Gezeitenkraftwerk?!

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Kevin NRW
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Gezeitenkraftwerk?!

Ungelesener Beitrag von Kevin NRW »

Hallo an alle,
zum wiederholten mal habe ich gestern den neuen Werbespot eines der großen Strompiraten gesehen ,Eon.In diesem Spot geht es um die "neue und sichere Art der Energieversorgung"und es sei ja so toll denn "man sieht es nicht ,man hört es nicht".
Ich kann mir nicht vorstellen das Unterwasser installierte Turbinen förderlich für die Natur,den Fischbestand etc. sind.Alleine das Argument des nicht sehens/hörens löst bei mir so ein Gefühl in der Magengegend aus :kotz
Wird da mal wieder die Natur mit Füßen getreten oder bin ich da wohl zu empfindlich??

Gruß
Kevin
<< streamstalkin´24/7 >>
...a dead fish will never strike a Fly
robert h
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Ungelesener Beitrag von robert h »

Hallo Kevin,

ist wohl für die meisten Neuland. Allerdings gibt es schon einige Strömungskraftwerke, auch wenn eon meint, es sei was Einzigartiges.

Immerhin gibt´s bei eon ein paar Infos: www.eon.com/de/unternehmen/tdw_16965.jsp

Und nicht der "Deutschen Krankheit" verfallen und zunächst schon Bedenken haben. Positiv bleiben. Und noch wichtiger: Hellwach bleiben!

Viele Grüsse
Robert
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Michael St.
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Ungelesener Beitrag von Michael St. »

Hi Kevin!

Denke, die Energiemogule denken einfach in ganz anderen Dimensionen als wir - sie denke mehr in ihre Tasche....

Ich bekomm' selber das kalte Kotz.. wenn der Spot in der Flimmerkiste gezeigt wird. Die Unterwasserfauna wird es EON mit Sicherheit danken, besonders unsere noch wirklich so massenhaft vertretenen Meeressäuger.

Aber die Energie ist ja sauber, das beruhigt das Gewissen und die breitere (unwissende) Masse...


Gruß,
Michael
Zitat: "Sch.... auf Keule!"
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Volker Furrer
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Ungelesener Beitrag von Volker Furrer »

Hallo Leute,

wo soll der Strom denn herkommen?

Atomstrom - Wollen wohl die meißten nicht unbedingt.
Wasserkraftwerke (gestaute Flüsse) - Wollen wir als Angler das?
Kohlekraftwerke - zu teuer und zu dreckig
Windkraftwerke - wollen auch viele nicht (wegen den Vögel, der Optik, der Regenwürmern und was weis ich was)
Biomasse - Sollen alle Bauern nur für Strom die Äcker bestellen? Was essen wir denn dann?
Solarenergie - Vielleicht irgendwann wenn wir a. deutlich weniger Strom verbrauchen und b. die Technik deutlich weiter ist.
Müllverbrennung - ich denke wir wollen weniger Müll erzeugen und davon mehr der Wiederverwertung zuführen
:roll: :roll: :roll:


Ach ja, zum Glück gibt es ja noch den ZAUBERSTROM. Der kommt, zumindest bei vielen, einfach so aus der Steckdose. :lol: :lol: :lol:
Petri Heil

Volker
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Achim Stahl
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Ungelesener Beitrag von Achim Stahl »

Moin,

Volker Furrer hat geschrieben:wo soll der Strom denn herkommen?

Atomstrom - Wollen wohl die meißten nicht unbedingt.
Wasserkraftwerke (gestaute Flüsse) - Wollen wir als Angler das?
Kohlekraftwerke - zu teuer und zu dreckig
Windkraftwerke - wollen auch viele nicht (wegen den Vögel, der Optik, der Regenwürmern und was weis ich was)
Biomasse - Sollen alle Bauern nur für Strom die Äcker bestellen? Was essen wir denn dann?
Solarenergie - Vielleicht irgendwann wenn wir a. deutlich weniger Strom verbrauchen und b. die Technik deutlich weiter ist.
Müllverbrennung - ich denke wir wollen weniger Müll erzeugen und davon mehr der Wiederverwertung zuführen
:roll: :roll: :roll:


Ach ja, zum Glück gibt es ja noch den ZAUBERSTROM. Der kommt, zumindest bei vielen, einfach so aus der Steckdose. :lol: :lol: :lol:
Dem kann ich mich zu hundert Prozent anschließen.

Das Thema wurde vor kurzem auch bei "Leidenschaft Meerforelle" diskutiert. Hier mal ein Link zu dem entsprechenden Thread.


Viele Grüße


Achim
Früher war mehr Lametta!
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Michael.
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Ungelesener Beitrag von Michael. »

Hallo,

habe diesen Thread mal in "Natur & Umwelt" verschoben...

Grundsätzlich sind diese "Meeres-Dinger" sicher keine schlechte Idee - im Gegensatz zur Verbauung von kleinen und größeren Fließgewässern.

Voraussetzung wäre

- das Betreiben an Orten, wo die schützenswerte Natur nicht allzusehr beeinträchtigt wird,

- die 100%ige Sicherstellung, z.B. durch großräumige, feinmaschige Käfig-Abschirmung, dass die Anlagen nicht zu Fischhäckselmaschinen werden.

Im Gegenzug könnten nach und nach die Kleinwasserkraftanlagen rückgebaut werden, was ja auch der EWRR helfen sollte.

Nun genug geträumt :?

Gruß
Michael
Hans.
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Ungelesener Beitrag von Hans. »

Also, in Frankreich hat man schon vor Jahrzehnten (1966) eins gebaut und damit einen Fluß in der Bretagne abgeriegelt:

http://www.bhkw-infozentrum.de/innov_en ... emung.html

So etwas wird es wohl nicht noch einmal geben.

Wer googelt findet zahlreiche Links zu dem Thema. Robert hat Recht: wach bleiben !!

Grüße
Hans
Man muss nicht alles mitmachen...
robert h
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Ungelesener Beitrag von robert h »

Hallo,

bei dem Werbespot von eon geht es nicht um ein herkömmliches Gezeitenkraftwerk sondern um ein Meeresströmungskraftwerk.
Wird also nicht in eine Flussmündung o.ä. gebaut sondern befindet sich am Meeresgrund in ca. 100 Meter Tiefe und nützt dort die permanent vorhandene Bodenströmung aus. Turbine dreht sich nur etwas schneller als die Normalströmung (21 Umdrehungen/Minute).

Der Witz ist (darauf wird verständlich in der Werbung nicht hingewiesen), dass das Kraftwerk zwischen Großbritannien und Irland gebaut wird, nicht in Deutschland! Eon will signalisieren, dass man klimaseitig engagiert ist - egal wo.

Diese Strömungskraftwerke brauchen ganz bestimmte Standortbedingungen. In Europa gibt es nach bisherigen Untersuchungen etwa 100 geeignete Plätze, keiner davon liegt vor der deutschen Küste! Wir sind also nicht unmittelbar betroffen bzw. begünstigt (je nach Sichtweise). Aber die Klimaproblematik wirkt eh weltweit.

Grüsse
Robert
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Jaegher
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Ungelesener Beitrag von Jaegher »

Hallo

Ich finde man sollte solche Sachen auf jeden Fall kritisch prüfen.

Da liegt eventuell eine gute Sache brach, auf der anderen Seite müssen die Risiken sorgfältig geprüft werden.

Ich habe mir das Kraftwerk bei St Malo mal angeschaut, wirklich interessant. Jedoch handelt es sich hier um eine neue Sache.

Die Bedenken betreffend des Standortes ausserhalb von Deutschland verstehe ich (ob Schweizer oder nicht) nicht ganz. Europa ist Energietechnisch vernetzt, die Welt rückt sowieso zusammen (sogar wir Separatisten :D ).
Lösungen auf Probleme muss man heute gemeinsam suchen.

Grüsse aus dem Land wo man in der Regierung wieder nett ist zueinander :P , Andi
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Levalex
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Ungelesener Beitrag von Levalex »

Hallo zusammen,

Gehächselte Fische... Radioaktiv verseuchte Landstriche... Lungenkrebs
durch Kohlenstaub bei den Kumpel... ölverseuchte Wassersäuger...
bei der Brut gestörte Vögel durch
Windräder... wo ist der große Unterschied?
Solange wir ALLE den Luxus der Stromkraft aus der Steckdose nutzen
sind das Themen mit denen wir und wohl oder übel abfinden müssen.
Mal Hand aufs Herz: Warum benutzen wir Energiesparlampen?
Doch bitte nicht für die Umwelt! Wohl eher weil der Strom so teuer ist!
Das man dabei der Natur ein wenig entgegen kommt, ist ein angenehmer
Nebeneffekt.
Trotzalledem klingt das ein wenig nach der "Politik der hohen Schornsteine"
an... Was ich nicht sehen kann, wird mir (respektive der Umwelt) schon nicht schaden!
Gruß Alex

Tue was Du willst - aber nicht weil Du musst. (Buddha)
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