Geräte-Besprechung - Fliegenrollen:
Guideline INEX 
25 Light Trout und 79 Seatrout
Man braucht kein großes Vorstellungsvermögen, um zu erkennen, warum die Top-Fliegenrollenserie der schwedischen Firma Guideline einen EFFTEX Award gewonnen hat: sie sind einfach schön. 
Wir wollten wissen, was sich technisch hinter der eleganten Fassade verbirgt und wie gut die „INEX“ Fliegenrollen in der Praxis ihren Dienst leisten.

Verfügbare Modelle:

25 Light Trout (# 2-5)
57 Trout (#5-7)
79 Seatrout (# 7-9) und 
911 Salmon (# 9-11)
Standartfarbe: Titan. Außerdem ist für die "79" gegen Aufpreis ein "”Blue Coral” verfügbar.

Unsere Testmodelle waren die „25 Light Trout“ und die „79 Seatrout”.

Technische Daten (eigene Messungen)

Jeweils für „25“ / „79“:

Gewicht: 98 / 158 Gramm
Rollendurchmesser: 59 / 79 mm
Rollenbreite (mit/ohne Kurbel u. Bremsrad): 39 (64) / 48 (75) mm
Spuleninnenbreite: 28 / 33 mm
Spulentiefe (nutzbar): 12 (9) / 19 (14) mm
Schnurfassung: 
WF 5 + 40m 20lb-Backing / 
WF 8 + 100m 20lb-Backing

Preise: 359,-- / 419,-- Euro
Preise Ersatzspulen ca.: 180,-- / 210,-- EUR

Lieferumfang: Neoprene-Tasche

Beschreibung und Praxistest:

Sehr leichte Großkern-Fliegenrollen in modernster Optik, aus dem vollen Block T60/61-Aluminium gedreht und gefräst. Die Oberfläche ist titanfarben eloxiert. Salzwasserfest. Das Gehäuse ist bei den Modellen „79“ und „911“ als geschlossener Käfig konzipiert, durch diese Bauweise ist ein ungewolltes Durchrutschen von Vorfach oder Schnur unmöglich. Bei den Modellen „25“ und „57“ ist das Gehäuse offen, jedoch wurden generell alle Abstände derart gering konzipiert, dass die oben genannte Gefahr auch bei diesen Rollen nicht gegeben ist.

Scharfe Ecken und Kanten sucht man bei den „INEX“ Fliegenrollen vergeblich, ebenso gibt es keinerlei störendes Spiel der Spule auf der Achse. Der Rollenfuß wurde von außen 2-fach geschraubt.

Das Rollengehäuse ist hinten bis auf vier Stege offen. Seitlich gibt es einen breiten Steg hinten am Rollenfuß und einen Steg vorne mittig. Spule und Gehäuse wurden maximal gelocht. Auf der Spulenvorderseite sitzt eine Edelholzkurbel, ihr gegenüber ein Kontergewicht für ruhigen Spulenlauf.
Foto links: "25"
Die Spule lässt sich leicht wechseln, indem diese einfach von hinten herausgedrückt wird.

Ebenfalls leicht lässt sich die „INEX“ von Links- auf Rechtshandbetrieb oder umgekehrt umbauen. Einfach die Lagerabdeckung der Mittelachse abschrauben, Einweglager umdrehen, wieder einsetzen, zuschrauben und fertig! 

Im Betrieb lässt die „INEX“ bei Schnurabzug ein dezentes Klickern hören, beim Einkurbeln arbeitet die Rolle völlig geräuschlos und widerstandsfrei. Der Rundlauf beider Testmodelle war absolut abweichungsfrei, sauber und ausbalanciert. Nicht nur dies lässt auf eine sehr hohe Präzision bei der

Rollenfertigung schließen. Die Spulen beider Modelle lassen sich bei leichtem Druck seitlich etwas „kippeln“ – es handelt sich jedoch um ein Spiel von deutlich unter 1 mm - mit keinerlei Auswirkungen auf den praktischen Betrieb.
Besonderes Augenmerk verdient die sehr starke Bremse. Das System läuft völlig ruckfrei an, es ist im Mittelachssystem der Rolle untergebracht und lässt sich in rund 40 Klicks sehr genau von „Zart“ bis „Bombenfest“ regulieren. Schwächen des Bremssystems waren weder im nassen Zustand, noch bei sehr harten Belastungstests festzustellen. Eine Zuhilfenahme der Hand beim Bremsen ist durch den überlappenden Spulenrand technisch möglich jedoch eigentlich unnötig.
Fazit:

Mit den „INEX“-Fliegenrollen ist der Firma Guideline wirklich ein großer Wurf gelungen. Fliegenrollen, welche derart viel Raffinesse und Eleganz vereinen, sind nicht besonders häufig zu Finden: Glückwunsch! 
Der Preis dafür übersteigt allerdings schon deutlich das „mittlere Level“...

Bezug:

Im Fachhandel, z.B. bei ADH-Fishing und K&HD.

Herst.-Website: guidelineflyfish.com

Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de
Fotos (C):  Michael Müller
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