Original geschrieben von heu20
Nabend
Bin für die deftige Küche. Brauchen doch ne Grundlage für den Wathosen-Sangria und andere Mittel gegen den Virus
MfG Jan
Hallo Jan,
der Ausdruck "deftig" hat bei Olaf eine andere Bedeutung als für normale
Nahrungsmittelverwerter:mad:
Daher möchte ich vorsichtig sein und mir den dann anstehenden Jahreswechsel nicht verderben;)
Mein Vorschlag: Bitte 3 Auswahlmenüs bestimmen und jeder kann dann wählen.
Gruß Thomas
Ein kleines Beispiel für Olafs Essgewohnheiten:
Zur gleichen Zeit vor einer heruntergekommenen Mietskaserne auf einem der sieben Hügel von Siegen. Passanten schauen mit vor Grauen aufgerissenen Augen zu einem kleinen Fenster des alten Gebäudes. Ängstlich pressen sie sich Taschentücher oder Schals vor Mund und Nase um dem bestialischen Gestank, der dem morbiden Gebäude entströmt, zu entgehen. Gegen diesen Geruch gleicht die Bahnhofstoilette von Gelsenkirchen-Buer einer Douglas-Filiale.
Eigentlich müssten die Zuschauer fliehen, aber das Unfaßbare bannt sie wie Salzsäuren auf das Trottoir. Die Hölle scheint sich hinter dem kleinen Fenster mit den vergilbten Gardinen aufgetan zu haben. Grünlich dunkle Schwaden wälzen sich unheilschwanger dräuend über die Fensterbrüstung, gleiten schneckengleich an der Fassade hinab um sich dann auf dem schiefen Pflaster vor dem Haus zu verteilen.
„Da kommt keiner mehr lebend raus!“ hört man eine Stimme unter den Umstehenden.
Fröhliches Pfeifen aus der Wohnung lässt jedoch wider Erwarten Reste von zumindest rudimentärem menschlichen Leben dort vermuten.
Und richtig, es ist ein allseits bekannter und beleibter Moderator aus dem Fliegenfischer-Forum, der in seine alte, speckige Simms Wathose gewandet, den Proviant für seine Reise nach Hamm zusammenbrutzelt. Zur Verärgerung aller Hundehalter im Kreis Siegen-Wittgenstein hat er gestern sämtliche Metzgereien der Umgebung von ihren frischen Pansenvorräten befreit um sich nach altem Siegerländer Rezept seine Lieblingsspeise „Schampe“ zu bereiten.
Brodelnd steht ein gewaltiger Kupferkessel auf seinem Küchenherd. Die Orientierung in der Küche fällt ihm zwar durch die dichten Schwaden von Kochdunst etwas schwer, doch lustig pfeifend rührt er den grünlich-grauen Sud im Kessel. Ab und an wirft er noch einen kleinen Krebs zur Geschmacksverfeinerung in den Topf.
Wie weiland Miraculixens Zaubertrank den Galliern soll er ihm am Samstag übernatürliche Kräfte verleihen, damit er wie schon im Vorjahr den Kampf um den besten Platz an Gerlindes Gedenktafel, Buffet genannt, gewinnen kann. Aber auch für den sicherlich kommenden Disput mit den ewig nörgelnden Kritikern aus dem Forum muß er gewappnet sein. Bei dem Gedanken geht er noch schnell zu seinem PC, löscht zielsicher ein paar Beiträge von SD2, Brunshüttendriver, Hannilein und wie sie alle sonst noch heißen. Zufrieden mit seinem Werk kehrt er zurück zum Herd um das Ergebnis seiner Kochkünste in tausende kleine Tupperware-Schüsseln zu verbringen.
„Sicher ist sicher!“ denkt er noch und legt die frisch gebügelte schusssichere Weste zum grünkarierten Sakko, das er sich passend zu seiner Wathose beim örtlichen Köstumverleih extra für den Samstagabend geborgt hat.