Fliegenwerfen - wie geht das eigentlich? Wie kann ich meine Leine effektiver ausbringen und Fehler ausmerzen? Was hat es mit den AFTMA-Klassen auf sich? Was sind Spezial- und Trickwürfe? Fragen über Fragen! Hier könnt Ihr Euch gegenseitig helfen.
Original geschrieben von Gerry-Pfälzer Wozu soll ich 20 m in der Luft halten um sie abzuschießen um dann z.B. die 27m Leinenlänge zu erreichen, wenn ich das gleiche, mit wesentlich geringerem Kraftaufwand per Doppelzug mit z.B. 11 - 13 m Schnur außerhalb des Spitzenringes auch erreichen kann? Ich rede hier von praxisnahem Fischen nicht von Kunststückchen auf der Wiese.
Gruß Gerry
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Guten Abend Gerry!
Nix für ungut aber meine Meinung ist:
Du erreichst mit 11-13m Schnur ausserhalb des Rutenringes,
keine 27m Schnur + gestrecktem Vorfach von (x)cm.
Lies dir doch mal die Frage von Rupert genau durch.
Ob es Sinn macht in der Praxis oder nicht, ist doch irrelevant.
Allerdings muss ich sagen, das ich durchaus auch mal so viel Leine beim Fischen in der Luft halte, vor allem wenn du Gegenwind hast, gibt es so gut wie keine Chance viel Schnur zu schiessen.
Heute habe ich Fische jenseits der 24m Marke gefangen mit ner DT4.
So viel Schnur musst du in der Luft halten, wenn du eine bestimmte Distanz brechen willst, mit so leichtem Gerät. Mit 12m kommst du nicht annähert an 27m oder gar 30m ran (es sei denn du benutzt einen Schusskopf und monofile Runningline).
>diesen Sinn kann ich aber nun mal nicht erkennen, da mit weniger Aufwand >leichter erreichbar.
Eben nicht, es ist praktisch nicht möglich die oben genannte Distanz zu erreichen mit einer normalen DT oder WF, wenn du nur so eine geringe Schnurlänge beschleunigst.
Selbst die besten Schusskopfwerfer benutzen eine gewisse Menge an "overhang" (=Distanz Schusskopf - Rutenspitze), Steve Rajeff laut eigenen Aussagen mehr als 5m.
Hallo,
die meisten guten Werfer haben zwischen 18 und 20m WF- Leine vor dem Spitzenring, bevor sie mit einem guten Schuss den Rest der Leine von der Rolle schießen lassen.
Nur die Keule auszuspielen, ist m.E. nach zu wenig, weil die Reibungsverluste zu hoch sind, wenn die "abgeschossene Keule" noch 10 m oder mehr durch die Ringe ziehen soll.
20m vor dem Spitzenring in der Luft sind oft zu viel, weil die 20m nicht mehr schnell genug sind und zu unruhig in der Luft liegen.
Für jede Ruten-Leinen-Kombination gibt es einen optimalen Schusspunkt, der aber keinesfalls (außer bei Schussköpfen) schon am Beginn der Runningline unmittelbar hinter der Keule liegt, wenn diese "normal" lang (ca.14m) ist.
ich kann mich Gerry nur anschließen. Der Doppelzug ist für den weiten Wurf sehr,sehr wichtig. Ich halte es auch so: Keule außerhalb des Spitzenringes, beim letzten Vorwurf ein kräftiger Zug und ab damit ! Die so erreichte Weite reicht an meinem Gewässer bei weitem aus. An guten Tagen schaffe ich ( auf der Wiese ) auch mal die ganze Schnur. Aber am Wasser beim fischen habe ich diese Länge noch nie gebraucht. Durch die dünne Runningline lässt sich das ganze auf dem Wasser nicht mehr oder nur sehr schlecht kontrollieren.
20m in der Luft halten klappt schon mit der XXD oder einer DT. Der praktische Zweck sei dahingestellt aber wer so eine Schnurlänge sauber führen kann beherrscht das werfen auf kürzere Distanz sicher noch besser. Und das ist ja auch kein Nachteil.
Also, üben, üben, üben und die Trickwürfe nicht vergessen. Denn die sind noch viel wichtiger als die Weite.
sagen wir mal so.......ich habe bei Distanzwürfen natürlich noch nicht die tatsächliche Länge der Schnur nachgemessen, die aus dem Spitzenring war.
Ich weiß aber mit Sicherheit, dass es keine 18 und schon garkeine 20 m waren und wenn ich bei meiner Werferei etwas falsch machen würde, dürfte ich wohl nie ins Backing werfen, was aber nicht so unbedingt das Problem darstellt. Es gibt bei jeder Schnur einen idealen Punkt zum Schießen lassen, wenn du diesen gefunden hast ist nach meiner Meinung alles darunter oder darüber unnötiger Kraftaufwand für den optimalen Weitwurf. Aber auch ich nehme noch etwas an und lasse mir gerne vorführen, dass ich falsch liege. Und jetzt mog i nimmer.
Natürlich ist dazu auch der Doppelzug sinnvoll und wichtig, da würde ich auch gar nicht widersprechen.
Hier findet ihr ein paar Videos von teilw. dänischen Instruktoren:
Also zuerst ein paar Leute die 22m in der Luft halten, dann einer der 30m schafft und zum Schluss ein Video mit 22m in der Luft ohne Doppelzug.
Hallo Huachn und Kollegen ,
soweit ist hier alles beschrieben und individuelle Möglichkeiten aufgeführt,was den Overhang angeht hatten wir glaube ich in den letzten Monaten mind. 1 thread mit zahlreichen postings,such doch einmal hiernach vielleicht noch etwas für Dich dabei.Noch ein paar Anmerkungen von mir,die für mich wichtig sind.20 -25 m Leerwürfe sollten nach Training und Verstehen des Doppelzuges möglich sein,die dänische Seite mit den Filmchen ist nett,leider sieht man nur die Arm -Körperbewegung und nicht das optische Ergebniss,und das sieht nicht immer schön aus(Tailing loops und gleichgesinntes).Die Meisten Rückwürfe sind optisch und somit von der Effizienz der möglichst engen Schlaufe noch verbesserungsfähig,diesc sieht man auch ganz gut bei vielen "Grossen",alle kochen nur mit Wasser und haben gute und schlechte Tage.Aber das Vermögen so etwas werfen zu können finde ich schon alleine bezgl. des Erlernens der Technik schon erstrebenswert unabhängig von der Nutzbarkeit am Wasser.Auch wird der Doppelzug oftmals mit zuviel Kraft in der Rute geworfen,dies ist z.,B. eine Sache die man mit solchem Training der weiten Leerwürfe gut lernen kann zu meistern.Auch wichtig eine optimale Abstimmung des Gerätes,hier kann man sagen das es viele Leute gibt die mit nicht optimal abgestimmtem Gerät werfen,dies ist bei diesen Dimensionen rel. wichtig.Wie auch immer ,Übungen und Praxis sind der Schlüssel dorthin....
Sepp Fuchs hat zumindest zugesagt zu meinem Treffen zu kommen(2.Bergisches Fliegenfischertreffen - 24.April 2004) wer also kommen möchte und ihn sehen oder mit uns und anderen etwas werfen möchte ist gerne eingeladen,
beste Grüsse,Rolf Renell
(Eifeler Fliegenfischerschule)
Wenn man weit werfen will, sollte man Schnurmengen von mehr als 20m in der Lust halten können, und zwar sauber. Sonst wird das nix. Viele der Master-Caster benutzen Schnür, die ein sehr langes Taper haben (SA XXD). Dadurch kann ich viel Schnur in der Lust halten, habe aber am Ende eine dünnere Runningline, die das Schiessenlassen der Schnur erleichtert. Spitzenwerfer erreichen so weiten jenseits der 30m. We man die Schnurklasse in Verhältnis zur Rute wählt, würde ich individuell abstimmen. Ich werfe z.B. die XP 590-4 mit einer 5er XXD. Grundsätzlich sollte die Rute Reserven haben, wenn mehr Schur draussen ist. Allerdings bin ich kein Casting Spezialist.
vielen dank für den link, sind echt geile videos, aber: wenn ich mir das genau ansehe, bemerke ich, dass diese werfer die gerade neben dem körper schon etwas verlassen, daraus resultierend das vorfach bzw der vordere teil der schnur nach rechts oder links ausschlagen muss. das ablegen der schnur sieht man leider nicht, ich frage mich, ob die die schnur schön gerade ablegen können (bei diesen distanzen)?
Original geschrieben von stekus mir ist nach lesen dieser Diskussion eine Frage gekommen: Kann man mit einer DT auch einen Doppelzug machen? Oder geht das nur mit WF?
Hallo,
ich denke, dass wir bei dieser Diskussion klar zwischen " praktischem Fischen " und " Wurftraining " unterscheiden sollten.
Beim fischen genügt es, 15m Leine mit DZ sehr sauber in der Luft zu halten, denn dann kann man nach 1 bis 2 Leerwürfen 10 bis 12 m schiessen lassen.
(Voraussetzung ist allerdings eine gepflegte Leine, die öfters während eines Angeltages mit Flylinedressing behandelt wird).
Ob es allerdings Sinn macht, z.B. eine 16er Trockenfliege am 12er Vorfach auf 20m oder mehr im Auge zu behalten und bei einem Biss auch noch den Anschlag (bei der langen Leine) durchzubringen, ist fragwürdig.
Alle Distanzwürfe bei den FFFE-Prüfungsanforderungen haben sehr wohl einen Sinn. Der Werfer und angehender Instructor, muss beweisen, dass er die Technik des Fliegenwurfes verstanden hat und Diese auch (möglichst)fehlerlos umsetzen kann. Z.B. beim 20 bzw. 24 m Leine in der Luft halten, müssen alle Elemente des Fliegenwurfes ( Konsequente Stopp's, Arbeitsweg, Arbeitswinkel, Timing) zusammenpassen um saubere Leerwürfe zu werfen.
Bei all dieser "Weitwerferei" sollte es nur um das verbessrn und vervollkommnen der eigenen Technik gehen, denn, wenn wir ehrlich sind, das Fliegenfischen mit Trockenfliege und Nymphe spielt sich in der Regel im Umkreis von etwa 15m ab und dabei hilft uns die gute Technik ( die wir uns beim Weitwurftraining angeeignet haben) um unseren Köder einem Schuppenträger sauber zu präsentieren.
Schöne Grüsse
Hans
Hallo, eine Frage an den Master Instructor: sollten bei der Prüfung respektive auch in der Praxis die letzten Meter Flugschnur bzw das Vorfach bei 25/30m Würfen ganz gerade am Wasser liegen? Ist ja beim Fischen mit großen Hechtstreamern nicht unbedingt nötig, und wie bereits erwähnt sieht mann eine 28er Trockenfliege bei diesen Distanzen ohnehin nicht mehr:
mfg und Danke im voraus Huachn