Geräte-Besprechung - Fliegenrollen:
POZO' „POLO PLA“ Fliegenrollen
In Sachen Fliegenrollen wird die italienische Firma POZO' nicht nur klassischen Ansprüchen gerecht (siehe Rollenserien „MP/MPL“) sondern auch Modernen. Das beweist sie unter anderem mit dieser Großkern-Fliegenrollenserie, welche in Sachen Technik und Design voll auf der Höhe der heutigen Zeit ist.

Verfügbare Modelle:
PLA 35 POLO (# 3-5)
PLA 56 POLO (# 5-6)
PLA 79 POLO (# 7-9)
PLA 11 POLO (# 10-11)
Farbe: Stahlfarben eloxiert
Unsere Testmodelle sind die „PLA 35“, „PLA 56“ und eine „PLA 11“.

Technische Daten (eigene Messungen)

Jeweils für „PLA 35“ / „PLA 56“ / „PLA 11“:

Gewicht: 152 / 168 / 188 Gramm
Rollendurchmesser: 75 / 86 / 102 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel u. Bremsrad): 37 (70) / 43 (71) / 44 (74) mm
Spuleninnenbreite: 26 / 30 / 34 mm
Spulentiefe (nutzbar): 16,5 (12,5) / 18 (14) / 21 (17) mm

Schnurfassung: 
PLA 35: WF 5 + ca. 40m 20lb-Backing
PLA 56: WF 7 + ca. 100m 20lb-Backing
PLA 11: WF 11 + ca. 100m 30lb-Backing

Preise
Rolle PLA 35 POLO: 190,--EUR / Ersatzspule: 70,--EUR
Rolle PLA 56 POLO: 200,--EUR / Ersatzspule: 72,--EUR
Rolle PLA 79 POLO: 220,--EUR / Ersatzspule: 75,--EUR
Rolle PLA 11 POLO: 230,--EUR / Ersatzspule: 85,--EUR

Lieferumfang: Neoprenetasche.

Foto rechts und unten links: PLA 35

Beschreibung und Praxistest:

Technisch und optisch ansprechende Großkern-Fliegenrollen, aus dem vollen Aluminiumblock gedreht und gefräst. 2 Kugellager. Zweifach geschraubter Rollenfuß. Die Rollenoberfläche wurde stahlfarben eloxiert. 

Gehäuse und Spule wurden durchgehend maximal gelocht (große Löcher). Seitlich befinden sich zwei gegenüberliegend angeordnete Stege: einer für den Rollenfuß und einer vorne mittig. Zur Spule hin ist das Gehäuse offen. Die Spule besitzt eine griffige Kunststoffkurbel, ihr gegenüber sitzt ein Kontergewicht. 

Die „PLA“-Fliegenrollen besitzen eine hervorragende, in sich abgeschlossene Scheibenbremse. Diese lässt sich mit Hilfe des auf der Gehäuserückseite sitzenden, sehr großen Einstellrades (übrigens bei allen Modellen gleich groß) sehr fein und genau regulieren. Ein Spulenwechsel ist nach lose Schrauben einer Abdeckmutter schnell und werkzeugfrei möglich. Die Rolle lässt sich leicht von Links- auf Rechtshandbetrieb umbauen (umdrehen eines Einweglagers).
 

Foto rechts und unten links: PLA 56

In der Praxis zeigten die „PLA“- Fliegenrollen einen vorbildlichen Rundlauf ohne Toleranzen und Abweichungen. Nur bei hohen Drehzahlen ließ sich eine leichte Unwucht spüren. 

Alle Abstände wurden gering gehalten, scharfe Ecken und Kanten sucht man vergeblich. Die Spule hat keinerlei vertikales Spiel auf der Achse. 

Die Schnurkapazität ist überaus hoch - bezogen auf's jeweilige Modell.

Die Rolle läuft beim Einkurbeln völlig geräuschlos und widerstandsfrei. Beim Schnur Abziehen ertönt ein sattes Schnurren. 

Das enorm starke und völlig ruckfrei anlaufende Bremssystem lässt sich stufenlos und sehr fein einstellen. Von hauchzart bis vollkommen fest sind alle Einstellungen möglich. Im praktischen Einsatz, nass und trocken, sowie unter erheblicher Belastung konnten wir keine Schwächen feststellen.

Nach Auskunft von POZO wurde die oft nur wenig haltbare Korkbremsscheibe aus den ersten Rollenserien ab 2005 gegen eine solche aus Teflon ausgetauscht.

Foto rechts und unten links: PLA 11

Die Stege greifen weit genug in die innere Spulen-Nut hinein, um ein Durchflutschen des Vorfaches weitgehend auszuschließen, 100% ausgeschlossen ist dies jedoch nicht.

Besonders die beiden größeren Modelle bestechen durch ihre Leichtigkeit im Verhältnis zur Schnurklasse.

Fazit:

Die POZO' „PLA POLO“-Fliegenrollen befinden sich technisch und äußerlich voll auf der Höhe der Zeit. Technisch anspruchsvolle Fliegenfischer werden mit diesen zuverlässigen, wie eleganten Modellen sehr zufrieden sein.
 

Foto rechts: PLA 35

Unten links: PLA 35, rechts: PLA 56 (wie auch PLA 11)
zweite Reihe: PLA 35
dritte Reihe: PLA 56 (wie auch PLA 11)

Hier Klicken zum Bauteileplan: (Bauteileplan)

Bezug: im Fachhandel


Update 09/2005:
PLA 11 besteht Härtetest nicht. Die Rolle wurde von uns beim Silber- und Hundslachsfischen in Russisch Fernost einem Praxis-Härtetest unterzogen. Bereits beim Drill des 17. Lachses zerbröckelte die Kork-Bremsscheibe und rieselte aus dem Gehäuse. Die Bremse war danach nicht mehr zu verwenden: Bremswiderstand = Null. 
Problem bereits behoben: Nach Auskunft von POZO wurde die oft nur wenig haltbare Korkbremsscheibe aus den ersten Rollenserien ab 2005 gegen eine solche aus Teflon ausgetauscht. Beim Kauf sollten Sie deshalb darauf achten, ein aktuelles Modell (mit Aufdruck POZO) zu erwischen...

Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos ©:  Michael Müller
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