Gerätebesprechung Fliegenruten:
Orvis T3 864-2 Mid Flex 8.0
(LE9199-61-32)
Lange hat es gedauert, bis wir eine der von Orvis 2002 neu auf den Markt gebrachten und interessanten "T3"-Ruten testen konnten - nun ist es soweit. Die Orviswerbung verspricht mit der T3-Serie Fliegenruten, die u.a. ein Fünftel leichter, haltbarer und kräftiger sind als die Ruten der Trident TLS-Serie. Folgende "T3"-Fliegenruten sind erhältlich (2003): 36 Modelle, Längen zwischen 2,55m und 3,05m, Klassen von #3 bis #12, zwei- und vierteilige Ruten, Süß- und Salzwassermodelle, Aktionen in Mid- und Tip-Flex, Preise zw. 676 und 799 EUR (lt. deutschsprachigen Orvis-Katalog 2003). 
Für diesen Test haben wir eine zweiteilige "T3  8 1/2' (2,60m) #4, Mid Flex 8.0", zum Preis von 510 EUR gewählt.
Ausstattung und technische Details:
Teilung und Maße:
Länge 8'6" (zusammengesteckt nachgemessen genau 260cm), zwei gleichlange Teile a 132cm = Transportlänge (ohne Rohr). Transportlänge mit Rohr 137cm. Das Gewicht beträgt 3 1/8 OZ (knapp 90 Gramm).
Ausstattung:
Die "T3" besitzt einen glanzlackierten, goldbraunen Blank. Zusammengesteckt wird die Rute mit einer speziellen Überschubverbindung. Markierungen erleichtern das exakte Ausrichten der Teile. Die Beringung besteht aus hochwertigen Titaniumcarbid-Ringen: 1 Dreifußring mit SIC-Einlage, 8 hochstehenden Schlangenringen, einem Spitzenring und einer umklappbaren Fliegeneinhängeöse am Griff, alles in Goldfinish.
Die Bindungen sind hellbraun transparent.
Griff: 17,5cm langer Griff in Zigarrenform aus 10mm Korkscheiben von guter Qualität. 
Am unteren Rutenende befindet sich ein spezieller Schaubrollenhalter aus Nickelsilber und mit eingraviertem Orvis-Wappen, aufwärts zu schrauben (uplocking), mit einer schönen Amboinaholzeinlage.
Sonstiges:
Die Lieferung erfolgt im Futteral und im schönen Alurohr, inkl. Silberputzläppchen für den Rollenhalter. Orvis gewährt 25 Jahre Garantie auf jegliche Art von Rutenbruch.
Nähere Betrachtung und Praxistest
Eine feine Sache, die T3 - äußerst gediegen liegt sie in der Hand. Ausstattung und Verarbeitung lassen kaum Wünsche offen. 
Die Ringe sind das Beste, was der Markt derzeit hergibt, sie sitzen genau auf dem Overlap, sind ordentlich angebracht und exakt ausgerichtet. Farblich harmonisiert die Rute sehr schön.
Die spezielle Überschub- verbindung funktioniert tadellos. Zur schnelleren Ausrichtung wurde auf beiden Seiten der Steckverbindung ein Punkt angebracht. 
Mit dem neuartigen Rollenhalter aus Nickelsilber setzt Orvis Maßstäbe in Sachen edlem Design und guter Funktionalität. Das untere Teil wird zur Befestigung der Rolle komplett nach oben geschraubt, verkürzt somit die Rute und es gibt kein blank liegendes Schraubgewinde. 
Das edle Amboinaholz passt sehr gut dazu. 
Etwas verbessern liesse sich sicher der schlanke Korkgriff. Er besteht aus 10mm Korkscheiben in guter Qualität, welche bei einer Rute dieser gehobenen Preiskategorie jedoch noch einen "Tick" besser sein könnte - es gibt zwar nur kleinere, doch zahlreiche Kittstellen. Ausserdem ist der Griff mit 17,5cm für große Hände etwas knapp bemessen, 1 bis 2cm mehr wären nicht verkehrt. 
Ein Markenzeichen von Orvis scheint das unten verdickte und dann scharfkantig abgeschnittene Griffende zu sein. Die Tester erteilten hier einstimmig eine Absage, denn ein logischer Grund für diese "abgehackte" Griffform ist nicht erkennbar.
Eine wirklich gute Sache bei allen Orvis-Fliegenruten ist die genaue Klassifizierung in Tip-, Mid- und Full Flex Aktionen und hier noch einmal die Aufteilung in der Skala von 2,5 bis 12,5. Genauer werden wir auf dieses Prinzip an dieser Stelle nicht eingehen, da es jeder Interessierte im Orvis Katalog nachlesen kann.
Die Klassifizierung "Mid Flex 8.0" weist unsere Testrute im wesentlichen als eine recht schnelle Rute mit einer Aktion aus, die aus dem Spitzenbereich bis etwa zur Rutenmitte kommt.
Dies bestätigt sich im Wurftest voll. Die "T 3" macht einen sehr gut ausbalancierten und ausgewogenen Eindruck. Das ausgesprochen feinfühlige und sensible Spitzenteil ermöglicht zarte und gefühlvolle Präsentationen im Nah- und Mittelbereich. Die Rute ist trotzdem "spritzig", die Leine flutscht nur so durch die Ringe!
Erst bei starker Belastung kommt die Power des Handteiles dazu - weite Würfe sind kein Problem, eine exakte Leinenkontrolle ist in jeder Wurfphase möglich.
Nach unseren Erfahrungen verträgt sich die Testrute gut mit 4er- und "leichten" 5er-Schnüren.
Fazit
Mit all den oben beschriebenen Eigenschaften hat es Orvis geschafft, eine Spitzenfliegenrute zu bauen, die nicht nur sehr edel, innovativ und elegant ist, sondern auch allen Fischereisituationen gewachsen ist und die sehr gute Leistungen vorweist. Zusammen mit der 25-jährigen Garantie eine Anschaffung für viele Jahre Fischerfreuden...
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Bezug:
Im Fachhandel (Orvisdealer), in Thüringen z.B. bei FischimNetz.de, Angelspezi Fachgeschäft (mit Versand und Internetshop), Ichtershäuser Str.74, 99310 Arnstadt, Telefon (03628)586694, eMail: tom@fischimnetz.de
Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos: (C) Michael Müller
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