Gerätebesprechung - Zweihandfliegenruten:
G.Loomis GLX Distance 14,6ft # 10/11 
Erfahrungsbericht von Carsten Meyer
Zur Rute:
Die Rute wird geliefert in einem Condura Rutenrohr und  Stofffuteral. Preis: 1199 € (inkl. Mwst.) bei K&HD Fishing Supplies.
Zum Aufbau:
Die Rute bietet einen robusten und sehr ansprechenden Rollenhalter aus silber-eloxierten Aluminium. Der Rutenkork ist von guter Qualität, sauber geschliffen und geformt mit einem angenehmen Durchmesser. Damit hinterlässt die Rute einen stabilen und robusten Eindruck. Die Ringe sind Titan-Flex Ringe, welche perfekt und absolut gerade auf
den Blank verarbeitet wurden, zumindestens auf meiner Rute wurden die Ringe auf alle 3 Rutenteile direkt auf den Overlap gesetzt, dies ist auch notwendig für die Charakteristik der Rute, dazu aber gleich mehr.
Die Aktion und Praxis
Einige würden jetzt sagen: "Nun kommen wir zum eigentlichen Problem dieser Rute" - Ehrlich gesagt, ich habe das ebenso empfunden und habe diese Rute sehr oft in der Hand gehabt und sehr oft wieder in den Rutenständer meines Händlers bzw. Freundes zurückgestellt.
Das Problem jetzt ist eigentlich, das ich diese Rute als Maß aller Dinge betrachte, egoistisch gesehen - Wenn ich das verallgemeinere bleibt nur noch die Feststellung, das diese Rute nichts, aber auch rein gar nichts für den Anfänger bietet, außer Muskelkater und Kopfzerbrechen.
Um auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen, es ist eine harte Rute - Man fragt sich zuerst doch wirklich, wo dieser Stock einem die Arbeit abnehmen soll. Und Sie tut es doch, trotz harter und schneller Aktion, ist aus der Rute einiges herauszuholen, wenn man weiss wie... Nicht nur im Wurfverhalten, auch im Lifting ist die Rute unschlagbar. Das Problem bei dieser Art von Rute, ist die Abstimmung des Schusskopfes auf de Rute, so wurde im Laufe des Testes ein Schusskopf der Firma Guideline der Stärke #10/11 verwendet. Dieser Schusskopf ungeschnitten ist leider, und man glaubt es kaum, zu schwer für diese Rute, um ein angenehmes und ermüdungsfreies Werfen mit einer super-engen Schlaufe zu ermöglichen.
Ich habe mit einem Zweihandkollegen (Taki Alvanos) schon ausreichend darüber philosophiert, wie diese Rute sich bei schweren und/oder längeren Schussköpfen verhalten könnte. Wir haben viel getestet und letztendlich sind wir immer bei den Guideline-Schussköpfen gelandet. Speyschnüre wie Hardy Mach 1 und Mach 1 Plus sowie Rio Windcutter lassen sich zwar mit dieser Rute werfen, letztendlich fliegen diese Schussköpfe besser an weicheren Ruten. Da ich selbst die Rute am besten beherrsche, wenn ich mich selbst heranarbeite, habe ich zunächst nur die Eckdaten (Schusskopf-Art und Gewicht) registriert und mit 41 Gramm angefangen zu werfen. 
Die Rute hat sehr viel Power, so war es natürlich auch bei ungünstigen Windverhältnissen unproblematisch,den Schusskopf mit dieser Rute zu bändigen. Der Schusskopf ist allerdings bei diesem Gewicht verhältnismässig unruhig und so habe ich mich langsam an die empfohlene Gewichtsklasse von 39-39,5 Gramm herangetastet. In dieser Konstellation arbeitet die Rute am optimalsten, eine enge Schlaufe ist hierbei garantiert.
Letztendlich liegt es am Geschmack, dem Wurfstil und das Können des Werfers, für welches Gewicht sich dieser entscheidet.
Als Rolle ist eine große Lachsrolle von Vorteil, das Gewicht der Rolle sollte nicht zu leicht gewählt werden, da die Rute schon ein anständiges Eigengewicht mitbringt. 

Die Eigenschaften der Rute finde ich genial, leichte und auch kräftige Überkopfwürfe nimmt die Rute gelassen auf und befördert meinen Schusskopf dahin, wo ich Ihn hin haben möchte. Underhand mit schwimmenden und sinkenden Schussköpfen bietet die Rute eine Menge Spaß und vor allen Dingen "Lifting Power" - Einen sinkenden Schusskopf aus dem Wasser zu heben/drehen ist nahezu ein Kinderspiel.

Einmal auf diese Rute eingeschossen, nimmt diese einem erheblich die Arbeit ab, kann aber auch Druck entgegennehmen und ihn konsequent abgeben, nicht immer zum Vorteil - denn "Viel" hilft leider nicht immer "Viel" ! 

Fazit
Die G. Loomis GLX Distance ist keine Jedermannrute, gerade für Anfänger ist diese Rute nicht zu empfehlen, eher für den fortgeschrittenen Benutzer, der die Vorzüge einer solchen Rute für sich erkennen und auch nutzen kann. Die Rute sollte vor dem Kauf auf jeden Fall probegeworfen werden, hierbei ist auf ein 100% abgestimmtes Gerät zu achten (Schusskopf, Gewicht und Polyleader/Vorfach). 

Für weitere Informationen, Beratung und Verkauf:
- Loomis Homepage
- Flyfishing-Stade
- K&HD Fishing Supplies
- Taki Alvanos

Testbericht und Fotos (C): Carsten Meyer, www.flyfishing-stade.de
Das unerlaubte Kopieren und Verbreiten von Text- und Bildmaterial aus diesem Bericht ist verboten.

Zurück zur Übersicht Fliegenruten  |  Zurück zu Gerätetest