Geräte-Besprechung: Fliegenrollen
GREYS G-TEC 310
Bei der englischen Traditionsfirma GREYS wurde bei der Entwicklung neuer Geräte für's Fliegenfischen ebenfalls keine Pause eingelegt. Das Resultat sind interessante neue Rollen und Ruten - in verschiedenen Preislage. In diesem Test berichten wir über unsere Erfahrungen mit dem "Flaggschiff" der GREYS Fliegenrollen- Kollektion, der G-TEC.

Verfügbare G-TEC-Modelle (Stand Sommer 2008):

GTECR 310 für #4-5
GTECR 350 für #6-7
GTECR 380 für #7-8
GTECR 410 für #9-11

Unser Testmodell war die G-TEC 310, also die kleinste Rolle aus der Serie, zum Einsatz z.B. für die Forellen- und Äschenfischerei, für die Schnurklassen #4-5.

Technische Daten (eigene Messungen)
Farbe: titan | Gewicht: 150 Gramm
Rollendurchmesser: 79 mm
Rollenbreite (ohne/mit Kurbel/Bremsrad): 40 (69) mm, Spuleninnenbreite: 26 mm
max. Spulentiefe (nutzbar): 18 (15) mm
Schnurfassung: WF5F + etwa 70m 20lbs-Backing
Schnuraufnahme mit einer ganzen Umdrehung (bei leerer Spule): 13,7 cm
Lieferumfang: Karton, Rollentasche aus Neopren, Zettel mit Instruktionen (in englisch), Umbau-Instruktionen und Garantie-Hinweisen. Garantie: Ab Hersteller 12 Monate Garantie auf Material- und Herstellungsfehler plus die in D übliche Händler-Gewährleistung.
Preise (UVP): Rolle: 199 €, E-Spule: 115 €

Beschreibung und Praxistest:
Die toll aussehende G-TEC vereint klassische mit sehr modern wirkenden Elementen. Die laut Herstellerangabe salzwassergeeignete Großkern-Fliegenrolle wurde aus einem Block High Grade Aluminium gefräst und gedreht. 

Die Rollenoberfläche wurde titanfarben anodisiert. Der Spulenkern besitzt drei große Durchbrüche, der Spulenboden ist unbelüftet, die Spulenvorder- und Rückseite wurden mit je zwei ganz umlaufenden Lochreihen versehen. Auf der weitgehend offenen, massiven Gehäuserückseite befinden sich drei große und drei kleinere Durchbrüche und zentriert, weit herausragend, ein großer, runder und griffiger Bremseinstell-Knopf. Die Spule mit ihrem leicht übergreifenden Rand läuft gut gelagert auf einer Edelstahlachse im offenen Rollenrahmen, unter guter gehäuseseitiger Platzausnutzung. Der gelochte Rollenfuß wurde zur optimalen Ausbalancierung der Rolle leicht seitlich versetzt und dreifach von Außen geschraubt. Ein etwas breiterer Steg hinten hält den Rollenfuß, ein schmalerer, gelochter Steg vorne mittig dient der Schnurführung. Beide Stege greifen tief in die Nut an der Spuleninnenseite hinein, um das Risiko eines ungewollten Durchrutschen von Vorfach und Schnur zu minimieren. Auf der Spulenvorderseite sitzt eine große, mit drei Gummiringen versehene Kurbel aus Aluminium, die mit geringstem Spiel arbeitet, ihr gegenüber befindet sich ein Kontergewicht. Die Gummiringe an der Kurbel lassen sich zum Einklemmen der Vorfachspitze nutzen. Der Rollenfuß der G-Tec ist rund gefräst und bietet somit die Möglichkeit, ein langes Vorfach beim Transport der Rute um den Rollenfuß herum zulegen und den Haken in einen der Schlangenringe einzuhaken. 
Unser Testmodell zeigte einen runden Lauf ohne nennenswerte Abweichungen. Die Spule wurde gründlich ausgewuchtet, ein Schlagen, selbst bei höheren Abzugsdrehzahlen, ist kaum festzustellen. Das Längsspiel der Spule auf der Achse ist nur sehr gering. Ebenso wie ein ganz minimales seitliches Kippeln der Spule, macht sich dies im normalen Praxisbetrieb nicht negativ bemerkbar und ist deshalb bedeutungslos. Störende Toleranzen sind nicht vorhanden, alle Zwischenräume und Abstände wurden gering gehalten, Löcher und Durchbrüche wurden gut entgratet und sehr vorbildlich abgerundet, scharfe Ecken und Kanten sind an der ganzen Rolle nicht zu Finden. Die G-TEC arbeitet beim Einkurbeln völlig widerstands- und geräuschlos. Nach Anstoßen der Kurbel läuft die Spule noch einige Runden frei nach. Beim Schnurabziehen ertönt ein dezentes Schnurren und es wirkt die eingestellte Bremskraft. Das auf mehreren Rulon-Scheiben basierende, sehr starke und fein dosierbare Bremssystem der G-TEC befindet sich im Gehäuse der Rolle. Die Bremse lässt sich mit Hilfe des großen und griffigen, mit dem Greys-Logo verzierten Bremseinstellrades auf der Rollenrückseite in nur einer knappen Komplettumdrehung sehr fein von "Leicht" bis "Komplett zu" eistellen. Ein ruckfreies Anlaufen der Spule ist bei jeder Bremseinstellung gewährleistet. Im Praxisbetrieb konnten wir beim Einsatz der Rolle nass und trocken, sowie bei erheblicher Beanspruchung, keine Schwächen feststellen.
Das Abnehmen und Wechseln der Spule funktioniert sehr einfach - durch das klassische Hebelsystem. Der Hebel dazu befindet sich in der etwas hervorstehenden, mit dem Greys-Logo verzierten mittleren Spulenabdeckung. Die Rolle ist von Links- auf Rechtshandbetrieb oder andersherum umbaubar, dieser Vorgang wird auf dem der Rolle beiliegenden Zettel in englisch erläutert (Umdrehen eines Einweg-Lagers, werkzeugfrei). Die Bauweise der G-TEC 310 zwischen Mittel- und Großkern bringt die Vorteile schnelles Abgeben und Einholen der Fliegenschnur unter konstant bleibender Bremswirkung, der Reduzierung des Memory-Effektes und gutes Schnurfassungsvermögen zusammen. Test passten neben einer WF5F auch noch rund 70 Meter herkömmliches 20lbs-Backing auf die Spule. Vom Größen- und Gewichtsverhältnis passt die G-TEC 310 optimal zu 5er Fliegenruten. Bei den größeren Modellen der G-TEC Serie ist die Großkern-Eigenschaft im übrigen mehr ausgeprägt.
Fazit: Die G-TEC ist eine sehr moderne, top verarbeitete und funktionelle Fliegenrolle, mit toller Optik und zuverlässiger Technik. Die Rolle passt optisch natürlich am besten zu den G-TEC Fliegenruten, mit ihrem speziell designeten Rollenhalter - aber natürlich auch zu jeder anderen, modernen Fliegenrute. Verbesserungspotential würden wir evtl. noch in einer Gewichtsreduzierung sehen. Der moderate Preis ist angemessen.

Bezug: Im Fachhandel, z.B. im BIG FISH Angelmarkt, Pforzheim / www.bigfishangelmarkt.de
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Händleranfragen an: Hardy & Greys GmbH, Brägeler Forst 7, D-49393 Lohne, Tel.(04442)802920, Fax(04442)8029229, Web: www.hardyfishing.com/de-de/home/
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Testbericht: www.fliegenfischer-forum.de | Fotos ©: Michael Müller
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