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Verfasst: 22.07.2008, 12:07
von Eckat
Moin
Christi hat geschrieben:
Frage : Würde es euch allen spaß machen, an einem kleinem überrennten Teich zu fischen "mit der Fliege" und dann noch ein paar Besucher zu PIRSEN?
Ich finde solch ein Teich würde sich nicht rendieren
auserdem "wo bleibt da die NATUR PUR"?
Gruß Christian
Für "Natur pur" gehst du auch weiterhin ans Gewässer deiner Wahl.
Wenn's aber 4-5 (oder mehr)Forellen zum räuchern,braten etc. sein sollen geht's an den Forellensee.
Ich für meinen Teil nehme lieber 4 Forellen aus dem Forellensee als aus dem Wildgewässer.
Und das mit überrannt und Besucher piercen hängt von der Größe der Anlage ab.
Ab wann sich die Sache rentiert hängt natürlich von vielen Faktoren ab.
Was kostet die Pacht für den See,ist er evtl. Eigentum des Betreibers,
hat er noch 'ne Fischzucht dabei oder muß er Besatz kaufen,Personalkosten und Steuern/Abgaben.
Gruß Eckat
Verfasst: 23.07.2008, 10:00
von pehers
Servus an alle!
Also zwei Stunden für einen Forellensee sind mir eigentlich zu weit. So was sollte schon ganz in der Nähe sein.
Ich dachte dabei nicht an kleine Teichanlagen von ein paar m² oder gar ein betoniertes Becken, sondern schon ein seminatürliches Gewässer, wie Kiesgruben, die kleinere Grundwasserseen bilden. Ob diese zu tief sind und die Forellen, die länger in solchen Seen sind, sich dann ins teifere Wasser stellen und so die Befischung mit der Fliege nicht besonders sinnvoll ist, weiß ich eigentlich nicht.
Natur Pur? An wievielen Fließstrecken gibt es das noch? Völlige Einsamkeit beim Fischen? Auch schon eher selten. Naturbestand? Wo?
Die Qualität der Fische kann ein Problem sein - es kann aber mE sehr guter Besatzfisch gezüchtet werden, der auch kulinarischen Ansprüchen genügt - die Preise, die Christi dann zu zahlen bereit wäre, wären allerdings wohl nicht mehr realistisch. Wahrscheinlich würde es dann auch Einschränkungen bei der Entnahme geben müssen. Das ist z.B. in GB völlig üblich (1/2 Tag-2 Fische, ganzer Tag-4 Fische; die Preise an die ich mich erinnern kann, bewegten sich bis ca. € 30,00).
L.G.
Hans
Verfasst: 23.07.2008, 12:26
von Darth Wader
In der neuen Flyfishing&Flytying ist ein schöner Bericht über solche Fisheries auf den britischen Inseln drin. Das sind dann aber nicht kleine Zuchtteiche mit Angelmöglichkeit -wie bei uns häufig-, sondern ausgewachsene Gewässer mit kleiner Bootsflotte.
Wenn ich Fische räuchern oder sonstwie futtern will, gehe ich auch nicht an unseren Bach, um jetzt mit Gewalt nen Sack voll Fisch zu fangen. Ein Freund von mir betreibt eine Bio-Fischzucht mit Bachforellen und Elsässer Saiblingen. Die Fische könnte ich mir zur Not auch aus dem Zuchtteich angeln, aber warum sollte ich? Mit dem Netz geht es wesentlich einfacher, verlässlicher und schneller...
Die Bio-Salmoniden nehmen es von der Qualität her mit einem Wildfang fast locker auf.
In unserem Pachtgewässer gibt es einige kleinere Staus, die sind fast genausogut wie Forellenteiche, nur dass dort wilde Bachforellen drin sitzen. Wenn es -wie gerade- wenig Wasser in den Hauptbächen hat, gehe ich dort gerne hin zum Fischen, das ist ziemlich anspruchsvoll. Gestern abend einige Fische auf Sicht angeworfen, aber bei klarem Wasser und Sonnenlicht sind die Jungs ganz schön heikel und kaum zu tücken.
Generell gibt es in der Schweiz sowas ähnliches: Beispiel Öschinensee, Blausee oder Melchsee Frutt. Das sind Naturseen auf alpinen Höhen, die mit fanggroßen Fischen (Regenbogner, Namaycush Saiblinge) besetzt werden. Für einen Obolus von ein paar Franken (oder per kantonalem Patent) kann man dort nach Lust und Laune fischen. Zurücksetzen von Fischen ist generell verboten und die tägliche Entnahme ist begrenzt (Melchsee Frutt: 5 Fische). Von beiden Seen bin ich schon als Schneider zurück, weil auch die doofen Teichforellen nicht so einfach zu fangen sind. Aber die grandiose Natur, in der man dort fischen kann, macht das wieder wett. Und Naturerlebnis/Einsamkeit gibt es dort auch, schon allein aufgrund der Größe der Seen... Infrastruktur: hervorragend. Bootsflotten, Gastronomie... alles da. Im Winter finden Eisangelevents statt, das volle Programm.
Verfasst: 23.07.2008, 12:54
von pehers
Servus an alle!
Zur Präzisierung meiner eigenen Ungenauigkeit darf ich folgende Definitionen hier anbieten:
Angelteiche: Sind ablassbar und von geringer Größe, (< 1ha) hier erwarten die Kunden quasi Fanggarantie für ihre Kühltruhe oder Räuchertonne, dafür werden permanent fangfähige Portionsfischem nachgesetzt.
Angel-/Baggerseen: Diese sind nicht ablassbar, werden mit fangfähigen Fischen regelmäßig je nach Ausfang nachbesetzt, wenige Überlebende können zu kapitalen Exemplaren heranwachsen (manchmal werden auch Kapitale als Attraktion/Aufreißer) eingesetzt. Keine „Fanggarantie“ aber gute Fangchancen.
Bewirtschaftete (geschlossene) Gewässer: Regelmäßiger Besatz mit fangfähigen Fischen und Großen, um die Attraktivität des Gewässer zu erhöhen. Keine Fanggarantie, reelle Fangchancen.
Naturnahe/natürliche Gewässer: Möglichst kein fangfähiger Besatz, Attraktivitätsbesatz ist tabu! Kein Ergänzungsbesatz in der Angelsaison – Chancen wie sie die Natur eben bietet.
Zur Preisbildung: Pachtkosten + Besatzkosten + Bewirtschaftungsaufwand + Risikorücklage = Gesamtkosten! Diese dividiert durch die Summe der Angelkarteneinnahmen (Kartenzahl x Kartenpreis) muss sich decken.
In der Diskussion hier schweben mir Varianten 2 und 3 vor, Variante 1 ist das Fischen im Zuchtteich selbst und soll eher 3-jährigen unter Aufsicht vorbehalten bleiben - Variante 4 sollte eben entlastet werden.
Variante 2 und 3 würde sicher eine gute und spannende Fischerei in allen möglichen Gewässern, die sich für eine derartige Bewirtschaftung eignen bieten. Wie sieht in Deutschland die Situation von ehemaligen Kohlegruben aus? Das müssen, den Berichten, die ich im Fernsehen gesehen habe, folgend, ja spannende neue Ökosysteme sein. Wie ist da eine fischereiliche Nutzung vorstellbar? Werden diese Seen für Salmoniden zu warm? Baggerseen, Talsperren, Weiher etc. an denen schützenswerte Naturbestände nicht vorkommen, könnten derartig genutz werden.
Wie schon geschrieben schwebt auch mir das Vorbild der Englischen Stillwater Fisheries vor. Diese Seen sind von einigen ha (große Teiche/Baggerseen) bis einige hundert ha (wie natürliche Seen, z.B. Rutland Water) groß, man kann vom Ufer oder von Booten aus auf Forellen fischen. Die Qualität der Fische ist dort immer hervorragend, da selbst fangfähige Fische zeitlich früh genug vor der Saison besetzt werden, sodass sie sich aklimatisieren und verwildern können. Mit Angelteichen, an die man geht um schnell mal 10 Forellen zum Räuchern zu fangen, hat das nicht zu tun! Dort ist man genauso auf Können und Anglerglück angewiesen, wie an Naturgewässern (nur dass der Bestand reglemäßig nach Bedarf ergänzt werden kann). Die professionelle Kalkulation ist relativ einfach: Die erlaubte durchschnittliche Entnahme muss in etwa dem ortsüblichen Speiseforellenpreis entsprechen und einem Zuschlag für Zusatzaufwand, den die sportfischergerechte Pflege der Anlage ausmacht. Man kommt da leicht auf 15,- €/kg, oder auf ein Fanglimit von 2 Forellen bei EUR 15,00 bis EUR 20,00 je Angelkarte. Oft wird aber nur Eintritt (und Bootsmiete) erhoben und dann sind die gefangenen Fische per/kg zu bezahlen.
Wie gesagt, wäre das für mich eine Alternative, die ich mir durchaus vorstellen kann.
L.G.
Hans
Verfasst: 23.07.2008, 15:07
von Ralph Hertling
Moin!!
An einem Gewässer analog den britischen Stillwater Fisheries würde ich auch gerne angeln und einen entsprechenden Preis zu zahlen bereit sein.
Ist der Kreidesee in Hemmoor nicht fast so etwas?
TL
Ralph
Verfasst: 23.07.2008, 21:32
von Darth Wader
moin moin
sach ich doch: in der schweiz die besetzten bergseen. die spielen im gleichen stadion wie die fisheries auf den inseln...
fast naturgegebene bedingungen, nur dass die fische dort halt mit dem hubschrauber hochgeschafft werden.
aloha
olli
Verfasst: 24.07.2008, 07:33
von Heinz
Hallo,
an so einem Gewässer würde ich gerne angeln, da mir gesundheitlich bedingt so etwas sehr entgegenkommen würde. Voraussetzung wäre allerdings für mich leichte Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zumindest Unterkunftmöglichkeit in der Nähe (dann würde ich einige Tage dorthin fahren) und eine gelegentliche Sitzmöglichkeit (Bank) am Wasser. Ich würde mir dann durchaus auch eine Jahreskarte im Preisbereich bis ca. Euro 1000 nehmen, wobei die Entnahmemöglichkeiten für mich nur sekundäre Bedeutung hätten.
Grüsse
Heinz
Verfasst: 24.07.2008, 08:54
von pehers
Servus!
Dann stellt sich die Frage, warum es so was bei uns noch nicht gibt!
@Heinz: Weisst Du zufällig, was z.B. in Linz und Umgebung eine aufgelassene Schottergrube Pacht kostet?
@all: Wie werden die ehemaligen Kohletagbaue, die geflutet wurden, tatsächlich fischereilich genutzt?
L.G.
Hans
Verfasst: 24.07.2008, 09:40
von brummer
Hallo Hans,
was für Kohletagebaue meinst Du eigentlich???Du mußt schon konkreter werden und sagen was Du willst!
Gruß,René
Verfasst: 24.07.2008, 10:32
von pehers
Servus Rene!
Da kenne ich mich zu wenig aus - wenn Du über einen bescheid weisst, würde mich einfach interessieren, was das für Gewässer werden? Eher warm, oder bleiben sie kühl?
Sind sie also als Lebensraum für Salmoniden geeignet?
Werden sie schon fischereilich bewirtschaftet oder will man da eine fischereiliche Nutzung nicht zulassen?
Tw. wird meines Wissens vorerst Wasser aus Flüssen zur Befüllung verwendet. Stimmt das?
Oder sind das Grundwasserseen?
Nichts Spezielles halt, aber was sich tut, würde mich einfach interessieren.
Also an alle, die dazu was wissen - besten Dank für Infos,
Hans
Verfasst: 24.07.2008, 11:01
von brummer
Hallo Hans,
wenn Du die Kohlelöcher bei Leipzig meinst würde ich Dir folgendes vorschlagen.
erkundige dich bei den zuständigen Behörden wie SMUL,Wasserbehörden etc. über den derzeitigen Stand.
da erfährst Du aus erster Hand was mit diesen Gewässern passieren soll........oder Du erfährst nichts,kann natürlich auch sein.
Gruß,René
Verfasst: 24.07.2008, 11:14
von Wolfgang Hinderjock
Die gefluteten Braunkohletagebaue sind, zumindest in den ersten Jahren wohl eher kritisch zu betrachten, bezüglich fischereilicher Nutzung.
Sie sind anfangs meist recht sauer, haben also sehr niedrige PH-Werte, bei gleichzeitig hohen Leitfähigkeiten durch Eisen-, Sulfat- und Kalziumkonzentrationen.
Das kann sich unter güstigen Bedingungen mit der Zeit ändern, hängt auch vom Flutungsverfahren und den örtlichen Gegebenheiten ab.
"Alte" Tagebaugewässer wie der Senftenberger See haben neutrales Wasser, da hier alkalines Flußwasser zur Flutung diente.
mfg
Wolfgang
Verfasst: 24.07.2008, 12:43
von Heinz
Hallo Hans,
über die Pachtkosten von derartigen Gewässern weiss ich leider nichts.
Man muss allerdings bei uns auch sehr auf die Eignung für Salmoniden aufpassen. In Alkoven bei den Petrijüngern ist der Hauptbaggerteich sicher z.T. bis 7 m tief, der Durchschnitt würde ich sagen ca. 5m.
Die Teiche sind von Grundwasser (Donau) durchflossen. Früher waren dort öfters Besatzmassnahmen mit Forellen (RF). In einem der letzten Jahre (ich glaube das war 2003, wo es so heiss war)-sind die RF eingegangen und seit damals besetzt man nur mehr RF im Zeitraum März/April- das sind dann solche mit ca. 40dkg, die so etwa jeweils eine Woche nach dem jeweiligen Besatz rausgefangen sind - es ist ja ausser Spinnfischen fast alles erlaubt (von Made bis Wurm). Ansonsten ist das Gewässer ein fast reines Karpfengewässer plus einigen Raubfischen, die fast das ganze Jahr geschont sind. Das nur als negatives Beispiel.
Grüsse
Heinz
Verfasst: 24.07.2008, 14:03
von Tobsn
Das größte Negativbeispiel findet sich
HIER! Ich glaube noch schlimmer geht es kaum...
T
Verfasst: 24.07.2008, 14:17
von Ulf
Moin
@ Tobsn,
Sei froh dass die Jungs, deren Herkunft man erahnen kann, in
solchen Gewässern "rauben".
Die Forellen die dort zu sehen sind, sind doch mit Antibiotika vollgepumpte, nicht mehr wirklich produktionsfähige Zuchtforellen, deren Sinn und Zweck wohl dafür bestimmt ist, in einem solchem Gewässer gefangen zu werden, da sie in ihrem Leben bestimmt genug Nachkommen erzeugt haben. Diese Fische werden dann günstig an solche Gewässer abgegeben.
Es gibt auch solche, wie von Hans genannten Gewässer bei uns im Harz.
Hier zum Beispiel werden solche Gewässer vom ASV Braunschweig bewirtschaftet.
Noch besser die Seen in Claustal-Zellerfeld wo damals, ich glaube ´94 war es, diese Veranstalltung von der Zeitschrift Blinker stattgefunden hat.
War jemand von Euch dort?
Ich glaube damals war es ein Privatteich u.a. vom Begli.
Verbessert mich wenn es falsch ist.
Und im Winter, wenn bei uns alle Gewässer gesperrt sind (in meinem Verein ist das der 15.10.. Selbst die Äsche) gehe ich , wenn ich es nicht mehr aushalten kann, schonmal an einen kommerziel bewirtschafteten See/Teich, man kann es auch Puff nennen.
Aber heute gehe ich wieder an mein schönstes Vereinsstück,
Klick und zwar in genau... 120 min
In dem Sinne
gruss Ulf