Geräte-Besprechung: Fliegenrollen
VISION - GT VG45
Derzeit scheinen wir in einer besonders schnelllebigen Phase zu leben, in welcher sich die Anbieter von Fliegenfischergerät mit dem Herausbringen immer neuer Produkt-Serien geradezu überschlagen. Bei den Fliegenrollen fällt das besonders auf, immer neue und oftmals auch gewagtere Designs werden gefertigt und auf den Markt gebracht. Nur eines haben auch ganz moderne Fliegenrollen im wesentlichen gemein: sie sind rund (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Auch die mit Fliegenrollen eigentlich bislang schon gut aufgestellte Firma VISION entzieht sich diesem Trend nicht und brachte ihr jüngstes Kind - die "GT"-Serie - in den Handel. Die sieht schick aus und hat es in sich...
Die Modelle dieser Fliegenrollen-Serie:
(Stand 09/2007):
- GT VG24 für # 2-4
- GT VG45 für # 4-5 (unser Testmodell)
- GT VG57 für # 5-7
- GT VG79 für # 7-9 und
- GT VG11 für # 10-12

Technische Daten (eigene Messungen)
Farbe: titan, leicht rötlich schimmernd, matt glänzend
Gewicht: 155 Gramm
Rollendurchmesser: 78 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel/Bremsrad): 40 (65) mm, Spuleninnenbreite: 29 mm
Spulentiefe (nutzbar): 12,5 (8,5) mm
Schnurfassung: WF 5 F + um die 40 m 20 lbs-Backing
Lieferumfang: Karton, Neoprene-Tasche mit ausreichend großer Verschlusslasche, um die an der Rute montierte Rolle zu schützen. Owners Manual mit Bauteileplan,

Umbau- und Pflegeanleitung (engl.), sowie Adressen der Servicecenter in Europa.
Garantie: Es gilt die in Deutschland übliche Handels-Garantie bzw. Gewährleistung.
Preise: Rolle: 189 €, E-Spule: etwa 80 €.

Beschreibung und Praxistest:

Moderne, sehr präzise gefertigte Großkern-Fliegenrolle in interessantem und ansprechendem Design. Gefräst und gedreht aus einem Block hochwertigen Aluminium. Rollenoberfläche in leicht rötlicher Färbung anodisiert.

Laut Herstellerangabe ist die "GT" besonders salzwasserfest (von uns nicht getestet). Die Spule besitzt auf der Frontseite drei unterschiedlich große Lochkränze, von denen jeder von Innen nach Außen kleinere Durchmesser aufweist. Auch der ganz leicht übergreifende Spulenrand wurde durchgehend gelocht. Spulenkern und Spulenrückseite wurden ebenfalls mit Lochreihen versehen, was insgesamt für eine gute Schnurbelüftung auf der Spule sorgt. Auf der Spulenfront befinden sich eine große, griffige Kurbel (weiche Grifffläche mit Polyurethan-Profil, dieses Modell findet auch bei den anderen VISION Fliegenrollen Verwendung) und dieser gegenüber ein Kontergewicht. Beide Teile wurden von Innen verschraubt. Die Spule läuft im offenem Rollengehäuse, auf einer Edelstahlachse. Die Gehäuserückseite besitzt sieben große runde Löcher, außerdem Lochungen am Schnurführungssteg vorn. Ein zweiter Steg befindet sich an der hinteren Seite für den zweifach von Innen geschraubten Rollenfuß. In die Löcher am vorderem Steg und am Spulenrand kann bei Bedarf die Fliege eingehängt werden. Da die Rückseite der Spule etwas nach Außen gezogen wurde, passt sie sich perfekt in die Gehäuserückseite ein, welche leicht nach Innen gewölbt wurde. Fazit ist eine bestmögliche Ausnutzung der Spulenkapazität und des Platzes zwischen Spule und Gehäuse - hier gibt es praktisch keinen Leerraum - sowie ein etwas nach Innen versenktes Bremseinstellrad.
Die Stegenden greifen tief und präzise in die Nut auf der Spuleninnenseite, um die Gefahr eines Durchrutschen von Vorfach oder Schnur zu minimieren.
Im Praxisbetrieb zeigt unser Testmodell einen absolut präzisen und toleranzfreien Rundlauf, auch bei höheren Abzugsdrehzahlen läuft die Spule völlig rund und gut ausgewuchtet. Kugel- bzw. Walzenlager sorgen für eine tadellose Funktion. Die ganze Rolle wurde sehr sauber verarbeitet - alle Zwischenräume und Abstände wurden gering gehalten, alle relevanten Teile wurden gut entgratet, die Kanten leicht abgerundet, bzw. angeschrägt. 
Unser Testmodell arbeitet beim Einkurbeln völlig geräusch- und widerstandsfrei. Beim Schnur-Abziehen ertönt ein sehr dezentes, sanftes "Schnurren" und es wirkt die eingestellte Bremskraft (zur Bremse: siehe weiter unten). Die Spule lässt sich mit der klassischen Hebeltechnik mit nur einem Handgriff wechseln. Durch Umdrehen eines Einweglagers im Inneren der Rolle lässt sich auch ein Umbau von Links- zu Rechtshandbetrieb einfach und schnell durchführen. 
Die GT besitzt eine sehr wirksames Scheibenbremssystem auf Edelstahl/Keramik/Carbon-Basis, welches vollständig wasser- und schmutzgeschützt in einem zweiteiligen Kunststoff-Käfig untergebracht wurde. Das in jeder Einstellung weich und ruckfrei anlaufende Bremssystem wurde in der Praxis locker mit allen Fischereisituationen spielend fertig. Es lässt sich mit Hilfe des griffigen, runden Brems-Einstellrades auf der Gehäuserückseite über einen langen Weg von 3  2/3 kompletten Umdrehungen gut regulieren und von "völlig frei" bis "nahezu komplett fest" einstellen. Die wesentlichen Einstellungen fürs normale Fischen liegen dabei aber praktischerweise innerhalb von anderthalb Umdrehungen des Einstellrades. 
Einen spürbaren Anlaufwiderstand gibt es nicht, eben so wenig wie erkennbare Schwächen des Systems im oder nach hartem Einsatz. Wer es mag, kann durch den etwas übergreifenden Spulenrand bei der Bremsung auch Hand anlegen. Das Fassungsvermögen/die Schnurkapazität sind bei unserer Testrolle in Bezug auf die fast Ultra-Großkernbauweise sehr in Ordnung, dafür sorgt in diesem Fall die breite Spule. In Sachen Größe/Gewicht passt unser Testmodell am besten zu # 4- bis 5er Fliegenruten.  Bauteileplan: (Hier Klicken).
Fazit
Die GT ist eine schicke und sehr praxistaugliche Großkernfliegenrolle, an der es auch an Design und Verarbeitung nichts auszusetzen gibt.
Bezug
VISION Produkte erhalten Sie im Angelgeräte-Fachhandel, z.B. bei: K&HD Fishing Supplies, Hamburg, Internet: www.khdfishing.de
Hersteller-Website: www.visionflyfishing.com
Verbraucher & Meinungen:
19.06.2008: Da ich selbst sehr viele Produkte der Firma Vision im Dauereinsatz habe würde ich gerne noch etwas zur Rolle GT anfügen. Ja die GT ist salzwasserfest. Ich hatte die Rolle heuer für drei Wochen in Mexico im Einsatz. Sie läuft immer noch an wie neu obwohl ich sie noch nie gereinigt bzw. gefettet habe. Das man nach jedem Tag im warmen Salzwasser die Rolle mit reichlich Süßwasser abspülen sollte versteht sich doch von selbst. Markus Hopfgartner

Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos ©:  Michael Müller
Das Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

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