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Verfasst: 16.01.2006, 16:44
von Rattensack
Na Kollege,
danke für den Aufleger.

Wenn ich an einem niederregulierten Bach fische, habe ich ein massives Interesse daran, den Bach wieder zu renaturieren. Wenn ich geschickt bin, erzeuge ich dazu den nötigen politischen Druck.

Wenn ich Golfen gehe, erzeuge ich damit Druck (bzw. stärker einen Markt), dass noch mehr Golfplätze gebaut werden. Die Analogie wäre, dass ich durch's Fischen an einem regulierten Bach weitere Regulierungen unterstütze - ist doch Blödsinn, oder?

Man muss aber natürlich differenzieren zwischen dem Abreissen von Golfplätzen (ich bin da nicht dafür!) und dem Neubau. Klar. Ist wie bei der Wasserkraft.

Clemens

Verfasst: 16.01.2006, 16:45
von horstie honk
hey emka,

nun laß ihn doch...

grüße
horstie konk

Verfasst: 16.01.2006, 17:41
von emka
Original geschrieben von rattensack


Wenn ich Golfen gehe, erzeuge ich damit Druck (bzw. stärker einen Markt), dass noch mehr Golfplätze gebaut werden. Die Analogie wäre, dass ich durch's Fischen an einem regulierten Bach weitere Regulierungen unterstütze - ist doch Blödsinn, oder?
richtig, das ist blödsinn....gut erkannt...durch dein fischen an "naturbelassenen" flüssen wo auch immer, unterstützt du aber auch in jedem falle die fortschreitende (zb touristische) erschließung der (wenn es denn eine war) vormals "natürlichen" landschaft.



noch viel blödsinniger ist aber die annahme, dass wir in großen teilen europas überhaupt noch eine "naturlandschaft" haben, die nicht verbildete menschen als solche genießen dürfen...

ein gang durch die (geschützte naturlandschaft) heide
=naturerlebnis für verbildete spießbürger

ein spaziergang im wald
=nur ein fader genuß für den dekadenten bildungsbürger

ein sonntagsausflug an die nordsee mit deichspaziergang
=bah, nur was für stadtmenschen mit schlechtem naturverständnis


mir stellt sich die frage, welch grausames erlebnis du mit golf oder golfern hattest....

c&df
mk

Verfasst: 16.01.2006, 18:50
von Rattensack
Hallo emka,

ich sehr das natürlich anders:-)

Erstens ist Kulturlandschaft auch schützen- und erhaltenswert.
Zweitens unterstütze ich das Bestehen von Kultur- und Naturlandschaften dadurch, dass ich sie nachhaltig nutze. Wie du schreibst, durch einen Gang durch die Lüneburger Heide, durch einen Spaziergang im Wald, einen Wanderurlaub in einer schönen Gegend oder einen Tag fischen an einem Gewässer, das naturnahe bewirtschaftet wird. Ein Golfplatz ist für mich keine nachhaltige Nutzung - wer weiss wann der hype wieder abflaut, die Flächen sind jedenfalls entwertet.

Schlag vor wir lassen das, und verbleiben vermutlich sogar in Übereinstimmung, dass die Neuerrichtung von Golfplätzen auf Maisäckern oder Industriegeländern OK ist, ansonsten man sich auf die bestehenden Plätze konzentrieren sollte, das Wettrüsten von Tourismusorten mit Schiliften und Golfplätzen ein Übel ist, und bestehende Plätze unter Verwendung von möglichst wenig Spritz- und Düngemitteln bewirtschaftet werden sollen.
Bio- / Öko- Marken dürfte es scheinbar im Golfsport nicht geben (oder ihr seid sie mir schuldig geblieben). Nicht gerade ein Plus für die Community. Vielleicht geht's aber einfach auch nicht ohne Chemie.

Ansonsten gönne ich jedem einen erholsamen Tag beim Golfen.
Zum Naturgenießen lege ich aber den Waldspaziergang oder das Fischen ans Herz:D

Du fragst nach meinem persönlichen Erlebnis? Haben unlängst einen Bach (ehemals Vorkommen von Bachforelle und Perlmuschel) renaturiert, wo in den 90ern ein Golfplatz errichtet werden hätte sollen, was durch engagierte lokale Personen gottseidank verhindert wurde. Ambitionierte Renaturierung und Golfplatz ist in dem Fall nicht kompatibel. Perlmuschel sowieso. Interessierten mail ich gerne Fotos von vorher und nachher. email - adresse einfach per PN schicken.

Clemens

Verfasst: 16.01.2006, 19:12
von Gerry
Hallo zusammen,

wie wäre es, wenn wir jetzt zur Abwechselung mal über eine andere Sportart herfallen würden? Im Jahre 2006 würde sich da doch Fußball anbieten, oder? Hat zum Fliegenfischen sicherlich genau so viele Parallelen wie Golfen. Dieser Thread ist für das Thema Fliegenfischen so wichtig wie eine Diskussion über: "Was muss ich anstellen, dass ein Ochse Milch gibt?"

Wie jedes Jahr, wenn die Spielwiese zugefroren ist. :(

Wir wären sicherlich begeistert einen solchen Beitrag in einem Golferforum zu finden, nur mit dem Unterschied, dass man dort über die Fliegenfischer herfällt. Das Geschreie, was interessiert denn die das Fliegenfischen möchte ich dann nicht hören.


Gruß Gerry

PS: Damit die Spekulation nicht in die falsche Richtung läuft, ich hab' noch nie Golf gespielt, was ich aber sicherlich lieber täte, als mir als Moderator solche, für das Fliegenfischen immens wichtigen Beiträge, durchlesen zu müssen.






@ gerry

Verfasst: 16.01.2006, 19:19
von emka
dickes tschuldi.....


c&df
mk

Verfasst: 16.01.2006, 22:36
von Rattensack
@gerry

Versteh das nicht, immerhin haben wir hier herausgefunden, dass wahrscheinlich überproportional viele Fliegenfischer auch golfen. Und dass das Thema stark polarisiert, die Fliegenfischer fast in 2 Lager spaltet, könnte man meinen.

Außerdem: 1.500 hits in glaub ich 2 Tagen - ist ja nicht schlecht. Wen's nicht interessiert, braucht nicht reinschauen. Steht golf drauf - ist golf drin.
Wo ist das Problem?

Dass so viele Fliegenfischer auch golfen, hat sicher etwas mit den "Sportarten" an sich zu tun. Darauf sind wir leider noch überhaupt nicht eingegangen.

Clemens

Verfasst: 16.01.2006, 22:41
von Ricci
N'Abend!

"Man muss aber natürlich differenzieren zwischen dem Abreissen von Golfplätzen (ich bin da nicht dafür!) und dem Neubau. Klar. Ist wie bei der Wasserkraft."

Wie jetzt mit der Wasserkraft? Sind da AKWs oder kalorische Kraftwerke besser? Weil die Windkraft mit ihren schönen Masten reicht da nicht....

Gruss aus dem Wasserbau.

Verfasst: 16.01.2006, 22:49
von Rattensack
Geh bitte,

mit der alten Leier, die Atomkraft gegen die Wasserkraft auszuspielen, kannst einpacken.

Meine persönliche Meinung: Atomkraft richtet als übergangslösung weniger Schaden an (wenn sicher gemacht, kostet halt was). Stromsparen ist angesagt und hat viel mehr Potential als weitere Wasser- oder andere Kraftwerke. Aber jetzt wird der thread ja wirklich zur Suderecke.

Verfasst: 17.01.2006, 01:07
von Harald aus LEV
Hi Gerry :daumen:

Verfasst: 17.01.2006, 11:08
von felix181
Original geschrieben von rattensack

Und dass das Thema stark polarisiert, die Fliegenfischer fast in 2 Lager spaltet, könnte man meinen.

Also bei aller Wertschätzung Deiner Sicht der Dinge muss ich Dir trotzdem widersprechen. Da spaltet sich gar nichts in 2 Lager. Die eher agressiv-abwertenden Beiträge über Golf findest Du im gleichen Prozentsatz in fast jeder Gesprächsrunde. Das liegt einerseits an der vermuteten Exklusivität des Golfsports, der zu reflexartigen Agressionen bei vielen Mitbürgern führt (siehe oben) und andererseits auch im verhalten von sehr vielen Golfern selbst, die diesen wunderbaren "Sport" für eine Überwindung der eigenen Komplexe missbrauchen. Zu beobachten ist dies in jedem Golfclub in Deutschland oder Österreich. Ich selbst habe die meiste Zeit entweder in England, Schottland oder Italien Golf gespielt und weiss daher, dass diese Phänomene dort deutlich weniger präsent sind.
Leider ist es halt so, dass Golf bei uns noch so jung ist, um jedem der im normalen Leben unter Minderbeachtung leidet, wenigstens am Golfplatz vermeintliche Exklusivität vorgegaukelt wird. Das wird sich aber bald ändern - wie beim Tennis.
Dadurch entsteht halt auch die Agression mancher Mitmenschen gegen Golf. Zum Beispiel in Schottland ist Golf genauso behaftet wie "Spazierengehen im Wald" - dort juckt´s keinen ob der andere Golf spielt oder Fliegenfischt oder sonst etwas macht.
Ich für meinen Teil sehe das ganz gelassen - so wie manche golfende Komplexler ihr Unwesen treiben, müssen halt auch radikale Gegner irgendwo ihre Defizite ausleben. Letztlich ist das einerseits sicherlich in beiden Fällen eine Frage des Alters und der Lebensreife und andererseits hoffentlich eine vergängliche Zeiterscheinung.
Ich finde sowohl Fischen als auch Golf wunderschön und werde, so es meine Gesundheit erlaubt, beide Hobbies noch sehr lange ausüben. Solche Diskussionen wie dieser Thread bestärken mich dann auch noch zusätzlich, dass ich dadurch ausserdem bei manchen Mitmenschen zu einer Psychohygiene beitrage - was ja auch ganz wichtig ist.

Schönes Spiel und Petri Heil ;)

Verfasst: 17.01.2006, 11:43
von rookie05
Hallo liebe Freunde !
Als ich gerade so durch unsere naßkalte Innenstadt geschlendert bin, hatte ich ein Naturerlebnis. Zwar mußte ich keinen Golfplatz überqueren, aber beim Blick durch die gläserne Fassade eines Gastronomiebetriebes erblickte ich ca. 30 Hühnchen. Kopflos und völig nackig drehten sie ihre Runden im Grill-Automaten.
Und schon sind wir beim Thema Hühnergrippe. Frage: Kann man mit einer Hühnergrippe im Anfangsstadium noch golfen oder mit der Fliege fischen ?

Herzliche Grüße an alle !

Euer Martin

Verfasst: 17.01.2006, 12:11
von Royal Coachman
Hallo Freunde !

Dieses Argument fehlt noch in der (überflüssigen) Diskussion !

GOLFBÄLLE KANN MAN NICHT ESSEN :(

hat festgestellt ;)

Euer
Royal Coachman

Verfasst: 17.01.2006, 12:47
von Rattensack
Original geschrieben von felix181


Das liegt einerseits an der vermuteten Exklusivität des Golfsports, der zu reflexartigen Agressionen bei vielen Mitbürgern führt (siehe oben) und andererseits auch im verhalten von sehr vielen Golfern selbst, die diesen wunderbaren "Sport" für eine Überwindung der eigenen Komplexe missbrauchen. Zu beobachten ist dies in jedem Golfclub in Deutschland oder Österreich.
Hi,

schön gesagt. Genau die Typen gibt’s bei der Fliegenfischerei ja auch. Muss zermürbend sein, sich als ernsthafter Golfer dauernd von dieser Gruppe abgrenzen und rechtfertigen zu müssen

@Ricci
vielleicht hab ich dich missverstanden und etwas zu hart angepackt ;)
Wennst ernsthaft über die Energieproblematik / Wasserkraft unter dem aktuellen Aspekt des Atomkraft - Ausstiegs diskutieren möchtest: Bitte eröffne einen neuen thread. Mein Lieblingsthema:)

@RC
Servus!! Du wirst es nicht glauben, aber das "Golfbälle kann man nicht essen" Argument hab ich als "Rasen kann man nicht essen" schon gebracht.
Es war ernst gemeint, ohne Schmäh!

:D :D

Clem

Verfasst: 17.01.2006, 13:00
von felix181
Original geschrieben von rattensack



schön gesagt. Genau die Typen gibt’s bei der Fliegenfischerei ja auch. Muss zermürbend sein, sich als ernsthafter Golfer dauernd von dieser Gruppe abgrenzen und rechtfertigen zu müssen

Ist es überhaupt nicht, weil ich das fast nie mache. So wichtig ist mir auch nicht, was andere über mich denken und lustigerweise verlieren auch die besonderen Heissporne recht schnell die Lust an Ihrer "Überzeugungsarbeit" wenn sie auf eine gewisse Gleichgültigkeit stossen.
Wenn ich dann am Wasser oder am Golfplatz bin, habe ich die paar "agressiven Weltverbesserer", die sich entweder das Angeln oder das Golfspielen für Ihre Kompensationen ausgesucht haben, ganz schnell vergessen.
Die Welt dreht sich weiter, die Menschen werden klüger und oftmals belächelt man seine eigenen Ansichten nach ein paar Jahren. Zumindest mir ist es schon oft so gegangen und wird es wohl auch noch oft so gehen...