Gefahr an trüben Mischwassern
Verfasst: 31.03.2004, 14:30
Verehrte Fliegenfischer, ich möchte euch eine kleine wahre Geschichte erzählen, die euch hoffentlich zur Nachdenklichkeit anregt.
Nach einem arbeitsreichen Tag in Stuttgart habe ich auf dem Heimweg nach Ulm noch in Nürtingen eine kleine Zwischenstation eingelegt. Nürtingen wird vom Neckar durchflossen. Mitten in der Stadt befindet sich ein Wehr hinter dem man, laut Aussage von einem Geschäftsfreund, sehr gut der Fliegenfischerei nachgehen kann. Da ich das Gewässer noch nicht kannte habe ich mir eine Tageskarte besorgt und wollte dieses neue Gewässer testen. Der erste Augenschein war nicht besonders berauschend für mich. Bei dem Nürtinger Neckar handelt es sich um ein Mischwasser. Meine Vorliebe sind aber nun einmal die klassischen Forellengewässer. Die Begeisterung aus dem Gespräch mit dem Geschäftsfreund war verflogen. Da ich schon die Tageskarte hatte, wollte ich trotz der mir nicht zusagenden Bedingungen mein Glück versuchen.
Die Stelle direkt hinter dem Wehr bescherte mir Aitel und Barben. Keine Oberflächenaktivität, keine Spur von meinen geliebten Forellen.
Ich entschloss mich zu einem Stellungswechsel. Als neue Stelle habe ich die zahlreichen Rinnen unterhalb des Kraftwerkauslaufes gewählt. Trotz aller Bemühungen unter Aufwendung meines ganzen Könnens und Wissens kann ich auch hier keine Forelle haken.
Ich fange reichlich Aitel. Mitten im Drill eines dieser unsäglichen Tiere passiert dann das Unglück. Der Fisch ist so kampfstark, dass ich im Folgen muss. Bedingt durch die Gewässertrübung sehe ich nicht wohin ich trete und stolpere in eine der zahlreichen Rinnen. Der Halt unter den Füssen ist weg und ich treibe in der starken Strömung den Neckar hinunter. In mir macht sich Panik breit. Mit vollgelaufener Wathose bekomme ich trotz aller Bemühungen keinen Grund unter die Füße. Von meiner liebgewonnen Rute, ein Geschenk der Familie, habe ich mich längst verabschiedet. Sie versingt in den Fluten des Neckars. Meine Panik wird immer größer. Obwohl die Strecke mitten in der Stadt liegt ist kein Mensch weit und breit, der auf meine panischen Hilferufe reagiert. Ich schließe schon mit dem Leben ab. Nach mehreren 100 m Abtreibstrecke bekomme ich endlich auf einer Kiesbank wieder Grund unter die Füße. Gerettet. Nur wie soll ich von der Kiesbank wieder ans rettende Ufer gelangen. Mit Panikattacken schaffe ich es innerhalb einer unglaublich langen und angstvollen Zeit das rettende Ufer zu erreichen.
Was will ich euch mit dieser Geschichte sagen will ist, dass man beim Waten nicht vorsichtig genug sein kann. Hütet euch vor trüben Wasser in euch unbekannten Gewässern. Ich befische seit diesem Zeitpunkt keine Mischwasser mehr. Das Gefühl der Sicherheit an meinen kleinen sichtigen Forellenwassern möchte ich nicht mehr missen.
Petri Heil
Hubert
Nach einem arbeitsreichen Tag in Stuttgart habe ich auf dem Heimweg nach Ulm noch in Nürtingen eine kleine Zwischenstation eingelegt. Nürtingen wird vom Neckar durchflossen. Mitten in der Stadt befindet sich ein Wehr hinter dem man, laut Aussage von einem Geschäftsfreund, sehr gut der Fliegenfischerei nachgehen kann. Da ich das Gewässer noch nicht kannte habe ich mir eine Tageskarte besorgt und wollte dieses neue Gewässer testen. Der erste Augenschein war nicht besonders berauschend für mich. Bei dem Nürtinger Neckar handelt es sich um ein Mischwasser. Meine Vorliebe sind aber nun einmal die klassischen Forellengewässer. Die Begeisterung aus dem Gespräch mit dem Geschäftsfreund war verflogen. Da ich schon die Tageskarte hatte, wollte ich trotz der mir nicht zusagenden Bedingungen mein Glück versuchen.
Die Stelle direkt hinter dem Wehr bescherte mir Aitel und Barben. Keine Oberflächenaktivität, keine Spur von meinen geliebten Forellen.
Ich entschloss mich zu einem Stellungswechsel. Als neue Stelle habe ich die zahlreichen Rinnen unterhalb des Kraftwerkauslaufes gewählt. Trotz aller Bemühungen unter Aufwendung meines ganzen Könnens und Wissens kann ich auch hier keine Forelle haken.
Ich fange reichlich Aitel. Mitten im Drill eines dieser unsäglichen Tiere passiert dann das Unglück. Der Fisch ist so kampfstark, dass ich im Folgen muss. Bedingt durch die Gewässertrübung sehe ich nicht wohin ich trete und stolpere in eine der zahlreichen Rinnen. Der Halt unter den Füssen ist weg und ich treibe in der starken Strömung den Neckar hinunter. In mir macht sich Panik breit. Mit vollgelaufener Wathose bekomme ich trotz aller Bemühungen keinen Grund unter die Füße. Von meiner liebgewonnen Rute, ein Geschenk der Familie, habe ich mich längst verabschiedet. Sie versingt in den Fluten des Neckars. Meine Panik wird immer größer. Obwohl die Strecke mitten in der Stadt liegt ist kein Mensch weit und breit, der auf meine panischen Hilferufe reagiert. Ich schließe schon mit dem Leben ab. Nach mehreren 100 m Abtreibstrecke bekomme ich endlich auf einer Kiesbank wieder Grund unter die Füße. Gerettet. Nur wie soll ich von der Kiesbank wieder ans rettende Ufer gelangen. Mit Panikattacken schaffe ich es innerhalb einer unglaublich langen und angstvollen Zeit das rettende Ufer zu erreichen.
Was will ich euch mit dieser Geschichte sagen will ist, dass man beim Waten nicht vorsichtig genug sein kann. Hütet euch vor trüben Wasser in euch unbekannten Gewässern. Ich befische seit diesem Zeitpunkt keine Mischwasser mehr. Das Gefühl der Sicherheit an meinen kleinen sichtigen Forellenwassern möchte ich nicht mehr missen.
Petri Heil
Hubert