Gerätebesprechung - Fliegenruten:
Loop Greyline LGR 696-3 
Ein Erfahrungsbericht von Carsten Meyer
Wir haben die Rute mehreren Personen in die Hände gedrückt, auch konnten wir die verschiedensten Schnüre daran testen und sind zu einem ziemlich eindeutigen Ergebnis gekommen. Vorab : Die Rute hat jeden begeistert ! 
Zur Rute:
Die Rute wird geliefert in einem eckigen Condura Rutenrohr (rollt nunmehr nicht mehr durch das gesamte Auto), Stofffutteral und einer Ersatzspitze. Ersatzspitze ? Warum eine Ersatzspitze ? Die Aktionen der beiden Spitzen sind identisch, dies wurde auch von den anderen Kollegen bestätigt. Hat Loop etwa ein schlechtes Gewissen in Bezug auf den alten Serien (z.B. Black Line), die bekannt für Rutenbrüche waren/sind ? Wenn dies so wäre, wäre der Preis von 636 € (empf. VK) nicht gerechtfertigt. Eine Begründung ist mir Loop bis Heute noch schuldig.
Maße und Ausstattung
Die Rute ist eine reine # 6 Rute mit der Länge 9,6" Fuss. Schlanker Graphiteblank nach neuester Technologie gefertigt in einem sehr schönem Grauton belassen (oder gefärbt). Die Ringe inklusive Schlangenringe sind gebrannt und ebenfalls im Grauton belassen. Der Griff besteht aus feinem portugiesischen AAAA Quality Kork laut Webseite, das AAAA lässt sich sicherlich auch anders übersetzen, denn der Kork ist absolut schlecht. Der Fightingbutt ist abnehmbar (Sollte man auch machen, da die Rutenteile sonst nicht ins Futteral passt. Der Rollenhalter ist aus Edelholz, die Schraubrollenhalter wirken trotz fehlender Kontermutter sehr stabil (die Rollen sitzen, einmal angeschraubt, bombenfest.)
Praxis
Der Blank ist ordentlich verarbeitet. Die Ringe sind exakt ausgerichtet und sitzen auf dem Overlap. Die Verbindungen sind passgenau und tiefgehend, eine Lockerung der einzelnen Teile könnten ich nicht feststellen. Der Korkgriff ist ausreichend lang, für große Hände wahrscheinlich zu klein, hier sollte beim Kauf ein Augenmerk gerichtet sein. Die Qualität des Korks weist Mängel auf ! Beim einstrippen der Schnur wird automatisch der Kork leicht nass, dadurch hatte ich den Kitt (oder Schleifstaub) die ganze Zeit zwischen den Fingern, der sich aus dem Korkgriff gelöst hatte. Aus einem edlen Griff wurde meines erachtens nach 6 Stunden intensiven Fischens, ein normaler Korkgriff, wie ich ihn auf Billigruten auch finde. Hier werde ich auf jeden Fall Loop kontaktieren (der Preis rechtfertigt dies auf jeden Fall). 
Die Greyline besitzt eine schöne, sehr schnelle Aktion (ähnlich SAGE XP). Sie lädt sich schnell auf, verzeiht aber keine Wurffehler. Die Schnüre sollten sehr exakt zur Rute ausgerichtet sein, hier wurde zuerst eine Guideline #6 WF verwendet, die allerdings bei größeren Distanzen zu schwer für die Rute wurde. Wir haben daraufhin einige 5´er WF und DT damit geworfen, die allesamt zu leicht für die Rute waren. Einzigst eine Lee Wulf Triangle Taper #5 liess sich sehr gut führen. Im #6´er Bereich ist die Orvis Wonderline und Cortland Fairplay (beides WF 6) eine sehr gute Wahl.
Fazit
Die Greyline ist nach unserer Meinung eine ganz hervorragende Fliegenrute. Sehr leicht, elegant und gut verarbeitet, deckt sie alle Ansprüche des Fliegenfischers ab. Mängel gibt es in der Verarbeitung des Korkgriffes ! Dieser ist, meines erachtens, keine AAAA Qualität, hier wird Loop mir noch Rede und Antwort stehen. 
Zusatz vom 19.06.2003:
Ich habe mittlerweile eine Aussage von Loop erhalten. Diese beziehen sich auf die Spitze und dem Korkgriff. Zur Spitze: Es werden 2 identische Rutenspitzen ausgeliefert, die zweite ist lediglich als Ersatz zu sehen, sollte es doch einmal zu Komplikationen kommen. Zum Korkgriff: Die Rute soll eingeschickt werden und der Korkgriff untersucht werden, die Abnutzung sollte auf keinen Fall sein. Ich werde mich diesbezüglich zurückhalten, da die Versandkosten dies nicht rechtfertigen. 
Nach knapp 2 Monaten (erstes Resultat):
Die Rute ist erstklassig, das Ärgerniss: Der verwendete Kork ! 
Einen weiteren Monat später (August/September 2003):
Die Rute wurde eingeschickt, es hat  nur eine Woche gedauert, bis das neue Unterteil wieder in meinen Händen lag. Leider auch hier schlechte Nachrichten: Der Kork ist genauso schlecht. Nach nur einem mal Fischen ist schon beim Zusammenbau der Rolle auf den Rollenhalter das Gewinde von der Holzbasis abgerutscht, der Kork löste sich wieder nach nur einmal Wasserkontakt auf, so daß wieder tiefe Riefen im Kork zu sehen sind. Ich werde den Kork jetzt komplett von einem Fachhändler erneuern lassen, das ständige hin und hergeschicke kostete bereits mehr, als der neue Griff.
Leider kann ich persönlich, durch diese Erfahrung, nur davon abraten diese Rute zu kaufen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Blanks beschaffen und die Rute selbst aufbauen. Bei einem stolzen Preis von 632 Euro, darf sowas einfach nicht passieren.
Heute 11.9.2003: Ich habe die Rute von K&HD wiederbekommen. Der Kork ist ein himmelweiter Unterschied zum Loop-Kork. Übrigens: Auf den Fighting-Butt habe ich verzichtet und lediglich 2 Scheiben Kork befestigen lassen. Jetzt ist es die Rute, die ich eigentlich haben wollte. Der Rollenhalter wurde übrigends wiederverwendet (geschliffen und geölt).
Für weitere Informationen und Produktinformationen : Loop
Testbericht und Fotos (C): Carsten Meyer, www.flyfishing-stade.de
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