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Was sind "richtige" Fliegenfischer oder wie wird m
Verfasst: 09.11.2004, 19:40
von Werner
Hallo bitte eintreten,
nach dem ich mich vom dem durchaus vergnüglichen Thread in der Meckerecke losgerissen habe, möchte ich etwas ernsthafter und in aller Unschuld obiges Thema zur Diskussion stellen.
Der Hintergrund : Ich beobachte, dass es zwei "Sorten" von Fliegenfischern gibt : Die Nurfliegenfischer und die Auchfliegenfischer. Vorweg- es geht nicht um Werturteile, sondern um die Frage, ob man eine guter Fliegenfischer werden kann, wenn man Auchfliegenfischer ist. Meiner Erfahrung nach ist das nicht so, weil kein Mensch die Zeit aufbringen kann, in mehreren Sparten zu annähernder Perfektion zu gelangen. Wenn man es dennoch versucht, kommen Fischer heraus, die von allem etwas, aber nichts richtig können.
Wenn man persönlich damit zufrieden ist, ist das sicher in Ordnung.
M.E. muss man sich ausschließlich auf Fliegenfischen konzentrieren, wenn man zum "Experten" werden will. Welchen Weg ( beide sind m.E.gleichberechtigt ) man geht, ist die eigene Entscheidung.
Aber bei dem Versuch, in meinem Umfeld eine größere Fliegenfischerszene aufzubauen, scheitere ich immer wieder an der Tatsache- so meine ich zumindest-, dass Auchfliegenfischer das Engagement nicht aufbringen, sich wirklich in die Sache hineinzuknien, sondern eher nach der Devise verfahren:
"Wozu soll ich einen Bogenwurf lernen, ich fang meine Fische doch auch so."
Sowohl eure Erfahrungen als auch eure Ansichten dazu interessieren mich sehr.
Gruß Werner
Verfasst: 09.11.2004, 19:54
von stekus
Fast jeder hat doch mit der Stippe angefangen. Denke, dass ist so ein Entwicklungsprozess bis zum Fliefi. Man sollte Leuten die paralell auch noch die Angelarten betreiben, die sie ursprünglich gelernt haben nicht absprechen, gute Fliefis werden zu wollen, bzw. ihnen erklähren, dass sie solange sie noch mit der Spinnangel losgehen keine echten Fliefis sind. Ich denke wenn man die Einstellung zu laut herumposaunt, auch wenn man deiner Aussage "weil kein Mensch die Zeit aufbringen kann, in mehreren Sparten zu annähernder Perfektion zu gelangen." sicherlich einiges abgewinnen kann, fördert man damit nur die Meinung, dass Fliefis sich für elitär, besser usw. halten. Ich selbst sehe mich aber keineswegs als tolleren Angler seitdem ich die Kunst des Fliegefischens erlehrne. Es ist eben wie schon erwähnt nur eine Steigerung, die für mich automatisch nach dem Spinnangeln ansetzt, weil man neugierig ist und neues dazulehrnen will.
Verfasst: 09.11.2004, 21:46
von Gerry Clasen
Hallo,
ich sehe das Fliegenfischen nicht als Steigerung zum "normalen" Angeln sondern eben als eine andere Art zu Angeln. Nun gibt es Menschen, die machen gerne von allem etwas und sind glücklich dabei. Andere, dazu zähle wieder eher ich, entdecken etwas Neues (in diesem Fall das Fliegenfischen) und haben plötzlich die Wahl. Ich neige dann dazu mich für das zu entscheiden, das mir am meisten gibt, bzw. Spass macht.
Wenn ich aus irgend einem Grund nicht mehr fliegenfischen könnte, andere Arten aber möglich wären, würde ich sicherlich nicht das Angeln an sich aufgeben. Aber so lange es irgend wie geht………fly only! Ist in meinen Augen eben die schönste Art zu fischen.
Gruß Gerry
Verfasst: 09.11.2004, 22:39
von stekus
zu der Einsicht kommt man aber nicht von heute auf morgen - das geht eben womöglich ein paar Jahre. Ich denke mal du hast auch vor der Fliege "anderst" gefischt. hast du an dem Tag als du deinen ersten Fisch mit der Fliegenrute gefangen hast deine andere Aurüstung weggeschmissen, oder gehst du trotzdem mal gerne meinetwegen Pilkern oder Brandungsangeln oder ...
Muss man nur weil man angefangen hat mit der Fliege zu fischen alle andere Angelarten abwerten?
Für mich ist das Fliegenfischen den anderen Angelarten gleichgestellt. Wenn ich an einen Bach gehe um Äschen o.ä. zu fangen dann kommt die Fliegenrute mit, gehe ich aber im Winter zum Eisfischen, dann die Eisangel usw. Das ich dadurch möglicherweise nicht Weltmeister in einer Kategorie werde stöhrt mich nicht. Bis jetzt habe ich immer alle Fragen die beim Fischen aufgetaucht sind gelöst - egal welcher Art.
Wahrscheinlich muss man da aber 2 Arten von Fliegenfischern unterscheiden.
1. Die Traditionalisten, für die Fliegenfischen gerade gut genug ist, und alle anderen Angelarten sind irgendwie minderwertig. Dass sind dann die, die unter keinen Umständen einen "Anderstfischer" an ihrem Gewässer haben möchten und alle Feinheiten und technicken beherrschen.
2. Die Hauptsache-ich-fang-was'ler, die nach gegebenen Bedingungen und Neigungen zu einer Methode greifen, von der sie meinen das die gerade Fisch bringt. Diese Angler haben im allgemeinen nichts dagegen wenn neben ihnen einer mit anderen Methoden ans Werk geht.
Dabei muss man beachten, dass man keinem der beiden Anglertypen seine Naturverbundenheit absprechen kann. Ich erinnere mich an einen Spinnangler der vor einiger Zeit hier gepostet hat ...
(und jetzt geh ich schlafen - schreibe morgen weiter ...)
Verfasst: 09.11.2004, 22:42
von Werner
Hallo,
ich wollte meine obigen Erfahrungen ausdrücklich nicht als Werturteil verstanden wissen, obwohl ich mit dem Begriff Elite keine Probleme habe und es mir relativ gleichgültig ist, ob das politisch korrekt ist. Der Elitebegriff beinhaltet für mich, dass jemand in einem bestimmten Metier besser ist als der Durchschnitt, ob das nun Fliegenfischen oder Radrennen ist.
Meiner Erfahrung nach führt eben nur das "Aufgehen" in dieser Angelart und das Beiseite-Stellen aller anderen zu guten Fliegenfischern und natürlich auch ein guter Schuss an anerzogenem oder angeborenem Perfektionismus.
Daraus ergibt sich für mich die Frage : Macht es überhaupt Sinn, Auchfliegenfischer in irgendeiner Weise mit diesem "Virus" anstecken zu wollen ?
Ich gerate regelmäßig an der Rand einer Depression, wenn ich sehe, mit welcher "Fließbandarbeitermentalität" Fliegenfischer durchs Wasser den Fluss hinab waten, die Nymphe links oder rechts ans Ufer feuern, sie herumtreiben lassen, zwei Schritte weiter gehen und auf diese Weise ganze Flussbereiche nach Forellen abfischen.
Kann man die irgendwo abholen und zum Gesamtkunstwerk Fliegenfischen hinbringen oder soll man alle Hoffnung fahren lassen ?
Gruß Werner
Verfasst: 09.11.2004, 22:47
von stekus
Erklähr mal dein "Gesamtkunstwerk Fliegenfischen" - gibt es auch ein "Gesamtkunstwerk Spinnfischen"?
(und jetzt wirklich ab ins Bett ... )
Verfasst: 09.11.2004, 22:59
von Werner
"Gesamtkunstwerk Spinnfischen"?
Sicher gibt es das auch, wenn man es mit Hingabe und Sachkenntnis betreibt.
Gruß Werner
Verfasst: 09.11.2004, 23:00
von Holger a. Neuss
Hallo Werner,
allein das Fliegenfischen ist zu vielfältig, als das man eine Abgrenzung zum "Auchfliegenfischer" finden könnte: schau nur die unterschiedlichsten Gewässer und damit die unendlichen Möglichkeiten des Fliegenfischens an.
Ein Fischer der wilde Gebirgsbäche befischt kommt sich das erste Mal an der See ziemlich verloren vor................und solche Beispiele gibt es viele.
Auf den Punkt gebracht: es gibt nicht nur 2 Sorten von Fliegenfischern. Es gibt viel, viel mehr.
Daraus folgt aber auch, Du musst dein Betätigungsfeld im Fliegenfischen schon einschränken, wenn Du ein ( von dir ) sogenannter Experte werden willst........
Wobei ich das persönlich für absoluten Nonens halte........
Ich frag jetzt mal vorsichtig: seit wann ( und wie oft ) fischt Du mit der Fliege?
Warum ich frage?
Ich hatte auch mal so eine Zeit, wo für mich nur das Fliegenfischen zählte.
Aber irgendwann klappte es immer besser und ich fahr heute an Gewässer die mir von ihrer Art und den darin schwimmenden Fischen unbekannt sind, der Erfolg stellt sich dennoch ein.
Ich probiere neue Methoden der Köderführung genauso aus, wie ich auch immer wieder andere Würfe übe. >>>
Ich bleibe also flexibel und halte mich an das Sprichwort: so alt kann ein Fliegenfischer nicht werden als das er nichts mehr lernen könnte.
Aus dem folgt dann: man kann ein guter Fliegenfischer werden , wenn man "Auchfliegenfischer" ist!!! Denn ein guter Nymphenfischer, welcher mit Trockenfliege kein Meister wurde, bleibt ein guter Fliegenfischer!!!
Gruß Holger.
Verfasst: 10.11.2004, 09:46
von Lutz/H
Moin
Gute Frage für die es Imho keine Antwort gibt weil das jeder individuell für sich sehen muß, ich kann nur meinen eigenen Weg beschreiben:
Ich bin 41 Jahre alt, ich angele seit meinem 10.Lebensjahr, ich habe in der Vergangenheit viel ausprobiert und habe Entwicklungen von Matchruten,Ledgertechniken,Boiliefischen,Haarmethoden,Hochseefischen,Fischen mit der Multirolle usw. undsofort mitgemacht,irgendwann lernte ich dann das Fliegenfischen kennen. Nach einem Grundkurs vor über 15 Jahren fischte ich dann z.Teil mit der Fliege, z.Teil "normal". Das dauerte dann so ca. 5 Jahre,in den 5 Jahren verschob sich der Flifi-Anteil immer mehr gegen 90 %, der "normal"-Anteil sank entsprechend. Heutzutage fische ich fast ausschließlich mit der Fliege, nehme selten nochmal die Spinnrute zur Hand.
Ich finde es schön, nein faszinierend, das man sich beim Flifi ständig weiterentwickeln kann, neue Bindetechniken erlernt, ein anderes Gespür für Zusammenhänge in der Natur bekommt. Kurz gesagt:Flifi macht mir am meisten Spaß.
Ich habe in meinem engeren Freundeskreis keinen anderen Flifi, jedoch Normalangler, gelegentlich werde ich gefragt "Warum angelst du denn mit der Fliege",ich frage dann immer erstaunt nach dem Grund der Frage,ich frage ja auch nicht, warum angelst du mit der Stippe,Spinnrute,Pilkrute usw..
Ich denke, "Branchenfremde" sehen uns viel öfter als elitär an, als wir überhaupt sind,ich für mich sehe Fliegenfischen als eine Methode neben anderen an,die ich halt gerne ausübe.
Gruß Lutz
Verfasst: 10.11.2004, 10:22
von Graylinglover
Hallo Werner,
ich kenne Deinen "Werdegang" zum Fliegenfischer nicht, aber meiner ähnelt sehr dem vom Lutz und vermutlich 90% aller Fliegenfischer in D.
Was ein "guter" Fliegenfischer ist haben sicher nicht wir zu entscheiden sondern andere. Technik (meine Wurfkünste sind aus Zeitmangel leider beschränkt) ist das eine (m.E. weniger Wichtige) und der Genuss einen Fisch in möglichst schöner Umgebung überlistet zu haben das andere.
Ich werde sicherlich beim Fliegenfischen bleiben und nur gelegentlich zur Spinnrute greifen, aber ob ich deshalb ein "schlechter" oder nur "halbguter" Fliegenfischer bin ist mir relativ egal. Die beiden Hauptgründe für mich zum Fliegenfischen zu wechseln waren zum einen die Äsche und zum anderen die verangelten Jungforellen beim Spinnangeln.
Im Übrigen: Jeder nach seiner Fasson!
Always tight lines
Robert
Verfasst: 10.11.2004, 10:27
von Matthias
Hallo Werner,
wie definierst Du die Perfektion des Fliegenfischens? Hat man DIE Perfektion irgendwann erreicht und ist dann für den Rest seines Lebens ein perfekter Fliegenfischer? Ich glaube kaum ... auch wenn wir in vielen Belangen des Lebens nach Perfektion streben, werden wir diese in den seltensten Fällen erreichen (zumindest geht mir das so), aber müssen wir das überhaupt? Ist es nicht gerade der Reiz unseres Hobby's, daß nicht immer alles perfekt klappt und wir auch auf das Glück hoffen? Ich würde mich nicht als guten Fliegenfischer oder -werfer bezeichnen (kann z.B. keinen Bogenwurf

), aber ich setze mich sehr gründlich damit auseinander, fange meine Fische und habe 'ne Menge Spaß dabei ... und das, obwohl ich ab und zu zur Spinnrute greife und auch damit recht erfolgreich bin. Der Rest ist mir eigentlich ziemlich egal und sollte mal jemand über meine Art zu fischen die Nase rümpfen, so soll er doch ... für mich ist angeln kein Wettbewerb, ich muß nicht besser sein als jemand anderes, was aber nicht ausschließt, daß ich gerne von anderen dazu lerne und offen für neues bin - im Gegenteil. Ich denke, einen erfolgreichen Angler zeichnet vor allem die Kenntnis über das Verhalten der Zielfische, Nahrung/Beuteschema, Beißzeiten, Standorte, usw. aus, die verwendete Angelmethode ist - sofern man sie beherrscht - nicht mehr ganz so wichtig (abgesehen davon, daß manche Fischarten mit bestimmten Angelmethoden überhaupt nicht oder nur sehr schwer zu fangen sind).
Viele Grüße, Matthias (bekennender "Auchfliegenfischer")
Verfasst: 10.11.2004, 11:24
von Jochen
wenn Du ein irgendwiegearteteter "NUR"-Wasauchimmer werden willst, so kann sich das aus meiner Sicht nur ganz natürlich und ohne Zwang entwickeln.
Also macht es auch immer Sinn irgenwiegeartete "AUCH"-Wasauchimmer mit schönen, neuen Dingen zu infizieren, entweder breitet sich die Infektion dann aus oder nicht.
Ich habe mit 10 Jahren Jungs mit Bambusstecken an einem bretonischen Hafen gesehen und wollte das auch unbedingt ausprobieren. Mit 11 habe ich meine erste Stippe zum Geburtstag bekommen und damit (15 g Wurfgewicht!) auf Ostseedorsche gepilkt (ich wollte aber nie ein "NUR"-Pilker werden). Damals habe ich auch mein erstes Angelbuch bekommen und über´s Fliegenfischen gelesen. Ich wußte immer, dass ich das irgendwann machen werde, wenn ich ´mal groß und weise und reif genug dafür wäre.
Zu Hause habe ich dann gestippt, irgendwann das Spinnfischen angefangen und da ich das schöner, herausfordernder, aktiver fand, hab´ich automatisch irgendwann weniger gestippt.
Irgendwann war ich dann groß (weise und reif werde ich wahrscheinlich nie werden) und hab mir eine DAIWA-4er-Fliegenrute gekauft, herumexperimentiert, zugeschaut, gelesen, den ersten Fisch gefangen, den ersten großen Fisch in Chile gefangen. Immer mehr Gerät gekauft und mit mich mit dem Nymphen- und Streamerfischen infizieren lassen (war aber nie eine "NUR"-Nymphe). Immer mehr Fische gefangen, Fische fangen wurde immer unwichtiger. Irgendwann immer leichter und immer trockener gefischt (bin aber immer noch kein "NUR"-Trockener .... s. mein Hecht-Posting).
Ich hab´ durch´s Stippen, Pilken, Aalangeln, Spinnfischen etc. ganz viel über die Fische und die Natur gelernt und möchte das nicht missen! Aber es hat sich einfach alles ganz natürlich so entwickelt, dass ich heute ein "NUR-Fliegenfischer" bin.
Ich glaube auch nicht, dass es auf Perfektion ankommt, sondern darauf, Zusammenhänge zu erkennen, die Dinge und die Natur ganzheitlich zu sehen und immer besser zu verstehen und letztendlich einfach Freude zu empfinden an dem, was immer man da tut.
Herzliche Grüße
Jochen
Verfasst: 10.11.2004, 11:26
von sedge111
Hallo,
erstmal vorab finden ich die Thematik dieses threads sehr interessant und diskussionswert! (Im Gegensatz dazu sehe ich keinen Notwendigkeit über den Erfinder des internets in diesem Forum zu diskutieren :schnarch: ).
Für mich persönlich muss die Eröffnungsfrage ein wenig abgeändert werden:
Wie werde ich zum "RICHTIGEN" Fischer?
Die pauschale Qualifikation Fliegenfischer = "richtiger" Fischer, Nichtfliegenfischer = niveauloser Wurmbader ist wie die meisten Pauschalmeinungen einfach nicht richtig. Ich (Fischer u.a. auch Fliegenfischer!) habe viele nichtfliegenfischende Kollegen kennengelernt, die höchst verantwortungsvoll, den Fisch immer mit größtem Respekt entgegengekommen sind. Ebenso haben sicherlich schon viele hier die Spezies Fliegenfischer am Wasser erlebt, die sich nur aufgrund ihrer hochpreißigen Topausrüstung als die Krönung des Angelsports fühlen, aber auf Nachfrage welches Insekt Sie gerade mit ihrem Fliegenmuster imitieren antworten: "Goldkopf! Fängt am besten, sind ja genügend grosse Regenbogen drin!"
Dies soll weiss Gott keine Pauschalmeinung wiedergeben, ich will damit nur ausdrücken, dass sich ein"richtiger" Fischer durch gewisse Attribute manifestiert, egal ob er eine Fliegen-, Grund-, Pilk-, Spinn-, Matchrute usw. schwingt.
Ich werde einige Aspekte nennen die meines Erachtens einen "richtigen" Fischer ausmachen, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit:
- Der RESPEKT vor der Kreatur Fisch!!!!! (Wichtigste Grundlage)
- Das Verständis unsere Passion als ganzheitliches Naturerlebnis zu verstehen.
- Die Bereitschaft sich mit den Abläufen in der Natur auseinandersetzen zu wollen
- Sich Gedanken über die Lebensweise der Fische, den angewandten Angeltechniken, die Optimierung seines Angelgeräts zu machen.
- Unser Hobby nicht als Wettkampf gegen andere Angler zu sehen, d.h. bereit sein Erfahrungen weitergeben zu wollen, kameradschaftliches Verhalten am Wasser
Bezüglich kameradschaftliches Verhalten am Wasser möchte ich Euch kurz ein Erlebnis an der Ammer schildern:
Vor etlichen Jahren traf ich als blutiger Anfänger an der Ammer einen erfahren Fliegenfischer. Wir kamen ins Gespräch und ich schilderte Ihm meine Anfänger Probleme. Nachdem er mir mit etlichen Tipps weitergeholfen hatte, schenkte er mir noch drei überaus fängige Trockenfliegen und überlies mir den ersten Wurf an einem wunderschönen Pool, an dem er gerade zu fischen beginnen wollte. Prompt fing ich dort meine bis dahin größte Forelle!
Grüße an Allle!
sedge111
Verfasst: 10.11.2004, 14:10
von Peter S., Köln
Hallo Werner,
an meinen Heimatgewässern bin ich ein treuer Nurfliegenfischer, aber bei meinen Skandinavienreisen gehe ich schon mal fremd und betreibe Spinnfischen. Ausschließlich in den dortigen Seen, da ich kein Freund des Fliegenfischens im Stillwasser bin.
Meine Vorliebe gilt den kleinen bis mittleren Fließgewässern und dort natürlich in erster Linie den Äschen und Forellen.
Mein Wurfstil ist mäßig, meine Kenntnisse in Entomologie ebenfalls. Ich binde Gebrauchs- bzw. Gruppenmuster, ohne den Anspruch zu haben, damit bei einem Bindewettbewerb bestehen zu können.
Ich kann mich in keinem dieser Gebiete auch nur annähernd als Experte bezeichnen.
Da ich allerdings recht erfolgreich fische –speziell in meinen Heimatgewässern-, bin ich damit durchaus zufrieden und strebe nicht nach Perfektion.
Der Satz mit dem Bogenwurf in deinem Posting könnte auch von mir Nurfliegenfischer stammen. (Ich denke, ich darf mich so bezeichnen, da man mir meine gelegentliche Untreue s.o. -zumal noch im Ausland- nicht mindernd anrechnen kann!)
Im übrigen konnte ich fast allen Beiträgen in diesem thread was abgewinnen. Tolle Frage, tolle Antworten.
Verfasst: 10.11.2004, 17:54
von Werner
Hallo,
eure rege Teilnahme an der Diskussion freut mich, doch bleiben da -für mich- immer noch einige Fragen zu klären.
@ Holger
Auchfliegenfischer sind - nach meiner "Definition" Fischer, die Fliegenfischen gleichberechtigt neben mehreren anderen Angelarten betreiben und deshalb eher selten persönliche Fortschritte im Fliegenfischen anstreben bzw. erreichen können, natürlich kann man sich auch innerhalb des Fliegenfischens noch perfektionieren, wenn man ein "Experte" ( schlimmes Wort ? ) geworden ist, bleibt einem gar nichts anderes übrig. Auch aus diesem Grund beschränke ich mich auf das Fliegenfischen und innerhalb desselben auf das für mich Naheliegende, natürlich ebenso, weil mir anderes keinen Spaß mehr macht, obwohl ich fast 20 Jahre alle möglichen Angelmethoden probiert habe.
@ Matthias
Perfektion ist natürlich eine idealtypische Vorstellung, die in der Wirklichkeit nicht existiert, die man aber- so unlogisch es klingt- anstreben muss, um ein gewisses Level zu erreichen.
Noch einmal an alle : Es geht nicht darum, irgendwem seine Allroundfischerei madig zu machen, sondern- für mich- um die Frage : Soll man- ich-wie Jochen andeutet, die anderen Fischer sich unbeeinflusst entwickeln lassen oder macht es Sinn, sie zu "infizieren" ?
Vor dieser Frage stehe ich jedesmal, wenn ich die mehr oder minder tauglichen Bemühungen der Fliegenfischer sehe, die ich in meinem obigen Beitrag beschrieben habe. Aufdrängen will ich mich nicht andererseits wäre ich in meinen Anfangsstadien froh gewesen, wenn mir einer der Erfahreneren sein Wissen "aufgedrängt" hätte.
@ Jochen
Sieh mal bei deinen PN nach !
Gruß Werner