Gerätebesprechung- Fliegenruten:
Steelfin "Trinity" 7'6" #4
Nicht so bekannt ist, dass die deutsche Firma Steelfin neben ihren Fliegenrollenserien auch drei eigene Fliegenruten-Serien im Programm hat.
Es handelt sich um Ruten der "Explorer", "Trinity" und "Trinity XD" - Serien.
Verfügbare Trinity-Modelle: 
Folgende dreiteilige "Trinity"-Modelle sind erhältlich: 
7'6" 4-wt (2,30 Meter, Schnurklasse 4), 
8' 6" 5-wt (2,60 Meter, Schnurklasse 5), 
9' 5-wt (2,75 Meter, Schnurklasse 5), 
9' 6-wt (2,75 Meter, Schnurklasse 6), 
9'6" 5/6-wt (2,90 Meter, Schnurklasse 5 bis 6), 
9'6" 6-wt (2,90 Meter, Schnurklasse 6), 
9' 7-wt (2,75 Meter, Schnurklasse 7), 
9' 8-wt (2,75 Meter, Schnurklasse 8), 
9'6" 8-wt (2,90 Meter, Schnurklasse 8), 
9' 10-wt (2,75 Meter, Schnurklasse 10), 
8'9" 12/13-wt (2,67 Meter, Schnurklasse 12/13), 
8'9" 14-wt (2,67 Meter, Schnurklasse 14).
Wir hatten die Gelegenheit, uns eingehender mit einer "Trinity 7'6" #4" zu beschäftigen.
Ausstattung und technische Details:
Teilung und Maße:
Drei gleichlange Teile, Transportlänge ohne Rohr 81cm, mit Rohr 100cm. Das Gewicht beträgt 79 Gramm. 
Ausstattung:
Die Rute hat einen geschliffenen Blank in dunkelgrauer Farbe und ist bis auf die Bindungen unlackiert. Die Bindungen sind in schwarz gehalten und im unteren Bereich mit hellgrauen Zierbindungen abgesetzt. Die einzelnen Teile werden mittels tiefgehenden Überschüben verbunden. Zum Schutz gegen eindringenden Schmutz sind die beiden unteren Teile am oberen Ende abgedichtet. Der Leitring ist ein Zweistegring mit SIC-Einlage, anschließend folgen 8 hartverchromte Einstegringe mit großem
Durchmesser und ein ebenfalls hartverchromter Spitzenring. Der Kork des Handgriffes in Zigarrenform ist 19,5 cm lang und von sehr guter Qualität. 
Der schwarz anodisierte und griffwärts zu schraubende Aluminium-Schraubrollenhalter ist mit einer Graphiteeinlage versehen.
Sonstiges:
Die Lieferung erfolgt im schwarzen Futteral und im schwarzen, stoffbezogenen Kunststoffrohr. Steelfin-Fliegenruten besitzen ursprünglich eine 25-jährige Bruchgarantie (ist wohl Geschichte, da die Fa. nicht mehr existiert...). Preis der Rute: EUR 466,97  Blank: EUR 242,84
Nähere Betrachtung und Praxistest
Bereits auf den ersten Blick wirkt diese schmucke Rute wie aus einem Guß.
Sämtliche Komponenten sind sowohl farblich, als auch Bauteilmäßig, gut aufeinander abgestimmt. An der Verarbeitung, Ausrichtung der Ringe, Lackierung, Qualität des Korkgriffes, Sitz der Überschübe etc. gibt es nichts zu beanstanden. Der Korkgriff bietet auch größen Händen Platz. 
Wir haben diese Rute bei dem kürzlich stattgefundenen Fliegenfischertreffen unseres Vereins ausgiebig geworfen. 
Das Ergebnis fiel gut aus. Der Grund hierfür ist schnell gefunden: Die meisten unserer Leute fischen an kleineren Flüsschen auf Äschen und Forellen. Und hier hielten wir nun die ideale Rute für diesen Zweck in den Händen! Die Trinity besitzt eine mittelschnelle, geschmeidige Aktion, die sich, je nach Belastung, über den vorderen Teil der Rute aufbaut und bei höheren Druck bis zum Griff hinunter fortsetzt - und dies natürlich "Stufenlos". Das Ergebnis ist eine wunderbar zum genußvollen Fischen gemachte Rute, mit der die unterschiedlichsten Werfer auf Anhieb zurechtkommen. Durch die feinfühlige und keineswegs harte Aktion läßt es sich mit dieser Rute im Nahbereich ebenso angenehm arbeiten wie beim 
bewältigen größerer Leinenentfernungen. Trotz auf den ersten Blick fehlender "Härte" ist das Kraftpotential und ein sehr gutes Rückstellvermögen vorhanden.
Hier eine weitere Einschätzung von Walter Hildebrandt:
Verarbeitung: 
Die einzelnen hochwertigen Komponenten der Rute sind sehr gut verarbeitet. Kork, Wicklungen, Rollenhalter und Passung der Verbindungen lassen keine Wünsche offen.
Subjektiver Eindruck: 
Bereits bei den ersten Trockenwürfen auf der Wiese widerlegte das Rütchen die anfangs gehegten Befürchtungen, dass es sich um ein Gerät handelt, welches nur mit zarter Hand geführt werden kann. Weiten um die 20m mit einer 4/5 Longbellyschnur waren ohne Probleme zu erreichen. 
Am Wasser zeigte die Rute ihre wahre Klasse. Sie ist fein genug, um eine 20er Entenbürzelfliege sanft und genau zu präsentieren hat aber auch genügend Power um eine 10er Tungstenbeadnymphe am 10 Fussvorfach auf Distanz und Tiefe zu bringen. 
Selbst mit großen Fischen - ich fing in kurzem Abstand eine 52er Äsche und eine 58er Barbe, die sich beide vehement weigerten am 0,12er bzw. 0,14er Vorfach, ihr Element zu verlassen -, wurde das Rütlein aufgrund seiner äußerlich nicht erkennbaren Kraftreserven spielend fertig. 
Congratulations Steelfin, hier ist euch ein sehr, sehr guter Wurf gelungen.

Fazit: Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Leistungspotential und Ausstattung stimmen. Der Preis ist zwar ordentlich, liegt aber ein gutes Stück unter vergleichbaren Ruten anderer Marken. Diese Rute wird "gefühlvollen" Fischern an kleineren Gewässern sehr gefallen.

Bezug: Die Rute ist nur noch in Restposten im Fachhandel erhältlich. Inwieweit Garantieansprüche noch erfüllt werden können, ist nicht bekannt.
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Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos: (C) Michael Müller
Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.
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Verbraucher & Meinungen:
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18.03.2003: ...ich kann mich den bisherigen Beiträgen nur anschließen. Ich besitze die Trinityruten 9'6" 8/9-wt und 9" 10-wt und bin sehr zufrieden. Die 8er habe ich bisher erst einmal auf Bonefisch eingesetzt, freue mich aber schon auf das Hechtstreamern. Selbst die 10er ist für diese schon recht hohe Schnurklasse bei allem Kraftpotential noch sehr sensibel und wunderbar zu werfen, so dass auch nach mehreren Stunden Fischen der Wurfarm nicht schlapp macht. Gruß Helge
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17.03.2003: Die Trinity-Ruten sind klasse. Super verarbeitet und ultra robust. Übelster Umgang hat bei meinen Ruten noch keine Spuren hinterlassen. Besonders gut finde ich den langen Griff. Bei den meisten anderen Ruten ist der oft zu kurz. Auch die Aktion ist klasse. Keine harten Knüppel, sondern schnelle Ruten, an denen man noch was spürt. Ich fische selbst eine Klasse 6 in 9 Fuß. Ausgiebige Probewürfe mit einer  Klasse 8 in 9,6 Fuß und die Klasse 4 haben mich auch überzeugt. Hervorheben muss man auch den super Service von Steelfin. Ronald.
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17.03.2003: ...ich besitze seit etwa einem 3/4 Jahr eine Trinity #4. Für Verarbeitung und Ausstattung siehe Gerätetest. Ich fische mit ihr hauptsächlich auf Barsche und Forellen in Bächen. Die Rute ist wirklich feinnervig und läßt einen die Bisse gut spüren. Die Aktion der höheren Klassen ist nicht so durchgängig wie bei der #4, Sie haben eine merklich abgesetzte, weichere Spitze. Beim Fischen mit Ministreamern ist Sie meine Lieblingsrute. Jan Weber
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17.03.2003:Hallo Mike, ich habe mir im vergangenen Jahr eine Trinity (#7, 9´) zum Meerforellenfischen gebaut. Die Rute ist schnell und hat eine progressive Aktion (keine Spitzenaktion). Sie arbeitet auf kürzeren Entfernungen mit wenig Schnur schon ganz ordentlich und hat reichlich Power für weite Würfe oder für windige Situationen. Ich bin mit der Rute zufrieden. Eventuell könnte sie für meinen Geschmack etwas länger sein. Ich hatte mal Gelegenheit, die Trinity #8, 9´6´´, zu werfen. Die fand ich noch besser, insbesondere mit der Steelfin XXD-Schnur (gibt es leider nicht in #7), aber das ist reine Geschmackssache. Der Blank war bei mir von erstklassiger Qualität - absolut gerade, sehr weit überlappende sauber passende Verbindungen, sauberer Overlap. Die Trinity´s sind eher etwas schwerer als andere Ruten. Der Blank ist im Vergleich zu einer Sage RPL zwar im Durchmesser deutlich dünner, hat aber eine sehr große Wandstärke und macht aber einen superstabilen Eindruck.  Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen. Stefan Scherf
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