Geräte-Besprechung: Fliegenrollen
OKUMA Helios H45
Okuma ist besonders im Stationärrollen-, aber auch im Fliegenrollenbereich keine unbekannte Größe. Mit der Helios Fliegenrollenserie hat die Firma einen Volltreffer gelandet - darüber ist sich die Fachwelt weitgehend einig. Es hat allerdings eine ganze Weile gebraucht, bis diese Rollen für den deutschen Markt entdeckt wurden. Nach der jetzt erfolgten Preissenkung wird es nun allerhöchste Zeit, die Helios einem Test zu unterziehen und hier vorzustellen.

Verfügbare Helios-Modelle:

H45 für #4-6 | H56 für #5-7
H78 für #7-9 und H89 für #8-11

Unser Testmodell war die H45, also die Standardgröße für die Forellen- und Äschenfischerei, für die Schnurklassen #4-6. 

Technische Daten (eigene Messungen)
Farbe: titan | Gewicht: 142 Gramm
Rollendurchmesser: 82 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel/Bremsrad): 38 (63) mm, Spuleninnenbreite: 24 mm
max. Spulentiefe (nutzbar): 18 (15) mm
Schnurfassung: WF6F + etwa 60m 20lbs-Backing; Schnuraufnahme mit einer ganzen Umdrehung (bei leerer Spule): 15 cm
Lieferumfang: Karton, Rollentasche aus Neopren, Owner's Manual mit Instruktionen (in englisch, deutsch, spanisch, französich), dem Bauteileplan und Umbau-Instruktionen. Seriennummer auf der Rollenfußunterseite. Garantie: die in D übliche
Preise: Rolle: ursprünglich 189 € - jetzt 149 €. E-Spule: 75 €.

Beschreibung und Praxistest:
Die Helios ist eine laut Herstellerangabe komplett salzwasserfeste Großkern-Fliegenrolle, gefräst und gedreht aus einem Block hochwertigem Aluminium. Die Rollenoberfläche wurde titanfarben eloxiert. Der Spulenkern besitzt fünf Durchbrüche, der belüftete Spulenboden wurde mit Unterbrechungen langgelocht, die Spulenvorder- und Rückseite

wurde mit je einer durchgängigen Lochreihe versehen. Auf Gehäuserückseite befinden sich fünf große Durchbrüche und zentriert ein großer, runder und griffiger Bremseinstell-Knopf. Die Spule mit leicht übergreifenden Rand läuft auf einer Edelstahlachse im offenen Rollenrahmen, unter guter gehäuseseitiger Platzausnutzung. Das Laufsystem ist mehrfach Kugel- und Walzengelagert, das Bremssystem wurde komplett wasserdicht abgeschlossen untergebracht, der Rollenfuß wurde zweifach von Außen geschraubt. Ein breiter Steg hinten hält den Rollenfuß, ein schmaler Steg vorne mittig dient der Schnurführung. Beide Stege greifen tief in die Nut an der Spuleninnenseite hinein, um das Risiko eines ungewollten Durchrutschen von Vorfach und Schnur zu minimieren. Auf der Spulenvorderseite sitzt eine gummierte Kunststoff-Kurbel, die mit geringem Spiel arbeitet, ihr gegenüber befindet sich ein Kontergewicht mit Okuma-Prägung.
Unser Testmodell zeigte einen runden Lauf ohne Ausfälle und Abweichungen. Die Spule wurde gründlich ausgewuchtet, ein Schlagen, selbst bei höheren Abzugsdrehzahlen, war nicht festzustellen. Das Längsspiel der Spule auf der Achse ist nur gering, macht sich aber im normalen Praxisbetrieb nicht bemerkbar und ist deshalb bedeutungslos. Weitere oder störende Toleranzen sind nicht vorhanden. Alle Zwischenräume und Abstände wurden gering gehalten, Löcher und Durchbrüche wurden gut entgratet und oftmals abgerundet, scharfe Ecken und Kanten sind an der ganzen Rolle nicht zu Finden. Die Helios arbeitet beim Einkurbeln völlig widerstands- und geräuschlos. Beim Schnurabziehen ertönt ein Schnurren und es wirkt die eingestellte Bremskraft. 
Ein ruckfreies Anlaufen der Spule ist bei jeder Bremseinstellung gewährleistet. Das Mehrscheiben-Bremssystem der Helios befindet sich hinter einer Schutzabdeckung, wasser- und schmutzdicht geschützt, im Gehäuse der Rolle.
Die Bremse lässt sich mit Hilfe des großen und griffigen Bremseinstellrades auf der Rollenrückseite in etwa 58 feinen Klicks (knapp drei Komplettumdrehungen) fein von "Freilauf" bis "Komplett fest" eistellen. Die wesentlichen Bremseinstellungen für's praktische Fischen liegen im Bereich von nur einer Umdrehung. Im Praxisbetrieb zeigte das sehr starke und bei der Fliegenfischerei wohl keinesfalls auszureizende Bremssystem nass und trocken, sowie bei erheblicher Beanspruchung keine erkennbaren Schwachpunkte.
Das Abnehmen und Wechseln der Spule funktioniert sehr einfach - durch das klassische Hebelsystem. Der Hebel dazu wurde nicht versteckt oder versenkt untergebracht, sondern er ragt etwas seitlich heraus. Die Rolle ist von Links- auf Rechtshandbetrieb oder andersherum umbaubar, dieser Vorgang wird auf dem der Rolle beiliegenden Zettel in Mehrsprachig, auch in deutsch, erläutert (Umdrehen eines Einweg-Lagers). Die Bauweise der Helios zwischen Mittel- und Großkern bringt die Vorteile schnelles Abgeben und Einholen der Fliegenschnur unter konstant bleibender Bremswirkung, der Reduzierung des Memory-Effektes und gutes Schnurfassungsvermögen zusammen. Test passten neben einer WF6F auch noch rund 60 Meter herkömmliches 20lbs-Backing auf die Spule. Vom Größen- und Gewichtsverhältnis passt die Helios H45 optimal zu 5er Fliegenruten.
Fazit: Die Helios ist eine gut aussehende Fliegenrolle, mit moderner Optik und Technik, guter Verarbeitung und hervorragender Funktionalität. Der moderate Preis hält sich dagegen in Grenzen. Gut gemacht.

Bezug: Bei der Angelwelt Bremen / www.efishing.de
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OKUMA Generalagent für Deutschland ist die Firma Svendsen Sport A/S, Erhvervsparken 14, DK-4621 Gadstrup, Telefon +45 46 19 19 13, Fax +45 46 19 19 23, eMail: info@svendsen-sport.com, Web: www.okuma.com
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Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos ©:  Michael Müller
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