Geräte-Besprechung: The Waterworks-Lamson - Fliegenrollen / Teil 3:
"Waterworks ULA Force 2X LT"
Die in Fliegenfischerkreisen inzwischen weltweit bekannte U.S.-amerikanische Firma The Waterworks-Lamson hat es sich zur anspruchsvollen Aufgabe gemacht, höchst innovative Fliegenrollen zu bauen, welche größte Leichtigkeit, minimalen Teileeinsatz, höchste Funktionalität & Zuverlässigkeit, beste Materialien, höchste Fertigungspräzision, Langlebigkeit, geringsten Verschleiß und minimalsten Wartungsaufwand in sich vereinen. 

Ende 1998 erwarb Waterworks die Firma Lamson von SAGE Manufacturing. Mit diesem Erwerb und der vorherigen Zusammenarbeit in der Produktentwicklung mit SAGE war die Firma bereit, ihre eigenen, neuen Rollenserien auf den Markt zu bringen - mit den vereinten Vorzügen beider Produktwelten.

Mehr zur interessanten Geschichte der Firma und wie Waterworks als ursprünglich kein Flugangelgerätehersteller darauf kam, perfekte Fliegenrollen zu entwickeln, können Sie unter www.waterworks-lamson.com/de/
story.html in deutscher Sprache und sehr ausführlich nachlesen.

Derzeit (Stand Sommer 2006) gibt es 5 unterschiedliche Waterworks-Lamson Fliegenrollenserien. Farbliche Varianten einmal außer acht gelassen, sind es insgesamt 28 verschiedene Fliegenrollen-Modelle.

In diesem Test stellen wir Ihnen - nach einer ausgiebigen Testphase - das Modell "Waterworks ULA Force 2X LT" aus der Waterworks ULA Force"-Serie vor. 

Verfügbare Modelle der "ULA Force"-Serie:

4 Modelle: F 2 LT (# 4-5) | F 2X LT (# 5-6)  | F 3 LT (# 5-7) und F 3X LT (# 7-8). Dazu kommen noch 4 weitere Modelle aus der FS (Saltwater/Spey)-Serie, die wir in einem späteren Testbericht separat behandeln.

Technische Daten (eigene Messungen)

Farbe: Hellgrau, matt (Spule), Schwarz, matt (Gehäuse)
Gewicht: 92 Gramm
Rollendurchmesser: 82/94 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel/Bremsrad): 38 (64) mm, Spuleninnenbreite: 32 mm
Spulentiefe (nutzbar): 12 (12) mm
Schnurfassung: WF 6 F + um die 80 yds 20 lbs-Backing
Seriennummer auf dem Rollenfuß (Unterseite)
Lieferumfang: Karton, Neoprene-Rollentasche (die einen Transport der an der Rute

montierten Fliegenrolle erlaubt), Beipackzettel (englisch), Gummisscheibe als Montagehilfe. Garantie: lebenslange Garantie auf Herstellungs- und Verarbeitungsfehler.

Preis: Rolle: 419 €, E-Spule: 189 €.

Beschreibung und Praxistest:

Moderne, zierlich wirkende Großkern-Fliegenrolle (ULA = Ultra Large Arbor), gefräst und gedreht aus einem massiven Aluminiumblock. Viele Rollenteile bestehen aus Titanium. Die Rollenoberfläche wurde mit dem extrem wiederstandfähigen Hartanodisat "Ceramic Typ III" behandelt. Trotz spartanischen Material- und Teileeinsatz ist die Rolle stabil durchkonstruiert. Die beidseitig durchgehend gelochte und im Rollenkern mit Langlöchern versehene Spule läuft in einem offenen "Rollen-Rahmen", der eigentlich nur ein schmaler, offen-U-förmiger, sich zum Rollenfuß hin verdickender Steg ist. An der unteren Seite befindet sich der zweifach von Außen geschraubten Rollenfuß und an der oberen Seite die Schnurführung, deren Ende sehr sauber und äußerst präzise in die Nut auf der Spuleninnenseite hereingreift, um ein Durchrutschen von Vorfach oder Schnur wirkungsvoll zu verhindern. Durch die spezielle Bauart der Rollenstege ist es möglich, die volle Spulenbreite- und Tiefe für die Aufnahme der Fliegenschnur auszunutzen! Auf der Spulenvorderseite befindet sich eine griffig geformte und passend dimensionierte Kurbel aus schwarzem Kunststoff. Auf ein (sichtbares) Kontergewicht wurde verzichtet: die Lösung für die gute Ausbalancierung der Spule ist eine Kombination aus der gegenüber der Kurbel verbreiterten Spulenspeiche und dem Klickersystem. 

Im Praxisbetrieb zeigte unser Testmodell einen äußerst präzisen und sehr gut ausgewuchteten Rundlauf, auch bei höheren Abzugsdrehzahlen, völlig ohne störende Toleranzen - absolut perfekt! Die ganze Rolle wurde hervorragend verarbeitet - alle relevanten Teile wurden abgerundet und es gibt keinerlei erkennbare Mängel. Nicht das geringste vertikale oder horizontale Spiel der Spule auf der Achse ist vorhanden. Alle Zwischenräume und Abstände wurden sehr gering gehalten, scharfe Ecken und Kanten sind an der ganzen Rolle nicht zu Finden.

Durch die Ultra Large Arbor-Spule verändert sich das Verhältnis des Spulendurchmessers im Praxisbetrieb nur minimal - egal, wieviel Schnur sich noch auf der Spule befindet. Dies ermöglicht dem Fliegenfischer (und einem im Drill abziehenden Fisch...), immer einen gleichmäßigen Zug auszuüben. Zudem wird durch den großen Spulendurchmesser dem Fliegenschnur-Memory wirkungsvoll entgegengewirkt und nicht zuletzt bekommt der Fliegenfischer mit weniger Umdrehungen mehr Leine auf die Spule.

Unser Testmodell arbeitet beim Einkurbeln bis auf den Klicker widerstandsfrei und mit einem geringen Geräuschpegel. Beim Schnur-Abziehen ertönt das "Schnurren" etwas kräftiger und es wirken die Einstellungen High-Tech-Bremse (siehe weiter unten). Wer eine völlig geräuschlose Fliegenrolle bevorzugt, kann den "Sound" auch völlig abstellen, indem mit Hilfe eines winzigen Imbußschlüssels (nicht mitgeliefert) ein kleines Ritzel "umgelegt" oder ganz herausgenommen wird - ohne Auswirkungen auf die Bremseinstellungen.
Die Spule lässt sich durch Druck von hinten schnell und einfach aus dem Gehäuse nehmen. Ein Umbau von Links- zu Rechtshandbetrieb ist ebenfalls mit wenigen Handgriffen möglich - und auf dem Beipackzettel erklärt. Als Hilfe wird für diesen Zweck eine Gummischeibe mitgeliefert.
Die Bremse: Die "Waterworks ULA F2X" besitzt eine Hochleistungsbremse (die (bis auf die "Purist") in allen Waterworks-Lamson Fliegenrollenserien eingebaut ist), welche im fischereilichen Praxiseinsatz mit Sicherheit weder auszuschöpfen, noch kleinzukriegen ist (Ausnahme vielleicht - schwere Salzwasserfischerei). Diese US-patentierte Bremse besteht aus zwei kegelförmigen Elementen, die durch Druck gegeneinander als Bremse wirken. Der Hersteller wandelte dazu die Fläche einer traditionellen Scheibenbremse in kegelförmige Elemente um. Damit war er in der Lage, die Bremsmechanik wirkungsvoller gegen Feuchtigkeit, Schmutz und Salzwasser zu schützen. Da die Bremselemente im Außenteil der Achse untergebracht wurden, ist die Masse der Spulenrotation sehr niedrig und der durchschnittliche Radius der Kontaktflächen ebenfalls. Im Ergebnis lässt sich die Bremse hauchfein einstellen und der Andrehmoment ist so gering, dass er kaum messbar ist.
Im Fall unserer "F2X" mit ihrem griffigen Brems-Einstellrad auf der Gehäuserückseite lässt sich das Bremssystem über einen sehr langen Einstellweg in dreieinviertel kompletten Umdrehungen von "ganz zart" bis fast "komplett fest" einstellen. Die wesentlichen Einstellungen fürs praktische Fischen liegen dabei jedoch wie gewohnt in schnell bedienbaren anderhalb Umdrehungen des Einstellrades.
Ein Anlaufwiderstand ist tatsächlich nicht zu spüren. Irgendwelche Schwächen des Systems konnten wir auch bei unseren Härtetests in der Praxis nicht festestellen.
Auch nach einem (eigentlich völlig unbeabsichtigten) Absturz auf den harten Fußboden wies die Rolle keinerlei Beeinträchtigungen oder Beschädigungen auf.
Trotz "ULA"-Spule und des zwangsläufig damit verbundenen geringeren Fassungsvermögen ist die Schnurkapazität der Rolle, sowie die Größendimension im Verhältnis zur vorgesehenen Schnurklasse und den feinen Fliegenruten gut und passend. Die Breite der Spule macht wieder viel an Kapazität gut. Besonders an 5er Fliegenruten wirkt die Rolle gut.

Fazit: Das Waterworks Konzept geht auch bei dieser Fliegenrolle der Extra-Klasse voll auf. Hier werden ausgewählte und hochwertigste Materialien auf höchster technischer Ebene hochpräzise zu einem modern designten Funktionsprodukt für anspruchsvolle Fliegenfischer verarbeitet, das auch ausgefallene Ansprüche zufieden stellen dürfte. Die "F2" hat zwar auch einen gehobenen Preis - aber Besonderes war noch nie billig...

Bezug: Verbreitet im Fachhandel. 
Herstellerwebsite: www.waterworks-lamson.com


Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
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