Unterstützung Besatzpolitik

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.

watti

Unterstützung Besatzpolitik

Ungelesener Beitrag von watti »

Hallo allerseits,

nachdem in den letzten Wochen der Kormoran mein Hausgewässer auf weiten Strecken leergefressen hat, mache ich mir Gedanken über einen behutsamen Neuaufbau/-besatz in den betroffenen Gewässerabschnitten. Bisherige Taktik meines Vereins war (und zwar unabhängig vom Kormoran), im Herbst mit fangfähigen Forellen das Gewässer zuzuschütten... Das ganze hatte dann zum Saisonstart den gewünschten put&take-Effekt und die Mehrzahl der nach Fischen hungrigen Vereinsmitglieder wurde befriedigt.

Da mein Verein diese Besatzpolitk seit der Wende so betreibt, geht es mit dem Forellenbestand stetig bergab. Einzig die Äsche konnte sich natürlich reproduzieren, da Äschenbesatz ja auch bedeutend teurer ist als Forellen - aber das Thema ist mit Erscheinen des schwarzen Freundes nun auch gegessen.

Aufgrund der Kormorantotalverluste (der Herbstbesatz ist weg) habe ich weniger die Vermutung, vielmehr die Gewissheit, dass ein evtl. Frühjahrsneubesatz in gewohnter Manier geschehen soll.

Dem muss ich konstruktiv und wissenschaftlich fundiert entgegen treten!

Daher suche ich dringend Fachartikel, Gutachten etc., die die Tatsache unterstützen, dass Besatz mit Brütlingen hinsichtlich eines naturnahen Gewässeraufbaus die wesentlich bessere Variante darstellt, als Besatz mit fangfähigen Fischen. Den Bericht von LM im aktuellen Fliegenfischer hab ich schon. Ich hätte gerne noch weitere unterstützende Argumente. Ich kann mich an eine Statistik erinnern, die die Lebensfähigkeit/Verweildauer von Besatzfischen in Abhängigkeit des Besatzalters (Ei, Brütling, vorgestreckt bis fangfähig) dargestellt wurde. Die suche ich händeringend. Weiter suche ich auch Kommentierungen zum Thüringer Fischereigesetz - ich hab es so verstanden, dass das Gesetz im Grundgedanken den Besatz mit Eiern/Brütlingen favourisiert, Fangfische sollen nur in Ausnahmefällen besetzt werden. Nach dem Kormorantotalverlust würde das ja dann wieder für Fangfische sprechen...

Also, vorab schonmal vielen Dank für Eure Mithilfe,

Gruß Dirk
Jens2001
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Ungelesener Beitrag von Jens2001 »

@ Dirk

so traurig wie das jetzt auch ist .......
aber solange das K. Problem nicht gelöst ist, kann ich Dir nur einen Rat geben.... kippt den Bach voll mit fangfähigen Regenbogen und seht zu dass ihr die bis zum einbruch des Winters nachmöglichkeit restlos rausfangt.....
werde jetzt jede menge dresche kriegen und ist auch komplett gegen meine Überzeugung aber solange ihr schwarzen Besuch aus der Luft bekomt, ist alles andere zwecklos.... siehe Ilm.......

LG Jens
Royal Coachman
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Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Dirk !

Es gibt schon einiges, was man gegen den Kormoran tun kann, das Wichtigste ist die Schaffung von sicheren Unterständen. Ein Baum , mit der Krone ins Wasser gekippt ev auch Überspannungen geben dem Fisch Chancen im Winter sich bei Gefahr zurück zu ziehen.

Wir haben in verschiedenen Gewässern das Phänomen, dass sich Äschen anders verhalten als früher, sie stehen nämlich unter. Bei einem E-Fischen kamen in einem verhältnismäßig kleinen Bach auf einer Fläche von wenigen Quadratmetern (unterspülter Baum) 80 Fische zum Vorschein, bunt gemischt, Äschen, Bachforellen und Rutten. Wir müssen versuchen die Gewässer wieder zu renaturieren, das ist die einzige Chance, leider ähneln diese derzeit meist Kormoranlandebahnen und sind mit fangfähigen Besatzidioten überfüllt.

Mir ist schon klar, dass dies schwer durchsetzbar ist, die Mitglieder wollen ihren Fisch, und zwar problemlos und in entsprechender herzeigbarer Größe fangen. Wenn man alte Berichte durchliest, aus Zeiten als die Bestände noch groß und meistens aus Wildfischen sich zusammensetzten, so sind Fischer immer wieder "Schneider" gegangen. Der gefangene Fisch ist doch heutzutage vom Erlebniswert sehr niedrig anzusetzen, niemand muß sich den Fisch mehr erkämpfen, die Eingesetzten Fische schwimmen doch schon heran, wenn sie einen Menschen zu Gesicht bekommen, da sie der Meinung sind , jetzt gibts Futter.

Wenn ich mir jedoch die Fanggier, die sich in der Schonzeit (geschlossene Gewässer) aufbaut, vor Augen führe, so sehe ich schwarz.
Der Watstiefelcormoran schädigt die Gewässer meist noch schlimmer als die
schwarze Pest.

freundlichst
Royal Coachman

PS: Dies wird der einzige gangbare Weg sein, solange der Kormoran weiter wütet.
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Servus Dirk,

schick mir eine email oder PN, dann mail ich dir eine Arbeit, wo die angesprochene Grafik drin ist!

Beste Grüße und viel Erfolg,
clemens

P.S. Versuch auf alle Fälle, Äschenbesatz irgendwelcher Herkunft zu verhindern. Bei der Äsche gibt's noch lokal angepasste Stämme, die sehr wertvoll sind!
A curious thing happens when fish stocks decline: People who aren't aware of the old levels accept the new ones as normal. Over generations, societies adjust expectations downward .. (Kennedy Warne)
maan

Ungelesener Beitrag von maan »

Moin Kormorangeschädigte,
wir hatten bei uns im Verein bis vor einigen Jahren die Praxis, im Herbst Bachforellen zu besetzen, bis der Kormoran kam. Seitdem besetzten wir nur noch im Frühjahr und auch vermehrt Regenbogenforellen.
@ royal coachman:
Das mit dem Unterstände schaffen stimmt schon, ist aber vielfach in verbauten Gewässern nicht möglich, da die Unterhaltungsverbände die Hochwassersicherheit schaffen wollen/müssen, da sind die Möglichkeiten, Bäume im Fluß zu lassen ziemlich gering.
Gruß
Maan
Royal Coachman
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Ungelesener Beitrag von Royal Coachman »

Hallo Maan !
Das ist ja nun genau der Weg, der zum verläßlichen Untergang des Gewässers führt.

Das Fluchtverhalten der Bachforelle ermöglicht ihr das Überleben trotz Kormoran, man muss ihr nur die Möglichkeiten wieder schaffen. Reiner RB Besatz führt zum Forellenpuff, ob fließend oder stehend, da ist kaum ein Unterschied, da die RB prinzipiell ins freie Wasser flüchtet und außerdem als Zuchtfisch dem Kormoran absolut hilflos gegenüber steht.

freundlichst
Royal Coachman
Der immer auf Seiten der Fische steht!
watti

Ungelesener Beitrag von watti »

Danke für Eure Antworten, aber ich brauche auch Fachartikel, die mich in meiner Argumentation unterstützen, andernfalls schlage ich auf Beton...

@ Rattensack - Deine PN ist voll, nimmt nix mehr an, bitte schick mir Deine email per PN :-)

Gruß Dirk
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sedge111
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Ungelesener Beitrag von sedge111 »

Hallo,

könntet Ihr vielleicht diesen thread bitte OHNE pn oder email führen. Ich stehe in meinem Verein vor einer ähnlichen Problematik und wäre für Informationen sehr dankbar.

Grüße!

Tom
Falko Herfeld

Ungelesener Beitrag von Falko Herfeld »

Hallo Gebhard, Hallo Leutens,

also in meinem ehemaligen Verein ist das immer ein Problem gewesen. Natürlich kann man unterstände bauen und ich hatte vor ein paar Jahren HIER im Forum auch mal was zum spannen von Leinen und Sicherungsband geschrieben. Hier in Paragraphien (NRW) ist es aber verdammt schwer sowas alles durch zu bekommen.

Fängt doch schon damit an, das ein umgekippter Baum einfluss auf die Fließgeschwindigkeit des Flusses nehmen kann.

Was sonst kein Sau interessiert (Bäume liegen genug drin) würde bei einer absichtlichen Handlung direkt etliche (Ich hab da was gesehen Herr Wachtmeister - Menschen) auf den plan rufen.

Gleichzeitig hab ich die Erfahrung gemacht, das in vielen Vereinen die angesprochene P&T Politik zum guten Ton gehört. Damit sichere ich mir als Vorstand schonmal die Wählerstimmen fürs nächste Jahr.

"Ironie an"

Wenn man dann noch einen selbsternannten Lachsprinzen als Fischereiaufseher hat und dazu noch ein Anglerheim der Marke Hilton, dann ist für sowas doch keine Zeit mehr da.

"Ironie aus"

Das finde ich eben das geniale an BW und Bayern und Österreich...in vielen Vereinen dort unten zählt eben nicht was man labert sondern das was man kann. Und das genau aus den Regionen so Ideen kommen wie man den Komoran richtig angehen kann, wundert mich dann auch nicht.

Das einzige was hier bleibt, sind entäuschte und teilweise schon verbitterte Idealisten die einfach nur noch resignieren.

Ich kenne jetzt zwei Vereine

Der eine war nur daran interessiert ein Gewasser zu pachten, der andere zu sehr in seiner Vereinmeierei verliebt. Ich hab nicht einmal einen sinnvollen Arbeitsdienst am Wasser miterleben dürfen.

Wie Gebhard schon geschrieben hatte. Gier ist wirklich eines der schlimmsten Übel am Wasser, wenn sich Gier dann noch mit Geltungsbedürfnis verbindet dann kannste soviel reden biste Barteln wie nen Wels hast.

Ich ziehe meinen Hut immer vor den Idealisten die es doch niemals aufgeben sich für die Sache einzusetzen - auch ich bin kein Fan von [war doch schon immer so]

Grüße

Falko
maan

Ungelesener Beitrag von maan »

Moin,
@ Royal Coachman: Ich habe nicht gesagt, dass nur RF besetzt wird. Der eine Punkt für RF ist, das die RF in den ersten Wochen nach dem Besatz agressiver ist als die BF und daher eine gewisse "Schonzeit" für die BF erfolgt.
Außerdem ist es eine Gratwanderung, um einerseits einen möglichst autochthonen BF-Bestand zu erhalten und andererseits die Vereinsmitglieder zu beruhigen, die etwas für ihren Beitrag fangen wollen. Da ist der Weg zu einem reinen BF-Besatz etwas länger.
Ebenfalls freundliche Grüße
Maan
Wolf L.

Ungelesener Beitrag von Wolf L. »

Hallo Dirk,

vielleicht hilft Dir das weiter, bzw. die dortigen Links:

BUWAL

Äschenbesatz

Gruss,

Wolf
watti

Ungelesener Beitrag von watti »

Danke für Eure Mithilfe bisher!

@rattensack - ich hab leder nich keine Antwort von Dir bekommen, brauche die Statistik dringend.

Danke & Gruß
Dirk
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