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Re: Der springende Punkt
Verfasst: 25.07.2011, 00:10
von Bäschwatz
An einer meiner vevorzugten Ruten hatte sich ein etwa 30 cm langes und 1.5 mm breites Teil gelöst.
Erst mal dachte ich das es das wohl das Ende des Steckens bedeutet.
Da es aber nur das Handteil betraf hab ich kurzerhand mit 360iger Schmirgelleinen den Schaden solange bearbeitet bis keine spürbaren Kanten mehr zu fühlen waren.
Aufgrund der relativ dicken Wandstärke meiner Lieblingsruten hat Biegetest übers Knie ergeben das Bruch nicht zu erwarten ist.
Hat sich heute bei sehr starkem und böigem Wind, bei Verwendung von schweren Schnüren bestätigt.
Das abgelöste Stückt erscheint mir als der Auslauf des Overlaps, der in etwa im 10 Grad Winkel in Längsrichtung verlief.
Wenn ich bedenke, das diese Ruten dann noch mit wesentlich mehr als üblich, gegeneinander versetzen Lagen hergestellt sind , würde mich mal interessieren, wo denn bitte da ein springender Punkt zu finden sein soll?
Und selbst wenn da einer wäre...
Würde einer über Nacht die Ringe um x-beliebige Grade anders dran bauen würde das auch nix ausmachen.
Gruß Thilo
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 25.07.2011, 11:13
von tea stick
Moin, Thilo!
Ich nehme mal an, daß der abgelöste Streifen auch zuvor schon den Overlap-Effekt nicht wesentlich induziert hat

!
Aber Deine Frage möchte ich noch mit einer Argumentation versehen und an den Gesprächskreis weiterleiten:
Wohl jeder Rutenmacher hat sicher schon mal mit dem Gedanken gespielt, sich eine "geschneckelte" Bambusrute zu machen und einige haben es schon ausprobiert. Dabei wird der Blank vor dem Verleimen derart eingespannt, daß er an jedem Ringanwindepunkt um 60° in der Längsachse gedreht wird. In dieser Stellung wird er dann verleimt. Von dieser Bauweise hat man sich eine straffere Rute versprochen - sie nähert sich auch zumindest ideell der perfekten Rundform. Erfahrungen habe ich damit (noch) keine gemacht. Aber, um das mal weiterzudenken, wäre das nicht eine Anregung für Deine Skizze, Bernd? Kann man die Auswirkungen eines Overlap auf diese Weise nicht einfach "wegschneckeln"? Thilos Beobachtung der 10° - Schräge des Overlaps haben mich darauf gebracht und auch Laverdas Bemerkung, daß der Overlap nicht gerade von unten nach oben in der Längsachse verläuft. Wenn das aber bei Carbonruten schon angewendet wird, warum unterhalten wir uns dann immer noch über den Overlap?
... grübelt der Freimut
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 25.07.2011, 17:44
von Bernd Ziesche
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Re: Der springende Punkt
Verfasst: 25.07.2011, 18:24
von Bäschwatz
Hallo Freimut
Nach dem Abschmirgeln war die Rute nicht anders als zuvor.
Die zehn Grad hab ich so über den Daumen geschätzt.
Kann auch mehr oder weniger sein.
Gruß Thilo
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 25.07.2011, 23:56
von AlexX!!
Hallo zusammen,
wie schaut es denn mit dem Einfluss der Ringe aus??
ich hab grade meine erste Rute auf Basis eines RX7 Blanks im Bau,
konnte im Griffteil einen Springpunkt lokalisieren, im Spitzenteil allerdings
nichts eindeutiges. Jetzt nach anwinden der Ringe springt das Spitzenteil
aber deutlich in eine bestimmte Biegeebene.
Grüße
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 01:13
von Bernd Ziesche
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Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 14:41
von Tobsn
Moin,
ohne jetzt den ganzen Thread gelesen zu haben, gibt es eine Frage, die mich schon länger beschäftigt. Warum baut eigentlich keiner eine Rute ohne Overlap?
T
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 14:54
von AlexX!!
Hi
technisch ist das kein Problem mehr, kommt bestimmt.
in kürze werden die Blank Hersteller auch von den
Entwicklungen am KFZ Markt profitieren.
es ist techn. kein problem den Kern nicht mit Matten
zu bewickeln ( -> Overlap) sondern zu beflechten
Maschine ausdenken, patentieren.. auf einer Insel zur Ruhe setzen
Flyfisching 24/7.. huch is ja noch gar nicht feierabend
Alex
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 15:56
von Bernd Ziesche
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Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 16:17
von Tobsn
Moin,
das mit dem Umwickeln wäre auch meine Idee gewesen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass das den Produktionsprozess beschleunigen/vereinfachen würde.
T
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 16:56
von AlexX!!
Hallo Bernd,
verglichen mit dem Knowhow was grade im Automotive Breich "gestrickt" wird,
wäre so ein "schnöder" verjüngter Carbonstab ein Klacks, glaub mir,
ich bin in der Branche tätig
@ Tobsn
umwickeln ist nicht so einfach, du musst die Rowings schon verflechten, sonst
hält der Blank nichts aus
Alex
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 19:00
von Bernd Ziesche
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Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 19:15
von piscator
Moin, ich dachte so ein Design gäbs schon lange, der Vorteil war allerdings nicht so groß. Die hiessen glaube ich Diamondback und da wurde die KF auf das Mandrel gesponnen -- die Steigung des Gewebes (mehr entlang oder mehr quer) bestimmt dann die Steifigkeit. Alles olle Kamellen und rechnergesteuert ist das sich machbar. J.
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 19:30
von AlexX!!
Hallo zusammen,
schon klar, das da viele Anforderungen auf dem Zettel stehen,
aber mit der gängigen Methode lässt sich vergleichsweise wenig
materiellem Invest, dafür viel Erfahrung hochwertige Produkte
herstellen.
der Grund warum das nicht mit moderneren Methoden gemacht wird,
wird schlicht und einfach die Kosten/Nutzen Rechnung sein.
Solch eine Anlage zu entwickeln ist das eine, abstimmen,
Praxistest, etc. ist das andere.
wieviele Blanks produzieren Sage Vision und Co??
Alex
Re: Der springende Punkt
Verfasst: 26.07.2011, 23:45
von laverda
Hi Overlapper,
die Blankbäcker weben und tränken doch gar nicht selbst, die ordern meines Wissens vorgetränkte Prepags, schneiden die lediglich zu und wickeln die auf nen Stahlkern und backen die ganze Sache. Schneidetisch, Schablone, Schneiden, Vorpressen, Gelcoat drauf, Folie drauf und ab in den Ofen. Das sind einige ganz wenige Handgriffe.
Das Faser/Harz-Know How und die Herstellung des Halbzeugs, der Prepags liegt m.E. eher bei den Zulieferern, die dieses Material wahrscheinlich nicht nur für die paar Angelstecken produzieren. Immerhin lag allein die Kohlefaserproduktion 2010 bei ~ 17.000 t.
Außerdem wäre es doch wirklich schade, wenn der "Mythos" Overlap verschwände.
@Bernd: Sooooo viele technische Kennwerte für eine Rute??????
(Sag ich doch immer)
Gruß vom platten Niederrhein