutet eine längere Bahn der Rutenspitze, somit höhere Endgeschwindigkeit der Schnur (bei einer gegebenen Beschleunigung).
(b) Bei Einhaltung des Optimalitätskriteriums (progressive, lineare Beschleunigung der Fliegenschnur) ist eine höhere Wurfbahn möglich.
aber:
(c) Der längere Hebel wirkt dem Werfer entgegen ( da actio = reactio! )
Im Endeffekt ergibt sich ein Maximum für den jeweiligen Werfer, auch abhängig vom Wurfstil.
Gebetsroiter Stil klingt schon interressant - aber auch dieser kann physikalische Gegebenheiten nicht umgehen. IMHO ist man mit einer sehr kurzen Rute deutlich benachteiligt was Distanz betrifft. Für die meisten Werfer dürfte das Optimum bei ungefähr 9 Fuss liegen, das folgere ich aus meinen eigenen Erfahrungen und ist auch die Meinung der meisten (englischsprachigen) Instruktoren.
Bis dann..
Torsten
Verfasst: 13.01.2005, 22:14
von Werner
Hallo Olaf,
bei der Diskussion kommen wir doch schnell in Bereiche, die physikalisches Wissen mit sportlichen Bewegungsabläufen verbinden muss. Vielleicht haben wir ja Sportlehrer in unseren Reihen. Die könnten das erklären.
Auch die kommen nicht an der Physik vorbei. Die Wurfweite ist ein Produkt der Schnurgeschwindigkeit beim Schuss und des Luftwiderstands, der sich aus Schlaufenform und "Bewegunggeradlinigkeit" der Leine ergibt.
Die längere Beschleunigungsweg der langen Rute bedeutet nicht automatisch eine höhere Leinengeschwindigkeit, weil in Abhängigkeit von den Hebelverhältnissen des Werfers dieser eine lange ,"schwere" Rute nicht so schnell bewegen kann und diese sich in der Regel langsamer entlädt, sodass der Vorteil Rutenlänge vom "Nachteil" Rutenlänge wieder geschluckt werden kann.
Das Ganze wird zu einer komplizierten biomechanischen Angelegenheit, in die letztlich auch die Hebelverhältnisse des Werfers und seine Schnellkrafteigenschaften eingehen.
Und weil alle diese Einzelkomponenten sich gegenseitig beeinflussen, werfen diejenigen am Weitesten, denen es aufgrund angeborener motorischer Fähigkeiten intuitiv gelingt, den hochkomplexen Steuer- und Regelprozess "unbewusst" am besten zu organisieren.
Übung gehört natürlich auch dazu.
Gruß Werner
Verfasst: 13.01.2005, 23:01
von Jens2001
natürlich werfen lange Ruten weiter als kürzere bei gleicher Technik vorausgesetzt und so lange der Typ, der da dran hängt nicht verhungert.....
Einfachster Beweis sind die Zweihandruten.......
nur gibt es eben einfach einen Punkt wo die Kraft des Werfers eben nicht mehr ausreicht den natürlch auch größeren Luftwiederstand, Gewicht der Rute und daraus resulteirende Massenträgheit usw. zu überwinden ohne an Schnelligkeit zu verlieren....
LG Jens
Verfasst: 14.01.2005, 16:22
von Werner
Hallo Jens,
"Einfachster Beweis sind die Zweihandruten......."
eben nicht. Da spielen Wurfgewicht und Hebelverhältnisse eine viel größere Rolle.
Der Gebetsroihter Stil erzielte bei seiner Entwicklung mit kurzen "schnellen" Ruten erheblich größere Weiten als die bis dahin üblichen langen "Splitcanelämmerschwänze".
Gruß Werner
Verfasst: 14.01.2005, 16:54
von TorstenHtr
Hallo Werner,
Ich denke mal Jens hat im gewissen Sinne schon Recht, selbst mit gleichem Wurfgewicht wirst du immer durchschnittlich weiter werfen mit einer längeren 2-Hand Rute. Das liegt schlicht an dem längeren Beschleunigungsweg und der höheren Wurfbahn.
Auch der Gebetsroiter bildet IMHO hier keine Ausnahme, das Gewicht der Rute mag zur Zeiten von Bambusruten eine größere Rolle gespielt haben. Mit einer 2m Rute bist du IMHO deutlich benachteiligt gegenüber einer 2.70m/3m Rute, vorrausgesetzt du vergleichst Ruten mit ähnlicher mittlerer Steifigkeit.
Ansonsten würden alle Leute im Castingsport solche kurzen Ruten werfen, was nicht der Fall ist, die Rekorde werden/wurden mit Ruten um die 3m geworfen.
Bis dann..
Torsten
Verfasst: 14.01.2005, 17:36
von Werner
Hallo Torsten,
Ansonsten würden alle Leute im Castingsport solche kurzen Ruten werfen, was nicht der Fall ist, die Rekorde werden/wurden mit Ruten um die 3m geworfen.
Das ist richtig, weil je nach Werfer die Rute so lang sein sollte, dass er die Vorteile der Länge noch nutzen kann, bevor, bei zu großer Länge, die Nachteile der Länge zu wirken beginnen.
Ich behaupte auch nicht, dass kürzere Ruten weiter werfen. Es ist aber zu einfach, die Länge der Rute als fast allein entscheidendes Kriterium anzusehen.
----Wenn das so einfach wäre, dann wären im Sportbereich nicht die Basketballspieler, sondern die Speerwerfer die größten und die mit den längsten Armen.---
Länge ist bis zu einem individuell unterschiedlichen Maß ein relativer Vorteil, der sich aber, wenn dieses Maß überschritten wird, zum Nachteil wandelt.
Bei der Zweihand ist eine gewisse Länge erforderlich, damit die relativ schwere Leine beschleunigt werden kann, ( Masseträgheit) denn man braucht einen langen Beschleunigungsweg. Das Entscheidende in diesen "Gewichtsklassen" ist aber- nach ordentlicher Beschleunigung- das Leinengewicht.
Kurz : Wenn jemand dem Glauben anhängen sollte, je länger die Rute desto weiter der Wurf, dann hat der Gute den hochkomplexen Vorgang m. E. nur unzureichend verstanden.
Gruß Werner