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Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 28.08.2015, 08:06
von Thomas E.
Hi Olaf,

Steve Rajeff ist im Castingsport in der Disziplin Fliege Ziel immer noch ganz weit vorn !

Es werden dabei Ziele in einer Entfernung von 8- 13 m angeworfen.

Der geschlossene Stand, als Rechtshänder der rechte Fuß vorn, die Wurfbewegung überwiegend aus Ellenbogen und etwas Schulter und Handgelenk, da funktioniert "Daumen oben" gut.
https://www.youtube.com/watch?v=0Ra8fDNSmk8
Cool :
https://www.youtube.com/watch?v=1yzY3pJt9Ss
Hingegen ist beim offenen Stand für Distanz "Daumen oben" aus anatomischen Gründen nachteilig, da wird die Greifhaltung verwendet, Daumen links angelegt und mit abgewinkelten Zeigefinger.

Entfernungen bis 20m sind beim praktischen Fischen auch mit einer Langkeulenschnur plus Vorfach und Rutenlänge ohne Schnurschuß leicht machbar. :wink:

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 28.08.2015, 11:21
von gespliesste
Hi Thomas,
Thomas E. hat geschrieben:Entfernungen bis 20m sind beim praktischen Fischen auch mit einer Langkeulenschnur plus Vorfach und Rutenlänge ohne Schnurschuß leicht machbar.
... um dann im Zweifel mit der Schussschnur zu menden, die du eh nicht brauchst wenn du nicht mit übertriebenem Schuss arbeitest, oder je nach Stelle die Schnur mit der jeweils passenden Keuelenlänge auftackeln ... :wink:

LG,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 28.08.2015, 12:28
von CPE
Hallo Olaf,

Vielleicht verlinkst Du auch einmal ein Video, in dem ein Wurfgott 20 m (von mir aus DT-) Leine raushaut, dabei die 22er Fliege sanft ablegt und gleichzeitig gekonnt und die Schnur anglerisch sinnvoll mendet. Mir fehlt derzeit einfach noch der Glaube...

Thomas sprach übrigens von einer Langkeulenschnur, vielleicht von etwas wie der SA Mastery Distance (gar die Competition), s. http://www.scientificanglers.com/produc ... -distance/ oder der Barrio GT125. Bei 20 m mit 9' Vorfach und 9' Rute verbleiben von den 20 m ca. 11 m Schnur. Da fängt bei beiden Schnüren gerade das nochmal fast 10 m lange Rear Taper an. Bis zur Running Line ist es also noch ein gutes Stück.

TL, Norbert

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 28.08.2015, 18:40
von Olaf Kurth
Thomas E. hat geschrieben: Lieber Olaf,

ich denke, Du hast mich falsch verstanden ?!

Die "über 21m" beziehen sich auf den Rollwurf, die Weite ist mit einer DT und 275 cm Rute sehr schwer zu schaffen.

Du hast Recht, lieber Thomas,

ich habe die 21 Meter getrennt vom WF-Rollwurf gesehen. Es ist schwerer mit der DT-Schnur. Im direkten Vergleich rollt die WF aufgrund der höheren Beschleunigung besser ab. So, wie man das auf Deinem Video gut sehen kann, Danke für die PN! :wink:

Will ich das mit einer DT machen, braucht es gerade auf Distanzen einen deutlichen "Switch", aber dann sind wir ja wieder bei einem anderen Wurf......

Liebe Grüße,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 28.08.2015, 23:11
von Olaf Kurth
Thomas E. hat geschrieben:
Steve Rajeff ist im Castingsport in der Disziplin Fliege Ziel immer noch ganz weit vorn !

Es werden dabei Ziele in einer Entfernung von 8- 13 m angeworfen.

Für normale Fliegenfischer (nicht "Caster") sind das sehr gute Trainingseinheiten,

wir hatten vor ca. acht Jahren eine sehr erfolgreiche Casting-Jugendmannschaft und richteten mehrmals die Deutschen Casting-Jugend-Meisterschaften aus. Trainiert wurde im Fußballstadion mit Rasenplatz - ideale Bedingungen. Die fünf Scheiben liegen in definierten Entfernungen und Durchmessern am Boden und die Fliege bzw. der bunte "Fussel" muss in einer bestimmten Zeit auf die jeweilige Scheibe auftreffen. Sportlich anspruchsvoll, wenn man diese Übung und vor allem die Disziplin "Fliege-Weit" mit entsprechenden Sportgeräten ernsthaft betreiben will.

Erfahrene, routinierte Fliegenfischer schaffen die Ziel-Disziplin ebenfalls, denn die Entfernungen und die Ansprüche der punktgenauen Präsentation am Gewässer lassen sich problemlos auf die sportliche Disziplin übertragen. Ich erinnere, dass ich bei einem Trainingsbesuch beiläufig erwähnte, dass es für normale Fliegenfischer (nicht für geübte Caster) nicht so schwer sei, die Scheiben zu treffen. Als ich von den Profis ein wohlwollendes Lächeln erntete, nahm ich meine Rute, fixierte die Entfernungen und ruck-zuck landete die Übungsfliege auf den unterschiedlichen Scheiben und die Experten staunten. Jeder Fliegenfischer, der sein Gerät kennt, macht das genau so locker, denn wir trainieren diese Würfe laufend am Wasser.

Thomas E. hat geschrieben:Hingegen ist beim offenen Stand für Distanz "Daumen oben" aus anatomischen Gründen nachteilig, da wird die Greifhaltung verwendet, Daumen links angelegt und mit abgewinkelten Zeigefinger.
Je nach Gewässer und Situation nutze ich mit der Einhandrute alle drei Haltungen (Zeigefinger-, Daumen- und Greif-Haltung). An der Küste fische ich z.B. gern meine 8-er XP in 9 Fuß und wechsel zwischen Greif- und Daumen-Haltung um auf Dauer einer Überanstrengung meiner 33 Handmuskeln vorzubeugen. Am obersten Stück der Traun (von der Autobrücke bis zur Grenze), oberhalb vom Forellenhof in Siegsdorf-Éisenärzt, fischte ich einen Tag auf ca. 250m und hatte abends Muskelkater in der Hand von den kiloschweren, starken Fischen aus den klaren Gumpen. Das war die Hölle....... :mrgreen:

Liebe Grüße,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 29.08.2015, 00:33
von gespliesste
Hallo Norbert,
CPE hat geschrieben: Vielleicht verlinkst Du auch einmal ein Video, in dem ein Wurfgott 20 m (von mir aus DT-) Leine raushaut, dabei die 22er Fliege sanft ablegt und gleichzeitig gekonnt und die Schnur anglerisch sinnvoll mendet. Mir fehlt derzeit einfach noch der Glaube...
Ich denke 20m schaffen so einige geübte Werfer. Wenn dein Vorfach ordentlich verjüngt ist, spielt die Größe der Fliege nach meiner Erfahrung eigentlich keine große Rolle, solange sie nicht zu groß und dazu unbeschwert ist. Gemendet wird nach dem Wurf, meist nachdem du noch Schnur nachgefüttert hast.

LG,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 29.08.2015, 08:08
von Thomas E.
Olaf Kurth hat geschrieben:Jeder Fliegenfischer, der sein Gerät kennt, macht das genau so locker, denn wir trainieren diese Würfe laufend am Wasser.

Je nach Gewässer und Situation nutze ich mit der Einhandrute alle drei Haltungen (Zeigefinger-, Daumen- und Greif-Haltung).
Hallo Olaf,

interessant, was Du schreibst. :)

"Mein" Verein hat auch eine lange Tradition im Castingsport und brachte Leute wie Heinz Maire-Hensge, Jan Neumann u.a. hervor.

Der reine Castingsportler legt die Fliege aber doch recht hart ab, was beim Fischen ein Nachteil ist.
Auch sehe ich bei Ihnen oft Defizite bei Trickwürfen...sie sind eben auf Ziel und Weite mit anderem Gerät eingeschossen.
Komischerweise findet man in den Casting- Kreisen auch begeisterte Mädels, welche unter den FF (noch) selten sind.

Jede Haltung der Fliegenrute bringt mal Vor- und Nachteile, da sollte man wirklich flexibel sein. :wink:



Hi Olaf/gespliesste,

Auf 20 m plus zu rollen, sollte man nicht unterschätzen !

Wir machen sowas auf den "Hamburger Wurftagen" regelmäißig, wie auch den Distanzwurf Überkopf und messen sehr genau mit dem Maßband. :biggrin:
Es gab in der Vergangenheit schon mal um die 100 Besucher, unter Ihnen doch gute Leute.
"Fyggi" ist auch immer mal wieder bei uns.

Das Umlegen der Schnur nach dem Wurf gelingt ja nur einige Meter vor dem Fischer.
Ansonsten kann es je nach Strömungsverlauf sinnvoller sein, die Bewegung bereits in den Wurf hineinzulegen, um Bögen weiter vorn, oder auch ins Vorfach zu bekommen.
Ich versuche stets, die Fliege voraustreiben zu lassen, eben auch bei Würfen schräg stromauf bis querüber.

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 29.08.2015, 15:01
von gespliesste
Thomas E. hat geschrieben: Auf 20 m plus zu rollen, sollte man nicht unterschätzen !

Wir machen sowas auf den "Hamburger Wurftagen" regelmäißig, wie auch den Distanzwurf Überkopf und messen sehr genau mit dem Maßband. :biggrin:
Es gab in der Vergangenheit schon mal um die 100 Besucher, unter Ihnen doch gute Leute.
"Fyggi" ist auch immer mal wieder bei uns.
Ich weiss , mit dem bin ich ja öfter mal unterwegs :wink: Ich weiss auch um die Hamburger Wurtftage.

Ist auch meine Erfahrung, das das Werfen mit Maßbänder doch so einige Überraschungen bereit hält (das ist wohl genau so wie mit der Größe der Fische) :wink: Ich war oft bei den Wurftreffs als ich noch im Ruhrgebiet gewohnt habe. Dazu ist es nach meiner Erfahrung beim Fischen noch mal deutlich schwieriger die gleiche Weite wie auf der Wiese zu erzielen.

Ich meine bei der Präsentation auch keine Rollwürfe, sondern einen ganz normalen Überkopfwurf den man halt nur sehr wenig schiessen lässt. Dafür ist es vor allem wichtig, dass man viel Schnur in der Luft halten kann.
Thomas E. hat geschrieben: Das Umlegen der Schnur nach dem Wurf gelingt ja nur einige Meter vor dem Fischer.
Ansonsten kann es je nach Strömungsverlauf sinnvoller sein, die Bewegung bereits in den Wurf hineinzulegen, um Bögen weiter vorn, oder auch ins Vorfach zu bekommen.
Ich versuche stets, die Fliege voraustreiben zu lassen, eben auch bei Würfen schräg stromauf bis querüber.
Ich denke beides ist sinnvoll. Ich werfe auch in vielen Situationen einen Bogen in die Schnur und mende dann später noch mal nach. Wenn es klappt schwimmt die Fliege voraus und du hast dazu eine verlängerte Drift. Das stand unter anderem auf der Seite von midcurrent.com unter "why fish double-taper lines":
In situations where you want to get a long drift by feeding line downstream as your indicator drifts in the current—or just by making a longer cast, let’s say 50 feet—and then being able to mend from the tip of your rod all the way to the indicator, a DT is great.
Aber genau wie hier standen da natürlich auch andere Meinungen zu den DT gegenüber einer long-belly WF.

Geht mir nicht darum andere Meinungen zu denunzieren, oder mit irgendwelchen Fähigkeiten beim Fischen zu prahlen. Aber wenn wir hier nicht mehr kontrovers diskutieren, dann müsste ich mich wohl auch irgendwann bei Facebook anmelden und immer schön den Like Button drücken :wink:
Ich find in diesen "Grundsatzdiskussionen" kommt immer ne Menge an unterschiedlichen Informationen und Erfahrungen rum. Ich lerne da immer was draus und irgendwer muss es ja anzetteln!

LG,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 01.09.2015, 02:21
von gespliesste
Hallo,

ich hab noch mal zwei Reviews zu DT vs.WF auf Sexy-Loops gefunden, die es vielleicht noch mal in andern Worten ausdrücken:
Many of you might know that I actually prefer fishing the double taper when it comes to dryfly and nymph, simply because of the increased mending and rollcasting abilities of the double taper (as perfectly outlined by the Line God himself here).

If I may, for a minute, dwell on that very same subject, I find one major advantage to the double taper when it comes to distance-presentation and accuracy: I feel that when carrying long lines, the double taper does so much better as you'll never face the problems of overhang and hinging of the line due to the difference between runningline and head (notice that running lines are found on WF-lines, shooting lines are attached to shooting tapers! See Bruce, I'm passing on the wisdom!). So, whether you're presenting your fly at 35 feet or 70 feet, you have outstanding control with the double taper.
und hier findet ihr den zitierten Artikel zu dem Thema vom besagten "Line God himself".

Nur Mut auch mal was althergebrachtes auszuprobieren, hat alles seine Vor- und Nachteile, aber die DT gehört nach meiner Auslegung der Predigt noch lange nicht zum alten Testament. Auch wenn man selbst kein Wurfgott ist :wink:

LG,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 01.09.2015, 09:49
von Heußerer
Hallo Olaf,

auf die ursprüngliche Fragestellung hin, ob eine DT sauberer/feiner präsentiert als eine WF dürfte Hr. Richards also die gleiche Meinung wie ich haben. Es kommt nur auf das Front-Taper an, egal ob DT oder WF.

Dass die DT auf größere Distanzen besser zu menden/kontrollieren ist war von Anfang an klar.

LG, Wolfgang

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 02.09.2015, 00:28
von gespliesste
Hallo Wolfgang,
Heußerer hat geschrieben: auf die ursprüngliche Fragestellung hin, ob eine DT sauberer/feiner präsentiert als eine WF dürfte Hr. Richards also die gleiche Meinung wie ich haben. Es kommt nur auf das Front-Taper an, egal ob DT oder WF.
Im Prinzip stimmt das, solange du das nicht nur auf das was klassich als front-taper bezeichnet wird beschränkst.
Bruce Richards hat geschrieben:A DT and a WF line with the same taper and tip diameter will deliver the same.
Die Mastery Trout DT hat ein Front Taper von 4' und die RIO Mainstream Trout DT 7' danach sind das level-lines. Welche WF verwendest du denn genau?
Viele WF haben ihrem ursprünglichen Namen nach (weight forward) hinter einem kurzen "front-taper" halt erst mal die dicke Keule sitzen und das präsentiert sich dann nicht so delikat.

LG,

Olaf

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 02.09.2015, 07:51
von Thomas E.
Hi Olaf,

ein bekannter Verfechter der "Kurzkeule" ist ja Göran Andersson.

Für das leichte Fischen nimmt er z.B. 10 m einer DT 5 mit angespleißter Running line auf einer Rute Kl. 4.
Er fischt damit an "unmöglichen" Stellen und bringt seine Schnur dort im Switch- Cast aus.

Durch Vorfächer von 5- 6 m plus kommt er ohne Schießenlassen auch schon auf eine Weite von bis zu ca. 18m.
Doch auch mit Schnurschuß landet die Fliege bei Ihm erstaunlich genau !
https://www.youtube.com/watch?v=2wqeEa0zk1M

Neu entwickelte Schnüre von Loop, wie z.B. die Opti Stream sind mir aber auch zu klobig.

Da ich aber diverse DT's liegen habe, baue ich mir diesen Schnurtyp auch schon lange und fische "so" an bestimmten Gewässern, nur die Vorfächer halte ich etwas kürzer, das DT- Stück gern mal länger.

Re: Das darf nicht passieren !

Verfasst: 02.09.2015, 14:06
von gespliesste
Hallo Thomas,

über diese Schnurkonstruktion "half taper DT" mit angespleisster running line hab ich ja Fyggi kennengelernt.

Dazu gab es vor einigen Jahren mal ein heftiges 7 Seiten langes Wortgefecht hier im Forum 2 gegen 3

Kurz danach waren wir das erste mal gemeinsam an der Volme fischen. Fyggi hatte eine #3 WF und ich mit #4 DT. Wir haben abwechselnd stromauf mit Trockenfliege steigende Fische angeworfen (vielleicht 10-12m Entfernung) und waren beide erstaunt, das meine #4 DT deutlich sanfter aufsetzt als seine #3 WF. Egal wer von uns beiden geworfen hat, wir haben die Ruten auch mal getauscht.
Der verdickte Teil nach dem Front-Taper bei der #3 WF hat sich beim aufsetzten der Schnur deutlich bemerkbar gemacht. Eine WF wie von Bruce Richards beschrieben ("same taper, same tip Diameter") also ohne weight forward hat das Problem bestimmt nicht, frag mich dann nur warum sie dann noch WF heisst. :wink:
Thomas E. hat geschrieben:Er fischt damit an "unmöglichen" Stellen und bringt seine Schnur dort im Switch- Cast aus. Durch Vorfächer von 5- 6 m plus kommt er ohne Schießenlassen auch schon auf eine Weite von bis zu ca. 18m.Doch auch mit Schnurschuß landet die Fliege bei Ihm erstaunlich genau !
Ich hab Göran Andersen auch vor drei Jahren hier auf der Aquafish gesehen.
Wasserwürfe sind mit Trockenfliege ja immer so eine Sache, durch den Anker ziehst du bei jedem Wurf auch die Fliege durchs Wasser und je nach Muster saufen die dann eher ab.
Bei mir funktioniert ein ausgeprägter Schnurschuss für die Präsentation von Trockenfliegen nicht wirklich gut, allenfalls noch mit kurzen Vorfächern und wenn es weitgehend windstill ist. Aber ich lasse mich beim Fischen gerne eines besseren belehren.

LG,

Olaf