Guten Abend,
dann will ich das Thema - nach dem ich zwei Tage leider offline war - nochmal aufnehmen. Bitte schaut Euch zuerst folgende Homepage an (hoffe jetzt klappts auch mit dem Link)
http://www.angelkaestchen.de/rutenbau.htm
Interessant ist für mich die Darstellung des aufgeschnittenen Blanks. Hier ist erstichtlich, dass jeder Blankquerschnitt zwei unterschiedliche Wandstärken aufweist. Demzufolge kommen auch die unterschiedlichen Flächenträgheitsmomente zustande, wie in der Berechnung nachgewiesen.
Kommen wir zum eigentlichen Blankrollen - der Sprung, den man beim Drehen des Blanks feststellt ist somit der Übergang der Matte, sprich eines der beiden Enden. Soviel ist wohl unstrittig.
Viel interessanter ist für mich jedoch, wie im Bild auch ersichtlich, dass unser Blank einen weitaus größeren Bereich geringerer Wandstärke besitzt (im Beispiel ca. 25 % des Gesamtdurchmessers). Was aber je nach Fertigungsgenauigkeit des Blankproduzenten noch variieren kann.
Wenn man die Ringe jetzt genau auf diesen Overlap setzt, was erreiche ich dann eigentlich? Ich behaupte, dass es keinen Unterschied in der Steifigkeit der Rute macht, ob ich die Ringe genau an den Rand des höheren QS setze oder in die Mitte des selbigen dicken. Denn ich kann den Sprung ja nur fühlen, weil ich aus einem Bereich größerer Wandstärke in einen Bereich kleinerer Wandstärke oder umgekehrt wechsle.
Was ich allerdings als äußerst negativ empfinde ist, das dieser Übergangsbereich (Ende der Matte) in der Kraftübertragung gestört ist, sprich die Tendenz zum verdrehen besitzt. Für die Wurfgenauigkeit hat das m.E. Auswirkungen, ausserdem lockern sich dadurch die Spitzenteile.
Nun zur Frage mit dem Foto - "Warum Overlap an der Unterseite?" - ich kann es leider nicht mathematisch beweisen, da ich die Materialeigenschaften von Kohlefaser (Zug- und Druckfestigkeit) nicht kenne. Trotzdem habe ich meine Meinung dazu.
Kohlefaser ist ein sehr elastisches Material ist und nimmt hervorragend Zugkräfte auf. Diese entstehen unter Belastung immer an der Aussenkurve des Blanks, an der Innenkurve entsteht gleichzeitig durch die Stauchung Druckkräfte. Diese kann das Kohlefaser nicht so ohne weiteres kompensieren, da es hierzu keine aureichende Verformungsweichheit besitzt - es ist einfach zu hart dafür (im Gegensatz z.B. zu einem Schwamm, der hier einfach komprimiert werden würde).
Wenn ich die Rute also, so wie im Bild dargestellt belaste wird das Material immer versuchen "Weg des geringsten Widerstandes zu bestreiten" und somit den Bereich der geringeren Wandstärke an die Innenkurve verlagern, da dieser immer noch leichter zu verformen ist als die höhere Wandstärke. Somit habe ich dann auf der gegenüberliegenden Seite die volle Wandstärke und, Matthias, ich gebe dir hiermit recht, die Enden/der Overlap wird wohl seitlich liegen.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich kein Profi im Rutenbau bin und selbst erst 4 Ruten gebaut habe, deshalb würde mich von den "professionellen" interessieren, ob die Unterschiede zwischen Beringung auf harter vs. weicher Seite wirklich so eklatant sind, oder ob hier einfach nur viel Lärm um nichts gemacht wird.
Viele Grüße Dirk