Malediven März 2016 | Fliegenfischen im Big Game Revier
Flatfischen im Indischen Ozean auf Keyodhoo
Ein Reisebericht von Matthias Dr. Hülsemann | Fotos: Autor, Peter Kalman
Es geht los... eine einsame Sandinsel im schillernden türkisfarbenen Wasser, was wird der Tag im Flat bringen?
Auf der Suche nach einem Ziel für unsere jährliche Fischereireise mit meinem Freund Peter hatte ich schon öfters die Malediven gestreift. Fotos von wunderschönen Inseln mit herrlichen Stränden, einzigartigen Farben und ein gigantischer Fischreichtum brachten mich zum Träumen. Die Malediven haben im Indischen Ozean ein sehr konstantes warmes tropisches Klima. Die Temperaturen fallen selbst nachts selten unter 25 Grad. Es gab nur ein Manko - auf den meisten Resortinseln ist das Fischen vom Strand aus nicht erlaubt. Wenn Fischen erlaubt ist, dann nur vom Boot aus - mit dementsprechenden Charterpreisen. Ausnahmen waren selten und dann passten diese nicht zu unserem Reisebudget. Die maledivische Regierung hatte jedoch 2009 die Möglichkeit geschaffen, dass Touristen auf einheimischen Inseln Urlauben können. Ein paar der „Guest houses“ bieten auch die Möglichkeit, Guides und Boote zu mieten. In der Regel wird zwar nicht Fliegenfischen, sondern Schlepp- , Naturköder- und Popperfischen angeboten, aber immerhin. Fotos von großen Segelfischen, Thunfischen, Wahoos und GTs beflügelten meine Fantasie und auch vom Strand der einheimischen Inseln ist das Fischen erlaubt. Sensationell! Unsere Wahl fiel auf die JSL - Jupiter Sunrise Lodge auf Keyodhoo im Vaavu Atoll mit einem Angebot für Big Game Fishing. Ein Anbieter, der sich auf Rundumversorgung mit günstigen Charterpreise spezialisiert hat. Ein Charterboot ist dort bereits ab 275 $ zu bekommen und zwar von 6:00 bis 16:00! Die Buchung verlief unkompliziert und zuvorkommend. Es waren zwar schon einmal Fliegenfischer dort, ob diese etwas gefangen hatten, wusste von der Jupiter Sunrise Lodge keiner mehr. Die Ausrüstung zum Fliegenfischen musste man Mitbringen. Man sagte uns, es gäbe niemanden, der sich mit Fliegenfischen auskennt, aber egal. Wo konventionelles Fischen gut ist, muss doch auch Fliegenfischen erfolgreich möglich sein? Von dort aus starteten wir unser Abenteuer. Neun Tage Fliegenfischen im Big Game Revier.
Vom Flugzeug aus sieht man die unzähligen Inseln, jede wie eine Perle an einer willkürlich geordneten Kette angereiht. Diese Atolle haben mich zutiefst beeindruckt. Beim Näherkommen sieht man, dass jede Insel wieder ein kleines „Atoll“ bildet. Die Kanäle zwischen den Inseln haben etwas tieferes Wasser, sind strömungs- und fischreich. Im inneren Atoll schützen die Korallenriffe die Strände vor starkem Wellengang, ideal zum Fliegenfischen. Die großen Fische sind allerdings im tieferen Wasser vor dem Außenriff.
Nach der Ankunft auf dem Transferboot mit Blick zurück auf die Hauptstadt der Malediven, Male.
Ein langer Flug liegt hinter uns, aber die Stimmung ist phantastisch, wie man sieht. Noch 1,5 h Überfahrt, dann sind wir auf Keyodhoo.

Unser Ankunftstag war Freitag, das ist quasi der Sonntag auf Keyodhoo. Nach der Ankunft im Hafen wurden wir freundlich begrüßt, beim Einchecken in der Unterkunft bekamen wir Kokosnuss und Hawaikette. Danach machten wir unser Equipment
bereit. An Schlafen war natürlich nicht zu denken.
Etwas später ging es zu Fuß los. Die Unterkunft lag nur 50 m vom Hafen entfernt. Die ersten Flötenfische, ein kleiner Bluefin Trevally und einige wunderschöne Rifffische ließen sich zum Fototermin überreden. Den Nachmittag verbrachten wir so kurzweilig auf der Hafenmole und in den anliegenden Flats.
So haben wir es gerne – erste Versuche auf der Hafenmole in Keyodhoo und Peter hat schon die erste „Flöte“. Es sollten noch einige andere Arten folgen.
Abendstimmung des ersten Tages auf der anderen Seite des Hafens. Der dunkle Fleck auf dem Foto ist ein Schwarm Jungfische, der gerade dabei ist, auf das offene Meer zu wandern. Die Prädatoren nutzten diese Gelegenheit, bald kochte und spritzte das Wasser, ein imposantes Schauspiel. Nach Sonnenuntergang war das Ganze wieder vorbei. Nebenbei - dort hatte ich mir das Coating von meiner „Rio Outbound Tropical Short“ zerstört. Ich hatte von der Mauer runter gefischt und nicht aufgepasst, die Schnur verhängte sich am Fuß der Mauer zwischen den Felsen mit messerscharfen Korallen. Anstelle runter zu klettern, hatte ich dann ein wenig genervt von oben angerissen…
Beim Abendessen wurden mit unseren Gastgebern die Ziele für den nächsten Tag besprochen. Was wurde wo gefangen, was wollen wir machen – wir fanden diesen Informationsaustausch sehr gut. Am ersten Abend konnten wir es kaum noch erwarten, dass es endlich mit dem Boot raus geht. Wir hatten uns im Vorfeld das kleine Boot ausgesucht, dass sich aufgrund der Schnelligkeit und Wendigkeit innerhalb des Innenriffs besser zum Fliegenfischen eignete als das große Dinghi. Das wurde uns so empfohlen und war auch rückblickend richtig.
Wir hatten Glück mit dem Wetter, es hatte relativ wenig Seegang und es gab wenig Wind. Somit konnten wir mit dem kleinen Boot auch ein paar Mal vor das Außenriff fahren, was sonst undenkbar wäre. Allerdings kein Vorteil ohne Nachteil, angeblich sei das GT Fischen umso besser je schlechter das Wetter ist. Hatte sich bei uns jedenfalls bewahrheitet, mit unseren als Ausgleich mitgenommenen Popperruten hatten wir am Außenriff keine einzige Attacke, allerdings haben wir auch nur einen Tag probiert.
Zurück zum Fliegenfischen. Der Tagesablauf begann mit „Vitamin - Cola“ um 6:00 am Hafen. Dort wurde das ganze Equipment mit der Verpflegung jeden Morgen eingeladen, dann ging es raus. Zwei Guides fuhren im Boot mit, wir waren also immer zu viert. Wir steuerten meist mehrere Sandinseln an, wenn bei einer nichts ging, dann zur nächsten. Von dort wateten wir in die Flats oder fischten die Kanten ab. Unsere zwei Guides richteten Frühstück bzw. Mittagessen, dass wir im Boot einnahmen und sorgten so für unser Wohlbefinden.
Zwischendurch erholten wir uns vom Werfen und schleppten ab und zu mal mit der Fliege, allerdings bis auf ein paar Needlefischen und kleineren Bluefin Trevallies ohne nennenswerten Erfolg.
Wir waren jeden Tag etwa 10h durchgehend draußen, bei 32 Grad in der Sonne, genau so muss es sein!
Kein Mensch weit und breit. Irgendwo im Nirgendwo. Wir hatten das Gefühl, im Paradies für Salzwasserfliegenfischer gelandet zu sein. Jeden Tag freuten wir uns schon, wieder da draußen sein zu dürfen. Das Wasser hatte um die 29 C Celsius.
Unsere zwei Guides richteten gerade Frühstück. An der Kante zum tieferen Wasser am Horizont tummelten sich alle Arten von Rifffischen und manchmal kam auch mal ein BT oder GT vorbei. Peter war gerade dorthin unterwegs, glaube, er kam später zum Frühstück. Auf dem Flat tat sich wenig, wenn man von den haufenweise vorkommenden Needlefischen absieht.
Der Badestrand von Keyodhoo, vorne drei kleine Schwarzspitzenriffhaie, am Foto leider schlecht sichtbar. Sie haben die Fliege nicht genommen…
Was wir in den letzten Tagen erst so richtig verstanden hatten, war, dass bei höheren Wasserstand GTs und andere Räuber bei Sonnenuntergang und Sonnenaufgang an den Strand kamen, um zu rauben. Der Schwarm wich dann blitzschnell aus, das rauschte dann so richtig, ein eigenes Geräusch und Musik in unseren Ohren. Die Einheimischen warteten mit einfachster Ausrüstung stehend im Wasser. Sie verwendeten meist nur ein paar Meter Schnur um eine Wasserflasche gewickelt, einen Haken mit einem Livebait. Wenn es dann vor den Füßen spritzte und rauschte, pendelten diese schnell den Livebait dorthin und fingen auf diese Weise BTs, GTs, selten auch Queens oder kleinere Thunfischarten.
Vom Strand aus um die Mittagszeit aufgenommen. Der Fischreichtum hat hier eine andere Dimension. Man kann sich vorstellen, was da am Abend oder Morgen los sein kann. Auch Riffhaie bis ca. 1,5 m sind dann immer wieder unterwegs.
Das Spektakel dauerte aber immer nur so 20 Minuten. Wenn du die Zeit verpasst hattest, war es vorbei und du gingst leer aus. Einmal waren wir am Morgen glatt zu spät, da lagen bereits erbeutete GTs am Strand, bitter. Ein Einheimischer ging mit drei Fischen in den Händen nach Hause. Einige wogen geschätzt zwischen 10 bis 20 Pfund, was wären das für Hammerdrills gewesen. Kein Riff weit und breit.
Es gab aber leider dort viel Gedränge, da standen immer um die 5 bis 10 Einheimischen im Wasser und warteten. Das Werfen mit der Fliegenrute war dadurch fast nicht möglich. Wir fühlten uns dabei auch nicht ganz wohl. Klar, die Einheimischen brauchten die Fische zum Essen und fingen die nicht nur zum Spaß, so wie wir.
Wir probierten es dort daher nur zwei Mal, mein Freund Peter bekam eines Morgens einen Mordsbiss. Der GT drehte auf den paar Metern mit Höllengeschwindigkeit um, der Druck war einfach für das Vorfach zu stark, Peng. Insgesamt hatten wir dort kein Glück, es waren aber unvergessliche Erlebnisse, wenn man beobachten konnte, wie es vor den Füßen krachte, Adrenalin pur!
Eines Tages fanden wir einen Schwarm Krokodilhornhechte. Unsere Guides hielten uns zwar für irre, aber wir hatten riesigen Spaß mit diesen sprungstarken Fischen. Sie attackierten nahezu bei jeden Wurf die Fliege, es blieben aber nur wenige hängen. Aber wenn, dann sprangen die wie der Teufel und wir quittierten jeden Sprung mit lautem Gebrüll: „Marlin, Marlin...“ Man sagt ja nicht zu Unrecht, der Hornhecht ist der Marlin des kleinen Mannes. Die können auf den Malediven übrigens weit über einen Meter lang werden. Was für ein Vergnügen!
Ab und zu war etwas Schleppen zur Erholung vom dauernden Werfen angesagt. Man beachte, die etwas riskante aber doch elegante Rutenhaltung, meine Güte!
Einer der Erfolge beim Schleppen. Wenn die Goldmakrele eine Kapitale gewesen wäre, wäre es mit der 9er lustig geworden.
Thunfischfischer auf Köderfischfang, der Schwarm (dunkler Fleck) war etwas später im Netz. Die Einheimischen fischen Thunfische im „maledivischen Style“. Es wird ein Thunfischschwarm mit periodisch gefütterten Lebendköder angelockt und dann die Thune mit Stangen, kurzem starken Vorfach und einer Art Fliege oder Livebait mit Schwung rückwärts in das Boot geworfen. War in der JSL Lodge als Tag dazu buchbar, wir hatten aber davon Abstand genommen. Es war einfach nicht unsere Fischerei. Wir waren bis zu diesem Tag öfters in der Früh an dieser Stelle. Aus dem blauen Wasser heraus, wurde der Kleinfischschwarm öfters angegriffen. Peter hatte dort 3 brachiale Bisse an einem Vormittag gehabt und verloren.
Die Farben der Blauflossenmakrele (Bluefin Trevally) leuchteten in paradiesischem Blau, was für eine Pracht. An der 9er ging die ab wie eine Rakete. | Unten: Solchen Schönheiten begegnete man dort fast jeden Tag beim Waten. Man sieht, gute Watschuhe sind angebracht.
An guten Tagen konnten wir mehrere herrliche Bluefin Trevallies fangen. Bester Köder war der Gummi Minnow, Größe 2. Wichtig war die Geschwindigkeit beim Strippen - so schnell wie wir konnten, war gerade gut genug. Eingeklemmte Rute unter der Achsel und mit zwei Händen Vollgas geben. Eine gute Taktik war, nach dem Wurf während des Einstrippens gleichzeitig zurück auf den Sand zu Laufen, um die Einholgeschwindigkeit zu steigern. Wenn dann so ein Trevally hinter der Fliege her war, sind diese immer eine Weile hinten nach. Richtig verrückt sind diese dann geworden, wenn die Fliege schon fast am Sand auf geschwommen ist. Es hatte dann wahrscheinlich für den Trevally so ausgesehen, als wollte sich der gute Happen noch schnell ins ganz, ganz flache Wasser verdrücken. Der Biss kam dann brachial in ein paar Zentimeter tiefen Wasser, wir standen dabei schon mal auf der Kuppe der kleinen Sandinsel. Aber dadurch gab es auch weniger Scheuchwirkung.
Mit ein wenig Glück begegnete man auch solchen Schönheiten.
Und zwar in jeder Größe.
Diese kleinen Grouper waren bis zur Handgröße fast schon eine Plage. Peter hatte ein Erlebnis der dritten Art. Bis an die Brust im Wasser stehend, warf er über eine Kante ins dunkelblaue tiefe Wasser hinein. So ein Kleiner schnappte sich die Fliege an der Kante, als der große Bruder dahinter aus der Tiefe aufstieg, ein Ruck und der Kleine war gefressen. Peter schätzte den auf gut einen Meter, Junge, Junge!
Unsere Lieblingsstelle, die uns Moli, unser Guide empfohlen hatte, war ein Nichts von einer Sandinsel, aber wenn die Tide gepasst hatte, war es richtig gut. Dort hatten wir einmal bereits zwei gute Bluefin Trevallies gefangen, als ein mittlerer Schwarzspitzenriffhai in Begleitung mit einem größeren GT zügig entlang zur Insel daherschwammen. Ich hatte gerade die Fliege in der Luft, als ich die beiden entdeckte. Versuchte nun mit der Schnur in der Luft am Strand vor deren Position zu gelangen.
Fluchend und stolpernd gelangte mir das auch irgendwie, zumindest landete die Fliege schräg vor den beiden in etwa 10 m Entfernung. Ich strippte wie ein Verrückter los und rannte dabei rückwärts, bis der Minnow an der Oberfläche richtig zum Furchen begann.
Der Hai schwamm unbeirrt weiter und zeigte absolut kein Interesse. Ich dachte schon, der GT hat ebenfalls kein Interesse, die Fliege war ja doch auch recht klein. Der tat aber genau das Gegenteil, irgendwie schien es mir, als ärgerte sich der so richtig über diesen frechen „Kleinfisch“, der da ins flache Wasser abhauen wollte.
Mit voller Geschwindigkeit sah ich den GT in Sekundenbruchteilen hinten nach jagen und dann kam - DER EINSCHLAG. Das war so richtig geil, Adrenalin pur, das macht süchtig. Solche Erlebnisse brennen sich zutiefst ein und sind für mich der Grund für solche Reisen.
Der GT nahm also den Minnow in einer brutalen Aggressivität, die eben GTs eigen ist. Ich kam nicht mehr zum Reagieren, riss reflexartig die Rute hoch und bei der Gegenseite ging die Post ab. Der GT nahm Kurs auf das blaue Wasser hinter dem Riff, dass rund 50 m entfernt von den Wellen umspült wurde. Die 9er war bis zum Griff gerade gebogen, die Bremse der Hatch heulte nur so und ich schrie dazu um Hilfe „Peter, Peter – GTiiiiiii“ . Ein paar Sekunden später war der GT beim Riff und das Vorfach leider auch. Es blieb bei dem Versuch die Rute hochzubekommen. Kurze Zeit später blieb mir nur mehr, zitternd das Backing einzuholen. Wenigstens war die Schnur ganz, ein schwacher Trost.
Rückblickend muss man sagen, dass die 9er in dem Areal für einen GT der Größe zu unterdimensioniert war. Wir hatten danach die 12er dann in Reichweite, die Gelegenheit kam aber nicht mehr.
Insgesamt hatten wir kein Glück mit den GTs. Wir hatten zwar Bisse aber die Drills alle verloren. Diese Rechnung bleibt offen.
So schauten die Hände trotz guter Handschuhe am Abend aus. | Unten: Der Schleppköder – ohne Haken.
Okay, einmal waren wir schwach geworden und hatten das große Dinghi gebucht. Mit dem großen Boot konnte man trotz Wind und Wellen vor das Außenriff fahren. Da draußen war allerdings Fliegenfischen chancenlos, also schleppten wir ganz konventionell auf Sailfisch. Der Köder war allerdings gar nicht konventionell. Wir verwendeten einen selbstgemachten Schleppköder mit Bleikopf und synthetischen Seidenfäden, ganz ohne Haken! Ein Sailfisch schlug mit seinen Schwert auf den Köder ein und blieb dann zuverlässig in der „Seide“ hängen. Am Nachmittag popperten wir dann noch Kilometer des Außenriffs ab, allerdings ohne eine Attacke zu bekommen. Nach diesem interessanten Tag konzentrierten wir uns aber wieder auf unsere Leidenschaft – das Fliegenfischen.
Schöner Sail für Peter.
Die haben im Schwarm angegriffen ...
Schwärme dieser „Flöten“ waren keine Seltenheit. Wir hatten die Fliege zum Schluss meist schon weggezogen, dieser Needlefisch war aber schneller.
Man beachte das Horn!
Giftgrün und dieser Kontrast zum blauen Meer, fast schon unwirklich.
Da hatte was an der Schwanzflosse geknabbert…
Überall ein großes Aquarium.
Was für ein Tag!
Resümee
Ein Wort zum Guiding. Im Vorfeld der Buchung wurde uns klar gesagt, dass es keine Erfahrung mit dem SWFF gibt. Wir waren also darauf vorbereitet und waren bewusst dieses Risiko eingegangen. Für unsere Guides war das ein nicht einfaches Unterfangen, am Anfang hatten die Herren natürlich keine Ahnung, was wir so brauchten. Es war also wichtig, ganz klar zu sagen, was wir wollten.

Das Thema Wurfweite und das richtige Stellen des Bootes zum Wind war schwierig zu Erklären. Einmal sahen wir auf der Fahrt Vogelschwärme, die am Innenriff eine Schule kleinerer BTs oder GTs folgten. Für einen Big Gamer natürlich kein Ziel, für uns Fliegenfischer aber hochinteressant. Wir wollten daher hinterher. Viele Versuche folgten, da der Schwarm natürlich immer in flache Gebiete mit Korallen hinein raubte, wo wir mit dem Boot nicht folgen konnten. Endlich war der Schwarm direkt vor uns und das Boot lag genau gegen den Wind. Unser Captain war überzeugt sich bestmöglich positioniert zu haben und schrie aufgeregt „Cast, cast – quick“. Wir schafften gegen diesen Wind keinen einzigen ordentlichen Wurf, alle waren zu kurz. Es war zum Haare ausreißen.

Nach einigen Tagen hatten wir uns so richtig aneinander gewöhnt. Man darf sich also am Anfang als Fliegenfischer nicht zu viel erwarten. Die Einheimischen wissen allerdings, wo der Fisch ist und das ist wichtig. Und – sie sind zuvorkommend, freundlich und wirklich bemüht.

Herrlich war der Abschied, unsere zwei Guides lachten über das ganze Gesicht und wachelten die ganze Zeit als Abschiedsgruß mit einem Arm, die Wurfbewegung mit der Fliegenrute nachahmend. Wir waren auch sicherlich die absoluten Exoten dort.

Unbehagen im Vorfeld hat uns die dort übliche Catch and Kill Politik bereitet. Das hatte uns in der Dimension - bezogen auf manche Fotos im Netz- nicht gefallen. Klar, es ergibt keinen Sinn, die Fische zu releasen und dann vom nächsten Boot für das Abendessen wieder zu kaufen. Es geht aber wie immer um das Maßhalten. Wir haben uns dieser Politik nicht angeschlossen und bis auf den einen Sail, der nicht releasbar war, alle releast. Die Filets des Sails haben beim Abendessen übrigens köstlich gemundet.

Zu den Fängen, wir konnten neben mehreren größeren Bluefins Trevallies und Hornhechten viele wunderschöne Rifffische landen. Die Vielfalt der Arten war unglaublich, im Tag fingen wir zwischen 20 und 40 Fische, allerdings zumeist kleinere. Eine Landung größerer GTs blieb uns, wie bereits erwähnt, leider verwehrt. Viele Haie, als geschützte Art auf den Malediven, konnten wir nicht für unsere Fliegen interessieren. Bonefische soll es geben, allerdings nicht in diesem Atoll. Thunfisch auf Fliege wäre eine weitere Möglichkeit gewesen, naja, das nächste Mal.

Ein Wort zur Betreuung und Verpflegung der Jupiter Sunrise Lodge (JSL), diese war wirklich ausgezeichnet. Wir haben uns auf der einheimischen Insel richtig wohl gefühlt. Es fehlte einem an nichts.
Unterkunft, Guiding, Boote (www.jupiter-sunrise-lodge.com/de). 
Nützliche Informationen (im Forum nach Jupiter Sunrise Lodge suchen): www.big-game-board.net

Wir kommen wieder!

- Weitere Reports über das Fliegenfischen auf den Malediven etc. finden Sie im Fliegenfischer-Forum u.a.: (HIER)
- Allgemeine Malediven-Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Malediven
- Kontakt zum Autor: Wer näheres wissen möchte, bitte gerne über die Redaktion melden.
***


Ein Bericht von Matthias Dr. Hülsemann für www.fliegenfischer-forum.de - Dezember 2016. Fotos/Copyright beim Autor. Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.
zurück zu Malediven, Seychellen, Bahamas ... | zurück zur Übersicht Reise & Report zurück zur Startseite

Copyright © 2016 | www.fliegenfischer-forum.de  |  DAS Fliegenfischen Online Magazin |  Kontakt