Geräte-Besprechung - Fliegenrollen:
PEUX SL LIGHT 4#5
Mit der PEUX SL LIGHT legt die kleine Schweizer Firma eine neue, außergewöhnliche Fliegenrolle vor, ein kleines Meisterwerk mit raffinierter, ausgeklügelter Technik und gefertigt mit Uhrmachermeister-Präzision. Hervorstechendste Merkmale sind die leichte und kleine, kompakte Bauweise, die 1:4,5 Übersetzung, der geschlossene Rollenrahmen und die Schnellwechsel- spule. Die SL Light dürfte zudem eine der leichtesten erhältlichen Übersetzungsrollen sein...

Verfügbare Modelle der SL LIGHT - Serie (Stand Juni 2009):

Peux SL Light 2#3 und
Peux SL Light 4#5

Unser Testmodell war eine „PEUX SL Light 4#5.

Technische Daten (eigene Messungen)

Gewicht: 104 Gramm
Farbe: mattschwarz
Rollendurchmesser: 74 mm
Rollenbreite (mit/ohne Kurbel): 58 / 39 mm
Spuleninnenbreite: 25 mm
Spulentiefe (nutzbar): 18 mm
Schnurfassung: WF5F + rund 80 m 20lb-Backing
Schnuraufnahme:
a) bei einer ganzen Umdrehung der leeren Spule: 10,8 cm
b) bei einer ganzen Umdrehung an der Kurbelseite: 49 cm (!)
Lieferumfang: Karton, Futteral, Beiblatt mit Bauteileliste (PDF, 640 KB) etc. (auch in Deutsch).
Preis: 410 € | Ersatzspule: 125 €
3 Jahre Garantie

Beschreibung und Praxistest:
Leichte und kompakte Übersetzungs-Fliegenrolle aus Aluminium und Edelstahl, mit clever ausgeklügelter Funktion. Mattschwarz anodisiert, salzwasserfest. Raffinierte Technik, im Rollengehäuse auf der Kurbelseite untergebracht. Dort befinden sich auch alle wesentlichen Bedienelemente. Beidseitig und im Spulenboden gelochte Schnellwechselspule. Das Gehäuse ist als geschlossener Käfig konzipiert. Für die Schnurführung sitzt vorne ein schmaler Steg, oben und unten ebenfalls je ein schmaler Steg und hinten ein Steg für den Rollenfuß, in den ein Schnurclip integriert wurde. Zweifach von Außen geschraubter, gelochter Rollenfuß. Große und griffige Kurbel, die nicht auf der Spule, sondern auf einer Getriebescheibe sitzt. Die zuverlässige Bremse lässt sich mit einem kleinen Hebel direkt neben der Kurbel fein einstellen, dazu reicht die Fingerspitze aus. Eine Besonderheit dieser Rolle ist die 1:4,5-fache Übersetzung. Diese hohe Übersetzung sorgt für ein sehr schnelles Aufkurbeln der Leine. Bei einer einzigen, ganzen Umdrehung der Kurbelseite ziehen Sie bei gut gefüllter Spule fast einen Meter (!) Fliegenschnur ein. In der Praxis läuft die Rolle sauber wie ein Uhrwerk, völlig frei von Unwuchten etc. Bei diversen Testfischen versahen Rolle und Bremse jederzeit zuverlässig ihren Dienst. Die hohe Fertigungspräzision ist jederzeit fühlbar, störende Abstände und Toleranzen gibt es nicht, ebenso wenig wie scharfe Ecken und Kanten an der ganzen Rolle. Die SL Light besitzt einen ein- und ausschaltbaren Feder-Klicker. Im "Leise"-Betrieb (grüne Farbe) hört man in beiden Laufrichtungen nur das Getriebe schnurren. Ist der Klicker zugeschaltet (rote 
Farbe), ertönt, ebenfalls in beiden Laufrichtungen, ein satter Sound. Aufgrund der geschlossenen Bauweise können Schnur und Vorfach nirgendwo ungewollt durchflutschen. Die feine Bremse lässt sich wie oben beschrieben, mit einem kleinen Hebel einstellen. Zur Verfügung steht ein Spielraum von etwa einer dreiviertel Umdrehung, aufgeteilt auf ca. 15 kleine Klicks. Beim Anziehen der Bremse wird der Druck auf ein innen liegendes Zahnrad und dadurch die Bremswirkung erhöht, wie man es von den klassischen Fliegenrollen mit Getriebebremsen kennt. Die Möglichkeiten der Bremseinstellungen sind in Ordnung, sie liegen zwischen "völligem Freilauf" bis "kräftig". Ein ruckfreies Anlaufen ist in jeder Einstellung gewährleistet. Unser neuer Testwert (maximales Abzugsgewicht in Kilogramm bei vollständig geschlossener Bremse und bei gefüllter Spule) ergibt einen Wert von 0,5 kg. Das ist nicht viel, reicht jedoch für die Fischerei in den vorgesehenen, leichten Klassen völlig aus. Wenn die 
Bremskraft dennoch einmal nicht ausreichen sollte, kann problemlos eine "Handbremsung" angelegt werden, in dem die Gehäusescheibe, auf der die Kurbel sitzt, durch Fingerdruck abgebremst wird. Umdrehungsreduziert durch die umgekehrte Übersetzung geht das sehr viel besser als bei jeder Fliegenrolle mit überlappenden Spulenrand.
Die Schnurkapazität der Rolle ist angemessen und in Ordnung. Von Größe und Gewicht passt sie gut zu den vorgesehenen Fliegenruten der Klassen #4 und #5. Ein Umbau der Rolle von Links- auf Rechtshandbetrieb oder anders herum ist mit einigen Aufwand möglich und auf dem der Rolle beiliegendem Zettel beschrieben (Klick oben: Bauteileplan).
Fazit:
Die Peux SL Light ist ein präzise gefertigtes, kleines Meisterwerk, das 100% Freude bereitet. Diese kleine, leichte Rolle, wie auch ihre noch kleinere Schwester, eröffnen den Weg zum Fischen mit Übersetzungs-Fliegenrollen in den niedrigen Schnurklassen, wie es vorher kaum denkbar war. Die Peux SL Light wird nicht nur von feiner Technik begeisterte Fliegenfischer ansprechen, sondern auch jeden Praktiker.
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Bezug: www.peuxreels.com
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Testbericht ©: www.fliegenfischer-forum.de | Fotos ©:  Michael Müller
Das Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

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