Im Test:
ORVIS Watschuhe "Henrys Fork"

Diese Watschuhe stellen das Flagschiff aus dem Orvis Watschuhe-Programm dar. Für den stolzen Ladenpreis von ca. 190,--EUR (einfache Filzsohlen) bis ca. 204,--EUR (Filzsohle mit Keramikstollenspitzen) möchte man etwas Besonderes erwarten - dies bekommt man in diesem Fall auch.
Es handelt sich um sehr stabile Schuhe aus kunststoffverstärkten Cordura mit aufwendigen Leder- und Kunststoffbesatz.
Die dauerhafte Filzsohle ist mehrteilig und in 
Kunststoff eingefasst, innen sind die Schuhe bequem gefüttert. Die Schnürsenkel sind sehr stabil und zugfest. Am unteren Bereich der Schuhe befinden sich je zwei "vergitterte" Öffnungen zum Ablaufen des Wassers. Hinten oben am Schuh sind Laschen angebracht, die das Anziehen und das ev. spätere Aufhängen erleichtern. Die beiden Fotos wurden übrigens nach mehrwöchigen, harten Einsatz geschossen. Die Henrys Fork wurden von uns über ein halbes Jahr intensiv getestet und lassen keine Wünsche übrig. Der Laufkomfort ist sehr gut. Die Fußgelenke erhalten einen sehr guten Halt. Abnutzungs- oder Auflösungserscheinungen an den Schuhen sind nicht festzustellen. Sowohl im nassen, als auch im trockenem Zustand lassen sich die Schuhe bequem an- und ausziehen.
Kleiner Tipp: Trocknen Sie die Schuhe nicht unbedingt in der prallen Sonne bei 30° (z.B. auf dem Balkon), sonst könnten Sie später Größenprobleme bekommen... Aber selbst wenn die Trocknung wirklich einmal zu heiß ausgefallen ist - sollte sich der Einlaufeffekt beim nächsten Wassereinsatz wieder geben.
Fazit: Die Henrys Fork erhalten unsere uneingeschränkte Empfehlung. Wer das Geld ausgeben möchte und kann, erhält einen guten Gegenwert. Zu beziehen bei allen Orvis Dealern.
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Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos: (C) Michael Müller
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Ergänzung von Dr. Stefan Weigelt:
Ich trage den Schuh mit Spikes bereits das zweite Jahr und kann ihn nur empfehlen. Ich gehe oft fischen (2-3x/Woche). Ich schätze den Schuh wegen der extrem guten Griffigkeit auf allen Unterböden, vor allem auf
den berüchtigten algenbewachsenen Steinen. Durch die Bauart im Stile eines Bergstiefels/Wanderschuhs ist der Schuh aber auch an steilen Böschungen zu gebrauchen, er ist absolut kantengriffig. Das Klettern wird zum Vergnügen, sieht man von der körperlichen Anstrengung mal ab ;-). Neulich ist es aber passiert, daß ich über die Kante eines großen
Steines gerutscht bin, die Sohle, welche wohl auch nicht mehr so ganz fest verklebt war, löste sich. Dadurch verlor ich einige der Spikenägel, welche lediglich von hinten durch die Sohle gesteckt sind, im Wasser. Tatsächlich stellte ich fest, daß die Filzsohle an einigen Stellen begann, sich zu lösen. Kontrollen und gfls. Nachkleben sind also
irgendwann nötig. Bezüglich neuer Spikes habe ich meinen Händler kontaktiert, welcher sich nach Ersatznägeln erkundigen wollte. Er hat sich allerdings bisher noch nicht zurückgemeldet. Es wäre natürlich schon schade, wenn gerade hier der Support versagen würde. Mal abwarten.
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Update 12/2001: Als eigentlich sehr zufriedener Nutzer des Schuhs muß ich folgendes mitteilen: Im Juni des Jahres 2001 löste sich die Sohle und ich verlor einige von den Spikes im Wasser, diese sind nur von hinten in die Sohle gesteckt, nicht aber am Schuh befestigt. Auf Anfrage bei meinem Händler zog sich die Aktion Ersatzteilbestellung (siehe auch Produkttests auf dieser Site) bis heute (29.12.2001) hin: zunächst sollte es laut Auskunft Händler ein Repairkit geben, welches bestellt worden sei. Nach längerem Hin und Her kam heute ein Brief des Händlers, in dem er bekundete, daß ORVIS das Repairkit nicht mehr ausliefere, dafür aber die Schuhe repariere. Zu diesem Zweck müsse man die Schuhe zu ORVIS auf eigene Kosten einsenden. Ich halte dies bei einem "Spitzenprodukt" zunächst für nicht sehr kundenfreundlich von ORVIS. Das schmälert sicher auch das Gesamturteil über das Produkt. Ich werde mich anderweitig um Ersatzspikes bemühen. Diese sehen so ähnlich aus wie Dachpappennägel, nur mit Keramikoberfläche. Stefan Weigelt
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Ich habe zwei paar von diesen Watschuhen und kann diese aus meiner Sicht absolut nicht empfehlen. Ich habe ihn in zwei ausgiebigen Urlauben mit einer Reihe von Fischtagen getragen.
1. Der Schuh kommt relativ schnell aus der Form speziell wenn man ihn in der Sonne troknet, was sich ja manchmal im Urlaub nicht vermeiden lässt. Ausserdem erwarte ich von einem hochwertigen Schuh das ich mir nach dem Fischen keine Gedanken machen muss wo ich eine schattige Stelle zum trocknen finde.
2. Der Schuh gibt aus meiner Sicht für einen Watschuh aufgrund seiner 3/4 Höhe viel zu wenig halt. Gerade wenn man watet und nicht sehen kann wo man unter Wasser hintritt knickt man leicht um. Und ich wiege gerade mal 60 Kilo. Auf jeden Fall habe ich kein gutes Gefühl in dem Schuh, er ist mir einfach zu schwammig.
Im Vergleich zu meinen anderen Schuhen (z.B. von Simms) halte ich das Preis / Leistungsverhältniss für ungenügend. Er sieht halt "stylish" aus, aber auch nur die ersten Tage. Ich will hier lieber kein Foto von meinem Schuh veröffentlichen :-)
Olaf Lindner, lindner@lpconsult.de