Besprechung - Zubehör:
Neues Schwimmpräparat: Nanocatch ®
+ Update März 2008 (siehe ganz unten)
Ist das neue Schwimmpräparat Nanocatch ® wirklich so gut, wie es die Werbung verspricht? Und was bedeutet überhaupt Nanocatch? Durch lange Erfahrung von Grund auf skeptisch gegenüber "Wundermitteln" eingestellt, wollten wir der Sache auf den Grund gehen und haben das Mittel einige Wochen intensiv getestet – mit wachsender Begeisterung.
In der Praxis erwies sich Nanocatch als überaus effektiv. Die Schwimmeigen- schaften der mit Nanocatch behandelten Fliegen kann man ehrlich nur als außerordentlich gut und lang anhaltend bezeichnen. Es entsteht kein "Fettfilm" auf dem Wasser und es gibt keine Probleme, eine nasse oder mit Fischschleim in Kontakt gekommene Fliege wieder trocken und schwimmfähig zu bekommen, da einer Schleimhaftung auf der Fliege entgegengewirkt wird.
Natürlich ist mit Nanocatch das "Rad nicht neu erfunden" worden. Schwimmpräparate, mit denen man eine Fliege bereits am Bindetisch behandeln kann, gibt es bekanntlich schon länger. Meist handelt es sich hierbei jedoch um in Lösungsmitteln aufgelöste Silikone, Fette o.ä., welche nach dem Trocknen mehr oder weniger lange an der Fliege haften bleiben und diese schwimmfähig machen. Meist ist es nach dem Drill und Fang des ersten Fisches mit der Schwimmfähigkeit schon wieder vorbei, wenn nicht schon vorher...
Nanocatch hingegen ist hier wirklich etwas Neues: es ist Gift-, Fett- und Lösungsmittelfrei, sowie geruchsneutral, da auf Wasser und einem Wirkstoff namens Fluoralkylsiloxan basierend. Das Mittel greift daher weder den Fliegenlack & Materialien, noch das Vorfach an und belastet die Umwelt nicht. Die für die Materialien der Fliege spezialisierte Substanz bildet auf der Fliegenoberfläche auf molekularer ( = nano) Ebene einen widerstandsfähigen, hauchfeinen Überzug, der länger erhalten bleibt, als dies bei allen bisherigen Mitteln möglich war. Das Ergebnis ist neben einer guten, hohen Schwimmfähigkeit eine außerordentlich lang anhaltende Wirkung, die auch den Fang etlicher Fische unbeschadet überdauert. Das ist schon sehr beachtlich!
Nanocatch wird gründlich auf die absolut trockene Fliege aufgesprüht und diese wird anschließend gut durchtrocknen gelassen – je nach Beschaffenheit und Materialmix der Fliege 12 bis 24 Stunden. Auch das komplette Eintauchen / Einlegen der Fliege ist möglich. Nach der Behandlung und der gründlichen Trockung (Wichtig!) erhält man eine anhaltend hoch schwimmfähige Trockenfliege. 
Der Vorteil eines derartigen Schwimmpräparates liegt auf der Hand: man bereitet schon zu Hause eine Anzahl Fliegen fix und fertig vor. Der Einsatz von Fetten & Chemie mit all ihren Nachteilen am Fischwasser entfällt völlig.
Übrigens: Das kleine Experiment auf dem Foto mit den 5 Fliegen im Bierglas (siehe unten) hatten wir ursprünglich als kleinen, kurzen Schwimmtest aufgelegt, um die Schwimmeigenschaften der behandelten Fliegen zu testen. Gewählt wurden Standart-Trockenfliegen wie Entenbürzel-Dun, Parachute, Sedge und "Schnake". Rein aus Spaß wurde auch eine beschwerte Goldkopfnymphe mit Nanocatch behandelt und "beigelegt" - die schwamm munter oben, als ob sie nie für etwas anderes gemacht worden wäre :-). Einen Tag später - das gleiche Bild. Eine Woche später: alle 5 Fliegen schwammen immer noch. Wir lassen das Glas mit den Fliegen jetzt einfach mal stehen - mal sehen, was mit der Zeit passiert... (siehe Update weiter unten).
Unser Fazit: Nanocatch ist eine sehr überzeugende Alternative, um eine damit vorbehandelte Fliege zu imprägnieren und lange Zeit schwimmfähig zu halten. Die guten Werte in Sachen dauerhafte Schwimmfähigkeit dürften derzeit wohl kaum von einem andern Schwimmpräparat erreicht werden, ebenso wenig wie die umweltfreundlichen Eigenschaften. Allerdings: Wundermittel gibt es nicht – und so hält auch bei diesem Mittel die Wirkung nicht unbegrenzt an, sondern die Behandlung muss von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Auch der auf den ersten Blick ziemlich hoch erscheinende Preis wirkt vielleicht abschreckend. Hierbei sollte jedoch – neben den aufwändigen Entwicklungs- und Herstellungskosten – nicht übersehen werden, dass sich in der Flasche 50 ml befinden, also ein Mehrfaches der Menge, die üblicherweise in Schwimmpräparat-Verpackungseinheiten im Handel angeboten wird. Mit einer Flasche Nanocatch kann man im Normalfall Jahre auskommen ...
Technische Info, Bezug und Preis:
Pump-Spray-Flasche (ohne Treibgas). Flascheninhalt: 50 ml. Das reicht für ca. 250 bis 300 Fliegen-Behandlungen.
Preis: 34,90 EUR. Ab 2008 gibt es auch ein günstigeres Probierfläschchen mit 20 ml Inhalt, für 16,90 EUR.
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Bezug im Fachhandel und direkt über den Generalvertrieb für Deutschland und Österreich:
Fa. Armin Pijawetz
Naturerlebnis Fliegenfischen & Outdoor
Wiener Straße 13
A 8650 Kindberg
Tel. +43 (0)676 83388 100
Fax +43 (0)3865 31690
office@pijawetz.com
www.pijawetz.com
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Bericht: www.fliegenfischer-forum.de | Fotos ©: Michael Müller. Das unerlaubte Kopieren, Verwenden und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist nicht gestattet.
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Update März 2008:
Ab 2008 gibt es auch ein günstigeres Probierfläschchen mit 20 ml Inhalt, für 16,90 EUR.
Im Dezember 2007 haben wir den Nanocatch Langzeittest (im Glas - siehe oben) beendet. Nach 5 Monaten (!) war lediglich die Goldkopfnymphe zwischenzeitlich versunken. Alle Trockenfliegen schwammen nach wie vor obenauf (Foto unten). Das Wasser im Glas war großteils verdunstet. Den Abschluss des Test's bildete die Zugabe einiger Tropfen Geschirrspülmittel - sozusagen als letzten Härtetest und Simulation für belastete Gewässer. Entgegen der Vorhersage einiger Kritiker waren aber erst nach weiteren vier Tagen wirklich alle Fliegen untergegangen...

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