Geräte-Besprechung - Fliegenrollen:
VISION „Koma" VK 56 (# 5-6)
Für den "Großwildjäger" ist VISION's "Koma" bereits seit längerer Zeit ein Begriff. Ab 2005 gibt es diese günstige Großkern-Fliegenrolle in neuer Form auch in zwei kleineren Größen.

Verfügbare Modelle:
VK 56 (# 5-6)
VK 78 (# 7-8)
Farbe: Anthrazit.
Unser Testmodell war eine „VK 56".

Technische Daten (eigene Messungen)
Gewicht: 178 Gramm
Rollendurchmesser: 90 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel u. Bremsrad): 49 (80) mm
Spuleninnenbreite: 28,5 mm
Spulentiefe (nutzbar): 14 (10) mm
Schnurfassung: WF 6 + 60m 20lb-Backing

Preis: Rolle: 112 € / Ersatzspule: 53 €

Lieferumfang: Karton, Rollenbeutel, Beipackzettel mit Erklärungen zu Umbau, Teileplan (engl.), etc., 2 Jahre Garantie.

Beschreibung und Praxistest:
Großkern-Fliegenrolle, hell anthrazitfarben, Gehäuse und Spule aus Aluminium Druckguss. Die Rolle ähnelt äußerlich der "VISION XLA". Zweifach geschraubter Rollenfuß. Das Gehäuse ist bis auf einen "Stern" hinten in offener Bauart. Ein Steg befindet sich hinten für den Rollenfuß, einer weiterer Steg befindet sich vorne mittig. Zur Spule hin ist das Gehäuse ebenfalls offen. Die beiden Stege greifen etwa zur Hälfte in die innere Spulen-Nut, das Risiko eines ungewollten "Durchflutschen" von Vorfach und Schnur ist somit nicht gänzlich ausgeschlossen. Die Spule besitzt eine große und griffige Kurbel (mit Weichplastik- Grifffläche), ihr gegenüber sitzt ein Kontergewicht.

Gehäuse und Spule wurden maximal gelocht, der Rollenkern wurde durchweg mit Langlöchern versehen.
Das verkapselte Bremssystem arbeitet u.a. mit einer Kork-Bremsscheibe. Auf der Gehäuserückseite sitzt ein rundes Bremseinstellrad (ebenfalls mit Weichplastik-Grifffläche), mit welchem sich die Bremskraft in über 60 Klicks fein und genau regulieren lässt.
Das Abnehmen und Wechseln der Spule ist mit dem klassischem „Hebelsystem“ schnell erledigt. 
Die Rolle lässt sich leicht von Links- auf Rechtshandbetrieb umbauen (Entfernen eines E-Clip's und Umdrehen des Einweglagers).
Im Praxiseinsatz lief die "Koma" bis auf eine geringe Abweichung von ca. 0,6 mm gut rund. Die Spule ist sehr gut ausgewuchtet und "schlägt" auch bei höheren Drehzahlen nicht. Ein vertikales Spiel der Spule auf der Achse ist nicht vorhanden. Alle Zwischenräume wurden gering gehalten, scharfe Ecken und Kanten sind an der ganzen Rolle nicht zu Finden. Die Koma arbeitet beim Einkurbeln völlig widerstands- und geräuschlos.
Beim Schnur Abziehen wirkt die eingestellte Bremskraft und es ertönt ein dezentes Schnurren. Das starke Bremssystem lässt sich wie oben beschrieben von sehr gering bis nahezu vollkommen fest einstellen. Die für den Normalbetrieb benötigten Bremskrafteinstellungen liegen alle bereits während der ersten Umdrehung des Einstellrades vor. Hier ist auch ein ruckfreies Anlaufen der Spule gewährleistet. Bei sehr stark eingestellter Bremskraft ist bei unserem Testmodell jedoch ein deutlichen Rucken beim Schnurabziehen zu bemerken. Im Praxisbetrieb funktionierte das Bremssystem ansonsten zu jeder Zeit tadellos. 
Die Schnurkapazität ist - bedingt duch die reine Großkernbauweise - nicht sonderlich hoch, stimmt aber mit den Herstellerangaben überein (5er und 6er Leinen). Durch Verwendung von High-Density-Backing lässt sich zumindest die Backing-Kapazität verdoppeln. Von Rollengewicht und -größe passt die "Koma 56" am besten zu 6er Fliegenruten.
Fazit:
Für eine Fliegenrolle aus Alu-Druckguß und für den veranschlagten recht günstigen Preis ist die "Koma 56" außerordentlich gut gelungen: Design, Praxistauglichkeit und Verarbeitung lassen kaum Wünsche offen. Die Rolle wird dadurch mit hoher Sicherheit viele neue Freunde finden....
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Bezug
Förg GbR Angelgeräte
In der Wanne 47/1, D-89075 Ulm
Telefon: 00 49 (0) 7 31 / 55 27 43
Telefax: 00 49 (0) 7 31 / 55 25 42
E-Mail: info@foerg-angel.de
Web: www.foerg-angel.de/
und im weiteren Fachhandel.  Herstellerwebsite: www.visionflyfishing.com
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Verbraucher & Meinungen:
19.06.2008: Da ich selbst sehr viele Produkte der Firma Vision im Dauereinsatz habe würde ich gerne noch etwas anfügen. Zur KOMA wäre zu sagen, dass Sie für den Dauereinsatz nicht so geeignet ist. Obwohl das Bremssystem geschützt ist, lagert sich gerne Sand darin ab. Eine regelmäßige Wartung sollte erfolgen. Letzten Winter ist mir mein 79er Modell bei eisigen Temperaturen versehentlich auf eine Eisplatte gefallen. Das Resultat war, daß mir alle drei Speichen am Spulenkern gebrochen sind. Die Firma hat sie mir aber wieder kostenlos ersetzt. Noch zu bemerken wäre, dass die Rolle sich bei großen Temperaturschwankungen verformt, sprich der Spulenrand kratzt am Gehäuse. Liegt wahrscheinlich am Spritzgussverfahren. Markus Hopfgartner
Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos ©:  Michael Müller
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