Besprechung: Watbekleidung:
POZO' "Atmungsaktive Watjacke"
Die in Italien seit über 30 Jahren bekannte, bei uns jedoch bislang kaum geläufige italienische Firma „Pozo'“ schickt sich an, mit hochwertiger Ausrüstung für den Fliegenfischer auch auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Preislich im guten Mittelfeld angesiedelt, werden sauber verarbeitete, teilweise exklusiv ausgestattete und innovative Ruten, Rollen, Schnüre, Bekleidung sowie Bindezubehör angeboten.

In dem folgendem Bericht wird die Watjacke aus dem aktuellem Programm vorgestellt, die in Irland - dem „Mutterland“ des wechselhaftem Wetters - auf Herz und Nieren getestet wurde.

Diese Jacke wird aus einem wetterfesten und atmungsaktiven Gewebe hergestellt. Erhältlich ist sie in einem neutralen Dunkelgrün. Es stehen alle Größen zwischen XXS bis XXX zur Verfügung. Der Preis beträgt für alle Größen 152,00 € (Preis aus „Pozo'“–Katalog 2004, ohne Versandkosten).

Beschreibung und Praxistest:

Das Material macht einen robusten Eindruck und ist trotzdem sehr leicht sowie knitter- und knisterfrei. In Verbindung mit dem Netz-Innenfutter ist sie sehr angenehm auf jeder Art von Unterbekleidung zu tragen. Die Größenangaben entsprechen den mitteleuropäischen Normgrößen – die „M“ passt mir als durchschnittlichem „M-Träger“ wie angegossen. Der Schnitt ist den Anforderungen beim Fliegenfischen sehr gut angepasst und lässt ausreichend Bewegungsfreiheit. Auch für einen ordentlichen Bauch ist da noch Platz.

Da mir diese Manneszierde leider fehlt, musste ich die Gummi-Spannbänder ziemlich weit durchziehen. Der dann stark geraffte Bund schließt sicher nicht mehr ganz so dicht gegen Wasser von unten, aber dafür hat man ja in solchen Situationen eine Wathose an.

Auch bei heftigsten Schauern war an der Innenseite der Jacke keine Feuchtigkeit feststellbar. Sowohl die Nähte, als auch Problembereiche wie Schultern und Ellenbogen hielten, was der Hersteller verspricht. Eine Knopfleiste (Druckknöpfe) sichert den Reißverschluß gegen Regen und Wind.
Die Atmungsfähigkeit eines Gewebes ist subjektiv schwer einzuschätzen.

Aber auch bei kräftigem Sonnenschein (was in Irland an der Tagesordnung ist, wenn es nicht gerade regnet) hat man nicht das Gefühl stauender Hitze oder von Kondensatbildung an der Innenseite der Jacke.

Im Kragen der Jacke ist eine Kapuze eingearbeitet, die sich bequem mit einer Hand lösen und aufsetzen lässt. Diese ist so gearbeitet, dass sie sich auch über den Schirm einer Mütze ziehen lässt (also kein kaltes Stirnband mehr durch aufsteigende Feuchtigkeit vom Schirm in die Mütze). In Verbindung mit dem hochschließenden Kinnbereich ist man auch bei heftigsten Wetter optimal geschützt.

Die Ärmel-Manschetten sind aus Neopren und werden mittels Klettband dicht geschlossen. Diese sind angenehm weich und selbst bei längerem Tragen bilden sich keine Druckstellen.

Dem Trend der Zeit entsprechend ist die Jacke mit einem doppelten Reißverschluß (auch von unten nach oben zu öffnen) ausgestattet. Dies ist aber aus meiner Sicht nicht unbedingt erforderlich, zumal das Schließen des relativ feinen Reißverschlusses durch die beiden Zipps etwas fummelig wird.

Ausgestattet ist die Jacke neben zwei D-Ringen vorne und einem Kescherring am Rücken mit vier Fronttaschen, jeweils zwei übereinanderliegend, einer geräumigen Rückentasche und einer wasserdichten, mit Reißverschluß zu schließenden Innentasche. Dazu kommen noch zwei seitliche Einschubtaschen, die klammen Anglerhänden eine angenehme Zuflucht bieten.
Die Fronttaschen verfügen über interessante Details: Seitliche Gummizüge sollen verhindern, das Fliegendosen auch bei geöffneter Abdeckung herausfallen können. Als innovativ sind die senkrechten Klettbänder an den Abdeckungen zu bezeichnen, die auch bei „maximaler Zuladung“ ein sicheres Schließen ermöglichen.
Die Abdeckungen könnten noch etwas breiter sein, da bei Extremregen die Möglichkeit besteht, dass sich das Wasser seitlich einen Weg in die Tasche sucht (beim Tragen einer Weste über der Jacke besteht diese Gefahr nicht !).
Für den Fall aller Fälle sind jedoch in den Boden der Taschen Abflussöffnungen eingearbeitet. Dies wiederum sollte aber beim Fischen an der Küste beachtet werden, da die Wellen auch mal über dem Bauchnabel aufschlagen können.

Die Jacke lässt sich auf recht kleines Packmaß zusammenlegen, sodass sie sich in den Rückentaschen der meisten Westen sicher gut verstauen lässt.

Fazit:
Die Watjacke von Pozo' hat den Praxistest uneingeschränkt bestanden und manches Hochpreisprodukt wird sich daran messen lassen müssen. Kurz gesagt: Funktionalität und hoher Gebrauchswert zu einem vernünftigen Preis.

Bezug
im Fachhandel

Testbericht: Stefan Beier, Bad Berka für www.fliegenfischer-forum.de
Fotos ©: Michael Müller
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