Besprechung Watbekleidung:
SIMMS Gore-Tex Lightweight Wathose | bitte auch die Updates unten beachten

Die leichteste atmungsaktive SIMMS Gore-Tex Wathose heißt treffend "Lightweight". Sie ist in allen gängigen Größen (und in diversen Sondergrößen!) zu bekommen, hat die Farbe "Sterling Brown" (graubraun) und besteht aus dreilagigen Gore-Tex-Material. Die Hose wiegt ca. 1000 Gramm und kostet rund 322 EUR. Produziert wird sie in Montana/USA. Die Garantie umfasst Nähte- und Materialdichtigkeit, sie beträgt 2 Jahre. Darüber hinaus behandelt SIMMS Schäden sehr kulant, auch über die Garantiezeit hinaus.
Beschreibung
Diese leichte, wasserdichte und atmungsaktive Wathose aus dreilagigen "Immersion Technologie Fabric"- Gore-Tex-Material wurde - nicht nur - aber vor allem für die leichte Sommerfischerei entwickelt. Das Außenmaterial der "Lightweight" besteht aus einem Polyestergewebe, welches kein Wasser aufnimmt (im Gegensatz zu mancher anderen atmungsaktiven Wathose, die dann beim Fischen immer schwerer wird...). So bleibt die Hose - durch die Verwendung modernster Materialien und der echten Gore-Tex-Membran - innen und außen trocken. Die "Lightweight" wird übrigens optimal ergänzt mit den SIMMS Produkten "Lightweight" Watschuhe, "Paclite Rain Cloud" Jacke und "Guide Gravel Guards".
Ausstattung von oben nach unten:
Elastische Nylon-Träger, hinten überkreuzt und an der Hose angenäht, vorne verstellbar und mit leichten Schnappverschlüssen versehen. Die Hose kann heruntergerollt werden. Die Hosenträger können auch als Gürtel benutzt werden - bei halbhoch getragener Hose. Ausklappbare Brustinnentasche mit Klettverschluss. Ab dem oberen Beinbereich bis zu den angesetzten Füßlingen aus schwarzen 5mm Neopren verstärktes Material ("Stichschutz") auf der Hosenvorderseite. Spezielle Füßlingsformen für rechten und linken Fuß, daher sehr passfreundlich. Ein Reparaturset und ein leichter Nylon-Watgurt befinden sich im Lieferumfang.

Zur Praxis: Die Verwendung von so hochwertigen Materialien macht sich im praktischen Einsatz bezahlt. Die "Lightweight" hat eine gute Passform, trägt sich sehr angenehm und raschelt kaum. Körperfeuchtigkeit wird zuverlässig nach aussen transportiert, dadurch hat man immer ein angenehm trockenes Gefühl, auch wenn mal hohe Außentemperaturen an die Vernunft apellieren, daß man die Fischerei eigentlich auf die Abendstunden verlegen sollte. Natürlich ist die "Lightweight" auch von außen nach innen absolut "dicht". Lecks oder "Aufösungser- scheinungen" waren auch nach mehrmonatigen Einsatz nicht zu verzeichnen.
Fazit: Im Gegensatz zu vielen Kopien ist die "Lightweight" eine echte Gore-Tex-Wathose, sie ist leicht, bequem, super verarbeitet, zuverlässig und hoch atmungsaktiv. Damit erfüllt sie alle Eigenschaften, die man von einer Wathose dieser Art und Preislage erwarten darf. Ideal vor allem als Sommerwathose, mit der entsprechenden Unterbekleidung jedoch auch in kühleren Jahreszeiten sehr gut einzusetzen. Die "Lightweight" lässt nach unserer Einschätzung keine Wünsche offen. Der Preis ist natürlich stolz - aber "Originale" haben eben ihren Preis - und der Gegenwert in diesem Fall ist hoch...
Bezug: SIMMS Produkte erhalten Sie in allen Flyfishing-Europe-Filialen, deren Vertriebspartnern und direkt bei Flyfishing Europe, Linkstr.27, 50519 Möhnesee, (02924)87430, Fax ("")874328, eMail: info@flyfishingeurope.de, Internet: www.flyfishingeurope.de. Hersteller-Website: www.simmsfishing.com
Hier noch ein Hinweis des Anbieters zur Reparatur:
"Besonders erwähnenswert ist das einfach
zu reparierende Material. Wenn Dornen, o.ä., die Gore-Tex Hosen durchstochen
haben, können diese Löcher leicht gefunden werden. Man dreht die Hose
einfach auf links und streicht den Bereich, von dem man denkt, dass er
Wasser durchläßt, mit medizinischem Alkohol. Wenn dort ein Loch ist, bildet
sich sofort ein schwarzer Punkt und man kann direkt den Schutzkleber
aufbringen und die Hose ist wieder funktionsfähig. Diese Form der
Fehlerfindung erleichtert die Reparatur und kann von jedem selbst ausgeführt
werden."
Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos: (C) Michael Müller
Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.
Verbraucher & Meinungen:

Ich habe im März 2003 diese Wathose auf Grund des Testes hier als Bootfoot-Modell gekauft. Da ich alljährlich von April bis Ende November sehr regelmäßig einmal die Woche zum Stillwasserfischen auf Forellen gehe und dabei 4 – 6, manchmal auch 8 Stunden bis auf Ellenbogenhöhe im Wasser stehe, kann ich sicher sagen, in fast drei Jahren mit dieser Hose um die 500 Stunden Tiefwaten hinter mir zu haben. 
Fazit: Die Hose ist so gut wie am ersten Tag! Ich bleibe immer trocken, habe immer warme Füße, die Hose nimmt kein Wasser auf und trocknet an Land sofort ab. In diesem Frühjahr konnte ein erstes kleines Leck auf der Vorderseite am Übergang Stiefel-Hose ohne Probleme mit dem beiliegenden Flickenset dauerhaft repariert werde. Ich kann diese Wohlfühl-Wathose nur empfehlen, mit entsprechender Unterkleidung auch für sehr, sehr kaltes Wasser.

Hans Klas aus Göttingen im Dezember 2005

20.02.2007: Auch im dritten Angeljahr (2006) war die Wathose trotz gesteigerter Aktivität unverändert gut. Dazu gekommen waren als weitere Belastung Ufergeklettere, viel dorniges Beerengesträuch und im Schnee vergnügliches Hinunterrutschen mancher Uferböschung auf dem Hosenboden. 
Ich gehöre zu den Fliegenfischern, die am Wasser wirklich viel laufen. So sind jetzt nach drei Jahren die Filzsohlen an Spitze und Hacke abgewetzt bis kurz vors Stiefelgummi (bei einem Körpergewicht von 77kg), da müssen jetzt neue drunter. Ich denke, das ist ein ganz normaler Verschleiß. Ich hatte viel eher damit gerechnet, die Filzsohlen mal erneuern zu müssen. Und wer im Forum mitliest wenn es um Wathosen geht wird feststellen, dass manche Hose anderer Hersteller erst gar nicht so alt wird.
Fazit nach drei Jahren: weiterhin allergrößte Zufriedenheit meinerseits. Ich freue mich auf die vierte Saison! Grüße aus Göttingen, Hans Klas
Zu den Fotos:
Bild 1: Die Hose von vorne, mit neuen Filzsohlen. Jetzt sieht sie wieder aus wie frisch aus dem Laden. Na gut, fast jedenfalls.
Bild 2: Die Hose von hinten.
Bild 3: Die Nähte im Schritt: nach drei Jahren keine Spur einer Belastung. Für Scharfseher: der Wasserrand im Außenstoff entstand lediglich, als der Pobereich mal extra abgeseift wurde.
Im März 2008 war mein Bootfoot-Modell dieser Hose 5 Jahre alt. Die Hose selber ist nach wie vor absolut dicht und genauso atmungsaktiv wie immer. Die Träger haben etwas nachgegeben. Das ist aber wegen der sehr guten Längen-Verstellbarkeit nicht der Rede wert. Der Oberstoff hat seine Festigkeit behalten und lässt bis heute keine Dornen durch. Die Hose ist nach dem Waten immer noch recht schnell trocken. Die Schmutz abweisenden Eigenschaften haben aber deutlich nachgelassen. Jetzt sieht man der Hose an, dass sie Einiges auf dem Buckel hat. Mit Stiefeln lässt sie sich nicht in die Waschmaschine stecken, sie kann nur von außen abgewaschen werden. Das Ergebnis ist dabei nicht befriedigend, besonders im Po-Bereich. Das ist auch auf den Fotos deutlich zu erkennen.
Ist die Hose ansonsten komfortabel wie am ersten Tag, versagen jetzt die angeschweißten Stiefel ihren Dienst. Vorne am Schaft, wo sie beim Gehen einknicken, ist das Gummi auf ganzer Breite rissig geworden. Wasser dringt ein und sorgt für Feuchtigkeit rund um die Knöchel, die allerdings erst beim Ausziehen bemerkt wird. Die Hose läuft also nicht voll wie ein Eimer, es handelt sich eher um eine „Sickerblutung“.
Wenn sich das nicht kleben lässt oder auch gänzlich neue Stiefel sich nicht anschweißen lassen, wäre dies das Aus für die Hose. Andererseits: Wenn ich die Anschaffungskosten durch 5 Jahre teile, hat sie mich 77,- Euro im Jahr gekostet. Damit kann ich gut leben.
Trotzdem starte ich einen Rettungsversuch. Dafür bin ich viel zu sehr mit ihr zusammen gewachsen und es täte mir auch um die noch dichte Hose leid. Gelingt er, werde ich hier weiter über das Schicksal meiner Simms Lightweight Bootfoot berichten.

Grüße aus Göttingen, Hans Klas

Die Hose von vorne.
Der Po-Bereich.
Die Risse im Stiefel.
Abschlußbericht / Jan. 2009
Wenn auch die Stiefel nach dem Kleben dicht waren, kam doch im Laufe des Jahres schnell das Aus für die Hose. Es gab Wassereinbrüche, die ihren Namen verdienten: plötzlich liefen beide Stiefel voll. Und das umso schneller, je tiefer ich im Wasser war. Quelle im wahrsten Sinne des Wortes war dafür der Bereich von den Knien abwärts. Der zur Lochsuche aufgebrachte Alkohol sammelte sich in 5cm großen Flecken! Da habe ich dann nicht mehr mit dem Kleben angefangen. 
Endgültiges Fazit nun: Diese Simms war eine großartige Wathose, die bei sehr anspruchsvoller Belastung 5 ganze Jahre ihren Dienst tat. Nicht eine Sekunde habe ich die Anschaffung jemals bereut. Wen wundert's, dass die neue Wathose wieder eine Simms Bootfoot ist?
Grüße aus Göttingen, Hans Klas

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