Re: Wiesent im September
Verfasst: 07.06.2026, 00:52
Hallo Sepp,
herrlich, das zu lesen, da läuft einem quasi das Wasser im Mund zusammen.
Allerdings 16.09. ist natürlich quasi doppelt hart. Wenn da die BaFo-Schonzeit bei Dir beginnt, scheint das nämlich eine verschärfende Sonderregel der Münchener Bezirksregierung zu sein. Bayernweit gilt ja der 01.10. (Anlage 2.32 zur AVO zum BayFischG). Aber ich weiß, dass es regierungsbezogen solche Verschärfungen gibt, nämlich z.B. Äschenschonzeit bereits ab 01.12. (anstatt 01.01. nach Anl. 2.31) in Oberfranken. Dann scheint bei Dir also die Regierung von Oberbayern Euch einen halben Monat zu "stehlen" im Vergleich zur Anl. 2.32. Na sowas...
Dass, wie Du sagst, manche Bewirtschafter die ReFo-fischbare Zeit bis zu incl. 14.12. (Anl. 2.43) nicht ausnutzen, könnte darin begründet liegen, dass sie genau das nicht haben möchten, was ich im Thread "Obere Isar" beschrieben habe: Nämlich dass die Angler nur isoliert den Blick auf diese Schonzeit richten und bei ihrer darauf ausgerichteten ReFo-Angelei quasi unvermeidlich Ordnungswidrigkeiten in der BaFo-Schonzeit begehen. Denn jeder regenbogen-taugliche Köder ist ja auch bachforellen-tauglich, und wird dann eine BaFo gefangen (weil sie nicht so "freundlich" war, unterwegs beim Drill vom Haken loszukommen), hat man eine OWi begangen, indem man mindestens fahrlässig --wenn nicht sogar bedingt vorsätzlich-- einen in Schonzeit befindlichen Fisch gefangen hat (§ 32 Nr.1a AVO zum BayFischG).
Das ist das Problem des § 32 Nr.1a. Die Rücksetzungspflicht ist klar, die haben wir in NRW auch, aber bereits der vorausgehende Fang war in Bayern ordnungswidrig und könnte mit Bußgeld geahndet werden (ein solches Fangverbot haben wir in NRW nicht). Vielleicht wollen die besagten Bewirtschafter diesem Problem von vornherein durch Gewässersperre einen Riegel vorschieben in der Erkenntnis, dass jeder, der sich in der BaFo-Schonzeit auf ReFo-Fang begibt, nahezu unvermeidlich auch mal eine BaFo fangen und damit eben die besagte OWi begehen wird. Und in der weiteren Erkenntnis, dass bei vielen Anglern schon das Bewusstsein über diese Rechtslage gar nicht vorhanden ist.
Wenn es in Österreich insoweit fischereifreundlicher geregelt ist, vielleicht wie in NRW (dazu kann ich momentan nichts sagen, müsste ich ins österreichische Fischereirecht reinschauen), dann sitzt Du ja goldrichtig an Deinem Wohnort. Wie gesagt, beneidenswerte Lage...
Ja, mit dem Niedrigwasser-Respekt ist das bei mir schlicht die Erfahrung vieler zurückliegender Jahre und also eine Anwendung des Sprichworts "Gebranntes Kind scheut das Feuer". Wobei die furchtbare Trockenheitslage der meisten 2010er Jahre sowie in 2020-22 und 2025 ja nicht nur hier in meiner Region stattfand, sondern in weitesten Teilen Deutschlands. Ein Rekordtiefstand bei großen Flüssen jagte in den Nachrichten den nächsten, Waldbrandgefahr, Borkenkäfer usw. usw. Ich erinnere mich, dass sogar 2018 oder 2019 in Teilen Niedersachsens die Wasserversorgung prekär wurde, da fuhren wohl in manchen Gegenden schon Wassertankwagen herum! Und 2019 oder 2020 war es, glaube ich, als man in der Zeitung hier lesen konnte, dass sogar die Ruhr irgendwo bei Schwerte oder Hattingen oder so bereits kurz vor der Austrocknung stand und nur durch spezielle außerplanmäßige Wasserabgabe aus einigen hiesigen Stauseen davor bewahrt werden konnte. Bis 2022 hatte ich hier eine Pacht an einem Bach, der ab 2016 in dieser Strecke und später auch weiter oben regelmäßig jedes Jahr mehrere Monate austrocknete. Erstmalige Austrocknungen auch in anderen hiesigen Gewässern, Veischede, Hönne usw. Und ab Ende Mai/Anfang Juni war in jenen Jahren in anderen Bächen und Flüssen --auch wenn sie nicht austrockneten-- Schluss mit sinnvollem Angeln. Letztes Jahr war's erst wieder so.
Von daher weiß ich in der Tat allzu gut, was der Klimawandel für uns Angler bedeutet.
Aber bei Euch mag es da mit dem Wasser eben doch eine immer noch meistenteils gute Ausnahme sein. Wie gesagt, beneidenswert.
Hoffentlich bleibt dieses Jahr so relativ gut wie bisher, was das Wasser angeht. Nicht berauschend, aber eben relativ gut, man muss heutzutage schon sehr zufrieden sein mit sowas. Aber der Juni ist auch noch nicht gelaufen, vom Rest des Sommers und Herbstes ganz zu schweigen...
Danke für die vielen Infos, und LG
Tobias
herrlich, das zu lesen, da läuft einem quasi das Wasser im Mund zusammen.
Allerdings 16.09. ist natürlich quasi doppelt hart. Wenn da die BaFo-Schonzeit bei Dir beginnt, scheint das nämlich eine verschärfende Sonderregel der Münchener Bezirksregierung zu sein. Bayernweit gilt ja der 01.10. (Anlage 2.32 zur AVO zum BayFischG). Aber ich weiß, dass es regierungsbezogen solche Verschärfungen gibt, nämlich z.B. Äschenschonzeit bereits ab 01.12. (anstatt 01.01. nach Anl. 2.31) in Oberfranken. Dann scheint bei Dir also die Regierung von Oberbayern Euch einen halben Monat zu "stehlen" im Vergleich zur Anl. 2.32. Na sowas...
Dass, wie Du sagst, manche Bewirtschafter die ReFo-fischbare Zeit bis zu incl. 14.12. (Anl. 2.43) nicht ausnutzen, könnte darin begründet liegen, dass sie genau das nicht haben möchten, was ich im Thread "Obere Isar" beschrieben habe: Nämlich dass die Angler nur isoliert den Blick auf diese Schonzeit richten und bei ihrer darauf ausgerichteten ReFo-Angelei quasi unvermeidlich Ordnungswidrigkeiten in der BaFo-Schonzeit begehen. Denn jeder regenbogen-taugliche Köder ist ja auch bachforellen-tauglich, und wird dann eine BaFo gefangen (weil sie nicht so "freundlich" war, unterwegs beim Drill vom Haken loszukommen), hat man eine OWi begangen, indem man mindestens fahrlässig --wenn nicht sogar bedingt vorsätzlich-- einen in Schonzeit befindlichen Fisch gefangen hat (§ 32 Nr.1a AVO zum BayFischG).
Das ist das Problem des § 32 Nr.1a. Die Rücksetzungspflicht ist klar, die haben wir in NRW auch, aber bereits der vorausgehende Fang war in Bayern ordnungswidrig und könnte mit Bußgeld geahndet werden (ein solches Fangverbot haben wir in NRW nicht). Vielleicht wollen die besagten Bewirtschafter diesem Problem von vornherein durch Gewässersperre einen Riegel vorschieben in der Erkenntnis, dass jeder, der sich in der BaFo-Schonzeit auf ReFo-Fang begibt, nahezu unvermeidlich auch mal eine BaFo fangen und damit eben die besagte OWi begehen wird. Und in der weiteren Erkenntnis, dass bei vielen Anglern schon das Bewusstsein über diese Rechtslage gar nicht vorhanden ist.
Wenn es in Österreich insoweit fischereifreundlicher geregelt ist, vielleicht wie in NRW (dazu kann ich momentan nichts sagen, müsste ich ins österreichische Fischereirecht reinschauen), dann sitzt Du ja goldrichtig an Deinem Wohnort. Wie gesagt, beneidenswerte Lage...
Ja, mit dem Niedrigwasser-Respekt ist das bei mir schlicht die Erfahrung vieler zurückliegender Jahre und also eine Anwendung des Sprichworts "Gebranntes Kind scheut das Feuer". Wobei die furchtbare Trockenheitslage der meisten 2010er Jahre sowie in 2020-22 und 2025 ja nicht nur hier in meiner Region stattfand, sondern in weitesten Teilen Deutschlands. Ein Rekordtiefstand bei großen Flüssen jagte in den Nachrichten den nächsten, Waldbrandgefahr, Borkenkäfer usw. usw. Ich erinnere mich, dass sogar 2018 oder 2019 in Teilen Niedersachsens die Wasserversorgung prekär wurde, da fuhren wohl in manchen Gegenden schon Wassertankwagen herum! Und 2019 oder 2020 war es, glaube ich, als man in der Zeitung hier lesen konnte, dass sogar die Ruhr irgendwo bei Schwerte oder Hattingen oder so bereits kurz vor der Austrocknung stand und nur durch spezielle außerplanmäßige Wasserabgabe aus einigen hiesigen Stauseen davor bewahrt werden konnte. Bis 2022 hatte ich hier eine Pacht an einem Bach, der ab 2016 in dieser Strecke und später auch weiter oben regelmäßig jedes Jahr mehrere Monate austrocknete. Erstmalige Austrocknungen auch in anderen hiesigen Gewässern, Veischede, Hönne usw. Und ab Ende Mai/Anfang Juni war in jenen Jahren in anderen Bächen und Flüssen --auch wenn sie nicht austrockneten-- Schluss mit sinnvollem Angeln. Letztes Jahr war's erst wieder so.
Von daher weiß ich in der Tat allzu gut, was der Klimawandel für uns Angler bedeutet.
Aber bei Euch mag es da mit dem Wasser eben doch eine immer noch meistenteils gute Ausnahme sein. Wie gesagt, beneidenswert.
Hoffentlich bleibt dieses Jahr so relativ gut wie bisher, was das Wasser angeht. Nicht berauschend, aber eben relativ gut, man muss heutzutage schon sehr zufrieden sein mit sowas. Aber der Juni ist auch noch nicht gelaufen, vom Rest des Sommers und Herbstes ganz zu schweigen...
Danke für die vielen Infos, und LG
Tobias