Testbericht Fliegenrolle
ORVIS Battenkill Large Arbor 5/6
(WICHTIG: Bitte auch die Updates 07/2000, 10/2000, 03/2001, 04/2001 und 05/2001 am Ende des Berichtes beachten.)
Technische Details:
Optisch ansprechende Großkern-Fliegenrolle nach dem Vorbild des „großen Bruders“ ORVIS VORTEX.
Aus einem Aluminiumblock gefräst, auf Leichtigkeit wurde großer Wert gelegt, angenehm mattschwarzes Design. Ausgefeiltes Bremssystem, welches von der legendären Battenkill-Rolle übernommen wurde.
Kratzfeste Oberfläche, Gewicht 149 Gramm, Rollendurchmesser 89mm.
Zu einer WF5F passen 125 yds. 20-lb Backing auf die Spule, zur WF6F noch 100 yds. und zu einer WF7F noch 75 yds. Der Preis laut Katalog beträgt ca. EUR 204,--, die Ersatzspule kostet ca. EUR 100,--. Die Lieferung erfolgt in einer schönen und stilvollen Tasche.
Nähere Betrachtung:
Gut gearbeitet und leichtgewichtig liegt sie in der Hand, die akkurate Verarbeitung fällt sofort ins Auge. Angenehm ist das blendfreie mattschwarze Finish. Die Spule läuft absolut rund – ohne Abweichungen. Zwischen dem hinteren Spulen- und dem Gehäuserand ist höchstens ein halber Millimeter Spiel - zu wenig für ein zufälliges Durchrutschen der Fliegenschnurspitze. Der große Spulenaußenrand bietet genug Platz, um die Bremswirkung auch manuell mit der Hand zu verstärken. Dies ist jedoch absolut nicht erforderlich, denn die Battenkill L.A. wurde mit einer hochwirksamen und mittels Einstellrad an der Gehäuserückseite fein dosierbaren Bremse ausgestattet. Die Spule läßt sich sekundenschnell wechseln, nicht viel länger dauert der Umbau der Rolle von Rechts- auf Linkshandbetrieb. Dafür werden nur zwei Schrauben gelöst und schon offenbart sich das Innenleben. Der genannte Umbau wird durch ein einfaches Umdrehen des auf der
Mittelachse sitzenden Zahnrades bewerkstelligt.
Die Battenkill L.A. klickert in zwei verschiedenen Tonlagen: Beim Einkurbeln ertönt ein dezentes klickern und beim Abziehen der Schnur rätscht es etwas lauter.
Wer seine Ruhe haben will, der kann den dafür verantwortlichen Plastikdorn herausnehmen.
Praxistest:
Die angegebenen 125 yds 20-lb-Backing und eine WF5F gehen ohne Probleme auf die Rolle.
Wie aus den vorangegangenen Ausführungen nicht anders zu erwarten, läßt es sich mit der Battenkill L.A. vortrefflich fischen.
Die Rolle läuft ausgewogen und die starke Bremse hält auch dickste Fische.
Auch der Schnurabzug vor dem Wurf gestaltet sich gut: Das Gehäuse ist weitgehend offen gehalten, nur in der Mitte vorn ist ein Steg. Besser für den Schnurabzug als ein Mittelsteg wären logisch Stege oben und unten.
Fazit:
Die „ORVIS Battenkill Large Arbor 5/6“ überzeugt in allen Punkten.
Sie ist schön anzuschauen, leicht, sehr korrekt verarbeitet und technisch ausgereift, also für die Praxis gemacht.
Auch das Preis- Leistungsverhältnis stimmt.

Wer die Rolle nur mit Schnurklassen bis 5 einsetzen möchte, ist gut bedient, wenn er die Größe 3/4 ordert, sie paßt besser zu den feinen Ruten, ist ca. 10,--DM preiswerter und hat auch genug Fassungsvermögen.

Die Rolle ist bei allen Orvishändlern erhältlich.

Weitere Informationen gibt es bei Orvis Services, Inc. M. Raguse, Robert-Blum-Str. 5 b, D-22453 Hamburg
.
Testbericht: www.fliegenfischer-
forum.de
Fotos: (C) Michael Müller
Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

Update 07/2000: Anfang Juli 2000 hatte ich die Gelegeheit, im Fachhandel drei ganz frisch hereingekommene Modelle zu prüfen. Ein geringes, leicht störendes Spiel auf der Achse, was bei der ersten Serie noch vorhanden war, hat Orvis beseitigt, es war nichts derartiges mehr festzustellen. Außerdem hatte keine Rolle eine fehlerhafte Oberfläche, bzw. Eloxierung, wie von Volker Naumann im Forum angesprochen. Ein klarer Fall für S U P E R ! ! ! Es gibt also keinen Grund mehr, bei dieser Rolle und für diesen Preis nicht zuzuschlagen ! Übrigens gibt es die Rolle auch in den Größen 3/4 (135g, 86mm Durchmesser, Fassungsvermögen: WF2F und 125 yds 20-lb. Backing, WF3F+100 yds, WF4F+75 yds und WF5F+ ca. 40 yds), 7/8 (181g, 92mm Durchm., Fassung.: WF6F und 150 yds 30-lb. Backing, WF7F+125 yds, WF8F+100 yds) und 9/10 (213g,.98mm Durchm., Fassung.: WF8F und 225 yds 30-lb. Backing, WF9F+200 yds, WF10F+175 yds). Michael Müller
***
10/2000: Meinung von Ralf Montreal: Leider kann ich dem positiven Testbericht nicht zustimmen. Im Geschäft sah alles  noch gut aus, aber am Wasser war für mich das Thema schnell durch. Beim ersten Schnur abziehen fühlt es sich so komisch an! Der Mittelsteg ist das Problem. Ich habe selbst an billigsten Rollen noch nie einen so scharfkantigen Steg gesehen. Eine gute Schnur kostet schnell 100 DM. Mit diesem Steg ist es bald Zeit für eine neue! Also zurück ins Geschäft, vielleicht eine Ausnahme? Nein, alle haben den gleichen Fehler gehabt. Inzwischen bin ich mit einer VISION Rolle wesentlich glücklicher geworden. Etwas teurer, besser verarbeitet, und zu guter Letzt ein guter glatter Steg! Ralf Montreal
***
Update 03/2001: Hallo Michael, in der Rubrik Gerätetest wird ein Update zur Orvis Battenkill LA fällig. Am Samstag habe ich mir auf der Hausmesse von Dürkop eine Ersatzspule für meine Battenkill Large Arbor 5/6 gegönnt. Bei der Begutachtung des neuen deutschen Katalogs von Orvis fiel mir auf, daß die Modellbezeichnungen geändert wurden (auf der Homepage von Orvis stehen komischerweise noch die alten Bezeichnungen). Aus z.B. der Modellbezeichnung Battenkill Large Arbor 5/6 wird jetzt Battenkill Large Arbor III. Laut Herrn Dürkop wurde aber außer der Bezeichnung nichts geändert. Dafür sind zwei neue Modelle entstanden, die die Palette nach unten und oben hin erweitern. Hier eine kleine Übersicht:
Alte Bezeichnung
Neue Bezeichnung
---- 
I
3/4
II
5/6 
III
7/8
IV
9/10
V
----
VI
Auf der Seite www.worldwaters.com sind auch schon die neuen Bezeichnungen angegeben. Das Modell VI soll laut Katalog erst ab Mai 2001 verfügbar sein. Insgesamt hat Orvis die Preise wie erwartet drastisch erhöht. Mir kam die Battenkill Large Arbor übrigens immer schon schwerer vor, als die im Katalog angegebenen 149 Gramm. Als ich nun die neue E-Spule gekauft habe, nutzte ich die Gelegenheit die Rolle leer einmal nachzuwiegen. Unsere Digitalhaushaltswaage meldet 166 g. In der Firma habe ich mit unserer Waage der Frankiermaschine noch mal nachgewogen und sogar 170 g herausbekommen. Das ist eine Abweichung vom Katalogwert um 14%. Für viele trägt das Gewicht einer Rolle erheblich zur Kaufentscheidung bei. Um so ärgerlicher finde ich es daher, daß man sich offensichtlich nicht auf die Katalogangaben verlassen kann. Trotzdem bin ich mit dieser Rolle nach wie vor sehr zufrieden. (sonst hätte ich auch keine E-Spule gekauft ;-) Viele Grüße, Volker Naumann
***
04/2001: Erfahrung von Jürgen Vilsmeier: Hallo Fliegenfischer, zunächst möchte ich mal diesem Forum ein dickes Lob aussprechen. Bisher war ich immer nur Nutzer. Heute habe ich mich entschlossen mal was kreatives beizusteuern: Rolle Orvis Battenkill Large Arbor 7/8
Ich habe im Juni vergangenen Jahres die o.g. Rolle auf Rot- und Königslachs in Alaska dabeigehabt. Die Rolle war nagelneu und mit einem 8er Schnellsinker bespult. Bedauerlicherweise hat die Rolle nur ca. 6 Rotdrills überstanden. Der Defekt lag darin, dass durch die Belastung ein Spiel zwischen Spule und Rolle entstanden ist, d.h. die Rolle "eierte" beim kurbeln. Steht dies nicht in eklatantem Widerspruch zu den Werbeaussagen von Orvis über die Bremse der neuen Large Arbor. Also liebe Leute, laßt die Finger von dieser Rolle, wenn ihr es mit kampfstarken Fischen zu tun habt. Meine alte System2 8/9 hat schon einige hundert Rot- und Königlachsdrills mit heute noch bestens funktionierender Bremse (selbstverständlich mit etwas Pflege) hinter sich. Sie sprang auch ohne zu meckern ein, als meine Orvis "den Geist auf gab". Jürgen Vilsmeier
***
Update 05/2001: Ralf Montreal beschrieb einen scharfkantigen Steg. Dieses Problem wurde mit der neuen Serie behoben, glatt gehobelt und leicht gebogen, auch für teure Schnüre nun kein Problem mehr. (Siehe Bilder). Die neue L.A. Größe I ist ein absolutes Traumstück - klein, leicht und mit einer feinen Bremse ausgestattet ist sie ein wirkliches Kleinod. Selbst an einer kleinen Gespließten macht sie keinen aufgeblasenen Eindruck. Für feinste Forellen- und Äschenfischerei. Noch etwas zum Thema 7/8 - schlechte Bremse. Seit ca. einem Jahr fische ich die 7/8 auf Meerforelle, Hecht und Zander zusammen mit einer GLX 10 ft. Klasse 9 Einhand. (Leider noch nicht auf Lachs). Die Bremse funktionierte bei jedem Drill 1A, ohne zu murren oder zu blockieren. Der stärkste Hecht war immerhin 88cm, Meerforelle ca. 75cm. Wie gesagt, keine Lachse aber auch keine schlechten Fische. Wenn Ihr Lust habt, kommt vorbei zu testen. Thomas Kramer, www.fischimnetz.de. Der Fliegenspezi in Thüringen, In der Aue 4-16, 99338 Plaue, Tel. 036207/50305, Fax. 036207/50304, HOTLINE 0170/5802881