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Verfasst: 23.12.2007, 14:19
von Mario Mende / Sachsen
Ja genau, die historischen Anlagen.
Allerdings der erste Link mit demBild von der Preßnitz ist heikel. Denn das Mutterbett verläuft zwar direkt unter dem Wehr, es sind aber noch 2 kleinere Wehranlagen in diesem Wehr integriert. (Wehranlage am Gegentrumstollen)
Ob und in wie fern man sich hier auf eine Mindestdurchflussmenge festlegen kann?
Im rechten "Wehr"teil fliesst das Wasser jedenfalls.

So sieht es 50m unterhalb des Wehres aus. Allerdings kann über den rechts neben dem Wehr befindlichen "Wasserlass" kein Fisch aufsteigen!
Die Neunaugen verrecken an diesem Wehr- jedes Jahr das gleiche Spiel!
Zum heulen, aber Realität!

Verfasst: 23.12.2007, 17:46
von Gammarus roeseli
Mario Mende: hat Folgendes geschrieben: Die Neunaugen verrecken an diesem Wehr- jedes Jahr das gleiche Spiel!
Zum heulen, aber Realität!
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Hallo Mario,
Sterben müssen wir alle irgendwann.
Die Larven (Querder) leben 3 bis 5 Jahren im Sediment eingegraben. Bachneunaugen nehmen nach der Umwandlung zum erwachsenen Tier keine Nahrung mehr auf, bereits während der Metamorphose wird der Darm zurückgebildet
Das große Sterben der Neunaugen fand wahrscheinlich von März bis Juni statt, Nach der Fortpflanzung sterben die erwachsenen Neunaugen.
PS: Neunaugen gibt es bei uns meines Wissens nach, leider nur noch in der Lauterach bei Schmidtmühlen.
Vor 2 Jahren machte ich mal Urlaub im wunderschönen Elb-Sandsteingebirge, (Nationalpark Sächsische Schweiz) an der Kirnitzsch! Biologen führten gerade eine Elektrofischerei durch und machten Bestandsuntersuchungen. Sie fingen Bachforelle, Mühlkoppe und Neunaugen. War echt hoch interessant!!!!
Grüsse an die schöne Elbe
Verfasst: 23.12.2007, 21:55
von Mario Mende / Sachsen
Schmidmühlen ist eine feine Strecke, habe dort bei Rubenbauers in der Privatstrecke gefischt. (Gute Fische im oberen Streckenteil!)
Übrigens, der Förster mit den Biberfallen kommt aus der Region!

Verfasst: 24.12.2007, 16:45
von Gammarus roeseli
Pehers (Hans) hat Folgendes geschrieben: dass mindestens 90% der Wasserkraftresourcen bereits genützt sind!
A rinnerter Bach hat also schon Seltenheitswert! Frei fließende große Ströme noch mehr: Donau zB zwei Stücke in Österreich: Wachau und Nationalpark Donauauen. Enns - eine Staukette, Inn - eine Staukette, Traun - massiv degradiert! Man muss einfach mal sehen, wann Schluss ist!
Hallo Hans,
Kennst du die DVD Titel: Wasser (NZZ Format)
„Der Strom, der aus dem Wasser kommt.“ (Alpenländer wie Schweiz und Österreich) aber auch auf Deutschland zu beziehen!
Mir hat es die Augen jedenfalls weit geöffnet!!! !!! !!!
Die Kommentare von Christian Moritz (Limnologe) sind höchst interessant und aufschlussreich, (Schwellbetrieb: Leichgeschehen und Entwicklung von Fischeiern … , Fischbestände nehmen dramatisch ab von 20-30 Fischarten auf 3 bis 4. …)
Die Kommentare von Herwig Waidbacher (Biologe), (das Problem ist, das sich nichts richtig einstellen kann …, den denn Flussfischen die es kalt lieben fehlt es an …,und denn anderen Fischen die es warm Lieben ist es zu kalt!!! !!!)
Mir hat dise DVD „Wasser“ Der Strom, der aus dem Wasser kommt, gezeigt das Kleinwasserkraftanlagen und Laufkraftwerke, zwar Regenerative Energiequellen
sind, aber nichts, aber auch überhaupt nichts, mit Umweltfreundlichkeit zu tun haben!!!
PS: Du findest die DVD „Wasser“ bei
http://www.nzz.ch/format unter: DVD (gelb) dann NZZ Format
„Fröhliche Weihnachten“ !!! !!!
Grüsse Christian S.
Verfasst: 24.12.2007, 17:44
von Mario Mende / Sachsen
Hallo Christian,
hast du ausser Google-Schnellfindelinks auch "EIGENE ERFAHRUNGEN" zu bieten?
Jeder deiner "Freds" ist gespickt mit Links und Aussagen anderer Leute oder Vereine, das kommt mir doch etwas spanisch vor?
Was bezweckst du damit? Meiner Meinung nach ist das Werbung und sicher "weihnachtliche Toleranz der Moderatoren", dass diese noch nicht gelöscht wurde! Es ist unfair den Bannerwerbern gegenüber!
In 32 Jahren sollten sich aber eigene Erfahrungen angesammelt haben.
Eine kurze Anfrage interessenhalber von mir bei Leo Mayer bezüglich der Neunaugen in deiner Region wies deinerseits sehr lückenhaftes Fachwissen auf...
Mir kommt es vor, als ob hier Unruhe entstehen soll?? Liege ich da falsch, dann tut es mir leid! Es kommt mir aber so vor.
Aber nicht destro trotz, ich wünsche ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen fleissigen Weihnachtsmann!
Verfasst: 24.12.2007, 22:04
von Gammarus roeseli
Mario Mende hat Folgendes geschrieben: Was bezweckst du damit? Meiner Meinung nach ist das Werbung
Hallo Mario,
mit Werbung soll das nichts zu tun haben, ich habe nichts davon, es sollen lediglich Empfehlungen sein, da es nicht immer einfach ist gutes Fachmaterial zu bekommen, ob man es annimmt oder nicht soll jedem selbst überlassen sein!!!
Sollte ich jemanden dadurch benachteiligen dann möchte ich mich dafür entschuldigen!
Aber meiner Meinung nach erlangt man Wissen oder Fachwissen nicht so leicht und ich glaube nicht dass sich „Informieren“ z.B. in Zeitschriften, Büchern oder übers Internet schaden kann!!! (Behauptet wird heutzutage zu viel und gewusst zu wenig. Leider.) Du weist wovon ich spreche. Ich kann mit Fakten besser leben als mit Vermutungen.
Was ich damit bezwecken will?? Ich finde Artenschutz geht uns alle etwas an und ist heute wichtiger denn je, das Wohl der Fische liegt mir nun mal am Herzen!!!
PS: Man sollte nachfolgenden Generationen auch die Möglichkeit geben die Natur kennen zu lernen und vielleicht sogar zu Fischen!!! !!!
Von dem weit verbreitetem denken „nach mir die Sintflut“ halte ich nichts!!
Und von mir aus nenn mich Träumer, das hat man zu Otto Lilienthal auch gesagt.
Mit freundlichen Grüßen Christian S.
Verfasst: 25.12.2007, 01:10
von Gammarus roeseli
Mario Mende hat Folgendes geschrieben: Eine kurze Anfrage interessenhalber von mir bei Leo Mayer bezüglich der Neunaugen in deiner Region wies deinerseits sehr lückenhaftes Fachwissen auf...
Guten Morgen Mario,
Ich würde mich sehr freuen wenn du meine Bildungslücken in sachen Neunauge (ich nehme an Ukrainisches Bachneunauge) ausfüllen körntest.
Meine Informationen stammen nur aus (Buch ) Die Süßwasserfische Europas.
Mit freundlichen Grüßen Christian S.
Verfasst: 25.12.2007, 20:48
von Mario Mende / Sachsen
Selbstverständlich.
Bachneunauge (Lampetra planeri, Bloch 1784)
FFH-Art-Code: 1096; Anh. II; Rote Liste D: 2
Vorkommen in kleinen und mittelgroßen sauerstoffreichen Bächen der Mittelgebirge, aber auch in sandigen Tieflandsbächen. Vergesellschaftung mit Groppe und Bachforelle häufig.
Fluss- und Meerneunauge werden auch wieder öfter von Fischern in der Elbe gefangen. Es ist erstaunlich wie schnell sich die Tierwelt wieder ansiedelt, wenn die Wasserqualität besser wird.
Verfasst: 26.12.2007, 20:51
von Gammarus roeseli
Hallo Mario,
na ja, umgehauen hat mich das noch nicht!!! Du hast dich informiert und das ist Super!!! !!!
(Die Buchseiten in denen heimische Neunaugen bei mir beschrieben sind, sind schon ganz abgegriffen.)
Es gibt übrigens ein brandneues Buch: „Fische-Krebse-Muscheln“ in Heimischen Seen und Flüssen, 115 Arten in über 350 Lebendabbildungen. Von „Wolfgang Hauer“.
Gefährdungsursachen und Gefährdungsstatus (Rote Liste) in Deutschland und Österreich werden dargestellt. (Gutes Info- material!!)
Grüsse an die schöne Elbe
Verfasst: 03.01.2008, 14:39
von Achim Stahl
Hallo, hallo,
könnte mir mal bitte der Eine oder andere, der hier so ganz grundsätzlich gegen die Nutzung von Wassrkraft ist, erklären, wie sein "Wunschstrom" produziert werden soll, natürlich flächendeckend für Deutchland.
Sprich: Welchen Kraftwerktyp hättet ihr gerne in eurer direkten Nachbarschaft? - Ein Atomkraftwerk? - Braunkohle? - Erdöl? - flächendeckend Windräder?
Oder einfach den Strom aus der Ukraine kaufen und sich ein Ei darauf backen, wie die den dort produzieren?
Eines ist doch klar: Die Stromkonzerne verfolgen nur ein Ziel, nämlich Gewinnmaximierung. Das heißt, sie werden niemals für etwas Geld ausgeben, das den Ertrag nicht steigert, wenn sie dazu nicht gezwungen werden. Filter in Kohlekraftwerken gibt es auch nur, weil der Widerstand in der Bevölkerung das gefordert hat.
Genau so sieht es mit der Wasserkraft aus. Solange sich kein kluger pragmatischer Widerstand formiert, der eine vernünftige umweltverträgliche und faunenschonende Wasserkraftnutzung einfordert, wird es weiterhin so laufen wie bisher.
Wer die Nutzung der Wasserkraft grundweg ablehnt und keine Alternativen anbietet wird niemals ernst genommen werden.
Die deutschen Sromerzeuger besitzen ein technisches Know How auf allerhöchstem Niveau. Kein Mensch kann ersthaft glauben, dass die Jungs nicht in der Lage sind, eine Turbinenanlage zu bauen, die keine Fische zerhäxelt. Und auch Wasserkraftwerke, die den Fluß für alle Fischarten durchgängig lassen gehören nicht wirklich zu den großen technischen Herausforderungen. Nur das kostet alles Geld. Und auch wenn so ausgerüstete Wasserkraftwerke mit Sicherheit immer noch wirtschaftlich arbeiten, passt das nicht zur Maxime der Gewinnmaximierung.
Die Stromerzeuger tun nur etwas für die Umwelt wenn man sie zwingt (oder wenn es sich schön marketingmäßig aufbereiten lässt).
In der Bevölkerung gilt Strom aus Wasserkraft immer noch als sauberer Strom. Und im Prinzip ist er das ja auch: kein CO2 Ausstoß, keine giftigen und radioaktiven Abfälle, keine Verschwendung fossiler Brennstoffe.
Unser Protest sollte sich deshalb vor Allem gegen die der Umweltg gegenüber gleichgültige
Art und Weise richten, in der die Stomerzeuger die Wasserkraft nutzen. Dann wären wir auch nicht allein auf weiter Flur. Stellt euch nur mal vor: Filmaufnahmen von zerstückelten, im Todeskampf zappelnden Fischen zur besten Sendezeit im Fernsehen oder einfach mal vom alltäglichen Schwellbetrieb an einem Fluß, wo hunderte von Mühlkoppen jämmerlich auf den trocken gefallenen Kiesbetten ersticken. Gegen diese -vermeidbaren- unglaublichen Mißstände vorzugehen ist sicherlich viel praktikabler und findet in der Bevölkerung eher Akzeptanz, als die Abschaffung der Wasserkraft zu fordern.
Viele Grüße
Achim
Verfasst: 03.01.2008, 18:35
von Rattensack
Hallo Achim,
entschuldige, aber du hast es scheinbar immer noch nicht begriffen:
Ein Wasserkraftwerk, das keine Fische zerhäkselt und über eine 100% funktionsfähige Fischaufstiegshilfe verfügt, ist trotzdem eine Katastrophe für Flließgewässer.
Weil: Ein Stau ist einfach kein geeigneter Lebensraum für rheophile Flussfische. In einer Staukette können Huchen, Lachs, Äsche, Neunauge, Nase, Streber .... schlicht ganz einfach nicht existieren!
Also BITTE hört endlich auf, euch nur auch die Durchgängigkeit und die Schäden in den Turbinen zu beziehen - jedes Wasserkraftwerk (mit Ausnahme von Ausleitungskraftwerken) staut Fließgewässer ein, und vernichtet damit LEBENRAUM!!!
Des weiteren ist gebetsmühlenartig festzustellen, dass Energiesparen weit mehr Potential birgt als der Ausbau von Wasserkraft oder Biomasse.
Fließgewässer sind endend, wie auch Ackerbauflächen. Und nebenbei kann Energiesparen massenhaft Arbeitsplätze schaffen. Den Energieversorger AGs gehts nicht um Versorgungssicherheit, sondern darum, die schon derzeit horrenden Gewinne (zumindest in Ö) für ihr Aktionäre weiter auszubauen.
Wir sind hier in einem Huchen - Thread: Der Huchen wird mit ziemlicher Sicherheit aussterben (in seinem gesamten Verbreitungsgebiet!), wenn in den nächsten 50 Jahren der Ausbau der Wasserkraft so weiter geht - auch mit 100% Fischaufstiegshilfen und 0% Sterblichkeit in Turbinen. Ich denke, das ist wohl ein gewichtiges Argument, das auch in der Öffentlichkeit zieht!!
Wenn der Huchen von diesem Planeten verschwindet, so wär dies nicht nur unethisch, dumm und unwirtschaftlich, sondern auch gesetzeswidrig (FFH-Richtlinie etc.).
Clemens
Verfasst: 03.01.2008, 19:06
von Achim Stahl
Hallo Rattensack:
ich habe zumindest eines begriffen:
Strom kommt nicht einfach so aus der Steckdose!
Klimaveränderung durch CO2-Ausstoß, saurer Regen, Tschernobyl etc. verbessern auch nicht gerade die Lebensbedingungen der Fische.
Viele Grüße
Achim
Verfasst: 03.01.2008, 19:22
von Rattensack
Ich weiss, dieses K.O. Argument wird immer aus dem Talon gezogen, wenn sich Wasserkraftfreunde in die Enge getrieben fühlen.
Aber das Problem werden wir sicher nicht damit lösen können, die letzten Fließstrecken zu vernichten. Nicht einmal ansatzweise.
Weil Wasserkraft ist derzeit im Energiemix Europas total unbedeutend,
und würde das auch nach einem Totalausbau und dadurch induzierten riesigen Artensterben bleiben.
Das gilt es zu transportieren!
Clemens
Verfasst: 08.01.2008, 08:23
von pehers
Servus!
Und selbst wenn das gestaute Habitat noch als Lebensraum für gewisse Arten geeignet ist - Äschen, Forellen und Huchen finden ja in Stauräumen Lebensbedingungen vor, mit denen sie zumindest zurecht kommen - ist es doch so, dass die Populationen eben nicht mehr selbsterhaltend sind und nur durch Besatz gestützt überleben können!
Beste Grüße,
Hans