Gerätebesprechung - Fliegenrollen:
LOOP Evotec CLW 5eight
Im Beitrag Nr. 211 aus Dezember 2004 stellten wir Ihnen die damals neue Evotec CLW Fliegenrollenserie vor, gefertigt aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Inzwischen hat sich einiges getan, auch die CLW wurde weiter entwickelt und verbessert.
Mit der CLW schließt LOOP eine Lücke und bringt ihre bewährte Fliegenrollentechnik auch zu jenen Nutzern, die keine Beträge von 100 Euro oder mehr für eine Fliegenrolle ausgeben möchten oder können. Trotz ihrer fast "Alu-freien" Bauart zeichnet sich die CLW, ebenso wie ihre preisintensiveren Kollegen der anderen Rollenserien, durch zuverlässige Technik und tadellose Funktion aus. Bei den neuen CLW Rollen wurde nicht nur die Optik verbessert, sondern auch technische und funktionelle Details eingebracht, wie z.B. ein geschlossener Rollenrahmen, ein Aluminium-Rollenfuß, eine neue Kurbel nebst Kontergewicht u.w.
Verfügbare Modelle:
- Loop Evotec CLW 2six (#4-5)
- Loop Evotec CLW 5eight (#6-8)
- Loop Evotec CLW 8twelve (#9-12)
In unserem Test befand sich eine Loop Evotec CLW 5eight.

Technische Daten:
(eigene Messungen)
Farbe Schwarz, matt 
Gewicht: 171 Gramm 
Rollendurchmesser: 96 mm 
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel/Bremsrad): 49 (78)mm 
Spuleninnenbreite: 32 mm 
max. Spulentiefe (nutzbar): 17,5 (13) mm 
Schnuraufnahme bei einer ganzen Umdrehung mit leerer Spule: 19,3 cm 
Schnurfassung: WF-8-F + 150 Meter 20lbs-Backing 
Lieferumfang: Karton, Beipackzettel mit Bauteileplan und Instruktionen (englisch), 1 Sechskantschlüssel, keine Rollentasche, keine Serien-Nr. 
Garantie: die in D übliche Fachhändler-Gewährleistung (2 Jahre)
Preise: Rolle: 79 €, E-Spule: 42 €

Beschreibung und Praxistest:
Robuste Großkernfliegenrolle aus Kohlefaser, deren Technik und Design großteils von den anderen LOOP Rollen übernommen wurde. Weitgehend offenes Gehäuse mit einem geschlossenen Rahmen für die sichere Schnurführung. Gehäuserückseite bis auf drei Streben offen, Bremseinstellrad zentriert. Seitlich drei schmale Stege, sowie ein vierter Steg für den zweifach von außen angeschraubten Rollenfuß. Spule mit offenem Spulenkern und langgelochtem Spulenboden, beide Spulenaußenseiten durchgehend mit je einem Lochkranz versehen. Ausreichend groß dimensionierte, seitlich abgeflachte und profilierte Kunststoffkurbel, gegenüber Kontergewicht, beides sauber von innen geschraubt. Als Bremse kommt das aus anderen LOOP Rollen bekannte und bewährte, ausgezeichnet funktionierende, wasser- und schmutzdicht verkapselte, fein einstellbare und ruckfrei anlaufende Bremssystem zu Einsatz, basierend auf Teflon-/Edelstahlscheiben.
Der Grund- und Maximal-Bremswiderstand lässt sich durch Lösen und Versetzen des Bremseinstellrades mittels dem mitgelieferten Sechskantschlüssel anpassen. Unser Brems-Testwert (maximales Abzugsgewicht in Kilogramm bei vollständig geschlossener Bremse und bei gefüllter Spule) ergibt bei werkseitiger Einstellung einen Wert von um 0,4 kg. Das ist natürlich sehr wenig, lässt sich aber wie oben beschrieben noch erhöhen, und zwar bis auf Werte um 1,0 kg. Hierbei ist die mittlere der möglichen Einstellungen sicher die passendste, denn ansonsten wird der Grundwiderstand bei geöffneter Bremse zu hoch. Alles, was mehr Bremskraft benötigt, kann durch den überlappenden Spulenrand mit "Handbremsung" erledigt werden. Der Spulenwechsel wird durch ein (teilweises) Lockerschrauben der Abdeckkappe per Hand und anschließendes Versetzen der Spulenhalterung vorgenommen. Ein Umbau von Links- auf Rechtshandbetrieb ist möglich und auf der der Rolle beiliegenden Beschreibung erklärt. Hierbei müssen einige Teile abgenommen und in richtiger Reihenfolge wieder zusammengesetzt werden: eine Sache von ca. 10 Minuten (mit Werkzeug-Einsatz).
Die CLW lässt im Praxisbetrieb in beiden Richtungen ein dezentes Schnurren hören. Wen dies stört, der kann die das verursachende Feder komplett entfernen - ohne Auswirkungen auf das Bremssystem.
Besonders hervorzuheben ist, neben dem guten Bremssystem, der für eine Kunststoff-Fliegenrolle tadellose Spulenrundlauf, der sich ausgeglichen zeigt, sowie passabel ausgewuchtet und auch bei hohen Drehzahlen fast vollständig schlagfrei ist, außerdem die insgesamt gute Verarbeitung: scharfe Ecken und Kanten sucht man an der CLW ebenso vergeblich, wie zu große Abstände und unpassende Toleranzen. Im Praxistest behielt die CLW in jeder Fischerei-Situation ihre volle Funktionalität: trocken, nass, im Salzwasser und unter erheblicher Abzugsbelastung: Rolle und Bremssystem arbeiteten stets zuverlässig. Materialbedingt ist die Rolle korrosionsbeständig und salzwasserfest. Ernst nehmen sollte man übrigens den Hinweis auf der Beschreibung, im Drill bei einem heftig abziehenden Fisch nicht mit den Fingern rückseitig in die Rolle zu greifen :-(
Optisch, sowie von Gewicht und Größe her passt unser Testmodell CLW 5eight am besten zu #7er und #8er Fliegenruten. Das Fassungsvermögen ist mit einer 8er WF-Schnur und um 150 Meter 20lb-Backing prima und kann sich für eine echte Großkern-Fliegenrolle sehen lassen. Hier wird durch die breite Spule viel an Kapazität gewonnen.

Fazit: Die CLW ist für uns eine wenigen, wenn nicht überhaupt die einzige Kohlefaser-Großkernfliegenrolle auf dem Markt, die rundherum zu überzeugen weiß und die sich seit ihrer Einführung standhaft behauptet. Für die weiter entwickelte CLW sprechen u.a. die ordentliche Verarbeitung, die top Funktionalität, die gut durchdachte Praxistauglichkeit, das - wenn auch in diesem Fall nicht über die Maßen kräftige -  wasser- und schmutzdichte Bremssystem und natürlich der attraktiver Preis!

Bezug: Ausführliche Infos, Katalogbestellung und Händlerliste (deutsche Website und deutscher Katalog) unter: www.looptackle.de | Bezug im Fachhandel, z.B. bei Austrian Outdoor Sports, Telefon: (+43) 316-82210415, Kaerntner Strasse 155, A-8053 Graz, www.aos.cc
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Testbericht ©: www.fliegenfischer-forum.de - Juli 2010 | Fotos ©: Michael Müller
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