Verfasst: 10.02.2005, 16:36
Hallo,
da sich die Umfrage in der Tendenz wahrscheinlich nicht mehr sehr verändert und ich sie initiiert habe, möchte ich sie an dieser Stelle - für mich- auswerten und abschließend meine Schlussfolgerungen ziehen : Sie ist nicht repräsentativ, doch sie gibt Hinweise, die jeder für sich selbst verwerten sollte.
Ich schrieb und schreibe Gewässerberichte über verschiedene Angelgewässer. Dem Schreiben voraus geht immer eine ausführliche Recherche, deren Ergebnisse zwar selten im Bericht selbst erscheinen, die mir aber dabei helfen, mir ein "runderes" Bild vom Gewässer zu machen ( auch wenn ich es schon seit 10 Jahren befische ).
Bei diesen Recherchen spreche ich mit Fischern vor Ort, mit Gewässerwarten und Vereinsvorsitzenden und teilweise mit der Fischereibehörde.
Auf diese Weise lerne ich die unterschiedlichsten Bedingungen kennen und kann bislang eine wesentliche Erfahrung daraus ableiten :
Jede Situation ist anders, und jede Situation erfordert bei der Bewirtschaftung, dass man ihre spezifischen Eigenheiten berücksichtigt.
Ob das ein Elektroabfischen der Döbel ist oder das Einbringen von Totholz oder der vorübergehende Besatz mit Regenbogenforellen oder die Veringerung der Zahl an Fischern oder mehrere der Maßnahmen zusammen, ist von der Situation abhängig.
Ich traf fast immer auf Gewässerwarte und Vereinsvorsitzende, die sich bewusst waren, dass sie eine z.T. unerfreuliche Gratwanderung zwischen den legitimen Bedürfnissen der Fischer, Fische zu fangen und den Erfordernissen einer nachhaltigen Gewässerbewirtschaftung zu vollziehen hatten. Und ich traf auf Fischereibehörden, die- manchmal zähneknirschend- sich sehr wohl bewusst waren, dass sie und die Fischer sich gegenseitig brauchen.
Diese Erkenntnis wirkt meiner Erfahrung nach bei den oberen Behörden erfreulich horizonterweiternd und ideologieverhindernd.
Das Ergebnis waren von allen Seiten "abgesegnete" Hegepläne, bei denen die Gewässerwarte nach einer Gratwanderung zwischen den Interessen der Gewässerökologie und denen der Fischer Urteile und Maßnahmen zur Gewässerhege fällten bzw. beschlossen, denen ich vertraue.
Den Maßnahmen und Urteilen von Graylinglover und seinen Mitstreitern traue ich weniger als je zuvor : Trotz zweier guter Artikel in FLFI ist mir dieses Verständnis von Wissenschaft zu "flach". Jemand, der in der Konsequenz bei seiner Art der Gewässerbewirtschaftung nur eine stark "ausgedünnte" Zahl von Fliegenfischern mitnehmen kann, vergißt, dass die Fischer es sind, die sein Engagement erst möglich machen.
Man muss nicht jedes "Kochtopffischen" gutheißen, man darf aber auch nicht das Fliegenfischen zu einer Disziplin für wenige ( Besserverdienende ?) machen und den andern im Zuge einer Begrenzung der Anzahl der Fischer das Fischen verwehren wollen, weil alle Bedürfnisse der Fischer sich der Gewässerökologie unterzuordnen haben.
In dem Zusammenhang kann ich verstehen- nicht gutheißen- wenn einige dieser "Gewässerökologen" sich die Bezeichnung "Spinner" einhandeln.
Manche trifft das sicher unverdient, aber einige haben sich diese Bezeichnung schließlich durch Kompromissunfähigkeit hart erarbeiten müssen.
Ich bin Fischer und will in einer naturnahen Umgebung Fische mit der Fliege fangen und ich möchte, dass alle, die das auch wollen, die Gelegenheit dazu bekommen. Die Fischer - nicht einige Fischer- bezahlen und pflegen die Gewässer, also hat man sie auf dem Weg in eine nachhaltige Bewirtschaftung gefälligst mitzunehmen, Überzeugungsarbeit zu leisten und Kompromissfähigkeit zu zeigen. Die Gewässerwarte und Fischereibehörden, mit denen ich zu tun hatte, konnten das, Die hier versammelten "Gewässerökologen" können das nicht und deshalb werden- in aller Stille- die Gewässerwarte sich ihr Teil denken und nach wie vor tun, was sie für richtig halten.
Es war eine aufschlussreiche Auseinandersetzung und ich danke euch ( Clemens) für den Einsatz einer eher erheiternden Umfrage, die abgekupfert von meinem realen Beispiel ein Szenario erstellt, bei dem von vorneherein feststeht, was herauskommt, albern, aber erfrischend.
Gruß Werner
da sich die Umfrage in der Tendenz wahrscheinlich nicht mehr sehr verändert und ich sie initiiert habe, möchte ich sie an dieser Stelle - für mich- auswerten und abschließend meine Schlussfolgerungen ziehen : Sie ist nicht repräsentativ, doch sie gibt Hinweise, die jeder für sich selbst verwerten sollte.
Ich schrieb und schreibe Gewässerberichte über verschiedene Angelgewässer. Dem Schreiben voraus geht immer eine ausführliche Recherche, deren Ergebnisse zwar selten im Bericht selbst erscheinen, die mir aber dabei helfen, mir ein "runderes" Bild vom Gewässer zu machen ( auch wenn ich es schon seit 10 Jahren befische ).
Bei diesen Recherchen spreche ich mit Fischern vor Ort, mit Gewässerwarten und Vereinsvorsitzenden und teilweise mit der Fischereibehörde.
Auf diese Weise lerne ich die unterschiedlichsten Bedingungen kennen und kann bislang eine wesentliche Erfahrung daraus ableiten :
Jede Situation ist anders, und jede Situation erfordert bei der Bewirtschaftung, dass man ihre spezifischen Eigenheiten berücksichtigt.
Ob das ein Elektroabfischen der Döbel ist oder das Einbringen von Totholz oder der vorübergehende Besatz mit Regenbogenforellen oder die Veringerung der Zahl an Fischern oder mehrere der Maßnahmen zusammen, ist von der Situation abhängig.
Ich traf fast immer auf Gewässerwarte und Vereinsvorsitzende, die sich bewusst waren, dass sie eine z.T. unerfreuliche Gratwanderung zwischen den legitimen Bedürfnissen der Fischer, Fische zu fangen und den Erfordernissen einer nachhaltigen Gewässerbewirtschaftung zu vollziehen hatten. Und ich traf auf Fischereibehörden, die- manchmal zähneknirschend- sich sehr wohl bewusst waren, dass sie und die Fischer sich gegenseitig brauchen.
Diese Erkenntnis wirkt meiner Erfahrung nach bei den oberen Behörden erfreulich horizonterweiternd und ideologieverhindernd.
Das Ergebnis waren von allen Seiten "abgesegnete" Hegepläne, bei denen die Gewässerwarte nach einer Gratwanderung zwischen den Interessen der Gewässerökologie und denen der Fischer Urteile und Maßnahmen zur Gewässerhege fällten bzw. beschlossen, denen ich vertraue.
Den Maßnahmen und Urteilen von Graylinglover und seinen Mitstreitern traue ich weniger als je zuvor : Trotz zweier guter Artikel in FLFI ist mir dieses Verständnis von Wissenschaft zu "flach". Jemand, der in der Konsequenz bei seiner Art der Gewässerbewirtschaftung nur eine stark "ausgedünnte" Zahl von Fliegenfischern mitnehmen kann, vergißt, dass die Fischer es sind, die sein Engagement erst möglich machen.
Man muss nicht jedes "Kochtopffischen" gutheißen, man darf aber auch nicht das Fliegenfischen zu einer Disziplin für wenige ( Besserverdienende ?) machen und den andern im Zuge einer Begrenzung der Anzahl der Fischer das Fischen verwehren wollen, weil alle Bedürfnisse der Fischer sich der Gewässerökologie unterzuordnen haben.
In dem Zusammenhang kann ich verstehen- nicht gutheißen- wenn einige dieser "Gewässerökologen" sich die Bezeichnung "Spinner" einhandeln.
Manche trifft das sicher unverdient, aber einige haben sich diese Bezeichnung schließlich durch Kompromissunfähigkeit hart erarbeiten müssen.
Ich bin Fischer und will in einer naturnahen Umgebung Fische mit der Fliege fangen und ich möchte, dass alle, die das auch wollen, die Gelegenheit dazu bekommen. Die Fischer - nicht einige Fischer- bezahlen und pflegen die Gewässer, also hat man sie auf dem Weg in eine nachhaltige Bewirtschaftung gefälligst mitzunehmen, Überzeugungsarbeit zu leisten und Kompromissfähigkeit zu zeigen. Die Gewässerwarte und Fischereibehörden, mit denen ich zu tun hatte, konnten das, Die hier versammelten "Gewässerökologen" können das nicht und deshalb werden- in aller Stille- die Gewässerwarte sich ihr Teil denken und nach wie vor tun, was sie für richtig halten.
Es war eine aufschlussreiche Auseinandersetzung und ich danke euch ( Clemens) für den Einsatz einer eher erheiternden Umfrage, die abgekupfert von meinem realen Beispiel ein Szenario erstellt, bei dem von vorneherein feststeht, was herauskommt, albern, aber erfrischend.
Gruß Werner