Im Test:
STEELFIN "XFR 4,6 GROSSKERNROLLE"

Zunächst einige Informationen aus der ausführlichen Rollenbeschreibung des Herstellers:
"Unser neues Rollenmodell ist speziell für 8-er bis 10-er Schnüre mit viel Backing entwickelt. Für die Fischerei von europäischen Küsten bis zu tropischen Flats. Aber auch für das Fliegenfischen auf Großhechte, Huchen und Lachs mit der kräftigen Einhand- oder leichten Zweihandrute.
Die XFR empfehlen wir für den Einsatz auf 8er Ruten ab 9 1/2 Füß Länge, sie balanciert 9er und 10er Ruten ab 9 Fuß Länge. Auch mit der leichten 13 bis 14 Fuß Zweihand harmoniert sie vom Gewicht her.
XFR steht für Extra Fast Retrieve. Diese Rolle kurbelt etwa einen Meter Schnur mit nur 3 Spulenumdrehungen auf!
4,6 bezeichnet den Außendurchmesser in Inches.
Die XFR 4,6 wiegt nur knapp 330 Gramm, ist komplett salzwasserfest, aus einer Spezial-Legierung (Aluminium-Magnesium-Silizium) gedreht und gefräst, mit neuester EADS-Galvanotechnik aus dem Satellitenbau beschichtet und mit einem von uns neu entwickelten Hochleistungs-Bremssystem ausgestattet.
Die riesige (117 mm Außendurchmesser) ultraleichte Großkernspule faßt eine WF8F und 300 Meter 50 lbs. STEELFIN BIONIC BRAID Backing  bzw. eine WF10F und 250 Meter. Sie ist mit einem ebenfalls neuartigen Schnellverschluß in der Rolle befestigt, der über Viton-O-Ringe ein Vakuum erzeugt und die Spule mit dem Bremssystem mittels paßgenauer Formfräsungen koppelt.
(Zum Herausnehmen der Spule halten Sie sie einfach am Bremsrand fest und ziehen sie aus dem Gehäuse heraus. Wenn Sie die Spule wieder einsetzen, achten Sie darauf, daß Sie die Spule ohne Verkanten auf die "Felge" zurückschieben. Halten Sie nun die Felge fest und drehen die Spule so, daß die 180° Ausfräsung an der Spulenrückseite genau mit der entsprechenden 180° Ausfräsung am hinteren Ende der Felge übereinstimmt. Dann drücken Sie die Spule bis zum Anschlag auf die Felge. Sollte sich die Spule nur sehr schwer aufschieben lassen, hilft ein Tropfen Öl oder Fett, den Sie mit einem Lappen auf die Viton-O-Ringe der Felge aufftragen.)
Als weiteres Novum haben wir dem Bremsrand mit einer Rändelstruktur versehen. Dadurch wird die Oberfläche des Bremsrandes auf die Hälfte reduziert und ermöglicht wirklich gefühlvolle Bremsunterstützung mit der Hand. Selbst wenn Sie lange Fluchten mit der Hand am Bremsrand zusätzlich kontrollieren, wird es Ihnen niemals zu heiß.
Verkaufspreis: Rolle = EUR 325,74 / Spule = EUR 115,10
Die Lieferung erfolgt im Karton und in einem gepolsterten Stoff-Futteral.
Pflegetipps: Das Bremssystem, die Achsen und Lager sind wasserdicht verschlossen in der Felge untergebracht. Dieses System ist daher wartungsfrei und braucht nicht gefettet zu werden. Geben Sie lediglich von Zeit zu Zeit einen Tropfen Öl direkt unter das Bremseinstellrad, um den darunterliegenden O-Ring zu fetten.
Bei Einsatz im Salzwasser spülen sie die Rolle täglich nach dem Fischen mit Süßwasser ab. Entfernen Sie regelmäßig Salzkrusten auf und in dem Gehäuse sowie an der Spule mit Süßwasser und einer alten Zahnbürste. Wir empfehlen, die Rolle vor einem längeren Einsatz im Salzwasser mit Ballistol, WD-40 oder einem vergleichbaren Pflegemittel komplett einzusprühen."
Nähere Betrachtung und Praxistest:
Das oben Geschriebene sagt schon sehr viel zur Rolle aus und setzt hohe Erwartungen. Nehmen wir das gute Stück also 'mal etwas genauer unter die Lupe.
Farblich ist die Rolle sehr schön abgestimmt: Die mattglänzende Mischung aus Titangrau und Schwarz gibt der Rolle ein edles Aussehen.
Die Größe ist schon beeindruckend - aber sie hat ja wie oben beschrieben einen Sinn, wenn mit der Rolle auf kampfstarke Fische gefischt wird.
Die XFR ist astrein verarbeitet, die Oberflächen sind perfekt, alle Kanten sind entgratet und glatt, die Passformen stimmen, es gibt nirgends ein störendes Spiel.
Am hinteren Spulenende gibt es einen kleinen Spalt von etwa 0,5mm. Da das Spulengehäuse aber nach hinten verlagert ist, wird dieser für ev. darin verschwindende Vorfächer nicht zum Problem.
Die Rolle läuft absolut rund, keine Abweichungen. Die Kurbel ist lang und griffig und die Bremse mittels dem großen, sternförmigen Bremsrad einfach zu bedienen.
Die Bremse ist a) sehr fein einstellbar und b) enorm stark. Ich kann mir auch für eine enorme Dauerbelastung nicht vorstellen, dass sie "totzukriegen" ist. Das sternförmige Bremsrad läßt sich sehr gut bedienen. Für eine zusätzliche "Handbremsung" weist der Spulenrand eine Art Rändelstruktur auf, damit es dem Nutzer niemals zu heiß wird. Zugegeben: wir hatten deshalb zunächst so unsere Bedenken in Richtung "Sägewirkung" oder "Ausfräsung an der Hand". Bei anschließenden Zug- und Bremstest's wurde diese Vermutung jedoch schnell widerlegt. Eine angenehme Sache, die gegen Verbrennungen durch schnell routierende Spulen vorbeugt. Obwohl bei der tollen Rollenbremse wirklich niemand auf eine Handbremsung angewiesen ist...
Beim Einkurbeln und beim Schnur-Abziehen läßt die Rolle ein ganz dezentes Klickern hören, wirklich nur ganz dezent.
Die Spule wird bei einem Wechsel nur abgezogen, bzw. genauso (verkantungsfrei!) - wie oben beschrieben - wieder aufgesetzt, dies geschieht in Sekundenschnelle und werkzeugfrei.
Bei der XFR gibt es nur einen Steg - dieser sitzt in der Mitte der Rollenvorderseite.
Die Schnurkapazität der XFR ist enorm: 300 Meter Bionic 50lb-Backing und eine 8er WF Schnur gehen ohne Probleme drauf, bei Höherklassigen Schnüren entsprechend weniger aber immer noch ausreichend Backing.
Bei den folgenden "Belastungstest's" bestätigen sich all die schon genannten Qualitätsmerkmale: Absoluter Rundlauf und sensible, bärenstarke Bremse, insgesamt eine sehr angenehme Handhabung!
Fazit:
Eine wirklich außergewöhnliche Rolle für den Großfischjäger, sei es im Salz- oder Süßwasser. Ganz klar aus der Praxis für die Praxis entwickelt und ein wirklich gelungenenes Gerät mit höchster Praxistauglichkeit und mit enormen, nicht auszuschöpfenden Leistungsreserven.
Die Rolle verdient eine Fliegenfischer-Forum Empfehlung !
Weitere Infos, Bezug und Kontakt:
Die XFR und andere STEELFIN-Rollen erhalten Sie im gut sortierten Fachhandel.
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Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos: (C) Michael Müller
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