Gerätebesprechung - Fliegenschnüre:
GUIDELINE - Coastal - WF 7 Slow Intermediate

Viele Küstenfliegenfischer kennen das Problem nur zu gut: eine reine Schwimmschnur ist eigentlich nur bei stillem Wetter gut, bei "Kurzwellengang" wird durch ihr Schwimmvermögen jedoch der Kontakt zur Fliege vermindert. Die Alternative sind "Intermediate"- Fliegenschnüre, doch diese sinken oft viel schneller als gewünscht... Seit einiger Zeit werden für diesen Zweck besser geeignete "Slow Intermediate" Fliegenschnüre angeboten, die nur leicht einsinken und sich daher wirklich in den Oberflächen- schichten fischen lassen. Wir hätten uns glatt gewundert, wenn es die nun hier vorliegende Coastal Fliegenschnur nicht irgendwann von Guideline gegeben hätte, nur seltsam, das es so lange gedauert hat - denn die Guideline-Jungs lieben bekanntlich Meerforellen und Lachse...

Unser Testmodell war eine Guideline Coastal als WF7SI.

Herstellerangaben: Guideline Coastal - WF7SI
Art: Slow Intermediate Keulenschnur (WF SI), mit schwimmender Runningline, Farbe: Keule: pale blue (hellblau) / Runningline: bone (blassblau)
Schnurklasse: # 7 (Keulengewichtsangabe lt. Verpackung: 17 Gramm)
Länge: Angaben auf Verpackung: 27,4 Meter | Angaben auf GL-Website: 32 Meter
Aufbau: siehe unten
Schnurkern: geflochten, dehnungsarm ("Power Core")
Besonderheiten: Slow Intermediate Keule = Sinkrate 1,25 cm/sec. / Schnurdehnung unter 5% - für bessere Wurf-, Hak- und Drilleigenschaften
Lieferumfang: Fliegenschnur auf Plastikspule und im Umkarton, keine Loops oder Schlaufen
Preis: UVP 77 € (bei ADH - siehe unten - 69,90 €)
verfügbare Schnüre
in dieser Serie (Stand Oktober 2009):
als WF/SI in 5 Schnurklassen von #5 bis #9


E Eigene Messungen und Praxistest:
Länge: Gesamt: 31,30 Meter
Klassifizierung: Die ersten 9,14 Schnurmeter wiegen 16 Gramm, das Gewicht liegt damit nach der AFTMA-Tabelle bei Klasse #9. Das Gewicht der gesamten, 10,80 Meter langen Keule beträgt 17,7 Gramm.
Art / Aufbau: Nach der kurzen Spitze nimmt der Schnurdurchmesser auf etwa 2,30 Meter stetig zu, dann erreicht die Schnur ihre Hauptstärke, die sie auf 6,50 Meter behält, anschließend kommt ein 2,00 Meter langes Rear-Taper und schließlich die 20,50 Meter lange, farblich abgesetzte Runningline. Spitzen- und Schnurdurchmesser (Dicke der Keule) passen eher zu einer Schnur Klasse #7-8. Die Runningline ist nicht zu dünn, sehr glatt und griffig.
Eigenschaften: Oberfläche / Schnurart: Keule: sehr glatte, leicht glänzende Oberfläche / geschmeidig, mittlere Steife / Runningline: extra glatte, leicht glänzende Oberfläche, mittlere Steife
Gesamt-Handhabung: hervorragend
Schusseigenschaften: hervorragend
Wurf-Handling: insgesamt sehr gut, gut abgestimmtes Taper mit den richtigen Abmessungen für eine gute Küsten-Power-Schnur (etwas kürzere Keule als bei der beliebten Pounch), gute Gewichtsverteilung, Schnurbalance und Stabilität beim Wurf, gute Qualitäten auf mittleren Distanzen und besonders, wenn es weit hinaus gehen soll. Die farbliche Unterteilung von Keule und Runningline erleichtert das Erkennen der optimalen Rutenaufladung. 
Ausgewogenheit: sehr gut 
Schwimmvermögen: die gesamte Keule sinkt leicht und ganz langsam in die Wasseroberfläche ein - genauso wie vorgesehen. Runningline: gutes Schwimmvermögen
Abrolleigenschaften: sehr gut 
Farb-Empfinden: gut
Haltbarkeit: gut, keine Abnutzungserscheinungen festgestellt, soweit über den Testzeitraum einigen Wochen beurteilbar 
Eignung für div. Trick- und Spezialwürfe: gut
Memory-Effekt: Bei unterschiedlichen Temperaturen und Witterungen, besonders beim Testeinsatz in der kühleren Jahreszeit, zeigte die Coastal keine Auffälligkeiten. Sehr gute Eignung für kaltes Wasser. (Hochsommerliche Temparaturen nicht von uns getestet).
Sonstiges: ---
Zusammenfassung: Nach einigen Durchgängen an Seen und an der Küste waren sich unsere Tester einig: die isses! Die Schnur vereint eine hervorragende Wurf-Performance, welche man von den Guideline "Küstenschnüren" ja schon kennt, mit einer optimalen Fliegenführung. Durch die etwas kürzere Keule als bei der beliebten Pounch lässt sie sich fast noch besser als diese händeln, sie ist vielseitiger an den verschiedenen Küstenplätzen einsetzbar, auch bei weniger Rückraum für den Wurf. Dafür sorgen auch ein verbesserter Taperaufbau nebst Gewichtsverteilung. Durch den minimalen Sinkeffekt fischt die Fliege eigentlich immer perfekt und ermöglicht dem Fischer auch bei Wind und Wellengang eine bessere Kontrolle, als es mit einer reinen Schwimmschnur möglich wäre. Andere Intermediate-Schnüre sinken dagegen so schnell ab, dass man - nicht nur - in flacheren Bereichen andauernd Grundkontakt bekommt. Nicht so die Coastal - die bleibt schön in den oberen Wasserbereichen. Sehr gut gelöst! Auch bei der Coastal gilt: Übergewichtung berücksichtigen und die für die eigene Fliegenrute passende Schnur kaufen. Da das nachgemessene Keulengewicht knapp 1 Gramm nach oben von dem auf der Verpackung genannten Gewicht abweicht, ist der Käufer seitens des Herstellers zwar informiert, was lobenswert ist, aber nicht korrekt! Hier hilft im Zweifelsfall - einmal mehr - nur ausprobieren! In der Regel klappt das Zusammenspiel mit einer modernen #7er Rute aber gut. Einen Minuspunkt gibt es für die fehlende Frontschlaufe (bei ADH bekommen Sie auf Wunsch eine geschweißte Frontschlaufe - ohne Mehrkosten).

Bezug: Im Fachhandel, z.B. bei ADH-Fishing, Peine  ||  Hersteller-Website: guidelineflyfish.com
Dieser (Link) führt direkt zum Produkt des Händlers.

Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de | Fotos: Michael Müller
Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

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