du hast mehrere Punkte angeschnitten, auf die ich ein letztes Mal eingehen möchte, da wir uns jetzt eh schon im Kreise drehen...
Du hast leider nicht angegeben welche Klasse du geworfen hast (hast du damit auch aktiv gefischt?). Ich beziehe mich bei meiner Angaben und Erfahrungen immer auf die Batson Rainshadow Switchrods und kann deine Argumente bzgl. Blankdurchmesser- und Gewichtsnachteil in keinster Weise bestätigen. Es ist klar, dass eine Rute mit einer Länge von 10'8"ft. einen grösseren Blankdurchmesser in der Buttsection hat, als eine 9ft. aus der gleichen Serie. Vergleichen kann ich immer nur gleiche Serien, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen. Des Weiteren werfe ich nicht die Rute gegen den Wind, sondern die Leine mit der richtigen TechnikGerade kürzlich habe ich mich auf eine der leichten ZPEY Ruten eingelassen.
Das Ergebnis sah wie folgt aus (Danke Stui - guter Hinweis für alle bezüglich der Klassifizierung):
Klassifizierung a la Zweihand.
Alleine der Durchmesser der Rute im Unterteil ist heftig - verglichen mit Einhandruten von z.B. 10 Fuß.
Den fühlt man nicht nur bei Gegenwind mehr als deutlich.
Das Gewicht der Rute ist für eine Einhand ebenso schwer, wie der lange Hebel der 11 Fuß Rute.
Selbst mir fiel die Rute im Einhandwurf schon nach sehr kurzer Zeit sehr schwer in die Muskulatur. Und ich werfe täglich mehrere Stunden.
Auch das Gewicht wird innerhalb der gleichen Serie immer etwas höher sein. Wir reden hier aber nicht von Unterschieden von 100Gramm pro Rute. So wiegt meine 8er ca. 170Gramm. Auf meiner Seite habe ich die reinen Blankgewichte gelistet, vergleiche die mit den Einhandruten, dann sind die Unterschiede in der Region von ca. 15Gramm. Die Rollenhalter sind im Wesentlichen gleich wie in der Einhandserie. Kommt also noch das "Mehrgewicht" des längeren Korkgriffs und des Butts. Der reine Rutengewichtsunterschied ist es also nicht. Wesentlich wichtiger ist in diesem Zusammenhang die richtige Rolle, um die Rute im Gleichgewicht zu halten. Und gerade hier beobachte ich immer wieder bei vielen Fliegenfischern ein Missverhältnis, dass dann viel schneller zur Ermüdung führt. Es ist vielmehr die Gewöhnung an den längeren Hebel, der aber dem ruhigen Werfer kaum Probleme bereitet. Wirfst du dagegen hektisch und mit viel Bewegung mit dem Wurfarm, dann brauchst du eben deine Muckies. Als Einhandrute geworfen, nutzt du den längeren Hebel effektiv nur mit einem effektiven Doppelzug, dann hast mit dem Wurfarm keine Probleme. Vielleicht sollest du einmal deine Technik überdenken, bei mehreren Stunden täglichen Werfens sollte dir das schnell gelingen.
Thema Nymphenfischen:
Du pickst nur eine Technik bzw. einen kleinen Teil der vielfältigen Möglichkeiten und Gegegebenheiten aus einer großen Palette und machst dein Argument daran fest. Jedes Gewässer hat seine spezifischen Bedingungen und verlangt nach dem passenden Gerät, sonst bräuchten wir alle nur einen einzigen Stock. Selbst für das Czechnymphen reicht mir im Regelfall eine 9ft. Rute. Mußt du aber über Krautbänke oder sonstigen Bewuchs hinweg, bis du schnell um jeden Zentimeter mehr Länge froh. Sind die Strömungsverhältnisse so beschaffen, dass du Mendings über größere Distanzen brauchst, bist auch schnell um die "Mehrlänge" froh. Die Führung der Nymphe wird in diesen Verhätnissen ebenfalls erleichert. Halte die Einhandrute mit gestreckten Arm über die Hindernisse hinweg, schnell wird dir der Arm lahm. Stütze hingegen mit dem verflängerten Handgriff die Rute an den Unterarm, dann spürst du rasch die Entlastung.
Switchcast:
Bernd, möchtest du jetzt ernsthaft behaupten, der Switch gehört nicht in die Famile der Speys? Dann ist die Bezeichnung Forward-Spey also falsch?
Bitte lass jetzt die Kirche im Dorf und stell die Welt nicht völlig auf den Kopf. Bitte lass uns darüber nicht weiter diskutieren, die Zeit wäre dafür zu schade.
Vorteile der Switchrute:
Hierzu hat dir Stuart schon ausführlich Antwort gegeben, und ich habe dir auch mehrere Gründe in meinen Argumenten genannt. Es gibt genügend Situationen in der mit der Einhand das Fischen einfach mühevoller wird, die echte Zweihand aber übermotorisiert bzw. zu unhandlich ist. Dort plaziert sich die Switchrute. Wenn sich dir persönlich dieser Bedarf nicht stellt, dann ist das ok. Sicher ist, wer an großen Flüssen oder Seen (ich schreibe ganz bewußt nicht über die Küste, sondern beschränke mich auf meine Kompetenz) über längere Zeit größere Distanzen werfen überbrücken muß, tut sich mit Switchrute leichter. Es ist dabei gar nicht notwendig eine astreine Unterhand zu werfen. Beide Hände an der Rute gelingen auch dem weniger versierten Werfer mit der Switchtrod schnell und wiederholbar Würfe in den Distanzen zwischen 20-25Meter. Mit der reinen Einhand macht das der Durchschnitt nicht.
Wer am Bach kaum über die 15mtr. raus muß, dazu mit der feinen Trockenen fischt, braucht sicher keine Switchrod.
Rapfenfischen:
Ich kann dir nur meine Erfahrungen schildern. Ich fische hier am Rhein mit der 8er Switchrod mit 23Gramm, der 12'6"ft. Klasse 7 Zweihand mit der 26Gramm Rio AFS Outbound. Wenn die Rapfen aktiv sind stört sie das überhaupt nicht. Wenn sie nicht wollen, dann klappts mit gar nichts. Ich setze ab und an auch die 6er TCR dafür ein, aber schnell zeigt sich, dass damit der Transport der Polarfibrefischen, oder des Poppers äusserst mühevoll im Vergleich zu 8er Switchrod ist. Ich werde in der kommenden Zeit die 5er Switchrod aufbauen und mit der Rio-Powerflex ausprobieren, damit denke ich, eröffnet sich dann mit den Switchrods auch in der Trockenfliegenfischerei an den großen Flüssen ein neues Feld. Ich kann zwar auch mit der Einhand sehr weit werfen, aber warum sollte ich mich mehr anstrengen, wenn es dann mit der 5er Switchrod wesentlich leichter geht.
Ich lade dich und alle anderen Fliegenfischer(innen) gerne zum EFFA-Deutschland Meeting am 31.10.- 01.11.09 nach Hamm ein. Dort wirst du die Möglichkeit haben mit den Switchrods verschiedenster Klasse zu werfen. Stuart wird hoffentlich auch dabei sein und die Echo Ruten mitbringen. Alex Ivanovic bringt die Scottrute mit und ich stelle die Rainshadows zur Verfügung. Dort haben wir dann auch Zeit über die Vor- und Nachteile zu diskutieren.
@Robert
Die Einladung nach Hamm gilt natürlich auch oder gerade für dich. Hier hast du die Möglichkeit die Ruten live zu testen und dir bei der Gelegenheit auch noch in einem kostenlosen Workshop oder einer persönlichen Unterweisung von den anwesenden Instruktoren das richtige Handling zeigen zu lassen. Dann hast du die allerbeste Entscheidungsgrundlage.
@Achim
Die Switchruten sind keine "Erfindung" der großen Labelmarken, sondern sind aus der fischereilichen Erfahrung und Idee gewiefter Rutenbauer entstanden. Es hat sogar relativ lange gedauert, bis die Labelmarken darauf reagiert haben.
Auch an dich die Einladung nach Hamm, dann reden wir darüber. Ich freue mich!
Beste Grüße
Dieter






