Gerätebesprechung - Fliegenrollen:
REDINGTON - RISE - 5/6
Die Redington Rise Rollenserie wurde komplett modernisiert (neu ab Herbst 2016) und dabei heraus gekommen ist eine optisch und technisch sehr ansprechende, neue Ultra- Großkernfliegenrolle, schick, leicht, sehr modern und voll auf der Höhe der Zeit! Die RISE kommt in vier Modellen und in drei schönen Farben, sowie mit einer enorm starken Hochleistungsbremse. Auch das Preisleistungsverhältnis kann sich ernsthaft sehen lassen und ist ausgesprochen gut. 

Verfügbare Modelle:
- Rise 3/4
- Rise 5/6
- Rise 7/8
- Rise 9/10

Alle Modelle sind in den Farben Black, Silver oder Amber erhältlich.

Unser Testmodell war eine Redington Rise 5/6 in Silver.

Technische Daten (eigene Messungen):

Farbe: Mattsilber, Oberfläche anodisiert 
Gewichte: Rolle: 132 Gramm, Spule allein: 58 Gramm
Rollendurchmesser: 91 mm 
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel/Bremsrad): 34 (68) mm, Spuleninnenbreite: 23,5 mm
Max. Spulentiefe (nutzbar): 17 (15) mm 
Spulenkerndurchmesser: 58 mm
Schnuraufnahme bei einer ganzen Umdrehung mit voller Spule: 26 cm
Schnurfassung: WF6 + 100 yds 20lbs Backing
Lieferumfang: Im Karton, mit Cordura- Rollentasche und "Owners Manual" mit Pflege- und Umbau-Instruktionen, sowie Garantiebestimmungen (in Englisch)
Garantie: lebenslange Gewährleistung auf Material und Verarbeitung
Seriennummer: nein 
Preise: (Stand: Herbst 2016) 
Rolle: 259,00 €, E-Spule: 140,00 €

Beschreibung und Praxistest: Präzise gefertigte und sehr moderne Ultra-Großkern Fliegenrolle aus CNC gefrästen und gedrehten 6061-T6 Aluminium, mit farbigen Elementen (Bremszylinder, Kurbel)). Laut Herstellerangaben salzwasserfest. Die Rollenoberfläche kommt mattsilber anodisiert. Spule mit u-förmiger Schnuraufnahme. Der Spulenboden und die Spulenseiten der wurden maximal ventiliert, haben also ein weitgehend offenes Stegraster, was neben der Gewichtseinsparung für eine optimale Schnurbelüftung sorgt. Auch der Spulenkern ist bis drei Doppelstege komplett offen gehalten. Im Zentrum der bis auf ein "V" ebenfalls offenen Gehäuserückseite befindet sich der griffige Bremseinstell-Knopf, der reichlich groß und griffig sowie aufgrund rundherum freier Zugänglichkeit besonders gut zu bedienen ist. Die Spule läuft auf einem mehrteiligen Achsensystem sauber und rund im offenen Rollenrahmen, die gehäuseseitige Platzausnutzung ist gut. Am Gehäuse befinden sich seitlich zwei Stege: hinten ein breiter Steg für den zweifach von Innen angeschraubten Rollenfuß und vorne mittig der Steg für die Schnurführung. Die Gefahr eines ungewollten Durchrutschens von Schnur oder Vorfach zwischen Rollenrahmen und Spule wird durch das tiefe Hereingreifen der Stege in die Spulennut und die nur sehr geringen Toleranzen wirkungsvoll minimiert. Auf der Spulenvorderseite sitzt eine in den Redington Farben Schwarz & Rot farblich passende, gummierte Kunststoff-Kurbel, die sehr präzise und ohne nennenswertes Spiel arbeitet. Ihr gegenüber wurde ein Kontergewicht angebracht. Unser Testmodell zeigt einen präzisen Rundlauf, die Spule wurde gut ausgewuchtet. Jegliches Spiel der Spule auf der Achse oder andere störende Toleranzen sind gleich Null, alle Zwischenräume und Abstände wurden gering gehalten, störende scharfe Ecken und Kanten sind an der gesamten Rolle nicht zu Finden. Die (Leer-)Rolle ist bis auf einen minimalen Hang zur Kurbelseite gut ausbalanciert.
Die Rise arbeitet in beiden Laufrichtungen mit einem leisen Schnurren. Beim Schnurabziehen wirkt die fein einstellbare Bremskraft. Im Inneren der Rise befindet sich eine bemerkenswert starke Karbon-Hochleistungsbremse, welche nahezu 100% vor dem Eindringen von Wasser und Schmutz geschützt ist. In rund 45 Klicks (über zwei Komplettumdrehungen des besonders griffigen Bremseinstellrades mit 29 mm Durchmesser) lässt sie sich sehr fein von "Null" bis "Extrem Stark" regulierbaren. Angegeben sind einstellbare Maximal-Bremskräfte bis über 20 Pfund. Tatsache aber ist, dass wir im Test die Rollenbremse auch darüber hinaus bis hin zur vollständigen Blockade zudrehen konnten. Beides ist natürlich völlig unnötig für eine Rolle dieser Art und Schnurklasse, aber eben hier technisch möglich. Im Test waren weder im nassen Zustand, noch bei unseren Belastungstests irgendwelche Schwächen des Bremssystems festzustellen. Eine Zuhilfenahme der Hand beim Bremsen ist durch den leicht überlappenden Spulenrand technisch möglich, aber kaum nötig. Ein ruckfreies Anlaufen der Spule ist in jeder Einstellung gewährleistet. 
Das Abnehmen und Wechseln der Spule funktioniert sehr einfach: ein Druck auf den Knopf im Spulenzentrum genügt dazu. Die Rolle ist von Links- auf Rechtshandbetrieb oder andersherum umbaubar (auf Beiblatt erläutert). Die Großkern-Bauweise der Rise ermöglicht ein rasches Abgeben und Einholen der Fliegenschnur unter weitgehend konstant bleibender Bremswirkung und reduziert in nützlicher Weise den Memory-Effekt. Das Schnurfassungsvermögen der Rise ist dennoch gut, im Test passten neben einer WF5F auch noch über 100 Meter herkömmliches 20lbs Backing auf die Spule der 5/6. Vom Größen- und Gewichtsverhältnis passt die Rise 5/6 sehr schön zu modernen Fliegenruten der gleichen Schnurklassen.
Fazit: Die Leute von Redington verstehen ihr Handwerk echt gut und haben mit der neuen Rise ihre bislang vielleicht schönste (und stärkste) Fliegenrolle kreiert. Die Rolle weist alle Merkmale hochwertiger und sonst viel teurerer Rollen auf, inklusive einer präzisen Verarbeitung,  und einem hübschen, modernen Design, einem TOP Bremssystem und einem besonders gutem Preisleistungsverhältnis. Wir sind zufrieden!
Bezug: Erhältlich im gut sortierten Fachhandel oder unter: www.rudiheger.eu


Testbericht und Fotos ©: www.fliegenfischer-forum.de - November 2016
Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

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